Gehaltsfrage im Bewerbungsgespräch

Hallo Gemeinde,

In jedem Bewerbungsgespräch kommt es irgendwann zur Gretchenfrage: „Welche Gehaltsvorstellung haben Sie denn?“

Die habe ich zwar durch mein letztes Gehalt(das ganz gut war), aber ich befinde mich gerade „zwischen zwei Jobs“ :wink: und würde auch einen etwa 10-prozentigen Gehaltsabschlag (zunächst) in Kauf nehmen.
Das wiederum will ich der Gegenseite nicht unbedingt sofort mitteilen.

Wie geht man am besten vor, damit der Gesprächspartner zuerst ein Angebot macht?

Oder bewerte ich das falsch und sollte ruhig ein vielleicht zu hohes Gehalt nennen?

Wie sind die Erfahrungen und Tipps der Experten in der Gehaltsfrage?

Gruß bobesch

Hi!

Hier gibt es viele Möglichkeiten.
Eine wie ich meine gute ist: „mein bisheriges Gehalt ist x. In diesem Rahmen soll es sich bewegen.“

Dann kann die andere Seite ihr Angebot machen.

Grüße,

Mathias

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Hallo,

Hier gibt es viele Möglichkeiten.

leider nein.

Eine wie ich meine gute ist: „mein bisheriges Gehalt ist x. In
diesem Rahmen soll es sich bewegen.“

Das ist die einzige richtige Antwort (außer, man wurde von einem Head Hunter geangelt, dann darf man pokern). Weder sollte man zeigen, dass man sich mit weniger zufrieden gibt (dann zeigt man, dass man mit sich alles machen kann), noch sollte man zu hoch stecken. Hat die Firma Interesse, steckt sie automatisch höher (sonst ist der Bewerber wieder weg).

Hallo,

und was kann man evt noch machen, wenn man sagt: " Mein bisheriges Gehalt betrug sich um die x"

Und der zukünftige Arbeitgeber sagt „Das kann ich Ihnen leider nicht zahlen“.

Muss ich mich mit der Antwort schon zufrieden geben oder kann ich da noch was versuchen? Es handelt sich nicht um ein unvorstellbar hohes Gehalt. zb. wenn ich mich im Inet darüber informiert habe, wie hoch das Anfangsgehalt etwa sein sollte und das Angebot des Chef 100 Euro drunter liegt.

LG
Jersey

Hallo,

und was kann man evt noch machen, wenn man sagt: " Mein
bisheriges Gehalt betrug sich um die x"

Und der zukünftige Arbeitgeber sagt „Das kann ich Ihnen leider
nicht zahlen“.

Muss ich mich mit der Antwort schon zufrieden geben oder kann
ich da noch was versuchen? Es handelt sich nicht um ein
unvorstellbar hohes Gehalt. zb. wenn ich mich im Inet darüber
informiert habe, wie hoch das Anfangsgehalt etwa sein sollte
und das Angebot des Chef 100 Euro drunter liegt.

Wenn es soweit kommt, würde ich mich nach einer anderen Stelle umsehen, denn dieser AG hat offensichtlich finanzielle Probleme und eine Lohnerhöhung ist wohl auch nicht zu erwarten. Wenn du dich von einer schon vorhandenen Arbeit heraus bewirbst, hast du alle Zeit der Welt. Manchaml dauert es eben. Bei mir hat es 4 jahre gedauert.

Hallo

also an Geldmangel lag es bei den Firmen nicht, eher am Geiz genug Geld für gute Angestellte auszugeben. Denn bei Dingen waren Sie nicht so arm.

LG

Jersey

z.B. neue Pc’s, Telefonanlage, oft Urlaub, auch USA was nicht gerade günstig ist.

Sollte ich denn generell eine etwas höhere Forderung machen, damit ich den Lohn bekomme, den ich wirklich haben will? Bis jetzt habe ich kaum Jobs gemacht, wo ein Lohn verhandelt wurde. In meiner Ausbildung konnte ich mich auf die Ärztekammer berufen, die die Gehälter festgelegt hat. Bei Aushilfsjobs wurde immer gefragt, welchen Stundenlohn ich mir gedacht hätte und wenn ich etwas gesagt habe, wurde dies immer unterboten. ( und das waren nur 7 Euro auf 6, und 6 auf 5 Euro). Und das sind ja schon sehr geringe Stundenlöhne. Und das war Büroarbeit.

LG
Jersey

hallo Bobesch,

ich hab es immer so gehalten, dass ich meine Gehaltsvorstellung genannt und begründet (z.B. mit dem letzten Gehalt inkl. evtl. 10% drauf) habe - aber immer auch meine Schmerzgrenze mitgeteilt habe, zumindest, wenn mich der Job interessiert hat und ich deutlich merkte oder gesagt bekam, dass meine Vorstellungen zu hoch sind.

Mit dieser „Schmerzgrenze“ ließ es sich dann meist gut verhandeln. Aber du musst halt generell durchaus darauf gefasst sein, dass kein Arbeitgeber deine Forderung ohne weiteres gut heißt.

