Gehaltsunterschiede - Erbitte Klärung/ Rechnung

Hallo,
habe meine erste Anfrage mangels Resonanz gelöscht und formuliere die Frage neu.
Falls mehr Infos nötig sind, steht angehängt der erste Text.
Vielen Dank für Eure Hilfe!

Als Erzieher ( Caritas) sei x eingruppiert in Anwendung des Abschnitts röm.1 der Anlage röm.1 zu den AVR Vergütungsgruppe 5c.
Tätigkeit entspräche dem Tätigkeitsmerkmal der Ziffer 2 dieser Vergütungsgruppe in Anlage 2d zu den AVR.
Bruttoregelverdienst seien 2681,06€
Er erhielte zusätzlich diverse Zulagen für Nachtdienste, sonn- und Feiertage, etc. also noch etwa brutto 600-700 € mehr.

Er suchte einen neuen Arbeitsplatz, der alte wäre befristet.

Bei anderen Arbeitgebern würde er angeblich viel weniger verdienen.

x kann das aber weder verstehen ( da es um die gleiche Tätigkeit ginge) noch ausrechnen.
Brutto/ netto, Gehaltsgruppen… gehen nicht in seinen Kopf.

Dort würde er eingruppiert in AVR Basisstufe 7, es gäbe kaum Zuschläge, die Bruttovergütung sind 2066,99.
Fiktive Arbeitgeber schüttelten bei Vorstellungsgesprächen mit dem Kopf und meinten, Herr x würde sich, finge er bei ihnen an, viel schlechter stehen… Herr x würde sich nicht trauen, dort nicht fragen, was denn das hieße…

  • Wie kommt es zu solchen Unterschieden?
  • was heißt das rechnerisch genau?
    Sprich, was käme netto bei x am Monatsende raus ( wenn es beim jetzigen Gehalt etwa 1800 € wären?)
    Ihr merkt, x kann zwar formulieren und anderes, aber überhaupt nicht so etwas ausrechnen :wink:
    Danke für Hilfe,
    Finjen
    *peinlich*

Ursprungstext, falls Infos nötig:
_stellen wir uns folgendes vor:
Hans Mustermann arbeitet bei der Caritas.
Er überlegt, zur Diakonie zu wechseln.

Hans Mustermann zeigt sich erstaunt, als er hört, dass man dort, im gleichen Beruf angeblich ganz anders verdient.
Hans Mustermann versteht das nicht.

Hans Mustermann ist einsam und allein ledig und arbeitet seit über 20 Jahren in seinem Beruf, aber bei verschiedenen Arbeitgebern.
Hans ist in Anwendung des Abschnitts röm.1 der Anlage röm.1 zu den AVR eingruppiert in die Vergütungsgruppe 5c.
Seine Tätigkeit entspricht dem Tätigkeitsmerkmal der Ziffer 2 dieser Vergütungsgruppe in Anlage 2d zu den AVR.
Das hat Herr Mustermann halbwegs verstanden.
Zumindestens sieht er jeden Monat seine Abrechnung und freut sich darüber. Er hörte auch, dieser Verdienst sei sehr gut für seinen erlernten Beruf.
http://www.schiering.org/arhilfen/ges

Wenn er aber wechselt, verdient er,
( laut anderen Musterfrauen und männern) deutlich weniger.
Der Mustertarif würde sein:
AVR 7 Basisstufe:
http://www.diakonie.de/ARK-Rundschrei… Seite 4
Das versteht Herr Mustermann nicht mehr.

Was ist mit Zulagen für Nachtdienste, Feiertage, etc. für genau die gleiche Tätigkeit…?
Wie rechnet Hans aus, was genau es weniger ist?
Hans versteht das alles nicht.
Er kann dafür andere Dinge besser :frowning:
Um wieviel schlechter würde er sich denn unterm Strich stehen jeden Monat?
Kann ihm das bitte jemand erklären?
Vielleicht allgemeinen hinweisen, wie man so etwas als Hans Mustermann, ledig, errechnet?
…Schon brutto und netto ist eigentlich drei Nummern zu groß für Hans M.
Danke,
im Namen eines jeden *Hans*_

Hallo,

Gehaltsunterschiede dieser Art sind offensichtlich tariflich geregelt. Es gibt also unterschiedlich hohe Tarifverträge.

Um aus einem Brutto ein Netto berechnen zu können, auf die Internetseite Deiner Krankenkasse schauen und einen Brutto/Netto-Rechner suchen. Hat Deine Kasse sowas nicht, über einen Wechsel nachdenken und diesen hier nutzen:

https://www.barmer.de/barmer/web/Portale/Versicherte…

LG
Feffi Kunterbunt

Servus,

bei dem von Dir empfohlenen Rechner finde ich gar keinen Lohnsteuerabzug. Was mach ich da falsch?

Schöne Grüße

MM

1.Seite: Angabe Arbeitnehmer
2.Seite: alle Angaben inklusive Steuern wählen
3.Seite: Angaben zum Brutto, Steuerklasse usw.
4.Seite: runterscrollen bis „Angaben insgesamt pro Monat anzeigen“ dann wird es in AG- und AN-Abzüge aufgedröselt, das übrigbleibende AN-Netto steht ganz unten.

LG
Feffi

Gerechnet habe ich, trotzdem noch Fragen
Hallo Feffi,
danke für Deine Antwort.
( habe aber, weil ich mit dem Rechner „Deiner“ :wink: Kasse nicht so recht warm wurde, einen anderen genutzt)
Da komme ich netto auf den Unterschied:
1900 fiktives jetzt und 1300 Euro fiktives Monatseinkommen anderswo.
Das erscheint mir sehr, sehr viel Geld.
Oder habe ich mich verrechnet?

