Gefühle atemabhängig?

Huhu!

Mir hat eben jemand erzählt, das man mit rauchen Gefühle abstellen könnte, da rauchen die Atemfrequenz stark verändert/beeinflußt, und Gefühle immer köperliche Reaktionen seien, die auch stark mit der Atmung zusammenhängen.

Das bezweifele ich auch gar nicht, und ich erinnere micht, das ich da mal was zu gelesen habe, aber kann mir irgendwer das bestätigen?

Am besten mit Quellen.

Viele Grüße!
Ph.

hi

Mir hat eben jemand erzählt, das man mit rauchen Gefühle
abstellen könnte, da rauchen die Atemfrequenz stark
verändert/beeinflußt, und Gefühle immer köperliche Reaktionen
seien, die auch stark mit der Atmung zusammenhängen.

das kann man auch ohne Rauch, indem man selber sehr bewusst tiefer und langsamer ein und ausatmet - dabei auch bewusst in den Bauch atmet …

Allein dadurch, dass man sich auf den eigengen Atem konzentriert werden die anderen Gefühle / Gedanken in den Hintergrund gedrängt und durch dieses „zwangsweise“ langsam atmen geht auch der Puls runter (hab ich mal während einer OP mit Lokalanästhesie getestet ;o))

ich mache das zB gern wenn ich nicht einschlafen kann, weil meine Gedanken rotieren … dann konzentriere ich mich z.B. darauf genau doppelt so langsam (also halb so schnell ;o) ) zu atmen wie mein partner oder eben auch nur 1/3 so schnell oder jeweils auf 10, 15 oder zu zählen o.ä. etc.

Am besten mit Quellen.

das hab ich nun keine ausser meinem eigenen Erfahrungswert :-\ und den hab ich nur, weil ich es mal aus Spielerei angefangen und den postitiven Nebeneffekt erkannt habe

Gruß H.

Hallo Scrabz!

…aber kann mir irgendwer das bestätigen?

Ja, ich auch. (Das geht nach meiner Erfahrung sogar soweit, dass man durch Veränderung der lokalen Gefühle eine sich anschleichende Erkrankung verdrängen kann. Allerdings würde ich mich jetzt nur so weit darauf festlegen, dass es sich z.B. um eine Erkältungskrankheit handelt…)

Am besten mit Quellen.

Google mal nach „Atemtherapie +Gefühle“, evtl. zu variieren mit „Emotionen“ u.a. Stichwörtern. Da gibt’s jedenfalls die verschiedensten Atemtherapien. Und mit viel Glück findest Du auch einen Beitrag wie Du ihn suchst, aber dann doch eher auf kleineren Websites von Therapeuten der Fachrichtung.

Grüße und viel Erfolg!

DannyFox64

Hi !

Ich kann Dir garantieren, wenn Dir jemand (stärkeres)ein Kissen auf´s Gesicht drückt, wird das auch Deine Atemfrequenz deutlich beeinflussen - aber Du wirst auch massivst „fühlen“ - z.B. Panik.

Wann beeinflussen Raucher denn ihre Atemfrequenz : wenn sie in irgendeiner Form Stress (k.O., Psyche, „gehetzt“) hatten - nun gönnen sie sich eine Pause - eine „Auszeit“ - einige legen sich dafür hin oder machen autogenes Training oder oder - auch sie verändern ihre Atemfrequenz - weil sie sich „Ruhe“ gönnen.

Wieviele Rauchen, weil sie sich erst mal"abregen" müssen - und nimm´s mir nict verübel, daß geht nur der Atmung angepasst - an der Zigarette ziehen= Einatmen - Rauch raus…= Ausatmen - dabei ist die Zigarette ein Ablenker- vom Stress - von den Gefühlen …-nur 5 min ?!.. bei manchen tut´s ne Tafel Schokolade - je nachdem, was er als angenehm für sich „gelernt“ hat, .oder eben… weil er Rauchen für sich als Signal für „Pause, Auszeit“ erkoren hat.

