Liebe Leser,
seit einem Jahr schlage ich mich mit Anschuldigungen und Vorwürfen herum, die aufgrund der falschen aktenkundigen Äußerungen von Jugendamtsmitarbeitern gegen mich erhoben werden. Ich muss etwas ausholen:
Fast drei Jahre lang betreuten mein Mann und ich zwei kleine türkische Mädchen als Adoptionspflegekinder. Aufgrund eines Amtshilfeersuchens durch das JA in B. kamen wir aus dem Nachbarkreis, sogar Nachbarland für die Pflegschaft in Betracht. Zuständig für uns war die Adoptionspflege des JA in N., das JA in B. für die Kinder. Die Vormundschaft blieb auch in B. Nach zweieinhalb Jahren stand die Adoption nicht mehr zur Debatte, da die leibl. Mutter die Kinder nicht freigab, allerdings Kontakte nie hatte und nicht anstrebte. Somit musste N. uns abgeben, die Zuständigkeit für uns wechselte zum JA nach P., die der Kinder blieb in B. Ein halbes Jahr lang hatten wir keinen Hausbesuch, keine Überprüfung. Die wenigen Kontakte zur Sachbearbeiterin Frau J. wegen Formalitäten gingen von uns aus. Mit Frau J. hatten wir Jahre zuvor in der Pflegeelternbewerbungsphase zu tun und spürten immer wieder persönliche Abneigung. Da sie auch stets betonte, dass der Kreis kaum zu vermittelnde Kinder habe und uns empfahl zur Adoptionspflege zu wechseln, gingen wir diesen Weg.
Das jüngere 5 jährige Mädchen verletzte sich 2009 im März an der Hand. Unbewerkt fingerte sie eines Tages mit ABC-Salbe (Wärmesalbe/Sportsalbe) herum, so dass sich an einem Fingerglied nach dem abendlichen Händewaschen mit warmem Wasser ein Bläschen entwickelte. Schmerzen zeigte sie nicht. Da sie nachts dran pulte, war die Stelle morgens größer geworden. Da sie rein intellektuell die Ursache kausal nicht auf die Salbe beziehen konnte, erzählte sie natürlich im KIGA, Mama sei das gewesen beim Händewaschen. Tags darauf wurden mein Mann und ich zum JA P. geladen - und uns wurde klar gemacht, dass die Kinder in naher Zukunft zur Mutter zurück sollen und wir die Kinder bald abgeben sollen. Wir sollten darüber nachdenken. Zudem hatte ich über Ostern eine Kur für 3 Wochen beantragt (muss beim JA angezeigt werden), was berufliche Gründe hatte. Eine Woche später hatten wir erneut einen Termin im JA vereinbart. Dort teilte man uns mit, dass wir die Kinder nicht mehr mit nach Hause bekommen. Sie würden jetzt schnell von uns entwöhnt werden. Die Kinder würden zu unserem Schutz herausgenommen, weil wir sonst nicht mehr zur Ruhe kämen. Die Öffentlichkeit eben. Es habe nämlich einen Anruf bei der Polizei gegeben wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Ich muss hier betonen, dass wir als Familie zusammengewachsen waren, die Mädchen geliebt und geherzt und wie unsere eigenen Kinder erzogen wurden, sozial integriert, fröhlich und zufrieden waren . Wir konnten uns kaum verabschieden von den Mädchen, waren alle so überrumpelt und entsetzt und hatten keine Kraft zur Gegenwehr. Kontakte blieben uns verwehrt - wegen der Entwöhnung zum Wohle der Kinder…
Über ein Jahr später musste ich mich (mein Mann nicht)wegen einer Strafanzeige zur Wehr setzen: Misshandlung von Schutzbefohlenen. Meine Strafverteidiger las mir nur auszugsweise aus der Ermittlungsakte vor. Die ABC-Salbe tauchte als mögliche Ursache für das Bläschen nirgends auf. Ich soll die Kinderhände mit brühendem Wasser verbrannt haben! Während der Ermittlung bin ich nicht ein einziges Mal befragt worden, weder von der Polizei, noch vom Staatsanwalt. Nach einer Befragung der Kinder über ein Jahr nach der Herausnahme wurde das Verfahren eingestellt - gegen Zahlung von 500 € an einen gemeinnützigen Zweck. Mein Anwalt riet mir dringend dazu, weil Recht haben und Recht kriegen in Dt. zwei verschiedenen Dinge sind, obwohl sich in mir alles sträubte.
