wir fliegen demnächst nach Australien und mein Arzt hat mir empfohlen
eine Thrombosespritze zu nehmen. Die bekommt man auf Rezept und nennt sich Fraxiparin 0,3 duo. Man spritzt sie sich zwei Stunden vor Abflug selbst.
Hat jemand Erfahrung damit und kann mir sagen worauf ich mich da einlasse?
Danke im vorraus
ich erkläre es jetzt mal nicht in „medizinischem Kauderwelsch“ sondern laienhaft verständlich… (ich nehme an daß Dir das mehr hilft).
Das Blut besitzt die Eigenschaft gerinnen zu können - so bildet sich z. B. die Verkrustung bei Verletzungen. Das ist bei Wunden eine nützliche und erwünschte Wirkung, weil so eine Barriere gegen das Eindringen von Krankheitskeimen geschaffen wird und ein unkontrollierter, nicht endender Blutverlust unterbunden wird.
Wenn man entsprechend lange unbeweglich herumsitzt oder liegt können sich Verklumpungen wie die über Wunden auch im Blutgefäßsystem bilden, z. B. in den Venenklappen oder an anderen Stellen. Die Gefahr ist daß sich derartige Gerinnsel - sie bilden sich besonders gerne in den Beinvenen, man spricht dann von Beinvenen-Thrombose - irgendwann lösen und von ihrem Aufenthaltsort weggespült werden können. Durch das Herz werden sie noch problemlos hindurchgepumpt, in den sehr filigranen Lungengefäßen können diese Gerinnsel aber hängen bleiben. Man spricht dann von einer Lungenembolie. Sowas ist sehr gefährlich weil eine ordnungsgemäße Sauerstoffversorgung behindert wird, und Sauerstoff ist nun mal extrem wichtig für alle Zellen des Körpers.
Heparin ist nun ein Mittel, welches die Gerinnungsfähigkeit des Blutes hemmt. Dadurch wird die Gefahr von Thromben, also den beschriebenen Verstopfungen in den Gefäßen, gemindert. Dieser Effekt ist erwünscht, es verhindert also letztlich die Gefahr einer (Beinvenen-)Thrombose und einer nachfolgenden Lungenembolie.
Die unangenehme Nebenwirkung kannst Du dir selber denken: tendentiell bluten Wunden nach Heparin-Gabe länger als es normalerweise der Fall wäre. Außerdem sollten Patienten, die erst kürzlich operiert wurden und Patienten mit Organstörungen (Leber, Niere) vorsichtig sein.
Als Fazit kann man sagen daß Heparin in Deinem Fall vorbeugend gegen die beschriebene Lungenembolie wirken soll. Auch wenn man mit solchen Sätzen generell vorsichtig sein sollte würde ich sagen daß Heparin kein „gefährliches Teufelszeug“ sondern ein durchaus sinnvolles Medikament zur Thromboseprophylaxe (Vorbeugung) ist. Wenn Du grundsätzlich körperlich fit bist sehe ich keinen Grund dem Vorschlag Deines Arztes zur Behandlung mit Heparin kritisch zu begegnen.
Wenn wir längere Flugreisen unternehmen spritzen wir uns immer Lovenox gegen Thrombosen. Vor allem, da ich während des Fluges meist ein leichtes Schlafmittel nehme und mich daher stundenlang nicht wirklich bewege.
Es stimmt schon, daß bei einem jungen, gesunden Menschen bis Mitte 40 die Gefahr eher gering ist aber die Spritzen kosten nicht viel und sind einfach zu setzen. Wir spritzen uns das Zeug meistens in den Bauch sprich ins Fettgewebe. Mit Alkoholtupfer Haut abtupfen, warten bis das Zeug getrocknet ist, weils sonst an der Nadel in den Körper mitfährt und das brennt und dann das Mittel langsam einspritzen. Fertig.
Mal total laienhaft nachgefragt:
Primär geht’s dabei also um die Gefahr der Verklumpung bzw. um das Lösen der Verklumpungen mit vielleicht drastischen Folgen. Soweit ist mir das klar. Und die besagte Spritze wirkt der Gerinnungsfähigkeit entgegen. Auch klar.
Aber sollte ein simples Aspirin nicht ähnlich wirken können? Das würde die Vorbeugung für spritzempfindliche Gestalten - wie mich! - wesentlich vereinfachen.
Aber sollte ein simples Aspirin nicht ähnlich wirken können?
Das würde die Vorbeugung für spritzempfindliche Gestalten -
wie mich! - wesentlich vereinfachen.
Hallo Tino,
für einen gesunden Menschen deines Alters sind 1, 2 ASS absolut ausreichend.
Thrombosen entstehen in den Venen. Aspirin wirkt nur in
Arterien.
