Geh doch, wenns dir hier nicht gefällt

Hallo,

Anhaltspunkte für ein Gespräch mit einer Bekannten (ihr Sohn wird im Okt. 7 J.) würden mich interessieren, speziell was Ihr dazu meint, wie ein Kind denkt/fühlt,

wenn die Mutter auf Trotz des Kindes verletzt sagt „geh doch zu Deinem Vater und sieh ob es Dir da besser gefällt wenn Du Dich bei mir nicht mehr wohl fühlst!“ und dem anfügend „pack deine Sachen und hau ab!“. Oder andere Situation - auf dem Spielplatz (weiter vom Wohnort entfernt), von dem ihr Sohn nicht wegwollte, obwohl nur wenige Minuten Zeit waren und das vorher auch so zu den Kindern gesagt wurde, geht die Mutter einfach mit den Worten dass er dann eben da bleibt und so ungefähr „bleib wo der Pfeffer wächst“ und sie ging wirklich (ihr Sohn kam dann hinterhergerannt, als wir im Auto eingestiegen waren, alle Türen zu und der Motor eingeschalten wurde und fing dann an zu weinen).

Ich hatte sie gefragt, warum sie so reagiert, darauf sagte sie dass sie sich von ihm nicht so was sagen lässt wie „hoffentlich bin ich bald groß dann wohne ich nicht mehr bei dir“ (obwohl er das nur einmal gesagt hatte), wenn er meint woanders sei es besser solle ihr Sohn eben gehen. Das denkt sie sicher nur in dem Moment.
Und er macht auch nicht den Eindruck als würde er sich bei ihr nicht wohl fühlen, sonst ist es ganz offensichtlich auch ein gutes und liebevolles Verhältnis. Nur mit den vereinzelten kurzen Trotzphasen kommt sie nicht klar und reagiert dann selbst trotzig und - für das Kind hart. Sie sagt, es wäre das einzige was dann bei so einem kleinen Egoisten zieht und dass sie nicht weiß, wie sie sonst auf ihn reagieren sollte. Er weint dann ja auch hinterher, weil sie das so total ernst und hart rüberbringt (obwohl es sie auch kratzt, jedenfalls weint sie dann genauso hinterher und spricht sich später mit mir drüber aus). Ich denke, solche Andeutungen werden beim Kind schon hängen bleiben und wenn er älter wird und sie solche Andeutungen weiter gebraucht, er vielleicht eines Tages wirklich bspw lieber zum Vater zieht, ausreißt oder sonstwas in der Richtung. Wie könnte sie also besser reagieren, wenn ihr Sohn grad so stur ist und für den Moment nichts geht, ohne ihn gleich verbal abzustoßen?

LG
tigerin

Hallo!

Ohhjeee! Kindererziehung: ein Buch mit sieben Siegeln!
Und von außen so einfach, vor allem, wenn man selbst keine hat (hast Du welche?).

Man macht so viele Fehler und sagt und tut Dinge im Zorn und im Affekt, die man nienienie seinen Kindern tun oder sagen wollte…

Aber die lieben Kleinen schaffen es, einen manchmal derart auf die Palme zu bringen.

Meine Mutter war mal drauf und dran, im Zorn einfach wegzufahren, mein Vater konnte sie gerade wieder aus dem Auto holen. Das hat mich dermaßen geängstigt, daß ich noch Jahre später Angst hatte, meine Mutter würde abhauen, wenn ich abends laute Stimmen im Flur hörte.
Ich hab mir vorgenommen, niemalsnicht meinen Kindern mit sowas zu drohen. Und was mache ich, wenn ich zum zehnten Mal am Tag verschüttetes Trinken aufputzen darf, wenn ich zum zwanzigsten Mal um Ruhe beim Telefonieren bitten, nein, brüllen muß, wenn die Dreckwäsche wieder nicht im Waschkorb ist, wenn wieder fünf Puzzles auf dem Boden verteilt sind…„Wenn ich weg bin, könnt ihr euch ja 'ne andere Mama suchen!!!“
Schrecklich! Dabei liebe ich meine Kinder heiß und innig und würde sie nie unter gar keinen Umständen verlassen.

