Gehaltsvorstellungen Berufseinsteiger Jura

Hallo liebe Wissenden!

Habe gerade mein 2. Staatsexamen Jura abgelegt und bin nun auf Jobsuche. Nach langem Hin und Her wurde ich nun von einer mittelständischen Wirtschaftskanzlei (12 Partner, 14 Associates; keine Boutique) zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Bisher hatte ich mich nur bei Großkanzleien vorgestellt. Jetzt habe ich aber ein Problem: Was kann ich als Einstiegsgehalt erwarten?
Dass so eine Kanzlei nicht 65.000,- p.a. + Bonus für Einsteiger kalkuliert ist mir klar, was aber ist üblich? Augenblicklich tendiere ich in Richtung 45.000,- Euro Jahresgehalt, befürchte damit aber noch zu überziehen.
Wer kennt sich in dem Markt aus?

Gruß und Dank

Egonist

Hallo!

Ganz allgemein gesprochen sind die 45 TEUR p.a. für einen Akademiker mit brauchbarer Fachrichtung, also nicht unbedingt Soz.-Päd, als Einstiegsgehalt in Ordnung.
In der Juristerei wurde zwar früher mehr bezahlt, heute bei der Juristenschwemme besteht jedoch eher ein Käufermarkt, somit fallen die Gehälter ein wenig.

Die 65 TEUR bekommen nur noch einzelne Überfieger, dafür ist dann allerdings auch ein Prädikatsexamen im oberen Bereich und 3-Sprachigkeit Pflicht.

Quelle: 2 befreundete Juristen.

Grüße,

Mathias

Augenblicklich tendiere ich in Richtung 45.000,- Euro
Jahresgehalt, befürchte damit aber noch zu überziehen.
Wer kennt sich in dem Markt aus?

Hallo,

45.000 Euros war nach meiner Erfahrung früher mal ein gängiges Einstiegsgehalt für Prädikatsjuristen (2 Prädikatsexamina). Konnte dann mit Promotion und je nach Fachgebiet und Kanzlei auch höher sein.

Mittlerweile ist der Arbeitsmarkt aber so unter Druck, dass ich schon von vielen Juristen gehört habe, die für 2000 bis 3000 Euros arbeiten. Die mir bekannten Beispiele sind allerdings keine Prädikatsjuristen, allerdings auch keine Viererjuristen, sondern haben 2 Dreien.

Von daher wirst Du Dir überlegen müssen, ob Du dieses Gehalt nennen kannst. Bist Du gut qualifiziert, ist es sicherlich angemessen, es als Hausnummer zu nennen.

Die Reaktion des Gegenübers wird dir zeigen, ob Du viel zu niedrig lagst und vielleicht dann über Steigerungsmöglichkeiten / erfolgsbezogene Komponenten nach der Probezeit etc. reden kannst oder viel zu hoch.

Dann lässt sich auch über ein geringeres Gehalt reden. Nur wenn Du von einem anderen Job mit hohem Gehalt schon kämst, würden dann die Verhandlungen über ein geringeres Gehalt wenig Sinn machen, da jede Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Zustand immer die Gefahr der Unzufriedenheit und den Wunsch nach Höherem impliziert. Und eine mittelständische Kanzlei hat nicht viel Interesse an kurzfristiger Fluktuation.

So aber kann dann das Gehalt eben als Referenzwert aus dem Bekanntenkreis angegeben und notfalls auch relativiert werden.

Hoffentlich bekommst Du den Job.

Grüße

E.K.

Hallo,

ich weiss ja nicht, welche Juristen ihr so kennt, aber ich habe eher die Informationen, dass eben gerade die nicht prädikats-ausgezeichneten ihr Geld fast noch in die Kanzlei mit einbringen müssen.

Ganz allgemein gesprochen sind die 45 TEUR p.a. für einen
Akademiker mit brauchbarer Fachrichtung, also nicht unbedingt
Soz.-Päd, als Einstiegsgehalt in Ordnung.

