Hallo Torsten, hallo Enigma,
ich glaube, ihr bemerkt beide dasselbe, bewertet es aber entgegengesetzt.
Was du (T) als „schwülstig“ und künstliche Wichtigkeit empfindest, ist für dich
(E)„spannender“…
Ich sehe es ebenfalls als ziemlich lästig und absichtlich verwirrend, diesen
inzwischen wieder im großen Stil betriebenen geschichtlichen Guido-Knoppismus.
Es macht die Geschichte „spannender“, was meiner Meinung nach heißt: wer die
Geschichte in der Vergangenheitsform erzählt, steht in Gefahr zu langweilen -
denn alles ist ja schon passiert, es kann keine Überraschungen mehr geben, man
kann nicht mehr „mitfiebern“, sondern wird mit der Nase draufgestoßen, dass
alles schon feststeht… -
Jetzt 2 Möglichkeiten: entweder man zieht daraus den Schluß, dass das Spannende
daran nicht die „puren“ Ereignisse, sondern eine Analyse der Ereignisse wäre
(wie immer die auch ausfallen mag) — Bääh, öööh, och näää, Analyse, simmer
hier wieder in der Schule oder was, nee lass ma, behandeln wir die Sache lieber
wie eine spannende Story, einen Thriller, Spannung muß her…das ist doch
geiler…
Würde das nicht meistens auf relativ kläglichem Soap-Niveau stattfinden, mit
einer auf dem Tablett dargereichten Moral am Ende, die nun wirklich jeder
unterschreiben kann, ohne dass es ihn irgendwas kostet (siehe auch hier wieder
Hitlers Helfer, die Guido Knopp GmbH und Co KG), wenn das also geistig nicht oft
ziemlich elend wäre, könnte man von der Shakespearisierung der Geschichte reden,
dessen prominentester Protagonist mit Herrn Eichinger als Steigbügel zuletzt mal
wieder Adolf forever war (diesmal „als Mensch gezeigt“).
Ja, auf dem Niveau ist man dann. Das ist der Preis für Spannung… (das schreib
ich übrigens nicht von oben, dem erlieg ich öfter selbst)
Ich fass zusammen: Torsten, du bist nicht allein!..
Gruß
Klaus