…Tarifvertrag hin oder her :wink:

Ich verstehe schlicht nicht, dass für die gleiche Arbeit, bei lediglich anderem Träger, dann noch beides Kirche… derartige Gehaltsunterschiede sein können und dürfen.
Gibt es denn keinerlei Möglichkeit, ein seit Jahrzehnten bestehendes, fiktives Einkommen zumindest annähernd beizubehalten?
…um die 600 Euro monatlich weniger…
Kann mir das bitte noch jemand erklären?
Dankeschön,
Finjen

Hallo Finjen,

Mister X ist im Tarifsystem der Caritas, das AVR heisst. Bisher gab es dort eine Eingangsstufe und alle 2 Jahre eine Tarifsteigerung. Wenn man in einem neuen Betrieb angefangen hat, bekam man grob die Altersstufe des Lebensjahres abzügl. 1 Stufe. Seit 1.1.2008 gibt es allerdings die „AVR neu“. Wenn man jetzt in einem neuen Betrieb anfängt, fängt man wieder in der Eingangsstufe (zuzügl. etwaiger anzurechnender geforderter Zeiten) an.

Daher ist die das neue Bruttogehalt u.u. wesentlich geringer … ist aber sicher auch Verhandlungssache, vor allem, wenn man direkt von AVR zu AVR - ohne Zwischenzeiten - kommt (es gibt da auch Übergangsfristen).

Hier mal ein Link: http://www.schiering.org/arhilfen/gesetz/avr/avr.htm

Viele Grüße

Karin

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Danke für Deine Erklärung
Hallo Karin,
vielen Dank für Deine Erklärung.
Von den Fakten her, habe ich es nun halbwegs verstanden :wink:
Gefühls- und Verstandesmäßig verstehe ich es nicht.

Was das für x’ Leben bedeutet, geht nicht in meinen Kopf, aber da bin ich wohl etwas zu weltfremd und naiv.
Da ist es ja -jetzt rein rechnerisch- besser, ein Jahr lang arbeitslos zu sein, als direkt woanders anzufangen…
Ohje…
Danke und ein schönes Wochenende,
Finjen

Lieber Finjen,

es war vorher teilweise auch ungerecht, dass ältere Kollegen - einfach aufgrund des Alters - bei gleicher Arbeit mehr verdienten als jüngere. Je nachdem, wie gerne dich ein Arbeitgeber jetzt haben will, kann er sagen, ich möchte mindestens xx Jahre Berufserfahrung - dann muss er diese auch von der Gehaltsstufe bezahlen.

Aber du weisst ja auch, wie (nicht nur) in diesem Bereich kalkuliert wird … Stichwort Refinanzierung …

Ob es für „X“ finanziell wirklich besser wäre, 1 Jahr ALG I zu erhalten statt „AVR neu“? Aber was ist dann - mit 1 Jahr Lücke im Lebenslauf?

Ich wünsche dir alles Gute!

Karin

Hallo nochmal,

Je nachdem, wie gerne dich ein Arbeitgeber jetzt haben will, kann er sagen, ich möchte mindestens xx Jahre Berufserfahrung - dann muss er diese auch von der Gehaltsstufe bezahlen.

Meinst Du?
Da wäre ich mir, an x’ Stelle, nicht so sicher.
Es gibt genug Bewerber auf zuwenig Stellen, wie überall…

Und vielleicht muß x das erst noch lernen, zu *pokern*…

Aber du weisst ja auch, wie (nicht nur) in diesem Bereich kalkuliert wird … Stichwort Refinanzierung …

Allerdings…

Ob es für „X“ finanziell wirklich besser wäre, 1 Jahr ALG I zu erhalten statt „AVR neu“?

O.K. Das war eine frustrierte Milchmädchenrechnung aus dem zur Zeit angeschlagenen Bauch raus :wink:.
X ist grad ziemlich verzweifelt und versteht die Welt nicht mehr. An seinem fiktiven Arbeitsplatz fühlt x sich nämlich sehr wohl.

Aber was ist dann - mit 1 Jahr Lücke im Lebenslauf?

…das fragt sich x auch…
Aber deshalb sich so viel schlechter zu stellen? Nun ja… eine rein rhetorische Frage, x wird den kopp nicht in den Sand stecken, dessen bin ich sicher.

Ich wünsche dir alles Gute!

Vielen Dank, Karin.
Frohe Pfingsten,
Finjen

Allerdings…

Ob es für „X“ finanziell wirklich besser wäre, 1 Jahr ALG I zu erhalten statt „AVR neu“?

O.K. Das war eine frustrierte Milchmädchenrechnung aus dem zur
Zeit angeschlagenen Bauch raus :wink:.
X ist grad ziemlich verzweifelt und versteht die Welt nicht
mehr. An seinem fiktiven Arbeitsplatz fühlt x sich nämlich
sehr wohl.

Aber was ist dann - mit 1 Jahr Lücke im Lebenslauf?

Sagen wir mal so… es kommt immer darauf an, wie man das ganze beschreibt. Wenn jmd. z.B. 10/20 Jahre in einer Gesellschaft gearbeitet hat und auch die gleiche Tätigkeit über Jahre hinweg ausgeführt hat.
Dann wäre mal ein Jahr Pause vllt. gar nicht so schlecht.

Stichwort Sabbatjahr!

Diese Zeit kann man dann zur allg. Regenierung des Körpers und des Wissens nutzen. Ab und an ein paar Fort- und Weiterbildungen, die für den Beruf relevant sind.
Evtl. ehrenamtliche Tätigkeiten, die berufsnahe sind.

Man muss also nicht immer schreiben von Mai 2009 - Mai 2010 arbeitslos/arbeitssuchend.

Viele Grüße

Denkzettel