selbst schuld - oder was?
Moin Marco!
Viele Aufträge gehen nach der Methode weg:
'Und für Ihren Webauftritt kann ich ihnen eine prof. Firma
empfehlen, die das ihnen günstig macht. Grüssen Sie Hr. P.
herzlich von mir."
Und darauf fallen echt noch Leute rein?
Sorry, aber meine Eltern, einige Bekannte und ich haben schon mehrere schlechte Erfahrungen mit solchen „Empfehlungen“ gemacht und angeblich günstige und professionell arbeitende Dienstleister kennengelernt.
Empfehlung ist ja gut, aber ohne, dass ich mich selbst im Vorfeld weiter über den entsprechenden Anbieter und Alternativen informiere, läuft bei mir gar nichts mehr!
Ist doch normal, dass man so handelt - oder bin da 'ne Ausnahme (kann ich mir nicht vorstellen)?
Nun sind Banken, Existenzgründerzentrum, … halt Eirichtungen
mit hohen Kundenfrequenzen. Wenn nur ein Drittel der
Empfehlungen zu Aufträgen führt, hat die Webdesign-Firma einen
guten Umsatz.
Okay, aber meinst Du das geht auf die Dauer gut?
Ich denke der Kunde schnallt doch auch irgendwann, wenn er es auch günstiger bei gleicher oder gar besserer Qualität hätte bekommen können - dann sieht man den nie wieder!
Der Kunde braucht doch nur mal jemanden zu treffen, der sich zumindest etwas damit auskennt oder eben einen Dienstleister kennt, der günstiger und ebenfalls gut ist.
Ein nennenswerter Teil (in
manchen Bereichen der Grossteil)wird Freihand (über
Empfehlung/Bekanntschaft/Beziehung/Pilatus-Verfahren)
rausgegeben.
Eben!
Da spricht es sich doch auch genauso schnell rum, wenn ein Dienstleister total überzogene Preise hat.
Ausserdem läuft es bei uns auch über Empfehlungen:
Hab letztens noch einen neuen Auftrag bekommen, weil ein Kunde, für den ich einen kleinen Webauftritt gemacht hatte, von einem Besucher seines Ladens angesprochen wurde.
„Ach übrigens, sie sind ja jetzt im Internet, sowas hätte ich auch gerne, aber das ist ja so teuer.“
„Danke, warten Sie, ich schreib Ihnen die Telefonnummer auf, der hat mir das gemacht, und es war eigentlich gar nicht so teuer, sonst hätte ich das auch nicht gemacht.“
Letztendlich stellte sich heraus, dass der neue Kunde auch schon bei dem von mir genannten Anbieter geschaut hatte und die ihm einfach viel zu teuer waren.
Er wollte aber auch keine Homepage mit Frontpage Express oder Word selbst erstellen - wenn, dann sollte es schon nach was aussehen.
Ich bin noch nicht fertig, aber ich habe ihm schonmal einen Vorschlag für die Startseite präsentiert.
Ergebnis: Er bekommt nun für unter 500 € seinen kleinen Internetauftritt und ist happy!
Okay, ich muss dazu sagen, dass wir keine grossen Aufträge annehmen können (wegen Zeit und Personalsituation), unsere Kunden sind i.d.R. Kleingewerbetreibende, Ein-Mann-Unternehmen und Existenzgründer.
Aber an die richtet sich dieses „Angebot“ von dem von mir erwähnten Anbieter ja auch!
- Existenzgründer haben 1001 Sache zu erledigen. Da sind sie
über jeden Randposten, über den sie nicht nachdenken müssen
zufrieden.
Ja gut, das glaube ich wohl.
Aber wenn ich mal eben über 1000 € ausgeben soll, dann fange ich doch automatisch an zu grübeln - egal wieviel ich um die Ohren habe.
Vor allem dann, wenn da noch ebenso überzogene Zusatzkosten auf mich zukommen, und die sind auch nicht ohne, z.B. 25 €/Monat für 5 MB Webspace/1 Domain (vgl. 1&1 Star-Paket: 75 MB Webspace/2 Domains + 1 .info für 5,99 €/Monat)!
Radio Eriwan: im Prinzip ja, aber …
Ist schon komisch:
Über jeden Mist regen sich alle tierisch auf, wenn’s ums Geld geht (z.B. „Verdammt, Benzin kostet heute 1 Cent mehr als gestern!“) - und es wird verzweifelt nach Alternativen gesucht (z.B. sowas paradoxes wie 10 km fahren um eine Tankstelle zu finden, die noch den Preis von gestern hat).
Aber manchmal, wenn’s um höhere Beträge geht, dann nimmt man es einfach hin und sucht keine Alternativen („is’ halt so, kannste nix machen!“).
Mmmh… 
Gruss
Lanzelot