Dann schloss sich eine Schmerzensgeldforderung an von 1000 € mit gleichem Vorwurf der absichtlichen Verbrühung, angeschoben durch eine Tante der Kinder und einen neuen Vormund. Ich nahm mir einen gepriesenen Fachanwalt, „dem es nur so zwischen den Fingern juckte“ weil das JA so unglaublich handelte. Von ihm erhielt ich die Kopie der Ermittlungsakte und stieß Seite für Seite auf offensichtliche Falschaussagen:
Strafanzeige: Zeitpunkt der „Misshandlungen“ Nov./Dez. 2009 - da lebten die Kinder schon über ein halbes nicht mehr bei uns. An die Tante der Kinder sind vertrauliche Informationen über uns als Pflegeeltern gegeben worden, obwohl es ausdrücklich eine Incognitopflege war mit Auskunftssperre gegenüber Dritten. Frau J. behauptete gegenüber der Polizei, unserem Bewerberantrag als Pflegeeltern sei im Landkreis nicht stattgegeben worden. Es ist von offensichtlicher Überforderung die Rede - und von „Zuständen“ in der Pflegefamilie, die psychologisch mit den Kindern aufgearbeitet werden müssen. Die unseren Entwicklungsberichten entnommenen Maßnahmen zur Erziehung und Entwicklung wurden aus dem Zusammenhang gerissen, so dass sie sich furchtbar lesen. Menschen an unserer Seite, wie die JA-Mitarbeiterin aus N. oder unsere langjährige Frühförderin werden als befangen dargestellt, so dass sie nicht befragt wurden, u.s.w.
An uns wird kein gutes Haar gelassen. Entlastendes fehlte: die ABC-Salbe taucht nicht auf. Diverse Gutachten,die wir haben, sind nicht beigefügt. Und es fehlt der angebliche Anruf bei der Polizei.
Da ich alles Negative widerlegen konnte, glaubte ich, nun rehabilitiert werden zu können. Mein Anwalt verneinte: Ich selbst hätte das warme Wasser zum Händewaschen eingebracht. Was nun nicht in der Ermittlungsakte steht, hätte keinen Einfluss mehr auf Weiteres. Die Lügen des JA müssten in einem anderen Verfahren aufgerollt werden, eine Rehabilitation aber kaum zu erreichen. Der Anwalt riet mir zur Zahlung von 300 €, wenn dafür die Gegenseite bestätigt, dass nun alle Forderungen aus dem Pflegschaftsverhältnis abgegolten sind. Ich zahlte auf sein Anraten, fügte aber hinzu, dass ich das nur tue, weil es mir leid tut, dass das Kind an die ABC-Salbe gelangte und sich dadurch verletzte (lt. Beipackzettel kommt es sogar häufig vor). Das Schreiben der Gegenseite war wieder ein Schock: Eine Erklärung wie gefordert könne man nicht abgeben, das insbesondere über das 18te Labensjahr hinaus materielle und immaterielle Schäden nicht einschätzbar sind. Freibrief??? Mein Anwalt nahm das hin.
Ich bemühte mich mit meinem Mann um ein Gespräch mit unserem JA. Zuvor schrieb ich eine 19seitige Stellungnahme, in der ich mich zu allen Anschuldigungen äußerte und gegenteilige Beweise auflistete. Zum Gespräch nahmen wir 2 Zeugen mit: Es wurde klar, dass Ja-Chef und Leiterin des sozialen Dienstes angeblich nichts von den angestrebten Verfahren wussten. Man stellte sich aber hinter die Mitarbeiter: Diese hätten ja nicht unter Eid ausgesagt und müssten auch nichts Positives über uns berichten. Dem Vormund sei man auch nicht weisungsberechtigt - nur ein Gericht. Und die Kinder seien zu unserem Schutz aus der Familie genommen worden. Und man würde uns nach Antrag Akteneinsicht in die JA-Akte gewähren - wir würden uns wundern - und es sei darin alles genauso protokolliert wie von den JA-Mitarbeitern ausgesagt. Ich zweifelte das an.
Vier Wochen nach Antragstellung erhielten wir zwei langfristige Termine, eine Woche später wurden diese zurückgezogen. Formlose Begründung, dass das Rechtsamt festgestellt habe, dass Rechte Dritter geschützt werden sollten. Auf einen rechtskräftigen Bescheid würden wir warten müssen. Nach 3 Wochen haben wir noch nichts in der Hand.
Zwischenzeitlich bat ich einen Landtagsabgeordneten mit der Prüfung des Falls unter dem Gesichtspunkt der Demokratie, denn so kann man nicht mit Menschen umgehen. Mittlerweile weiß auch ich, dass JÄ in Dt. keiner Fachaufsichtsbehörde unterliegen und mit unglaublicher Macht ausgestattet eigenverantwortlich agieren dürfen. Es gibt unzählige unglaubliche Fälle. Mal sehen, was und ob sich von der Politik her etwas bewegen lässt.
Ich möchte aber nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreiben. Auch zu einer Strafanzeige wegen Falschaussagen im Amt böte sich an - zu letzterer riet man mir im Familien-,Freundes- und Bekanntenkreis, weil dort alle so entsetzt und enttäuscht sind über dies Willkür, der die Kinder und wir zum Opfer gefallen sind.
Ich möchte etwas tun. Was aber ist der sicherere Weg? Mittlerweile haben wir viel Geld verloren für Anwälte und ungerechtfertigte Zahlungen und möchten nicht wieder eine neue Baustelle auftun, die unser Geld kostet. Ich bitte so sehr um euern Rat.
Lieben Gruß
Goline