Finde ich ein bisschen hoch angesetzt… ich würde es generell eher 5-10.000 drunter ansiedeln. Natürlich nicht für Soz.-Päds, obwohl auch die durchaus, wie ich gehört habe, in Einzelfällen brauchbar sein können :smile:

Viele Juristen, die in mittlere bis kleinere Kanzleien einsteigen, tun dies mittlerweile oft auf selbständiger Basis (im Klartext scheinselbständig), bekommen ein Grund"gehalt" und das, was sie eigenakquiriert an Einnahmen in die Kanzlei einbringen, anteilig ausbezahlt. Sie beteiligen sich dann allerdings auch nicht an den laufenden Kosten. Ich kenne Juristen, die 1000 - 2000 euro brutto (!) bekommen und 30 % der eigenen Einnahmen… und dann mit zwei Jahren Berufserfahrung versuchen, woanders mehr zu bekommen…

In der Juristerei wurde zwar früher mehr bezahlt, heute bei
der Juristenschwemme besteht jedoch eher ein Käufermarkt,
somit fallen die Gehälter ein wenig.

Sie fallen eher mehr.

Gruß
Xelya

Hi!

ich weiss ja nicht, welche Juristen ihr so kennt, aber ich
habe eher die Informationen, dass eben gerade die nicht
prädikats-ausgezeichneten ihr Geld fast noch in die Kanzlei
mit einbringen müssen.

…in diesem Fall würde ich dann doch lieber selbst „mein Schild heraushängen“.

Ganz allgemein gesprochen sind die 45 TEUR p.a. für einen
Akademiker mit brauchbarer Fachrichtung, also nicht unbedingt
Soz.-Päd, als Einstiegsgehalt in Ordnung.

Finde ich ein bisschen hoch angesetzt… ich würde es generell
eher 5-10.000 drunter ansiedeln.

Klar wird es auch einige Fälle geben, wo 30-40.000 Eur bezahlt werden. Kommt ja auch immer auf die Region an. Ich schrieb hier von Beispielen aus München. Hätte ich noch erwähnen sollen, sorry.

Natürlich nicht für
Soz.-Päds, obwohl auch die durchaus, wie ich gehört habe, in
Einzelfällen brauchbar sein können :smile:

Naja, das halte ich für ein Gerücht… :wink:

Viele Juristen, die in mittlere bis kleinere Kanzleien
einsteigen, tun dies mittlerweile oft auf selbständiger Basis
(im Klartext scheinselbständig), bekommen ein Grund"gehalt"
und das, was sie eigenakquiriert an Einnahmen in die Kanzlei
einbringen, anteilig ausbezahlt. Sie beteiligen sich dann
allerdings auch nicht an den laufenden Kosten. Ich kenne
Juristen, die 1000 - 2000 euro brutto (!) bekommen und 30 %
der eigenen Einnahmen… und dann mit zwei Jahren
Berufserfahrung versuchen, woanders mehr zu bekommen…

Mag sein. Ich meine nur, man ist einfach selbst schuld, wenn man sich derart ausbeuten lässt.
Eine zusätzlich Ausrichtung auf ein ausländisches erchtssystem, also Beispielsweise die Fähigkeit, Korrespondenzanwalt Deutsch - Französisch oder noch besser, Deutsch - Chinesisch zu sein, könnte einem dabei helfen, sofort nach dem Studium mit einer eigenen Kanzlei erfolgreich zu sein.
Mir ist allerdings bei meinen Juristen im bekanntenkreis aufgefallen, dass die allesamt noch nciht einmal ordentlich Englisch sprechen.
Hier sollte sich der Jurist, so wie der BWLer das schon seit den 80ern machen muss, einfach mehr am Markt nd an den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ausrichten.

In der Juristerei wurde zwar früher mehr bezahlt, heute bei
der Juristenschwemme besteht jedoch eher ein Käufermarkt,
somit fallen die Gehälter ein wenig.

Sie fallen eher mehr.

Na dann man los und mehr Energie in Zusatzausbildungen investieren, liebe Juristen! da ja nun bald die München-CSU abgeschafft werden wird, gibt es ja nun noch weniger Jura-Jobs, als das vor Hohlmeier ohnehin schon der Fall war… :wink:

Grüße,

Mathias

fast offT: Juristen, Sozpäds und Zusatzausbildunge
Hallo,

…in diesem Fall würde ich dann doch lieber selbst „mein
Schild heraushängen“.

Ja, das tun auch viele… und sichern den Lebensunterhalt dann mit einem Nebenjob… bitter, aber kein Einzelfall.

Klar wird es auch einige Fälle geben, wo 30-40.000 Eur bezahlt
werden. Kommt ja auch immer auf die Region an. Ich schrieb
hier von Beispielen aus München. Hätte ich noch erwähnen
sollen, sorry.