Manche bleiben dabei genauso hektisch wie vorher.- denen sieht man auch beim Rauchen ihre Gefühle an.

Welche „Ablenker“ auch immer- in „meinen 5 Minuten“ - will ich mal abschalten- und das beeinflusst m.E. das „Zurücksetzen“ der Gefühlsausbrüche usw.- ich „verdränge“ sie nämlich kurzerhand aus meinem momentanen Focus.

Es ist spät - es lebe der Ausdruck!
Ich hoffe Du verstehst´s
gruß Roxelane

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Huhu!

Mir hat eben jemand erzählt, das man mit rauchen Gefühle
abstellen könnte, da rauchen die Atemfrequenz stark
verändert/beeinflußt, und Gefühle immer köperliche Reaktionen
seien, die auch stark mit der Atmung zusammenhängen.

Das bezweifele ich auch gar nicht, und ich erinnere micht, das
ich da mal was zu gelesen habe, aber kann mir irgendwer das
bestätigen?

Eher andersherum.

Das Menschenbild, welches sich hinter der oben genannten Theorie verbirgt, hört sich ein bisschen nach den 60er Jahren an, und ist mittlerweile gottseidanki widerlegt.

Funktionell macht es auch gar keinen Sinn, dass Emotionen durch körperliche Zustände hervorgerufen werden.

Schachter und Singer (1962) haben mit ihrer „2-Prozess-Theorie der Emotion“ allen ernstes geglaubt, dass eine Emotion nichts anderes als die Interpretation eines Körpererregungszustands sei - was mittlerweile als widerlegt gilt (z.B. durch Marshall & Zimbardo, 1979).

Auch vor dem evolutionstheoretischen Hintergrund ist eher anzunehmen, dass Emotionen einen Einfluss auf die verschiedenen Körperzustände haben. Dabei können Emotionen anhand von Stimulie ausgelöst werden - eine physiologische Veränderung des Systems Mensch ist zur Entstehung von Emotionen nicht notwendig.

Eine Veränderung der Atemfrequenz kann also eher die Folge eines Emotionalen Zustandes sein, nicht anders herum.

U.a. haben Bradley, Codispoti, Cuthbert & Lang (2001) einen Artikel zum Thema Emotion herausgebracht, wo die Präsentation von emotional valenten Stimuli verschiedene peripherphysiologische Daten signifikant beeinflussen konnte, aber derlei Untersuchungen gibt es heutzutage zu 100ten.

Es wird davon ausgegangen, dass Emotionen Reaktionen auf unterschiedliche Reize sind, die handlungsvorbereitend sein sollen.

Z.B. kann durch angstauslösende Reize direkt Adrenalin und etwas später Kortisol ausgeschüttet werden, welches Gegenmaßnahmen zum Reiz begünstigt: Herzschlag beschleunigt, Durchblutung & Atmung erhöht, Glukoseverstoffwechselung erhöht -> Kampf- oder Fluchtverhalten wird vorbereitet (so gesehen auch schon von Selye, 1976 bzw. Cannon, 1913).

Bradley & Lang sprechen von Annäherung- und Vermeidungsverhalten, welches durch die von Ihnen in die Dimensionen Valenz und Arousal eingeteilten Emotionen handlungsvorbereitet werden soll.

Neuere Artikel zum Thema Emotion zeigen andere Modelle, die auch von einer Handlungsvorbereitung ausgehen, aber das wesentlich spezieller (z.B. Panksepp, 2002). Diesen Autor kann ich zum Thema Emotion sehr empfehlen. Interessant in dem Zusammenhang, dass hiermit wieder Darwin’sche Theorien aufgegriffen werden.

Natürlich kann Atmung auch Emotionen auslösen - z.B. eine Panik durch Astma.

