Gehaltsverhandlung

Hallo Experten,
nachdem mein letztes Personalgespräch nur bedingt von Erfolg gekrönt war (hab lediglich die Zusage zu Schulungsmaßnahmen bekommen und diese erhalten sowie eine Einmalzahlung bekommen), will ich mich dieses Mal besser auf das Gespräch vorbereiten.

Gibt es dafür Seiten im Internet, wie ich das Gespräch vorbereiten kann?
Ich würde das Gespräch schon gerne in meine Richtung lenken.

Zum Hintergrund: Ich bin jetzt 2,5 Jahre in der Firma festangestellt, vorher „Werkstudent“. Unsere Niederlassung hat ca. 5 % Umsatzeinbußen aus diversen Gründen, dich ich nur bedingt vertreten kann/muss.
Eine außerordentliche Gehaltserhöhung gab es seitdem nicht. Nur die normale Anpassung, die jeder Mitarbeiter bekommen hat.
Ich will die Firma nicht zwingend Wechseln, jedoch sollte die Gehaltsanpassung schon im zweistelligen Prozentbereich liegen.

Wie schaffe ich es, die Argumentation so aufzubauen, dass er nicht vorbeikann an der Erhöhung? Problem seinerseits: Er kann mir zwar zusagen, muss jedoch seinerseits auch wiederum sich die Freigabe für mich in der Zentrale holen.

Danke und Grüße
Marco

Hi Marco,

außergewöhnliche Gehaltserhöhungen gibt es nur bei außergewöhnlichen Anforderungen, zB eine Erweiterung des Aufgabenbereichs, Übernahme personeller Verantwortung, ein Projekt „Schleuderstuhl“ oder Ähnliches. Ganz wichtig dabei: Erst kommt die Gehaltserhöhung, dann die Aufgabe, andersrum kommt nämlich immer etwas dazwischen - ein Wechsel des Vorgesetzten zum passenden Zeitpunkt zB beschert Dir einen neuen Chef, der Dich leider, leider nicht gut genug kennt, um Dich zu beurteilen.

Mangelnde Kompetenz des Vorgesetzten („Muss noch das OK der Zentrale holen - reine Formsache“) wird übrigens gerne benutzt, Versprechen zu brechen.

Gruß Ralf

Hi Ralf,
zunächst Danke…
Grund für meine Anspruchshaltung: wir gehören nicht dem Tarifvertrag an, man hat mich günstig eingekauft (weil Übernahme) und man rühmt sich, mind. tariflich zu bezahlen… aber um da hinzukommen, muss es zweistellig nach oben gehen… mangelnde Kompetenz kann ich meinem Chef nicht unterstellen. Personalentscheidungen fallen bei uns zentral. Schon immer.

Nur mit dem Argument zu kommen: ich will Tarif haben, das scheint mir etwas plump zu sein. :smile:

Gruß
Marco

Hi Marco, das siehst Du vollkommen richtig, dass allein die Forderung gar nichts bringt. Deshalb mache Dir die Mühe und schreibe mal Deine Vorteile und ERfolge für die Firma auf: Welche besonderen Leistungen Du bringst, welche besonderen Kenntnisse Du für die Firma einsetzt, was Du super geregelt hast, vielleicht für die Firma gerettet oder durchgesetzt hast, usw. Also: nur wenn Du Dich in so einem Gespräch wertvoll machst (und es natürlich im Berufsalltag auch bist) und dabei aber sachlich bleibst, hast Du gute Karten. Ich weiss nicht, in welcher Branche Du bist, aber ich hatte es in meinem Berufsleben - da mein direkter Vorgesetzter nicht entscheidungsbefugt war - zweimal so gemacht, dass ich dieses Gespräch mit meinem Vorgesetzten geführt und zugleich einen Brief an den Vorstand geschrieben habe, in dem ich diese Argumente und meine Bitte sachlich vorgebracht habe. Wenn mein Vorgesetzter meinen Argumenten zugestimmt hatte, habe ich ihn gebeten, noch ein paar Zeilen an den Vorstand dazuzuschreiben, indem er meine Bitte um Gehaltserhöhung befürwortet. Das hat immer geklappt. Vielleicht wäre das ja auch für Dich ein gangbarer Weg.
Immer noch besser, Du übernimmst in der Zentrale die Argumentation auf diese Art selber als sie Deinem Vorgesetzten zu überlassen, nicht wahr? Alles Gute, Eva

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

Hallo Eva,

Hi Marco, das siehst Du vollkommen richtig, dass allein die
Forderung gar nichts bringt. Deshalb mache Dir die Mühe und
schreibe mal Deine Vorteile und ERfolge für die Firma auf:
Welche besonderen Leistungen Du bringst, welche besonderen
Kenntnisse Du für die Firma einsetzt, was Du super geregelt
hast, vielleicht für die Firma gerettet oder durchgesetzt
hast, usw. Also: nur wenn Du Dich in so einem Gespräch
wertvoll machst (und es natürlich im Berufsalltag auch bist)
und dabei aber sachlich bleibst, hast Du gute Karten.

Eben… nur weiß ich nicht, ob die Dinge, die ich möglicherweise als Vorzüge erachte auch tatsächlich Vorzüge sind. Andererseits wäre vielleicht auch eine noch bessere LÖsung möglich gewesen, sodass ich darauf meine Argumentation auch nicht stützen kann.

Im Umkehrschluss gibt es jedoch wiederum vielleicht Dinge, die mir negativ angekreidet werden könnten und meine Argumentation torpedieren würden. Daher wüsste ich gerne, wonach man sich eben „loben“ kann. :smile:

Gruß
Marco

Hi Marco, Du weisst doch sicher, welches Deine Aufgaben und die Ansprüche an Dich sind, was Deiner Firma wichtig ist, welche ihre Aufgaben sind, ihre Ziele … Sonst wüsstest Du ja gar nicht, wie Du Dich einbringen kannst, Du wüsstest auch nicht, ob das aus Sicht der Firma gut ist, was und wie Du etwas tust. Wenn Du es nicht weisst, dann kann Dir das sicher kein Aussenstehender sagen. Gruss, Eva

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]