Ok, München… damit ist alles klar.

Natürlich nicht für
Soz.-Päds, obwohl auch die durchaus, wie ich gehört habe, in
Einzelfällen brauchbar sein können :smile:

Naja, das halte ich für ein Gerücht… :wink:

Frechheit :smile:… oder ich bin doch die Ausnahme (…oder aber es liegt an den vielen Juristen und BWLern im Umfeld *g*)

[…] Ich kenne
Juristen, die 1000 - 2000 euro brutto (!) bekommen und 30 %
der eigenen Einnahmen… und dann mit zwei Jahren
Berufserfahrung versuchen, woanders mehr zu bekommen…

Mag sein. Ich meine nur, man ist einfach selbst schuld, wenn
man sich derart ausbeuten lässt.
Eine zusätzlich Ausrichtung auf ein ausländisches
erchtssystem, also Beispielsweise die Fähigkeit,
Korrespondenzanwalt Deutsch - Französisch oder noch besser,
Deutsch - Chinesisch zu sein, könnte einem dabei helfen,
sofort nach dem Studium mit einer eigenen Kanzlei erfolgreich
zu sein.

Natürlich, aber wem ist das während seines Studiums schon so klar. Ich bin immer wieder erschüttert darüber, wenn ich auf Recruitment-Messen rumstreune, wie erschreckend wenig Studis sich darüber im Klaren sind, was sie denn eigentlich werden wollen, wenn sie mal gro… ähm, mit ihrem Studium fertig sind.

Sie fallen eher mehr.

Na dann man los und mehr Energie in Zusatzausbildungen
investieren, liebe Juristen!

Ich ruf mal mit auf! Nicht nur die lieben Juristen… das am besten angelegte Geld während des Studiums (neben Miete und Lebensunterhalt) ist das in Fortbildungen investierte.

da ja nun bald die München-CSU
abgeschafft werden wird, gibt es ja nun noch weniger
Jura-Jobs, als das vor Hohlmeier ohnehin schon der Fall war…
:wink:

*g*
Schaun mer mal.

Gruß
Xelya

Hi Xelya,

…in diesem Fall würde ich dann doch lieber selbst „mein
Schild heraushängen“.

Ja, das tun auch viele… und sichern den Lebensunterhalt dann
mit einem Nebenjob… bitter, aber kein Einzelfall.

Klar. Warum sollte es den Jursiten besser gehen, als anderen Fachrichtungen?

Klar wird es auch einige Fälle geben, wo 30-40.000 Eur bezahlt
werden. Kommt ja auch immer auf die Region an. Ich schrieb
hier von Beispielen aus München. Hätte ich noch erwähnen
sollen, sorry.

Ok, München… damit ist alles klar.

Na so klar ist das nicht, denn hier werden sehr viele Juristen ausgebildet und entsprechend viele suchen hier dann einen Job.
Da die Lebenshaltungskosten hier sehr hoch sind, kann man auf der anderen Seite nicht einerseits 30.000 Eur verdienen und andererseits jeden Tag mit einem ordentlichen Auto und Anzug ins Büro kommen und dabei noch eine schöne Wohnung mieten.
Von Juristen wird aber oft ebendies erwartet, wer weiter kommen will, muss mal den Seniorpartner mit Frau zu sich nach Hause einladen u.s.w.
Daher ist hier auf der anderen Seite auch ein ordentliches Gehalt gefragt.

Natürlich nicht für
Soz.-Päds, obwohl auch die durchaus, wie ich gehört habe, in
Einzelfällen brauchbar sein können :smile:

Naja, das halte ich für ein Gerücht… :wink:

Frechheit :smile:… oder ich bin doch die Ausnahme (…oder aber
es liegt an den vielen Juristen und BWLern im Umfeld *g*)

Du bist natürlich die Ausnahme.
Eine Bekannte hat das auch studiert und arbeditet nun in einem Großen Unternehmen hier als Chefsekretärin.
Kein schlechter Job.

