Gegen Veränderungen sein... Warum?

Hallo,
mich würde mal interessieren, warum viele Menschen so vehement alle Veränderungen des Lebens ablehnen? Da wird gegen den Netzjargon gewettert weil das keine richtige Sprache sei (IMHO, …), Anglizismen sind eh Müll die es früher nicht gab, Handygesimse ist „so lächerlich“ weil telefonieren doch viel besser sei, die „heutige“ Musik ist doch keine Musik mehr doch „damals“(1) war’s noch welche, die heutig Mode mit Löchern in den Jeans sind doch „Lumpen“ usw, usw…

(1) wobei „damals“ kein bestimmter Zeitraum ist, sondern die Zeit in der jemand +/- 20 war. Überhaupt scheinen viele in ihren Meinungen genau dieser Jahre hängen zu bleiben.

Ich finde das schön, dass sich vielen verändert und schaue dann, ob mir das neue gefällt (oft) oder ob ich lieber beim Alten bleibe (manchmal). Aber warum sehen das so viele anders?

Fragt sich verwundert,
J~

Hallo!

Vielleicht ist es die Angst vor Veränderungen, weil sicher viele Veränderungen auch Nachteile brachten. Oder die Angst, diese nicht zu verstehen, weil die Technik rasant fortschreitet und man immer älter wird. Möglicherweise ist es die Sicherheit, die einem „Heim(l)isches“ gibt, alles Neue in der Vertrauten Umgebung, weckt Gefühle des Unheimliches - so eine Definition Freuds über das Unheimliche. Ich beschäftige mich gerade mit dem Unheimlichen und schon vor 200 Jahren sahen Kritiker die „Automatenkultur“ als beängstigend an. Dann liegt es in der Natur der Sache, dass Misserfolge bei der Forschung schrecklich enden können - Explosionen in Chemiefabriken, nachträglich erkannte krebserregende Substanzen an ach so hoch gelobten Arbeitsplätzen.

Dann die Angst, nicht mehr gebraucht zu werden, immer kontrollierbar zu sein (Handy).

Veränderungen bedeuten auch oft einen Zwang/Trend, den man mitmacht und stehen im Gegensatz zur persönlich gewollten Veränderung. Man muss differenzieren

Liebe Grüße Coco

Generationenkonflikt.
Hallo,

ganz einfach: es handelt sich bei dem von dor beschriebenen
Phänomen um den sogenannten „Generationenkonflikt“.

„Wir wollen aber nicht so sein wie unsere Eltern oder unsere
Großeltern“ – so oder ähnlich hört man es heute und hörte man es in
früheren Zeiten von vielen Jugendlichen. Jugendliche wollen vieles
anders machen als ihre Eltern. Sie wollen nicht, dass ihnen alles
vorgeschrieben wird. Sie wollen sich von der älteren Generation
abgrenzen und suchen eigene Wege im Leben. Das zeigt sich zum
Beispiel in einer besonderen Jugendkultur mit eigener Musik, anderer
Kleidung, anderen Vorstellungen von der Gestaltung des Lebens. Oft
erkennen die Jüngeren nicht an, was für die Älteren
selbstverständlich war und ist. Sie widersprechen den Eltern und
Lehrern. Manchmal kommt es zum Streit und dann ist der Konflikt
zwischen den Generationen da. In vielen Gesellschaften und Kulturen
gab und gibt es solche Auseinandersetzungen zwischen den
Generationen.
Heute spielen dabei auch noch der Kampf um Arbeitsplätze und die
beruflichen Chancen eine Rolle. So kritisieren junge Menschen
beispielsweise, dass in vielen Berufsfeldern das Lebensalter oder die
Dauer der Berufstätigkeit (man nennt das „Dienstalter) für den
Aufstieg und die bessere Bezahlung oft wichtiger sind als die
Leistung im Beruf. Dieses so genannte „Senioritätsprinzip“ kann ein
Grund für einen Konflikt zwischen den Generationen sein.

Link:

http://www.hanisauland.de/lexikon/g/generationenkonf…

Gruß,

Oliver

Hallöchen,

manche Menschen fühlen sich durch Veränderungen beängstigt,
weil es Ihnen die Sicherheit nimmt.

Alte Gewohnheiten (und der Mensch ist ja bekanntlich ein
Gewohnheitstier) geben Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit.

Nach dem Motto: bisher ging das doch wunderbar so,
wieso sollte ich das jetzt anders machen?

Wenn man von dieser Eigenschaft weiß, kann man daran arbeiten,
wenn nicht, lehnt man unterbewußt vieles neue ab.