Deine Bekannte scheint allein erziehend zu sein, wenn ich das richtig aus dem Kontext entnehme, das ist natürlich noch schwieriger. Ich kann mir wenigstens ab und an eine Auszeit nehmen, die Zwerge meinem Mann auf’s Auge drücken und mich ein Weilchen zurückziehen, aber Alleinerziehende haben 24-Stunden-rund-um-die-Uhr-Bereitschaft und oft nicht die Gelegenheit zum Atemschöpfen.

Eine Freundin von mir hat gerade ähnliche Probleme mit ihrem 6 1/2-jährigen Sohn, er macht einfach nicht, was er soll, er ignoriert sie einfach, und wenn sie ihn bestraft, sitzt er stundenlang auf dem Klo und heult. Sie hat mittlerweile einen Termin bei einer Psychologin ausgemacht. Es heißt ja noch lange nicht, daß das Kind verhaltensgestört oder -auffällig ist, aber vor allem Kinderpsychologen kennen doch einige Tricks, wie man mit aufsässigen Kindern besser zu Rande kommt. Vielleicht kann Deine Bekannte mal mit ihrem Kinderarzt reden, ob ihr ein Psychologe weiterhelfen kann.

Grüßle
Regina

Hallo FantasTiger,

eine knifflige Frage. Ich habe selbst einen kleinen Sohn, der ist jetzt knapp 8 Monate alt. Dadurch „schnüffele“ ich immer wieder mal in Literatur zum Thema Entwicklung, Erziehung etc.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Ich-Botschaften gut sind. Beispiel: Die Mutter ist verletzt aufgrund der Aktion/ Reaktion des Sohnes, dann sollte sie das ungefähr so sagen „XY, das was Du da gerade gesagt hast, tut mir unheimlich weh“. Ich denke, dass ein 6 1/2jähriger da durchaus schon etwas von „aufnimmt“, es ggf. sogar irgendwie verstehen kann. Damit lässt die Mutter ihre Gefühle raus und trotzdem wird es ihr Kind nicht verletzen. Möglicherweise nicht ganz einfach, wenn man gerade so richtig in Rage ist. Aber vielleicht klappt´s ja in einigen Situationen.

Ich kann Dir/ihr noch -in meinen Augen- zwei gute Bücher empfehlen (falls nicht ohnehin schon bekannt): jeweils von Jan-Uwe Rogge
a) Ohne Chaos geht es nicht - 13 Überlebenstipps für Familien
b) Kinder brauchen Grenzen (der Bestseller von ihm).

Ich war im Übrigen kürzlich auf einem Vortrag von Jan-Uwe Rogge (der tourt u.a. durch Deutschland) und der ist wirklich empfehlenswert. Der Titel des Vortrags lautet wie sein neues Buch „Familie - ohne Chaos geht es nicht“. Dieser Vortrag war mit ganz viel Humor und witzigen Situationen gespikt - das hat dazu geführt, dasss ich einen richtig entspannten Abend hatte. Aber Achtung, wer ganz viel „harte Facts“ bei so einem Vortrag erwartet, wird an diesem Abend eher nicht glücklich.

Viele Grüße Mira

Hallo,

Anhaltspunkte für ein Gespräch mit einer Bekannten (ihr Sohn
wird im Okt. 7 J.) würden mich interessieren, speziell was Ihr
dazu meint, wie ein Kind denkt/fühlt,

Hallo,

spezielle Tips möchte ich nicht geben, sondern eher darauf eingehen, wie sich jemand fühlt, der solche Kommentare hört.

Wenn es wirklich wiederholt auftritt, und der Junge das wirklich glaubt, was die Mutter sagt, dann muss er befürchten, dass die Mutter ihn nicht liebt, dass sie keinen großen Wert auf ihn legt.

Und wenn er das glaubt, kann er dann nicht verstehen warum sie ihm *das Leben so schwer macht* (regeln aufstell, Sanktionen verhängt etc.) wenn er ihr sowieso egal ist.

