Gehalt eines Webmasters

übertriebene Kalkulation?
Moin Queedin!

darf ich Dich mal fragen, wieviel Du schon so im
Geschäftsleben zu tun hattest?

Naja, noch nicht soviel, es interessiert mich aber.
Ich studiere zwar einen wissenschaftlich ausgerichteten Studiengang, aber ich möchte später eher in wirtschaftlichen Bereichen arbeiten als über irgendwelchen Forschungsprojekten zu brüten.

in der Kalkulation. ein Unternehmen MUSS kostendeckend
arbeiten.

Natürlich muss es das, das ist logisch!

Ich frage mich da jetzt aber, ob so manches Unternehmen nicht vielleicht manchmal einfach übertreibt z.B. in Sachen Grösse und Ausstattung der Büros oder anderen Belangen, wenn es (um kostendeckend zu arbeiten zu können) in den Stundensätzen ziemlich hoch liegen muss.

Ich kenne hier bei uns z.B. ein Unternehmen, dass alle 3 Aussendienstmitarbeiter mit 5er BMWs mit Leder im Innenraum ausgestattet hat. Das Unternehmen hat aber nur Fahrten im Stadtgebiet.
Was soll das? Das ist doch echt nicht notwendig. Wenn ich ständig etliche Kilometer fahren muss, dann mag das sinnvoll sein (wegen Komfort usw.), aber doch nicht für Einsätze im Stadtgebiet.
Gut, es sollte natürlich kein uralter Fiat Panda sein, aber ein Golf mit guter Ausstattung ist doch ein angemessener Firmenwagen.

Und zum Präsentieren ist da ja wohl auch übertrieben.
Oder gibt es wirklich Leute, die ein Unternehmen danach bewerten mit welchen Autos die Mitarbeiter vorfahren?
Wäre in meinen Augen zumindest ziemlich daneben.

Anderes Beispiel:
Eine Bekannte hat ein Laden für Fusspflege. Der Laden ist recht klein, hat aber genau die richtige Grösse um alles passend unterzubringen und trotzdem ein ansprechendens Ambiente zu haben.
Die Kunden sind zumindest sehr zufrieden.

Ein paar Strassen weiter gab es bis vor kurzem auch einen Laden für Fusspflege. War riesig gross. Zugegeben, es sah natürlich toll aus dort.
Aber letztendlich mussten die auch höhere Preise verlangen, eben wegen der Kalkulation (u.a. logischerweise höhere Miete als bei meiner Bekannten).
Der Laden hat dann dichtgemacht: zu teuer, die Kunden gingen lieber zu meiner Bekannten.
Wer steht denn da jetzt besser da?

Gruss
Lanzelot

Moin Winkel!

Vor ca. 15 jahren kostete eine Programmierstunde bei IBM
bereits 280 DM, ich gehe davon aus, daß sich die Preise nciht
verringert haben.

Du kannst aber wohl schlecht einen Konzern wie IBM mit einem regional tätigen Anbieter vergleichen, der seine Büros innerhalb der Gebäude des Gründerzentrums hat, oder?

Z.B. legt der
Handwerksmeister seinen Bulli, den er sich gerade gekauft hat,
ja auch nicht auf die Reparatur meines Wasserhahnes um,
sondern auf alle Reparaturen, die er in 3 jahren erledigen
wird.

Klar tut er das.

Und wenn er das dann 50 mal
machen muss, und Personal, Büro, Ausstattung, Miete und
anderes auch vom Ertrag bezahlen muss und dann mal anfängt zu
rechnen, sieht er daß diese 1000 euro extrem günstig sind.

Mmmh, okay. Da hätte der Existenzgründer natürlich eine falsche Kalkulation aufgestellt und sein neues schönes Unternehmen könnte daran zerbrechen.

Ich denke aber auch, dass viele Existenzgründer schon im Vorfeld Fehler machen (die sich bei einer gut durchdachten Kalkulation hätten vermeiden lassen).
Ein ehemaliger Mitstudent meinte nach seinem Abschluss er müsste sich sofort selbstständig machen (Branche Medien/Musik).
Er hat dann sofort 2 Mitarbeiter eingestellt (mit Festgehalt) und knapp 100 m² Bürofläche gemietet (manche wären überglücklich sich das als Wohnung auch nur annähernd leisten zu könnten).
Ich denke hätte er da mal besser durchgerechnet, was für monatliche Fixkosten das bedeutet, dann wäre er sicher anders angefangen.
So hatte sich das nach einem halben Jahr erledigt, obwohl der Start zuerst recht vielversprechend war.
Letztendlich haben ihn dennoch die Kosten einfach überrollt. Hätte er aber mehr Geld verlangt, wären die Aufträge ausgeblieben.

