Gehaltsvorstellung angeben oder nicht?

Hallo liebe Wissenden,

zu diesem Thema gab es zwar schon zahlreich Threads, aber ich möchte trotzdem noch einmal Eure Meinung wissen.

Bisher habe ich in Bewerbungen immer meine Gehaltsvorstellungen genannt, wenn dieses im Stellenangebot so gewünscht war. Jetzt habe ich mit einem Personalfachmann gesprochen, und der meinte, in Bewerbungen sollte NIEMALS der Gehaltswunsch genannt werden, da dieses nur Nachteile hätte. Außerdem würde kein Unternehmen ernsthaft eine Antwort darauf erwarten.

Ich persönlich denke, dass ein Unternehmen einen Grund hat, nach dem Gehaltswunsch zu fragen, und ich finde auch nichts Negatives daran, dieses zu beantworten, schließlich sollte jeder seinen „Marktwert“ kennen. Was meint Ihr?

Grüße
Jeanine

Hallo,

Jetzt habe ich mit einem Personalfachmann
gesprochen, und der meinte, in Bewerbungen sollte NIEMALS der
Gehaltswunsch genannt werden, da dieses nur Nachteile hätte.

Was für ein „Fachmann“ …

Außerdem würde kein Unternehmen ernsthaft eine Antwort darauf
erwarten.

Ja, ja, Unternehmen sind einfach blöd. Du kannst ruhig alles ignorieren, was Unternehmen in Stellenausschreibungen so schreiben. Die meinen ja nichts ernst, sondern versuchen nur irgendwie verzweifelt den Platz textlich zu füllen.:wink:

Ich persönlich denke, dass ein Unternehmen einen Grund hat,
nach dem Gehaltswunsch zu fragen, und ich finde auch nichts
Negatives daran, dieses zu beantworten, schließlich sollte
jeder seinen „Marktwert“ kennen. Was meint Ihr?

Natürlich. Es erspart beiden Seiten viel Aufwand, wenn man vor dem Gespräch abgecheckt hat, ob man überhaupt eine Chance auf einen Vertragsabschluss hat. Warum sollte mich ein Unternehmen einladen, wenn ich aus seiner Sicht deutlich zu teuer bin? Das ist doch ok, wenn sie mir nett oder kopfschüttelnd vor der Geld- und Zeitverschwendung eines Vorstellungsgesprächs absagen.
Und wenn ich verzweifelt auf Jobsuche bin, kann ich ja immer noch mein letztes Gehalt angeben mit dem Hinweis, dass ich gesprächsbereit bin, sollte die Aufgabe interessant sein.

Grüße
Jürgen

Hallo,

Bisher habe ich in Bewerbungen immer meine
Gehaltsvorstellungen genannt, wenn dieses im Stellenangebot so
gewünscht war.

Wenn das gefordert wird, dann soll man das auch tun, sonst verschwindet die Bewerbung gleich in der Ablage. Bei Jobmangel, wie es heute nun mal ist, werden unvollständige Bewerbungen radikal aussortiert. Gibts Arbeitskräftemangel, würde man vielleicht eine Rückfrage starten, aber das waren andere Zeiten.

Jetzt habe ich mit einem Personalfachmann
gesprochen, und der meinte, in Bewerbungen sollte NIEMALS der
Gehaltswunsch genannt werden, da dieses nur Nachteile hätte.

Bezog er sich auf die nicht geforderte?

Ungebeten braucht man das natürlich nicht anzugeben, insoweit kann das nützlich sein. Es wäre ja möglich, daß einen gerade der Job besonders interessiert, weil er genau das ist, was man sich wünscht. Das kommt auf die eigenen Prioritäten an, schöner Job für ein paar Euro weniger annehmen, oder einen weniger schönen zu besserem Gehalt?

Ich persönlich denke, dass ein Unternehmen einen Grund hat,
nach dem Gehaltswunsch zu fragen

Ja: erstens könnte der Betreffende zu teuer sein, zweitens würde ein sich unterbezahlt Fühlender, wohl dort nicht froh werden und damit weniger Leistung bringen.

und ich finde auch nichts
Negatives daran, dieses zu beantworten, schließlich sollte
jeder seinen „Marktwert“ kennen.

Den sollte man kennen, sich aber auch entsprechend informieren, um sich nicht überzubewerten, weshalb einem dann alle Türen vor der Nase zugeschlagen würden.

Die freiwillige Angabe ist ein Balanceakt…
Bei der geforderten Angabe ist der zu nennende Betrag der Balanceakt!

Gruß,
Cantate

Hallo Jeanine,

selbstverständlich gibst du deine Gehaltsvorstellungen an, entweder in der Form „meine Gehaltsvorstellung beträgt …“ oder in der Form
„mein letztes Gehalt betrug …“.