Nicolle

Hallo!

Seitdem ich sie gelesen habe, kann ich nur sagen: Es ist nie zu spät zum Klötern!

Die Klötersbriefe:

http://www.kloetersbriefe.de/

Die 10 Eure haben sich für mich mehr als gelohnt:

http://www.kloetersbriefe.de/preise.php

Briefe 1-12, Kindererziehung durch Selbsterziehung.

Wer mit der These übereinstimmt, dass Kinder IMMER der Spiegel der Eltern sind, kann mit den Klötersbriefen eigentlich immer was anfangen. Ich habe vor allem gemerkt, dass ich mein Kind viel besser SEHEN kann, d.h. schwierige Situationen oft schon vorher umlenken/vermeiden kann. Außerdem weiß ich jetzt, dass Konsequenz in der Erziehung nicht bedeutet, dass man konsequent seinen eigenen Willen durchsetzt, sondern dass man sich konsequent nach der seelischen Verfassung des Kindes richtet. Und damit kann man auch solche o.g. Situationen lernen zu vermeiden.

Lieben Gruß!

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich unterschreib mal bei n.h.!!

VG,

Birgit

Hallo Tigerin,

ich hielte das Verhalten der Mutter für richtig, wenn sie „nach vorheriger Ankündigung mit Fristnennung“ klar sagt dass jetzt Schluss ist mit Spielen auf dem Spielplatz und dann, falls Sohn nicht mitkommt, weggeht Richtung Auto und dabei sagt, dass sie jetzt losfährt und er mitkommen soll.
Dann eben Richtung Auto gehen (langsam, damit Sohn noch mitkommen kann) und notfalls auch schon einsteigen, bloß noch nicht losfahren.

Alle Äußerungen wie „bleib wo der Pfeffer wächst“ oder „geh doch zum Papa wenn es dir bei mir nicht gefällt“ etc müssen aber unbedingt unterbleiben!

Gruß
WB

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Ich-Botschaften gut sind.
Beispiel: Die Mutter ist verletzt aufgrund der Aktion/
Reaktion des Sohnes, dann sollte sie das ungefähr so sagen
„XY, das was Du da gerade gesagt hast, tut mir unheimlich
weh“. Ich denke, dass ein 6 1/2jähriger da durchaus schon
etwas von „aufnimmt“, es ggf. sogar irgendwie verstehen kann.
Damit lässt die Mutter ihre Gefühle raus und trotzdem wird es
ihr Kind nicht verletzen. Möglicherweise nicht ganz einfach,
wenn man gerade so richtig in Rage ist. Aber vielleicht
klappt´s ja in einigen Situationen.

Viele Grüße Mira

Hallo, also das mit den Ich Botschaften seh ich kritisch. Erinner mich da an so ne Situation, als ich Tennager war.Da hab ich meiner Mutter mal sinngemäß gesagt, dass sie eine schlechte Mutter sei. Sie hat reagiert indem sie sagte sie sei verletzt weil ich das gesagt habe.
Klar, ist krass sowas zu seiner Mutter zu sage. Nur ich hab das halt so gefühlt und hatte das Bedürfnis das auszudrücken. hab mich dann aus Rücksicht nie wieder getraut was in die Richtung zu sagen, obwohl das Bedürfnis anzusprevchen was aus meiner Sicht so schief gegabgen ist geblieben ist.
(Also wenn sowas dann lieber Richtung gewaltfreie Kommunikation, d.h. versuchen die dahinter stehenden tieferen Bedürfnisse des anderen durch nachfragen rausbekommen + die eigenen vermitteln; aber keine ahnung ob des praxistauglich ist)

Und ich denk halt in einem Fall wie dem hier beschriebenen, wo die Mutter überfordert zu sein scheint insbesondere, kann so was mit Ich-Botschaften dann leicht grenze zur emotionalen Erpressung überschreiten.