Beim Rauchen selber wird aber bewusst und tiefer als gewöhnlich inhaliert - weswegen die Atemfrequenz eher optimiert würde. Nachteil ist eher, dass mit der Inhalation zahlreiche toxische Subtanzen in die Lungen transportiert werden, die den Organismus langfristig und schwer schädigen können (vor allem die Lungen).

Aber auch diese toxischen Substanzen werden heute als antidepressiv wirksam diskutiert, da sie z.B. direkt die Ausschüttung von Serotonin, Endorphin und Dopamin als im ZNS wirksame Substanzen zur Folge haben.

Wenn Raucher in irgend einem Zusammenhang als emotionsärmer gesehen werden, dann vielleicht maximal dadurch, dass die Anfälligkeit zur Nikotinsucht durch pathologische Anlage (z.B. für depressive Episoden) verstärkt sein könnte: wenn Rauchen antidepressiv wäre, dann könnte es eine Art Selbstmedikation darstellen.

Wenn Nikotinsucht also eine Komorbidität zu verschiedenen psychischen Störungen darstellt (in psychiatrischen Kliniken im Gegensatz zu allen anderen Krankenhäusern wird das neue Nichtraucherschutzgesetz übrigens nicht durchgesetzt werden), und diese verschiedenen psychischen Störungen als emotionsärmer klassifiziert werden könnten, dann wäre zumindest der grobe Zusammenhang Raucher - Gefühlsärmer herstellbar (da es z.B. mehr depressive Raucher gibt als depressive Nichtraucher).

Persönlich würde ich aber niemals auf die Idee kommen, einen Menschen, ob depressiv oder nikotinsüchtig erkrankt, als „gefühlsärmer“ zu klassifizieren. Ganz im Gegenteil kenne ich Menschen (beider Colour), die zu ganz außergewöhnlichen, positiven Emotionen imstande sind.

Lieben Gruß
Patrick

Phuuuh, Philipp,
du kennst das sicher, wenn man durch irgendeine dumme Bemerkung des Gesprächspartners merkt, dass einem eine scharfe Entgegnung auf der Zunge liegt, ist das beste Mittel, erst einmal tief durchzuatmen.
Dazu braucht man keine Zigarette, das kann man auch mit normaler Luft tun.

Oder auch die Erleichterung, die eintritt, wenn man knapp einer brenzligen Situation entronnen ist - man hat unwillkürlich die Luft angehalten und atmet mit hörbarem „Phuuh“ aus. d.h. man bringt erst mal den Atemrhythmus wieder auf Normal.

Soweit ich weiß, werden diese Änderungen in der Atemfrequenz durch Hormonausschüttung bewirkt.

Grüße
Eckard

Hallo,

Mir hat eben jemand erzählt, das man mit rauchen Gefühle
abstellen könnte, da rauchen die Atemfrequenz stark
verändert/beeinflußt, und Gefühle immer köperliche Reaktionen
seien, die auch stark mit der Atmung zusammenhängen.

durch das Tabakrauchen gelangt sehr schnell Nikotin in das Nervensystem. Nikotin bindet an cholinerge Rezeptoren und kann dadurch eine Vielzahl von Effekten haben. Dazu zählen u.a.

  • Muskelentspannung,
  • reduzierte Atemfrequenz,
  • reduzierte Aggressivität,
  • reduzierte Angst,
  • erhöhte Produktion von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn (-> positive Stimmung).

Tabakrauchen ist übrigens bei psychisch Kranken gehäuft zu beobachten, sehr wahrscheinlich aufgrund der beruhigenden Wirkung des Nikotins. Genauso wie Alkoholabhängigkeit ist Nikotinsucht also häufig eine Folge der Selbstmedikation psychisch Kranker.

Ich würde daher in dem von Dir genannten Fall eher dem Nikotin die Rolle der Ursache zuschreiben als einer willentlich beeinflußten Atmung. Durch letztere lassen sich jedoch auch entspannende oder erregende Effekte hervorrufen.

Grüße