Erstens muss der neue Mitarbeiter auch in die Gehaltsvorstellung des suchenden Unternehmens passen, man hat da meist sehr konkrete Vorstellungen was der neue Mann/die neue Frau kosten darf/soll, natürlich abhängig davon was er/sie zusätzlich mitbringt, wie hoch der Einarbeitungsaufwand ist, etc. .
Zweitens ist die Gehaltsforderung auch ein Maß dessen was du „wert“ bist, vorausgesetzt du stellst keine überzogenen Forderungen.

Dem Unternehmen ist normalerweise klar, das du keine Gehaltseinbußen in Kauf nehmen möchtest, ich denke 10% - 15% Steigerung kann man erwarten.
Falls du unbedingt nen Job haben willst, die Branche wechselst etc. so das du auch mit weniger starten würdest kannst du ja zusätzlich deine
Verhandlungsbereitschaft erwähnen.

Einen Nachteil wie dein Personalfachmann erwähnt kann ich nirgends sehen, im Gegenteil, wenn die Gehaltsfrage nicht geklärt ist, wirst
du evtl. entweder gar nicht erst eingeladen, oder man fällt beim
Gespräch aus allen Wolken weil du zu „teuer“ oder zu „billig“ bist.

Liebe Gruesse
Ralf

Hallo liebe Jeanine,

Bisher habe ich in Bewerbungen immer meine
Gehaltsvorstellungen genannt, wenn dieses im Stellenangebot so
gewünscht war.

was auch völlig richtig ist.

Jetzt habe ich mit einem Personalfachmann
gesprochen, und der meinte, in Bewerbungen sollte NIEMALS der
Gehaltswunsch genannt werden, da dieses nur Nachteile hätte.

Soso, ein Fachmann! Wenn ich in der Anzeige darum bitte, daß eine Gehaltvorstellung genannt wird, erwarte ich schlicht, daß eine Angabe kommt. Wenn nicht, habe ich mehrere Optionen, was ich davon halte.

  1. Die Person hat die Anzeige nicht ordentlich gelesen --> sehr schlecht!
  2. Die Person hat sich vorher nicht erkundigt, was in der Brache üblich ist --> schlecht!
  3. Die Person möchte ev. mauern --> schlecht!

und positives dazu fällt mir komischerweise gar nichts ein.

Außerdem würde kein Unternehmen ernsthaft eine Antwort darauf
erwarten.

Aha! Dann sind wir kein ernsthaftes Unternehmen. Und die meisten Unternehmen die ich kenne auch nicht.
Laß so was ja nicht beim Vorstellungsgespräch (so es denn überhaupt dazu kommt) anklingen!

Ich persönlich denke, dass ein Unternehmen einen Grund hat,
nach dem Gehaltswunsch zu fragen, und ich finde auch nichts
Negatives daran, dieses zu beantworten, schließlich sollte
jeder seinen „Marktwert“ kennen. Was meint Ihr?

Eine Stelle ist meist nach einem in der Brache üblichen Satz dotiert.
Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Du solltest wissen, wie hoch der Satz ist und Dich danach richten.
Wenn in der Anzeige nicht explizit nach einer Gehaltvorstellung gefragt wird, ist es spätestens im Vorstellungsgespräch ein Thema und dann mußt Du eben dann damit rausrücken.

Deinen Fachmann solltest Du in Zukunft besser nicht mehr fragen!

Gandalf

Zusatzfrage:Gehaltsvorstellung angeben oder nicht?
Hi,

eine/zwei zusätzliche Frage zu diesem Thema:

Wenn man im Anschreiben seine Gehaltsvorstellung angibt, sollte man da seine konkreten (Mindest-)Zielvorstellungen angeben (z.B. [xx.xxx] Euro p.a.) oder einen etwas höheren Betrag (z.B. [xx.xxx+10%] Euro p.a.), um sich später „runterhandeln“ zu lassen?

Dazu noch an konkrete Frage an die „Personaler“: Gibt man besser einen Betrag [xx.xxx] an oder einen Gehaltsbereich [yy.yyy - zz.zzz], der bei den eventuell folgenden Gesprächen konkreter verhandelt werden soll?

gruß
boba

Da gibt es keine Standardantowrt drauf, das hängt von Deiner Person ab.

Man könnte z.B. schreiben, ich habe bisher XXX EUR Jahresgehalt (nach meinen Erfahrungen ist das die Summe die Personaler interessiert und auch weil da alle Zuschläge bzw. Prämien mitenthalten sind) und strebe eine Erhöhung um X% an.

Oder Du schreibst direkt wieviel Du möchtest. (wenn Du z.B. bisher nicht soviel verdient hast, wie du gern hättest) Oder Du gibst Deine bisherige Gehaltsstufe an, wenn Du TVÖD hattest.