[…] Ich kenne
Juristen, die 1000 - 2000 euro brutto (!) bekommen und 30 %
der eigenen Einnahmen… und dann mit zwei Jahren
Berufserfahrung versuchen, woanders mehr zu bekommen…

Mag sein. Ich meine nur, man ist einfach selbst schuld, wenn
man sich derart ausbeuten lässt.
Eine zusätzlich Ausrichtung auf ein ausländisches
Rechtssystem, also Beispielsweise die Fähigkeit,
Korrespondenzanwalt Deutsch - Französisch oder noch besser,
Deutsch - Chinesisch zu sein, könnte einem dabei helfen,
sofort nach dem Studium mit einer eigenen Kanzlei erfolgreich
zu sein.

Natürlich, aber wem ist das während seines Studiums schon so
klar.

Naja also mir war schon klar, dass ohne Fremdsprachen auf dieser Welt nichts mehr läuft. Ich habe in der Schule sicherlich wenig mitgemacht, aber bei Englisch und Französisch war ich fast immer dabei.

Ich bin immer wieder erschüttert darüber, wenn ich auf
Recruitment-Messen rumstreune, wie erschreckend wenig Studis
sich darüber im Klaren sind, was sie denn eigentlich werden
wollen, wenn sie mal gro… ähm, mit ihrem Studium fertig
sind.

Das fällt mir bei den heute um die 18-22 Jährigen auch auf.
Allerdings meine ich reicht hier eine grobe Richtung aus. Wenn man alles zu genau plant und das dann nicht funktioniert, ist die Frustration sehr groß.
Ich weiss, wovon ich spreche und kann heute sagen, dass das Scheitern des eigentlichen Planes meinen Horizont stark erweitert hat.
Vermutlich bin ich so besser dran.

Sie fallen eher mehr.

Na dann man los und mehr Energie in Zusatzausbildungen
investieren, liebe Juristen!

Ich ruf mal mit auf! Nicht nur die lieben Juristen… das am
besten angelegte Geld während des Studiums (neben Miete und
Lebensunterhalt) ist das in Fortbildungen investierte.

…und das in Bier und Frauen!
Diese Studi-Monks, die den ganzen Tag nur lernen, haben es später auch schwer, denn die soft-skills oder auch Sozialkompetenzen sind ebenfalls sehr wichtig. Oft sogar interessanter als reines Fachwissen.

da ja nun bald die München-CSU
abgeschafft werden wird, gibt es ja nun noch weniger
Jura-Jobs, als das vor Hohlmeier ohnehin schon der Fall war…
:wink:

*g*
Schaun mer mal.

Jo mei…

Grüße aus München, der Stadt der christsozialen Weltpolitik!

Mathias

hi,

folgendes zu Deiner Anfrage:

Jurist
Anfangsgehalt (monatlich):
2.852,44 EURO
Ausbildung:
Uni
Verdienst (Grundgehalt) in der Vergütungsgruppe A 13, der üblichen Einstiegsgruppe bei Verbeamtung;

Richter und Staatsanwälte beginnen üblicherweise in der Vergütungsgruppe R 1, hier liegt das Grundgehalt bei einem Alter von 29 Jahren bei monatlich 3.203,67.

In der freien Wirtschaft schwankt die Bezahlung stark: Junge Rechtsanwälte verdienen mitunter sehr wenig, internationale Großkanzleien zahlen dagegen Top-Gehälter (siehe auch unter „Rechtsanwalt“).
Quelle: Bundesbesoldungsordnung 2004
* Die angegebenen Gehälter können nur Anhaltspunkte sein. Das individuelle Gehalt kann je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Position, Branche, Ort etc. nach oben oder unten abweichen.

Rechtsanwalt
Anfangsgehalt (monatlich):
2.045-3.068 EURO
Ausbildung:
Uni
Manche Großkanzleien zahlen hochqualifizierten Nachwuchskräften Einstiegsgehälter bis 76.694 Euro.
Der Tarif bei einigen angelsächsisch fusionierten Großkanzleien liegt nach Angaben von Angestellten bereits seit 2001 bei mehr als 86.000 Euro.

Laut Bundesagentur für Arbeit schlagen sich weniger qualifzierte Berufseinsteiger mit unbezahlten Praktika oder als freier Mitarbeiter (mit geringer Bezahlung) durch.
Quelle: Kammern/Akademiker-Jahresbericht der ZAV 2004
* Die angegebenen Gehälter können nur Anhaltspunkte sein. Das individuelle Gehalt kann je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Position, Branche, Ort etc. nach oben oder unten abweichen.

cu
alex