Wobei das jetzige Verhalten auch nicht gut ist, klar. mit konstruktiven Ratschlägen kann ich leider nicht dienen, keine Ahnung.

die Sophie

Hallo

wenn die Mutter auf Trotz des Kindes verletzt sagt „geh doch
zu Deinem Vater und sieh ob es Dir da besser gefällt wenn Du
Dich bei mir nicht mehr wohl fühlst!“ und dem anfügend „pack
deine Sachen und hau ab!“.

Macht irgendwie stark den Eindruck, als wolle sie eigentlich den blöden Papa beschimpfen. Sieht der Kleine denn seinem Vater ähnlich? Benimmt er sich zum Teil so wie der?

Das ist das Problem bei getrennten Paaren mit Kindern. Der Ex-Partner lebt oft unverkennbar im Kind weiter. Und man sagt dann nicht strahlend vor stolz: du bist genauso toll wie dein Papa, sondern denkt eher: du bist der gleiche Arsch wie dein blöder Vater. (Ich übertreibe etwas)

Eine Beziehung, aus der Kinder hervorgegangen sind, ist einfach untrennbar, und es ist dringend nötig, wenigstens zu gegenseitigem Respekt zu kommen.

Mein Beitrag dazu. Vielleicht passt es ein wenig.

Viele Grüße
Simsy

Wenn es wirklich wiederholt auftritt, und der Junge das
wirklich glaubt, was die Mutter sagt, dann muss er befürchten,
dass die Mutter ihn nicht liebt, dass sie keinen großen Wert
auf ihn legt.

Und wenn er das glaubt, kann er dann nicht verstehen warum sie
ihm *das Leben so schwer macht* (regeln aufstell, Sanktionen
verhängt etc.) wenn er ihr sowieso egal ist.

Nicolle

Hi

Ich finde man muss auch an später denken wenn man solche Sprüche aufstellt…
Bei mir war es so dass meine Mutter immer Spüche alá „Du kannst ja zu andern Leuten gehen und gucken ob es dir bei denen besser gefällt!“ gepaart mit „Andere Mütter sind nicht so nett zu ihren Kindern“ und „Anderswo hast du es viel schlechter als hier!“ abgelassen.
Was sich gaaaaaanz toll auf mich ausgewirkt hat als ich dann mit 7/8 Jahren plötzlich woanders leben sollte (für 3 Tage) weil meine Mutter ins Krankenhaut musste (aber das wusste ich zu der Zeit nicht).
Auch danach hatte ich noch lange Probleme woanders als zuhause zu übernachten weil ich Angst hatte, nicht wieder heim zu dürfen und schlecht behandelt zu werden.

lg
Kate

Nun ja, als Scheidungskind kann ich mir auch gut vorstellen, dass der Kleine Mama und Papa ganz gut gegeneinander ausspielt und wenn da die Kommunikation nicht besonders gut zwischen den Eltern ist… bei WE-Papas/Mamas ist sowieso alles besser, da der Elternteil nicht erziehen muss. Sollte es sich um einen Erpressungsversuch des Kindes handeln, kann ich die Antwort verstehen - vermutlich würde ich den Kleinen dann auch irgendwann mal die Ferien über bei Papa parken, damit er mitbekommt, dass Papa auch anders kann. … oder dem Kind erklären, warum bei Mama alles anders ist als beim Papa - aber ohne Papa in die Pfanne zu hauen.

Das Weinen bezieht sich sicherlich auf Ängste, die auch mit dem Verlust eines Elternteils zusammen hängen. Das Thema muss man auf den Tisch bringen und dem Kind deutlich machen, dass das Weggehen des Papas nichts mit der Liebe der Eltern zu dem Kind zu tun hat und dass egal was passiert sie immer für das Kind da sind, das Kind bezieht die Trennung der Eltern auf sich und seine Schuld daran, nicht auf einen Streit zwischen den Eltern. und wenn Mama sagt er kann zu Papa gehen, es an seinen freien Entscheidungsweillen anknüpft - nicht aber an die vermutete Tatsache, dass Mama ihn nicht mehr lieb hat.