Auftragsanbahnung 2 Std.
Konzeptgespräch 3 Std.
Erstellung und Programmierarbeiten 5 Std.
Testläufe auf eigenem und Kundenrechner 2 Std.
Nacharbeiten 2 Std.
Endgültige Installation 1 Std.
Und nen bißchen Puffer 3 Std.
macht 18 Stunden.

Ja gut, das klingt irgendwie einleuchtend.
Muss ich ja zugeben :wink:

(Obwohl die entgültige Installation bei dem Anbieter nochmal extra kostet, aber das ist ja in Deiner Aufstellung eh nur 1 Stunde, vergessen wir das.)

Bliebe höchstens noch anzumerken, dass der Anbieter das vom Grad der Professionalität her nicht wirklich wert ist (wie Marian an ein paar Beispielen ja festgehalten hat).
Aber ich halte mich jetzt zurück :wink:

Wenigstens blicke ich jetzt halbwegs durch, woher die Kosten kommen können, danke.

Gruss
Lanzelot

Moin Marco!

lies bitte die
Geschichte noch mal genau durch.

Ja, das habe ich getan.

Der Existenzgründer in der Geschichte ist also derjenige, der
den Webdesign-Auftrag bekommt (so habe ich das verstanden).

nein eben nicht.
Der Existenzgründer ist dem RA dankbar für den Kontakt zum Politiker (der ihm den Tip f. Referenzauftrag gibt), dafür vergibt er einen Auftrag (zu überhöhten Preisen) an einen
guten Bekannten vom RA.

Wenn er gerade anfängt mit Internetdienstleistungen eine
eigene Existenz aufzubauen, sollte er natürlich den Aufrag
annehmen, das steht ausser Frage!

falsch verstanden s.o.

Aber es ging doch eigentlich um etwas anderes:
Der angesprochene Dienstleister bietet dem Existenzgründer
seine Dienste an (Erstellung des Internetauftritts).

hab ich schn verstanden.

Nicht der Webdesign-Dienstleister ist der Existenzgründer,
sondern irgendjemand anders, der z.B. gerade seinen
Tischlermeister gemacht hat und jetzt seine eigene Tischlerei
aufziehen will.

genau so. Noch mal das Bsp. konkreter:
Der Tischler ist dem RA dankbar für den Kontakt zum Politiker (der ihm den Tip einer anstehenden Restaurieung im Rathaus gibt), dafür vergibt der Tischler einen Auftrag (zu überhöhten Preisen) an einen guten Bekannten vom RA.

Wenn ich mich als Existenzgründer im Gründerzentrum habe
beraten lassen und mir von dem Berater dann gesagt wird „Und
für Ihren Webauftritt haben wir hier auch Experten im Haus“,
dann ist das zwar der schnellste und einfachste Weg daran zu
kommen (nach dem Motto „nächste Tür links rein“), aber eben
kein Tipp von einem Fachmann!

Mag sein, aber vielleicht kennt der RA auch den Vereinsvorsitzenden vom Tennisclub kann bei der Neugestaltung des Tennisheims ein gutes Wort für den Tischler einlegen. Die Chancen sind zumindest höher, wenn der RA von dem I-Dienstleister (=sein Tenniskumpel) erfährt, dass der Tischler sein Webauftritt von ihm gestalten lassen hat.

Der Berater ist auf andere Dinge spezialisiert.

Es gibt einen IQ und einen EQ. Du redest von ersteren, ich betone den letzteren. Wobei ich jetzt nicht sagen möchte, dass nur letzterer hilft, aber er kann Entscheidungen quer zum IQ prädistinieren und damit (auch finanziell) gut zurechtkommen…

Tschuess Marco.

du verwirrst mich…
Moin Marco!

Der Tischler ist dem RA dankbar für den Kontakt zum Politiker
(der ihm den Tip einer anstehenden Restaurieung im Rathaus
gibt)

Klar ist er dankbar, das kann ich noch nachvollziehen.

dafür vergibt der Tischler einen Auftrag (zu überhöhten
Preisen) an einen guten Bekannten vom RA.

Diese Formulierung verstehe ich mal wieder nicht ganz.
Um was für einen Auftrag soll es dabei gehen?

