Wenn man sich mit den Methoden beschäftigt, die das Überwinden von Problemen und Verletzungen (oft aus in der Kindheit) ermöglichen sollen, stößt man, wie ich finde auf 2 generele Ansätze:
A Gefühlen nachgehen
Es wird mehr oder minder versucht, die Ursprungserlebnisse zu erinnern und die Gefühle zuzulassen. Im Rahmen eines „gesitteten“ therapeutischen Settings wird dies dann aber oft wiederum abgeschwächt, entweder, weil diese Gefühle dem Therapeuten selbst unheimlich werden, es nicht genau klar ist, was denn nun mit diesem „Material“ anzufangen ist, oder weil die methode sowieso „milder“ angelegt ist, etwa in der Form, dass der Therapeut bei Widerständen gegen das Erinnern des Patienten diesen Widerständen nachgibt. Allein über diese Thematik könnte man vermutlich lange diskutieren - es geht mir hier um die generelle Richtung - Zulassen der Gefühle.
B Positiv ab Jetzt weitermachen
Hier geht es darum, eigene Ressourcen zu stärken, destruktive Gedanken umzustrukturieren und eher die weitere zukünftige Entwicklung ins Auge zu fassen. Manchmal soll auch neues Denken und Verhalten erlernt werden, z.B. indem man neues Verhalten einübt und neue Erfahrungen machen kann, die anders sind als die aus der Vergangenheit. Ein breites Spektrum von Dingen wie Verhaltenstherapie bis Mentaltraining oder Motivation im Sinne des positiven Denkens.
Mir ist klar, dass beide Ansätze hier stark verallgemeinert und verkürzt beschrieben sind, aber so in etwa sehe die die Grundtendenzen. Mir erscheint bei meinen kleinen Alltagsneurosen A logischer, jedoch funktioniert B bei mir besser.(Z.B. mich stumpf zu „entscheiden“ nicht mehr so schnell beleidigt zu reagieren, anstatt den Ursachen für diese Gefühle nachzugehen. Aus Gesprächen mit Patienten von Psychotherapien hörte ich des öfteren, dass A zwar angestrebt wurde, aber nach der Phase des „Ausgrabens“ der Gefühle dann versagte und sie sich das nicht mehr antun wollen würden.
Hierzu interessiert mich Eure Meinung bzw. Erfahrungen dazu.
Darstellung zu tendenziös
Moin Fellow
Okay, du hast die beiden Verfahren also nicht neutral nebeneinander gestellt, sondern für jedermann sichtbar dem Ansatz B deutlich den Vorzug gegeben, während du den Ansatz A kritisch verzerrt hast.
Kann man machen, merkt bloß jeder einigermaßen intelligente Leser.
A Gefühlen nachgehen
…
Im Rahmen eines
„gesitteten“ therapeutischen Settings wird dies dann aber oft
wiederum abgeschwächt, entweder, weil diese Gefühle dem
Therapeuten selbst unheimlich werden
Hast du diee Erfahrungen gemacht? Ich kenne keinen Kollegen, der mit dem Ansatz A arbeitet und dem die Gefühle des Patieen unheimlich weden. Eher im Gegenteil: Wenn sich der (früh estörte) Patient seinen Gefühlen ncht öffnen kann und stundenlang imme nur von ihm herumtheoretisiert wird, dann kann sich der Therapeut schon mal langweilen.
Mir ist klar, dass beide Ansätze hier stark verallgemeinert
und verkürzt beschrieben sind
Das wär ja nicht einmal schlimm - die tendenziöse Darstellung ist weitaus problematischer, wiegesagt.
Aus Gesprächen mit Patienten von
Psychotherapien hörte ich des öfteren, dass A zwar angestrebt
wurde, aber nach der Phase des „Ausgrabens“ der Gefühle dann
versagte und sie sich das nicht mehr antun wollen würden.
Kann ich niht bestätigen, weder aus meiner Praxis noch von Gesprächen mit KOllegen.
Gruß,
Branden
Wenn man sich mit den Methoden beschäftigt, die das Überwinden
von Problemen und Verletzungen (oft aus in der Kindheit)
ermöglichen sollen, stößt man, wie ich finde auf 2 generele
Ansätze:
A Gefühlen nachgehen
Es wird mehr oder minder versucht, die Ursprungserlebnisse zu
erinnern und die Gefühle zuzulassen. Im Rahmen eines
„gesitteten“ therapeutischen Settings wird dies dann aber oft
wiederum abgeschwächt, entweder, weil diese Gefühle dem
Therapeuten selbst unheimlich werden, es nicht genau klar ist,
was denn nun mit diesem „Material“ anzufangen ist, oder weil
die methode sowieso „milder“ angelegt ist, etwa in der Form,
dass der Therapeut bei Widerständen gegen das Erinnern des
Patienten diesen Widerständen nachgibt. Allein über diese
Thematik könnte man vermutlich lange diskutieren - es geht mir
hier um die generelle Richtung - Zulassen der Gefühle.
welcher generelle Ansatz ist es denn deiner Meinung nach,wenn du von therapeutischen Ansätzen sprichst?
Sollte es dem Therapeuten selbst „unheimlich“ werden, kann er sich offensichtlich schlecht abgrenzen, dann sollte man diesen wohl besser wechseln.
B Positiv ab Jetzt weitermachen
Hier geht es darum, eigene Ressourcen zu stärken, destruktive
Gedanken umzustrukturieren und eher die weitere zukünftige
Entwicklung ins Auge zu fassen. Manchmal soll auch neues
Denken und Verhalten erlernt werden, z.B. indem man neues
Verhalten einübt und neue Erfahrungen machen kann, die anders
sind als die aus der Vergangenheit. Ein breites Spektrum von
Dingen wie Verhaltenstherapie bis Mentaltraining oder
Motivation im Sinne des positiven Denkens.
allein hier sind ja 3 schon Ansätze enthalten, da kannst du doch nicht von 2 generellen sprechen.