Das ist falsch. Vom linken Vorhof über die Kammer geht das Blut in den Körper und läuft nach dem Gasaustausch in den Kapillaren in den Venen zum rechten Vorhof. Danach zum Lungenkreislauf und von dort wieder zum linken Vorhof. Die Viskosität des Blutes bleibt wärend dieser Reise gleich und nur das zählt.
Ich schrieb von GESUNDEN Menschen. Einem Herzinsuffizienten Patienten mit einem Blutfettgehalt von > 300 mg/dl hätte ich natürlich einen anderen Rat gegeben.
Der Unterschied von Arterien und Venen schlägt sich z.B. in
deiner Morgenlatte nieder:wink:)
Meine Morgenlatte ist abhängig von der, die neben mir aufwacht
Nicht ich bin es, der einem Irrtum unterliegt, sondern du.
Grundsätzlich ist das von dir geschriebene nicht völlig falsch und war auch jahrelang die Meinung der Mediziner. Es wurden auch Thromboseprophylaxen mit Aspirin durchgeführt. Aber seit mindestens 10 Jahren wissen wir, das Aspirin nur in Arterien wirkt und in Venen nutzlos ist.
Unlogisch, aber isso! Frag deinen Arzt.
Falls du als Alleinschläfer keine Morgenlatte hast, würd ich auch mal den Arzt aufsuchen:wink:
Vielleicht sollten …
… wir das Thema im Medizinbrett weiter diskutieren
Nicht ich bin es, der einem Irrtum unterliegt, sondern du.
Leider irrst Du.
Ein Beispiel: Woher nimmt die Arzthelferin Dein Blut ab?
Na klar, aus der Arm- bzw. HandVENE.
Der Quick steigt stark mit der Einnahme von ASS. Diese Versuche habe ich oft selbst durchgeführt.
Ich empfehle Dir Thromborel S, denn daran verdiene ich noch etwas
(siehe Visitenkarte)
Grundsätzlich ist das von dir geschriebene nicht völlig falsch
und war auch jahrelang die Meinung der Mediziner. Es wurden
auch Thromboseprophylaxen mit Aspirin durchgeführt. Aber seit
mindestens 10 Jahren wissen wir, das Aspirin nur in Arterien
wirkt und in Venen nutzlos ist.
Unlogisch, aber isso! Frag deinen Arzt.
Falls du als Alleinschläfer keine Morgenlatte hast, würd ich
auch mal den Arzt aufsuchen:wink:
In einem gebe ich Dir recht. Die Morgenlatte verschwindet nicht durch Aspirin
Es gibt 2 Gerinnungssysteme mit 10 Gerinnungsfaktoren, die nochmals in Untergruppen unterteilt sind.
Heparine, die in Thromboseprophylaxen enthalten sind, wirken gegen die Gerinnungsfaktoren die Thrombosen auslösen. Aspirin tut das nicht. Aspirin kann durchaus gegen andere Gerinnungsfaktoren wirken aber nicht gegen die Gerinnungsfaktoren die Thrombosen verursachen.
Du hast recht, wenn du sagst Aspirin verdünnt das Blut.
Du hast nicht recht wenn du behauptest das es auch gegen Thrombosen wirkt.
die Gerinnung ist mein täglich´Brot, deshalb abschliessend:
Ausgangspunkt war ein gesunder Mann Mitte 30.
Bei ihm wird sich kein Thrombus bilden, der zu einem Gefäßverschluss in der Lunge führt. Eventuell aber geringe Ablagerungen. Diese spielen keine Rolle. Eine Verdünnung des Blutes fördert aber bei ihm die Durchblutung.
Weiterhin schrieb ich, dass ich bei erhöhten Cholesterinwerten anders geantwortet hätte. Wenn jetzt jemand Gerinnungsstörungen hat und/oder weitere Erkrankungen, würde ich mich hüten eine Ferndiagnose zu stellen.
Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.
Vielleicht können wir auf der Medica im November das Thema vertiefen.
Cool. Die Ärzte meiner besten Freundin sind also völlig auf dem Holzweg… Sie
empfehlen ihr nämlich, während eines Fluges und auch sonst, gelegentlich Aspirin
zur ‚Blutverdünnung‘ einzunehmen. Als einziges Medikament (neben konquenten
Tragens von Kompressionsstrümpfen).
Sie hatte vor 5 Jahren nach einer 6 Stündigen Knie-OP eine tiefe Bein- und
Beckenvenen Thrombose mit anschließender Lungenenbolie. Da war sie 30,
sportlich, schlank und frei von jeglichen Venenleiden.
Ich habe danach auch immer brav mein Aspirin genommen …
Wenn man im Leben nur einmal jemandem glauben könnte! *seufz*