Heisst das jetzt dem guten Bekannten vom RA (=Rechtsanwalt?) wird vom Tischler ein Auftrag vermittelt, bei dem der gute Bekannte mehr verdient als sonst?

Okay, ich denke mal weiter:
Der gute Bekannte verschafft dann dem RA einen guten Auftrag oder tut sonst irgendetwas für den RA - und dadurch schliesst sich der Kreis wieder und alle sind glücklich (bis auf den, der dann doch die überhöhten Preise des guten Bekannten zahlen musste)?

Es gibt einen IQ und einen EQ.

IQ ist ja klar, aber was bedeutet EQ?
„Economic Quotient“?

aber er kann Entscheidungen quer zum IQ
prädistinieren und damit (auch finanziell) gut zurechtkommen…

„quer zum IQ“ trifft es wohl ganz gut… :wink:

Es mag ja sein, dass eine solche Handlungsweise normal ist und oft angewendet wird.
Aber im Grunde kriegt der normale Kunde, der einfach nur für einen günstigen (oder angemessenen) Preis eine bestimmte Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, davon aber nichts mit.
Letztendlich ist trotz allem hin und her einer immer derjenige, der zahlen muss, und das wird ja dann wohl der Kunde sein.

Ein frischgebackener Existenzgründer, der froh ist alle rechtlichen Hürden und sonstige Startprobleme endlich hinter sich gebracht zu haben, wird es sicher auch nicht so einfach haben an die oben genannten Connections ranzukommen.
Daher würde er dann der normale Kunde sein, der den Preis zu zahlen hat.

Gruss
Lanzelot

Moin Marco!

Der Tischler ist dem RA dankbar für den Kontakt zum Politiker
(der ihm den Tip einer anstehenden Restaurieung im Rathaus
gibt)

Klar ist er dankbar, das kann ich noch nachvollziehen.

dafür vergibt der Tischler einen Auftrag (zu überhöhten
Preisen) an einen guten Bekannten vom RA.

Diese Formulierung verstehe ich mal wieder nicht ganz.
Um was für einen Auftrag soll es dabei gehen?

hier: Auftrag=Design Webseite

Es gibt einen IQ und einen EQ.

IQ ist ja klar, aber was bedeutet EQ?
„Economic Quotient“?

Wo lebst Du eigentlich ? Noch nie von ‚soft skills‘ gehört. EQ ist das Mass dafür, wie gut man sich in sozialen Situationen verhält bzw. dein soziales Denken ist. Im Gegensatz zum IQ, der das logische Denkvermögen, das Verhalten bei logisch zu lösenden Problemen beschreibt.

aber er kann Entscheidungen quer zum IQ
prädistinieren und damit (auch finanziell) gut zurechtkommen…

„quer zum IQ“ trifft es wohl ganz gut… :wink:

nö. Ich glaube ich muss hier mal Klartext sprechen: Ich rede die ganze Zeit von Filz welcher so gut abläuft, dass er mit dem BGB/StGB nicht zu fassen ist. Im Beispiel spielt der Tischler die Rolle im Filz 'RA - Webdesigner-Firma (=empfohlen von RA und offensichtlich mit ihm gut bekannt) - Politiker, in der (oftmals berechtigten) Hoffnung, davon profitieren zu können.

Ein frischgebackener Existenzgründer, der froh ist alle
rechtlichen Hürden und sonstige Startprobleme endlich hinter
sich gebracht zu haben, wird es sicher auch nicht so einfach
haben an die oben genannten Connections ranzukommen.
Daher würde er dann der normale Kunde sein, der den Preis zu
zahlen hat.

Ich hatte es schon mal gesagt:
Was ist mehr wert: 500 Euro oder ein Referenzauftrag und Kontakte, die vielleicht für weitere Aufträge gut sind (RA lassen durchaus Möbel Mass anfertigen).
Deshalb verstehe ich (in diesem Bsp.) DIE %== Euro Mehrpreis als Netzwerk-Kosten, die u.U. teurere Werbung sparen.

Tschuess Marco.

so langsam schnall ich’s :wink:
Moin Marco!

nö. Ich glaube ich muss hier mal Klartext sprechen:

Ja bitte… :wink:

Filz welcher so gut abläuft, dass er mit
dem BGB/StGB nicht zu fassen ist.

AHA!
Ich habe also viel zu „normal“ und kleinbürgerlich gedacht.
Deswegen hast Du auch immer den Politiker mit drin!