Hallo Fellow (dasist eine Anrede und hier so üblich),
Wenn man sich mit den Methoden beschäftigt, die das Überwinden
von Problemen und Verletzungen (oft aus in der Kindheit)
ermöglichen sollen, stößt man, wie ich finde auf 2 generele
Ansätze:
selbst wenn Du es auf „Therapie“ (i. S. v. sich bewusst damit auseinandersetzen) oder „Verdrängen“ (i. S. v. sich ablenken und die Vergangenheit ruhen lassen) reduzierst, muss bei der Entscheidung wohl immer der Betroffene (Leidende) berücksichtigt werden: Selbst absolut gleich Erlebtes, kann sich auf Person A ganz anders auswirken als auf Person B - ja und dann kann der Umgang damit für Person A anders sein als für Person B - und letztlich kann die eventl. notwändige therapeutische Behandlung auch noch für A anders sein als für B.
Auf mich wirkt Dein Beitrag, als hättest Du Dich für den Deiner Meinung nach besseren oder richtigeren Weg festgelegt und suchtest hier ggf. Zustimmung zu Deiner Favorisierung?!
A Gefühlen nachgehen
dass der Therapeut bei Widerständen gegen das Erinnern des
Patienten diesen Widerständen nachgibt.
Wenn bei einer Therapie an ein schweres Trauma gerührt wird, kann es durchaus möglich sein, daß sich der Patient unbewußt sträubt daran zu rühren. Die Sperre kann dadurch unbewußt verursacht sein, daß der Patient auch jetzt bei der Therapie mit diesem Problem nicht fertig werden kann. Das ist ein „seelischer“ Schutzmechanismus und den muß der Therapeut respektieren. Dabei ist durchaus möglich, daß die Sperre einige Sitzungen später nicht mehr vorhanden ist, weil die Therapie sich allmählich diesem Trauma - auf anderen Wegen - genähert hat. Die Sperre aber mit Gewalt durchbrechen könnte bedeuten, daß der Patient plötzlich mit einem Problem konfrontiert ist, dem er nicht gewachsen ist, und das sollte vermieden werden.
Aus Gesprächen mit Patienten von
Psychotherapien hörte ich des öfteren, dass A zwar angestrebt
wurde, aber nach der Phase des „Ausgrabens“ der Gefühle dann
versagte und sie sich das nicht mehr antun wollen würden.
Auch mir wurde das von einer Freundin berichtet. Hier wurde offenbar die Sperre gewaltsam durchbrochen und die Patientin mit dem entstandenen Problem allein gelassen - die Sitzung wurde beendet, ohne das abschließend zu behandeln. In dem mir bekannten Fall, fuhr die Psychologin am nächsten Tag zusätzlich noch in Urlaub und ließ die Patientin sozusagen im Regen stehen. Sie quälte sich verzweifelt mehrere Wochen herum. Erst als die Psychologin aus dem Urlaub zurückkehrte, wurde das Thema abschließend behandelt.
Ob sowas oft vorkommt weiß ich nicht, doch selbst ein Fall dieser Art ist einer zuviel. Andererseits sind Psychologen auch nur Menschen und nicht unfehlbar, selbst dann nicht, wenn sie immer ihr Bestes geben.
Kann sein, dass die Darstellung tendenziös wirkt, war aber nicht beabsichtigt, da ich keinen den Ansätze favorisiere, sondern offen an Eurer Meinung interessiert bin.
Vielleicht hätte ich noch stärker vereinfachen sollen:
A - Vergangenheit aufarbeiten
B - Gegenwart/Zukunft neu gestalten
da wäre noch c:
sich über den zusammenhang klarzuwerden, WANN das gefühl in der eigenen biographie entstanden ist und welche auswirkungen es hat, wenn einen aktuelle situationen auslösend daran erinnern. das wird in der transaktionsanalyse behandelt.
und d:
sich mit gegensätzlichen strebungen, die dem motivationsgefühl entsprechen „ich will…“, auseinanderzusetzen und zu sehen, was sich da widerspricht, um es schrittweise aufzulösen oder hinnehmen aber gleichzeitig erklären/ verstehen zu können.
und e:
sich mit den eigenen gefühlen anzufreunden, sie als selbst-erleben zu verstehen. das klingt so banal, aber wenn du wirklich bei einem menschen schaust, wirst du feststellen, dass jeder ein bestimmtes gefühl nicht wahrnimmt, weil er es aus angst wegschiebt. dann kann man es fühlen lernen und entdecken, was es für eine neue erfahrung ist.
A - Vergangenheit aufarbeiten
B - Gegenwart/Zukunft neu gestalten
Es ist wie beim Tanzen: Ein Schritt nach dem anderen (manchmal auch einen zurück oder zur Seite) - bei einer Therapie, auch gerade bei einer analytisch orientierten - folgt doch B auf A. Zunächst also Schritt A: Vergangenheit aufarbeiten, dann Gegenwart/Zukunft neu gestalten.
Wo ei man sich das keineswegs so mechnisch oder mechanistisch vorstellen sollte. Es ist ja nicht so, dass man ein habes Jahr nur üer die Kindheit redet und dann sich der Gegenwart zuwendet. Das ist eine Laienvostellung, die nicht real ist.
Beides, Vergangenes und Gegenwärtiges, ist üblicherweise verwoben miteinander und daher „gleichzeitig“ ständig Thema der Sitzungen.
Der Patient sagt, was ihm durch den Kopf geht, und das kann sowohl Vergangenes als auch Gegenwärtiges sein.
Gruß,
Branden