…schwierig…(Therapie und der Weg dahin)
Hallo Igel!
Es klingt schlimm, was Du schreibst. Du musst wirklich verzweifelt sein.
Und daran siehst Du auch, dass Du Deine Gefühle noch nicht verloren hast!
Du fühlst Deine Hilflosigkeit und Deine Angst. Und Du merkst vor allem, dass Du erhebliche Probleme hast!
Daraus dass du von einem Psychologen schreibst, schließe ich, dass Dir eigentlich auch klar ist, dass Du professionelle Hilfe brauchst…
…aber natürlich hast Du Angst!
Das ist ganz klar. Es ist auch etwas anderes zu einem Therapeuten zu gehen, als wegen Schnupfen zum Hausarzt.
Aber Du musst Dir klar machen, dass ein (guter!) Therapeut Erfahrung hat… und auf Dich eingeht!
Du musst Dich nicht verstellen vor ihm… im Gegenteil.
Ein guter Therapeut wird auch Deine Angst verstehen und wird versuchen, sie Dir zu nehmen.
Zu Anfang könntest Du ihm/ihr einfach diesen Artikel hier zeigen. Du hast darin, finde ich, sehr verständlich Deine Situation geschildert, incl. Deiner Angst.
Und dann wird der Therapeut auch nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen.
Es wird langsam voran gehen und wenn Dir etwas nicht passt, dann kannst/solltest Du das sagen (oder aufschreiben…man muss nicht immer nur reden in einer Therapie).
Hm…vielleicht fragst Du Dich nun, wie man einen guten Therapeuten findet.
Also…es gibt Verhaltenstherapeuten und Psychoanalytiker. Bei einer Verhaltenstherapie schaut man, grob gesagt, wie man sein Leben wieder in den Griff bekommen kann. Man tut aktiv etwas.
Bei einer Psychoanalyse „gräbt“ man in der Seele. Der Psychologe sucht nach den genauen Gründen für das jeweilige Verhalten.
Natürlich tut das auch der Verhaltenstherapeut, aber da steht mehr das aktive Arbeiten an den Problemen im Vordergrund.
Um herauszufinden, welche Art von Therapie zunächst mal die richtige für Dich wäre, kannst Du zu einem/einer Psychiater/in gehen.
Dort kannst Du entweder Deine Probleme schildern, oder Du zeigst auch einfach diesen Artikel hier (oder schreibst Stichworte auf).
Dann sollte der Psychiater Dir auch diverse Adressen von Therapeuten geben. Falls er das nicht tut, kannst Du zu Deiner Krankenkasse gehen und eine Liste einsehen.
Am besten, Du machst mehrere Termine auf einmal bei verschiedenen Therapeuten/Analytikern! (Es stimmt nicht, dass die Krankenkassen nur fünf Probesitzungen bezahlen! Man kann so viele Therapeutenerstgespräche haben, wie man will. Nur dann gibt es, bei dem Therapeuten, für den man sich entschieden hat, fünf Probesitzungen und dann wird entweder ein Antrag auf Therapie gestellt oder nicht.)
Und dann musst Du wohl durch die Erstgespräche durch.
Das ist sehr anstrengend, ich weiß
,aber so fängt der Weg der Besserung an.
Lass Dich nicht ärgern und entmutigen, wenn der ein oder andere Idiot dabei ist. Es gibt halt immer fähigere und unfähigere Menschen. :-/
Das wichtigste bei einem Therapeuten ist, dass Du ihm/ihr vertraust und dass die Chemie zwischen Euch stimmt.
Wenn Du Dich bei einem Therapeuten unwohl fühlst, dann hat die Therapie keinen Sinn!
Natürlich ist so eine Psychotherapie meist immer irgendwie unangenehm…trotzdem merkt man, ob man mit dem Therapeuten klar kommt oder nicht.
Also nimm Dir auf jeden Fall das Recht, Dir den Therapeuten zu suchen, der Dir gefällt!
So…hm…
Ich hoffe, das war jetzt alles nicht zu viel und Du kannst Dich dazu entschließen, eine Therapie zu machen.
Was Deinen Freund betrifft, denke ich, dass er ein wenig überfordert ist, mit der Situation. Es ist unheimlich schwierig mit so etwas umzugehen, vor allem, wenn es jemanden betrifft, der einem so Nahe steht.
Ich schätze auch, er weiß nicht richtig, wie er handeln soll… er will Dich sicherlich nicht noch mehr stressen.
Aber nimm sein Angebot auf Hilfe an!
Du musst das nicht allein durchstehen, wenn Du jemanden hast, der Dich unterstützen will und der Dich liebt.
Ich hoffe sehr, dass Du eine Lösung und die Kraft findest, aus dem Depressionsloch herauszukommen.
Lass Dich von Rückschlägen nicht zu sehr entmutigen…
…ach Mensch… ich wünsch Dir wirklich alles Gute.
Bitte such Dir Hilfe!
So eine Sache (Selbstverletzung etc.) kann böse enden.
Alles Liebe,
Leah
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