Ich persönlich biete ein Verhandeln nicht an, das ist aber mein Stil und mag für andere zu forsch wirken.

Schließe mich meinen Vorschreibern im übrigen an:

Wird Gehalt gefragt, dann kriegt der Adressat ne Summe genannt. Ich persönlich schreibe das im letzten Absatz meines Anschreibens.

FS

Möglich ist auch ein Bereich, also xxxxx€-xxxxx€ im Jahr. Dann ist es wahrscheinlich noch geschickter las bei festen Angaben.

Hallo zusammen,

also ich würde lieber z.B. das in die Bewerbung schreiben:

„Ich würde meine Gehaltsvorstellung gerne in einem persönlichen Gespräch erörtern, nachdem wir gemerkt haben das wir zusammenpassen.“

Was haltet Ihr davon?

Das Blanko Angeben des Gehaltes ist ja wie Lotto spielen. Das Gehalt ist ja innerhalb eines definierten Berufes sehr unterschiedlich weil z.B. die Firma in einer billigen Gegend angesiedelt ist oder im teuren München, die Fa. ein DAX Unternehmen oder nur ein 30 Mann Unternehmen ist. Da kann das Gehalt schon mal um € 10000 pro Jahr schwanken.

Wie soll man sich denn da richtig einschätzen? Oder gibt es im Internet eine Plattform bei der man auf solche Fragen eine Antwort bekommt?

Ich wäre für einen Tip dankbar
herzlichen Gruß
nala

Hallo Nala,

„Ich würde meine Gehaltsvorstellung gerne in einem
persönlichen Gespräch erörtern, nachdem wir gemerkt haben das
wir zusammenpassen.“

Was haltet Ihr davon?

das kannst Du sicherlich schreiben, aber ich fürchte, viele (natürlich nicht alle) Empfänger fänden das nciht besonders gut.
Es gehört aber auch zur Vorbereitung für eine Bewerbung, sich schlau zu machen, was in dem Zielbetrieb verlangt werden kann.
Wenn Du dieses Wissen nicht hast, was nutzt es Dir, wenn Du im Vorstellungsgespräch das gleiche gefragt wirst.
Bei Berufanfängern ist man allerdings gnädig, was falsche Vorstellungen angeht. Wenn da einer nicht übelst danebenhaut und der Rest der Bewerbung ist OK, dann wird der/die auch eingeladen.

Gandalf

Hallo,

ich würde eine Gehaltvorstellung erst angeben wenn alle Gegebenheiten und Einzelheiten besprochen sind.
Meist sind die Anzeigen recht kurz und Prägnant sodass nicht alles genannt werden kann…

Grüße

Hallo Nala,

also ich würde lieber z.B. das in die Bewerbung schreiben:

„Ich würde meine Gehaltsvorstellung gerne in einem
persönlichen Gespräch erörtern, nachdem wir gemerkt haben das
wir zusammenpassen.“

Was haltet Ihr davon?

Ich halte gar nichts davon !!!
Stell dir vor die Frage in der Stellenaussschreibung wäre nach den gesprochenen/beherrschten Sprachen,
und du würdest in der gleichen Weise antworten !?!

Du riskierst mit so einem Satz von vorneherein auf den Stapel der Absagen gelegt zu werden.
Es empfiehlt sich im Bewerbungsprozess das „lieber“ zu tun was der
„Einsteller“ gern hat, frei nach dem Motto :
„Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler !“

Das Blanko Angeben des Gehaltes ist ja wie Lotto spielen. Das
Gehalt ist ja innerhalb eines definierten Berufes sehr
unterschiedlich weil z.B. die Firma in einer billigen Gegend
angesiedelt ist oder im teuren München, die Fa. ein DAX
Unternehmen oder nur ein 30 Mann Unternehmen ist. Da kann das
Gehalt schon mal um € 10000 pro Jahr schwanken.

Deshalb informierst du dich entsprechend, WEIL … wenn du dann mal im Vorstellungsgespräch sitzt musst du eh eine Angabe dazu machen.

Wie soll man sich denn da richtig einschätzen? Oder gibt es im
Internet eine Plattform bei der man auf solche Fragen eine
Antwort bekommt?

Als „Notlösung“ ginge auch noch die Angabe deines jetzigen Gehalts, wenn du denn sicher bist, das du dort nicht hoffnungslos unter- oder überbezahlt bist.

Es gibt in nahezu jedem Berufsfeld sogenannte Gehaltsspiegel, oder
Tarifvereinbarungen, Personalabteilungen sollten darüber bescheid wissen und Steuerberater ebenso.
Bei Berufsanfängern sieht man das ganze evtl. nicht so ganz eng.

Liebe Gruesse