Ansonsten habe ich meine Pfadfinder bei nicht kommen auch schon mal an Ort und Stelle nach mehrmaliger Aufforderung stehen lassen und bin alleine zum Auto und habe in Seelenruhe eingeladen…das wirkt Wunder und natürlich macht man sich da als Erwachsener auch die Abhängigkeit und das Wissen der Kinder hierum in diesen Situationen hier zu Nutze…das empfinde ich als legal.

Hallo Simsy,

Macht irgendwie stark den Eindruck, als wolle sie eigentlich
den blöden Papa beschimpfen.
Das ist das Problem bei getrennten Paaren mit Kindern. Der
Ex-Partner lebt oft unverkennbar im Kind weiter.

wie wahr, wie wahr.

Eine Beziehung, aus der Kinder hervorgegangen sind, ist
einfach untrennbar,

aber nur was den Part als Eltern betrifft.

und es ist dringend nötig, wenigstens zu gegenseitigem Respekt zu
kommen.

Dazu gehören aber wie immer zwei.
Und wenn einer der Beiden den anderen „mutwillig“ verlassen hat, anstatt dass sich Beide gemeinsam zur Trennung entschließen,
wird das sehr schwierig bis unmöglich.

Gruß
WB

Hallo

Nun ja, als Scheidungskind kann ich mir auch gut vorstellen,
dass der Kleine Mama und Papa ganz gut gegeneinander ausspielt
und wenn da die Kommunikation nicht besonders gut zwischen den
Eltern ist…
Sollte es sich um einen
Erpressungsversuch des Kindes handeln, kann ich die Antwort
verstehen -

Also, da muss ich aber entschieden widersprechen. Sicher, die meisten Scheidungskinder und auch andere versuchen mal, Mutti und Vati gegeneinander auszuspielen. Aber ob das dem Kind gelingt, die Verantwortung dafür liegt ausschließlich bei den Eltern. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, alles Zumutbare zu unternehmen, um sich miteinander über die Erziehung auszutauschen.

Ansonsten habe ich meine Pfadfinder bei nicht kommen auch
schon mal an Ort und Stelle nach mehrmaliger Aufforderung
stehen lassen und bin alleine zum Auto und habe in Seelenruhe
eingeladen…

Sowas in der Richtung habe ich auch schon gemacht, aber es war immer klar, dass ich damit fest rechne, dass die Kinder dann kommen. Ich hatte sogar eine Unterhaltung darüber. Da hatte mich mein Sohn gefragt, ob ich wirklich weggefähren wäre. Ich hatte Ja gesagt. - Er hat dann gefragt: Und ich? Was wär dann mit mir? - Ich habe gesagt: Du bist ja gekommen. - Und wenn ich nicht gekommen wäre? - Du wärst aber gekommen.
Das war dann soweit ok, weil es einfach stimmte.

Jedenfalls hätte ich nicht so getan, als wäre ich schon so gut wie weg, und hätte die Autotür nicht mehr aufgemacht.

Viele Grüße
Simsy

Da gebe ich Dir Recht, dass es ein Problem in der Kommunikation der Eltern gibt, wenn das Ausspielen funktioniert - ich wollte nur ausdrücken, dass ich das Verhalten der Mutter in dem Fall erst mal nachvollziehen kann, weil es ja oft erst einmal von Hilflosigkeit geprägt ist. Dass man sich dann als Erwachsener mal ernsthaft GEdanken über die Situation machen sollte und auch das falsceh Bild des Kindes - Eltern verlassen mich, weil ich was falsch mache - irgendwie auflösen sollte.

ich glaube Kinder hat jeder schon mal stehen lassen, aber immer mit einem Auge beim Kind und nie ernsthaft mit dem Gedanken alleine weg zu fahren - anderen Falls würde mich das sehr erschrecken. Die Tür dann nicht zu öffnen, wenn das Kind nicht kommt ist grausam.

