Hallo zusammen, warum sind Geborgenheit und Angst Gegensätze, die entsprechende Einflüsse auf die Arbeitsqualität haben?
[MOD] Mehr Informationen
Hallo,
Deine Frage enthält zu wenig Informationen und lässt sich deshalb nicht sinnvoll beantworten. Insbesondere wird nicht klar, von welchem Wissenstand Du ausgehst und was Du genau wissen willst.
Du kannst die Qualität der Antworten selbst bereinflussen, indem Du Deine Anfrage klar, strukturiert und mit ausreichend Informationen verfasst. Ein paar Tipps dazu findest Du auch in der [FAQ:31]. Nur so ist es möglich, daß Du hilfreiche und sinnvolle Antworten bekommst.
Viele Grüße,
Max
MOD Psychologie
Hallo Landsmann aus dem Sauerland,
Angst und Geborgenheit als Gegensatz
Angst wird in der Psychologie oft von „Furcht“ unterschieden. Wobei angenommen wird: Angst bezieht sich auf „neurotische Angst“ und Furcht bezieht sich auf „Realangst“. Angst kategorisiert folglich in diesem Fall eine innerliche, subjektiv wahrgenommene Besorgnis um die eigene Person - sei es nun in physischer oder psychischer Hinsicht. Z.B. die Angst vor dem Arbeitsplatz. Der Arbeitsplatz an sich ist ja nicht gefährlich. Nur das was dort geschieht, z.B. mobbing, wird als Gefahr empfunden.
In Abgrenzung dazu: Furcht bezieht sich auf einen externes, spezifisches Artefakt, das unabhängig von der subjektiven Empfindung eine reale Bedrohung für Leib und Leben darstellt. Furcht vor Arbeitslosigkeit, Furcht vor Bären.
Geborgenheit wird als Abwesenheit solcherlei bedrohender Faktoren bezeichnet. Wenn wir in einem geborgenen Zustand sind, müssen wir uns weder um unser physisches, noch um unser psychisches Wohl sorgen. Eine „geborgene Familie“ macht es aus, dass sich die Familienmitglieder dort wohl fühlen un die Familie als sicheren Rückzugsort ansehen, wo sie nichts zu befürchten haben und ihnen absolute Sicherheit geboten werden kann.
Einfluss auf die Arbeitsqualität
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Angst (bzw. Sorge) kann die Performance (im Sinne v. Arbeitsleistung) von Arbeitern erhöhen. Allerdings nur, wenn ihre Fähigkeiten sehr gut sind. Je geringer die Fähigkeiten eines Arbeiters sind, je geringer er sie einschätzt, desto mehr sorgt Angst für einen Rückgang der Performance. (Quelle: Perkins et al; Can worriers be winners? The association between worrying and job performance. Personality & Individual Differences; Jan2005, Vol. 38 Issue 1, p25-31)
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Experimente mit der Lichtsituation im Raum, die nachweislich den Komfort erhöhen, haben ergeben, dass Arbeiter produktiver sind, wenn sie die Möglichkeit haben, das Licht selbst einzustellen. Studien, die einen zusammenhang zwischen Komfort und Geborgenheit festgestellt haben, gehen dem vorraus. (Eine geborgene Umgebung kann man selbst gestalten, komfortabler machen). (Quelle: Boyce et al; Lighting quality and office work: two field simulation experiments. Lighting Research & Technology; Sep2006, Vol. 38 Issue 3, p191-223)
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Fast logisch: Geringe geistige Gesundheit, wie z.B. wegen Depressionen, Angst oder Burn Out können einer Firma massiven finanziellen Schaden zufügen - aufgrund mangelnder Produktivität der Mitarbeiter. Viele solcher geistigen Krankheiten lassen sich auf das Arbeitsklima zurückführen - insbesondere Burn Out, aber auch Angst, wenn der Arbeitsplatz sehr repressiv ist. (Quelle: Nic Paton; Poor mental health reduces workplace productivity levels. Occupational Health; Dec2009, Vol. 61 Issue 12, p4-4)
Weitere Studien gehen noch auf den Effekt negativer Evaluation, Diskriminierung am Arbeitsplatz, den Effekt von Exiztenzsorgen etcetc. ein.
Insgesamt kann man sagen: Qualifizierte Arbeitskräfte können einen moderaten Einfluss von Angst als Motivation nehmen und ihre Produktivität erhöhen. Zu viel Angst über zu lange Zeit führt zu mentalen Problemen, die dem Konzern viel Geld kosten können. Minimale Änderungen der Umgebung können das Arbeitsklima geborgener machen und die Arbeitsleistung erhöhen UND Krankheiten wie Angsstörungen oder Burn Out vorbeugen.