Gruß
Demenzia

ja gut äääääh…

Dass ich mein bisheriges Gehalt nenne und von da weiter verhandelt wird, war mir klar. Ich dachte, dass hätte ich verständlich vermittelt.

Meine Frage ist: wie geht man vor, dass die Gegenseite zuerst ihr Angebot macht. Da verhandelt sich’s für mich doch wesentlich einfacher.

Gruß bobesch

Hallo

also an Geldmangel lag es bei den Firmen nicht, eher am Geiz
genug Geld für gute Angestellte auszugeben. Denn bei Dingen
waren Sie nicht so arm.

Also, wenn sie damit Probleme haben, dann sollen sie sich auch keine hohen Ansprüche stellen, denn sie bekommen das, wofür sie bezahlen. Vielelicht ist es eine Firma, die nicht vorankommen will. Da würde ich schnell die reißleine ziehen und mich verdrücken.

Hallo,

Meine Frage ist: wie geht man vor, dass die Gegenseite
zuerst ihr Angebot macht. Da verhandelt sich’s für mich
doch wesentlich einfacher.

Warum sollte die Gegenseite ein Angebot machen? Bewirbst du dich oder wirbt sie um dich?

Warum sollte die Gegenseite ein Angebot machen? Bewirbst du
dich oder wirbt sie um dich?

Hallo,

Danke für die überaus kompetente und fundierte Meinung.
Verhandlungen scheinen nicht gerade Deine Stärke zu sein :smile:

Gruß bobesch

Hallo,

Danke für die überaus kompetente und fundierte Meinung.
Verhandlungen scheinen nicht gerade Deine Stärke zu sein :smile:

Durchaus ist das meine Stärke. Wenn ich mich irgendwo bewerbe, so bin ich meistens in der schlechteren Verhandlungsposition. Die Position wird einem im ersten Gespräch, wo es noch gar nicht ums Gehalt geht, schon recht deutlich übermittelt. Treten neben dem Bewerber noch 10 andere auf, so kann mal leicht eine Absage durch unangemessene Gehaltsforderungen erhalten.

Deshalb auch der Hinweis, man solle sich am regionalen Durchschnitt orientieren und der wird von den meisten Firmen bezahlt. Die Frage nach dem Gehalt ist oft eine Selektierungsfrage.

Deshalb ist die Antwort „in etwa das jetzige Gehalt“, wobei man durchaus noch Prämien mit aufschlagen kann, der Königsweg. In den meisten Fällen bekommt man sowieso mehr.

Hallo,

ich habe gerade mein Studium abgeschlossen und jetzt auch schon ein paar Bewerbungsgespräche hinter mir.

wie geht man vor, dass die Gegenseite
zuerst ihr Angebot macht. Da verhandelt sich’s für mich
doch wesentlich einfacher.

Es ist mir nie gelungen, die Personalkräfte dazu zu bewegen, mir ihre Gehaltsvorstellungen zu nennen, bevor ich meine Vorstellung offen gelegt habe.
Dabei dachte ich, ich hätte eigentlich ja gute Gründe, schließlich habe ich ja noch nie richtig Geld verdient und deshalb keinen Überblick.

Ich denke, Du musst Dich damit zufrieden geben, als erster deine Gehaltsvorstellungen zu nennen.

Dass ich mein bisheriges Gehalt nenne und von da weiter
verhandelt wird

Wobei ich nicht unbedingt von Deinem jetzigen Gehalt aus verhandeln würde, denn es sieht nicht gut aus, wenn Du Dich mit weniger zufrieden gibst als Du im Moment hast.

Denn sonst stellt sich die Frage, warum Du in einen schlechter bezahlten Job wechseln willst, kommst Du mit den Kollgegen nicht klar, geht es um einen Ortswechsel?
Dann sieht es schnell so aus, als hättest Du nicht die neue Stelle im Blick und als gehe es Dir nicht um eine berufliche Weiterentwicklung. Und das sind die Punkte, mit denen Du (zumindest in der Personalbateilung) einenm Stellenwechsel begründen solltest.

Ich würde also nicht versuchen von Deinem jetzigen Gehalt heraus zu argumentieren, sondern einfach die Gehaltsvorstellung nennen, die Du für angemessen hältst.
Dein Verhandlungspartner sagt Dir dann, ob Deine Vorstellung angemessen ist, oder ob Du zu viel verlangst.
Möchtest Du mehr als Dir angeboten wird, kannst Du mit Fachkenntnissen, Berufserfahrung etc. argumentieren, dass Du mehr wert bist.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen,

viele Grüße
Franziska

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Hi,

Ich denke, Du musst Dich damit zufrieden geben, als erster
deine Gehaltsvorstellungen zu nennen.

Danke für Deinen Beitrag.
Du warst die Einzige, die sich die Mühe gemacht hat, auf die eigentliche Frage einzugehen.

Gruß bobesch