Hallo Tigerin,

obwohl du schon einige gute Antworten bekommen hast, versuche ich es auch einmal.
Zunächst einmal finde ich es sehr gut von dir und sehr wichtig für deine Bekannte, wenn sie mit dir diese Probleme bereden kann. Jemanden zum Reden zu haben ist sehr hilfreich. Sprich auch deine Eindrücke an, bei allem Verständnis gehört auch etwas Kritisches mal dazu. Falls du dich überfordert fühlst, rate ihr doch zu einer Erziehungsberatungsstelle zu gehen. Es ist besser, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen als erst dann, wenn gravierende Probleme auftauchen.

Dann scheint es mir so zu sein, dass der Junge seine Grenzen austestet. Die Mutter sollte dann konsequent ihre Regeln durchsetzen (ohne physische oder verbale Gewalt), aber vor allem sollte ihr bewußt sein, dass der Junge nicht sie persönlich angreifen will! Vielleicht ist sie von ihrem Ex verletzt worden, fühlt sich abgelehnt, dies darf sie aber nicht auf das Kind übertragen. Die beiden müssen lernen miteinander zu streiten ohne sich persönlich zu verletzen. Und da ist die Mutter Vorbild. Sag sie gemeine Dinge, die ihrem Sohn Angst machen, bekommt sie es irgendwann wieder und fühlt sich verletzt. Auch zum Streiten gehören Regeln. Und zum Regeln aufstellen gehören Mutter und Sohn, die diese Regeln gemeinsam aufstellen (wichtig: auch aushandeln, was passiert, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält). Verhandeln ist angesagt! In dem Alter klappt das schon ganz gut. Und der Junge fühlt sich ernst genommen, weil er die Regeln mit aufgestellt hat.
Soweit meine Meinung als Mutter einer 7jährigen. Leider passiert es mir auch manchmal, das ich ausraste und rumschreie, nobody is perfect. Wichtig ist dann, sich hinterher verzeihen zu können und sich gegebenenfalls zu entschuldigen. Dazu gehört, dass man jederzeit die Persönlichkeit des anderen respektiert.

Liebe Grüße, Sigrid

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Antworten und Anregungen. Werde das Gespräch nochmal suchen und hoffe ihr dann auch etwas helfen zu kennen. Es ist halt nicht leicht, weil sie sich erst vor einem viertel Jahr getrennt hat und gerade der größere Sohn (um den es geht), damit offensichtlich nicht so zurecht kommt. Aber mir tut das auch weh, wenn sie zu ihm sowas sagt und wenn sie dann zusammen weinen (wenn sie ihn dann so verletzt und „aufgeweicht“ sieht, ist ihr erst klar, was sie da gesagt hat, tuts aber dennoch, als wenn ihr dann nichts anderes einfällt). Ich selbst bin ja auch alleinerziehend mit einem Jungen in dem Alter, aber mein Sohn wächst von klein auf ohne Vater auf bzw er kennt es halt nicht anders.

Danke Euch!
LG
Tigerin

Hallo,

ich habe selbst zwei Kinder (jetzt 9 und fast 11) und kenne diverse böse Sprüche, vor allem meiner Tochter (sie will lieber im Heim wohnen und wie man da denn hinkommt etc.)

Nach Deiner Beschreibung würde ich sagen, Deine Bekannte reagiert zu empfindlich - man muß als Elternteil auch mal was wegstecken können, jedenfalls sind die Reaktionen, die Du beschreibst m.E. deutlich zu hart für ein 6 jähriges Kind - das kriegt ja noch richtig Angst, dass es ernst gemeint sein könnte. Und offenbar sind es nicht Ausnahmen - die kommen immer mal vor - sondern eher Standarts.

Verm. ist Deine Bekannte durch die Scheidung zum einen überlastet, zum anderen in ihrer Persönlichkeit verletzt und deshalb so leicht zu treffen. Trotzdem sollte sie versuchen, auf ihr Kind lockerer und liebevoller zu reagieren - es ist kein kleiner Egoist, es ist ein verm. sehr verunsichertes kleines Kind, dass in erster Linie Unterstützung und Zuwendung braucht - schwer zu geben, wenn es einem selber schlecht geht, klar. Leider trotzdem nötig.

Gruß, Anne