Im Beispiel spielt der
Tischler die Rolle im Filz 'RA - Webdesigner-Firma (=empfohlen
von RA und offensichtlich mit ihm gut bekannt) - Politiker, in
der (oftmals berechtigten) Hoffnung, davon profitieren zu
können.

Ich weiss zwar jetzt nicht inwiefern der Politiker davon profitieren kann, aber die Zusammenhänge sind mir jetzt klarer.

Was ist mehr wert: 500 Euro oder ein Referenzauftrag und
Kontakte, die vielleicht für weitere Aufträge gut sind (RA
lassen durchaus Möbel Mass anfertigen).

Das habe ich schon verstanden.
Natürlich ist der Referenzauftrag letztendlich mehr wert.
Es fliesst zwar kein Geld, aber die Referenz bringt dem Tischler mehr z.B. als eine farbige Zeitungsannounce, völlig klar.
Ausserdem ist er jetzt ja auch sozusagen ein Mitglied des „Filz“, nicht wahr?

Es bleibt trotzdem noch mein Bedenken:
Er muss erstmal die Kontakte zu diesem „Filz“ haben bzw. finden!
Wie kommt er an den Referenzauftrag mit dem RA?

Gruss
Lanzelot

Re: so langsam schnall ich’s :wink:
Hallo Lanzelot,

Filz welcher so gut abläuft, dass er mit
dem BGB/StGB nicht zu fassen ist.

AHA!
Ich habe also viel zu „normal“ und kleinbürgerlich gedacht.
Deswegen hast Du auch immer den Politiker mit drin!

du kannst den Politiker auch mit anderen Entscheidungsträgern ersetzen:
mittelgrosser Boss einer grossen Firma - Chef eines Verbandes - kleiner Fürst in einer Verwaltung - … Es ist ein Mensch der viele Kontakte hat, selbst was zu vergeben hat und die Fähigkeit hat (=hoher EQ) durch diese Mglk. Gefolgschaft aufzubauen.

Im Beispiel spielt der
Tischler die Rolle im Filz 'RA - Webdesigner-Firma (=empfohlen
von RA und offensichtlich mit ihm gut bekannt) - Politiker, in
der (oftmals berechtigten) Hoffnung, davon profitieren zu
können.

Ich weiss zwar jetzt nicht inwiefern der Politiker davon
profitieren kann, aber die Zusammenhänge sind mir jetzt
klarer.

Es ist auch mal wieder Wahl. Der Existenzgründer wird wohl mindestens nicht zu seinen Gegnern zählen.

Was ist mehr wert: 500 Euro oder ein Referenzauftrag und
Kontakte, die vielleicht für weitere Aufträge gut sind (RA
lassen durchaus Möbel Mass anfertigen).

Das habe ich schon verstanden.
Natürlich ist der Referenzauftrag letztendlich mehr wert.
Es fliesst zwar kein Geld, aber die Referenz bringt dem
Tischler mehr z.B. als eine farbige Zeitungsannounce, völlig
klar.
Ausserdem ist er jetzt ja auch sozusagen ein Mitglied des
„Filz“, nicht wahr?

Wenn er die mitspielt und seine Kontakte pflegt und ab und zu mal ins Netzwerk investiert (dem Yachtvclub bei der Renovierung den Stammtisch spendet…)

Es bleibt trotzdem noch mein Bedenken:
Er muss erstmal die Kontakte zu diesem „Filz“ haben bzw.
finden!

Dies ist einfach Glückssache. Manche haben ein Gespür dafür, andere stolpern rein, um andere macht es einen Bogen. Und die die mit einem regen Gewissen erkämpfen sich den Erfolg langfristig mit IQ (sprich Fleiss, Top-Produkte).

Ich will Dir hier nicht deine ganzen Illusionen nehmen. Ich hatte hier:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

schon geschrieben, dass viele Aufträge so weggehen. Ich schätze dass vielleicht 20-25% der Aufträge aus den Ämtern und grossen Wirtschaftsbetrieben/Konzernen mit einen hohen Filz-Faktor behaftet sind. Einige wenige davon sind echte Korruption, der Rest ‚was solls‘.
Lies mal unter diesem Gesichtspunkt die ollen Aktien-Insider-Kamellen von Bush und Cheney. Oder die Hunzinge-geschichte. Lass dort die Peanuts- Geschichte weg. Mit dem Geldbetrag lässt sich keiner kaufen. Wichtiger war die Anwesenheit der Politiker, wenn Hunzinger seinen ‚Politischen Salon‘ abhielt.

Tschuess Marco.