Lese dazu gerade ein Buch, ist sehr interessant.
Fritz Riemann - „Grundformen der Angst“

Gruß Lena

hi j…,

ich weiss auch nur, veränderungen machen wie viele andere dinge menschen oft angst, und je älter man wird, desto anhänglicher sind
oft wohl die menschen in sachen gewohnheit.

aber im gegensatz zu dir betrachte ich weder sms, noch den netzjargon oder auch das ständige sprechen unter lauter angelezismen als eine veränderung die angst macht.

insofern kann man sicher nicht behaupten dass jede ablehnung oder kritik an vermeindlich neuen dingen gleichzeitig mit angst behaftet ist.

bin ein gutes beispiel*g:

im falle der sms kann ich pers. sagen - es nervt mich einfach -
vor allem wenn es mehrzeiler sind oder die anfrage eine antwort erfordert die mehr als 5 worte hat…
zwischenzeitlich geht mir das handy insgesamt derart auf den keks,
dass ich schon geraume zeit das handy gar nicht mehr mitnehme wenn
ich wo bin - es sei denn ich erwarte etwas bestimmtes oder halte es
von mir aus für sinnvoll - sprich - ich sehe keinen sinn mehr darin
von dem scheissding mein leben bestimmen zu lassen.
lästig ist also das richtige wort - mit angst hat es null zu tun.

netzsprache nervt weil ich sie nicht verstehe und man dann gleich türkisch reden kann - wobei man damit ja nun nicht ständig konfrontiert wird, also schalte ich hier auf durchzug…

tja und dann das leidige thema der angelezismen - ich unterscheide hier in begriffe die es im deutschen so nicht gibt - die also eine wortreiche umschreibung erfordern würden - das ist ok.
aber es ist doch schon arm wenn jemand nicht mehr in der lage ist einen zusammenhängenden satz zu sagen ohne die anwendung von cool, hip, hipe,
blabla… meeting ist ok, brainstorming auch aber irgendwo wirds dann zuviel finde ich - habe das gefühl vor mir steht ein wortkrüppel - falls du verstehst was ich meine.
die kunst der muttersprache ist sich auch in ihr auszudrücken -
das ist mal meine ableitung eines satzes von*weissnimmer* - der sich vor laaaaaaanger zeit zur übermässigen verwendung von fremdworten geäussert hat - als ich das lass war ich 17 und selbst eine die nichts mehr sagen konnte ohne permanente benutzung von div. fremdworten - d.h., der normalsterbliche konnte mich gar nicht mehr verstehen.
das aber kann ja nicht der sinn der sache sein…

in folge dessen glaube ich wirklich, viele die nur noch wenige deutsches „sprachgut“ verwenden, sich sonst im englischen bewegen aber immer noch erwarten verstanden zu wollen kompensieren etwas - man will weltmännisch wirken oder besonders anders im schlimmsten falle gar gebildeter*:wink:

ich habe nun sicher das thema ein stück weit verfehlt was deine konkrete frage betrifft - nur halte ich es für nicht unwesentlich gerade im zusammenhang mit deiner frage - eben nicht in schubladen
zu denken und in manchen fällen mag es gar eine mischung sein.

meine eltern haben handys, hassen sie aber wie die seuche - weil sie damit nicht so gut umgehen können - benutzen sie aber auf reisen wie
eben ein normales telefon - das langt ja.

deinen worten zufolge müsste ich ja jede funktion eines handys anwenden und immer nach dem neusten suchen, sonst wäre ich ängstlich…
ich würde mal sagen, ich bin einfach nur gesund was das betrifft, will nicht der sklave meines handys werden sowie ich auch nicht jede funktion meines rechners benutze - weil es eben nicht nötig ist.
man braucht z.b kein megagrafikprogramm wenn man nie verwendung dafür hat.

ergo - sind 2 dinge mind. die hinter - brauche ich nicht, will ich nicht, nervt mich - stecken können…

im gegenzug stellt sich für mich die frage - wieso kann es nicht veränderungen geben die das gute des alten nicht zwangsläufig ausmerzen? - z.b die deutsche sprache?

LG
nina

Xenophobie
Hallo J~

Jeder Mensch hat in sich den Wunsch nach Neuem, nach Veraenderung und
den Wunsch nach Bewahrung. Dieser Konflikt beunruhigt jeden von uns
in manchen Lebensphasen sogar sehr heftig. Manche tendieren eher in
die Richtung „neu“, andere eher in die Richtung „bewaehrt“. Das ist
schon alles.

Gruss, Tychi

Eine Entscheidung wird vom Erdenbürger auf jeden Fall verlangt: Interesse oder Angst undoder Scheissdrauf. Ganz schlimm im Konservatismus der sogenannt religiösen Leute, speziell hier in Europa, Nordamerika und Mittelasien. Wieso schreiben die eigentlich so verwirrende Bücher? - Etwa nur um sie dann unterschiedlich auslegen zu können?