Es wurde doch eine Weile viel Aufhebens um die Verschlüsselungsmaschine „Enigma“ und das Aufdecken ihres Arbeitsprinzips durch den Feind gemacht.
Jetzt kam mir der folgende Gedanke: Es gibt in Deutschland mit den Sorben und den Friesen doch Minderheiten mit eigenen Sprachen, die in anderen Ländern nicht gesprochen und wohl auch kaum gelehrt werden.
Hätte man nicht Sorben oder Friesen zur Übermittlung geheimer Nachrichten heranziehen und damit das Entschlüsseln zumindest zusätzlich erschweren können?
bei einer „Häufigkeits-Analyse“ sind diese Sprachen sehr schnell
„geknackt“…
Das war ja ebend das „Geniale Prinzip“ der Enigma,das niemals der
gleiche Buchstabe beim „Verschlüsseln“ herauskam…
Ohne die „original-Enigma“ hätten die Allierten diesen Code auch nicht
knacken können…den Leistungsfähige Computer gab es zu diesem
Zeitpunkt noch nicht…
Dazu kam noch die „Tradition“ der Routinemeldungen gerade der Marine…
…
Man hätte sich an die gute „Faustregel“ halten sollen:
„nie mehr als nötig sagen…“
Hätte man nicht Sorben oder Friesen zur Übermittlung geheimer
Nachrichten heranziehen und damit das Entschlüsseln zumindest
zusätzlich erschweren können?
Hallo !
Ein uralter Hut. Bei den US-Amerikanern machten das spezielle Navajoeinheiten. Diese wurden in Nachrichteneinheiten zusammengefaßt.
Hätte man nicht Sorben oder Friesen zur Übermittlung geheimer
Nachrichten heranziehen und damit das Entschlüsseln zumindest
zusätzlich erschweren können?
Hallo !
Ein uralter Hut. Bei den US-Amerikanern machten das spezielle
Navajoeinheiten. Diese wurden in Nachrichteneinheiten
zusammengefaßt.
Kann schon sein - aber ich fragte ausdrücklich nach der Geheimhaltung auf _deutscher_Seite.
bei einer „Häufigkeits-Analyse“ sind diese Sprachen sehr
schnell
„geknackt“…
Kannst du das näher erläutern?
Soweit ich weiß, wird das doch nach Buchstabenhäufigkeit gemacht und Textverschlüsselungen damit aufgedeckt. Aber wie soll man das bei einer anderen Sprache anwenden?
Das war ja ebend das „Geniale Prinzip“ der Enigma,das niemals
der
gleiche Buchstabe beim „Verschlüsseln“ herauskam…
Ja, aber Enigma + sorbisch wäre noch ein bißchen schwerer gewesen, oder nicht?
Die Alliierten hatten das System der Enigma-Verschlüsselung längst gebrochen. 1975 wurde das bekannt gemacht.
Etwa 300 000 Enigmameldungen wurden von den Alliierten entschlüsselt.
Die Maschine selbst war nicht mehr wichtig für sie.
Siehe : Spektrum der Wissenschaft, Dossier. 4/2001. „Kryptologie“.
Die Enigma hatte große Schwächen, z.B der gleichförmige Antrieb. Jede Stellung der Walzen realisierte, mathematisch gesehen, ein Produkt von Potenzen vom Permutationen, die durch die innere Verdrahtung der Walzen vorgegeben waren.
Weil in den Kryptographischen Abteilungen der Alliierten vor allem doch Germanisten und deutsch sprechende Leute saßen, die sehr schnell bemerkt hätten, was da läuft. Platt sprechende Leute gab es in den USA wohl mehr, als in Deutschland selbst.
Sorben waren für die Nazis zu unsichere Kantonisten, da Slawen.
ich halte mich da mehr an die Original-Quellen…
auf deutscher Seite das „Militär-Geschichtliche Forschungs-Amt“
und auf Britischer Seite „The National Archives“ vormals PRO in London.
Danach gelang es dem polnischen Geheimdienst (Abteilung BS 4)
bereits 1928 in den Besitz einer deutschen ENIGMA zu gelangen,weil diese
von Berlin nach Warschau zur Deutchen Botschaft dort nicht als
„Diplomaten-Sendung“ abgefertigt worden war.
Damit war der polnische Geheimdienst in der Lage,ein Dechriffiergerät
zu konstruieren (sogenannte „BOMBA“ (nach dem polnischen Speiseeis) ).
Daher waren die Grundlegenden Prinzipien der ENIGMA-Verschlüsselung
also schon den (späteren) Allierten bekannt…
Das war ja ebend das „Geniale Prinzip“ der Enigma,das niemals
der
gleiche Buchstabe beim „Verschlüsseln“ herauskam…
Ja, aber Enigma + sorbisch wäre noch ein bißchen schwerer
gewesen, oder nicht?
Nein, soweit ich mich erinnere haben da polnische und tschechische Spezialisten mit an der Entschlüsselung gearbeitet. Das Verhältnis Sorbisch/Tschechisch ist vergleichbar mit Plattdeutsch zu Bayrisch. Das wäre für die Tschechen und Polen vielleicht sogar noch leichter gewesen.
Zumal die Windtalker als Sprechfunker im Gefecht eingesetzt wurden und soweit ich weiss nicht für die Kommunikation mit U-Booten etc.
Ich auch! Nämlich Otto Leiberich, der 45 Jahre als Kryptologe gearbeitet hat und in den 50er-Jahren mit den Leuten zusammengearbeitet hat, die maßgeblich an der Entwicklung der Enigma beteiligt waren.
Der bekannteste unter den polnischen Kryptologen war Marian Rejewski (1905-1980).
Die Polen lieferten ihre Ergebnisse über die Enigma an die Briten und Franzosen aus. Weit vor dem 2. Weltkrieg. Die von ihnen entwickelte Formel wurde dann „The formula that won World-War II“ genannt.
Diese ganze „Enigma“-Hysterie ist eine längst aufgeklärte Geschichte und war fast nie sehr geheimnisvoll.
Hollywood erzählt natürlich, dass es die tapferen US-Amerikaner waren, die das Gerät erbeuteten. Und damit den Krieg frühzeitig beenden konnten. Amerikaner haben es aber nie gesehen, die Engländer erbeuteten das Gerät.
Das Schöne und Geheimnisvolle dieses Geräts war sein Name „Enigma“. Hätte man es, wie das Gerät der Engländer „M209“ genannt, würde sich niemand dafür interessieren.
Ich auch! Nämlich Otto Leiberich, der 45 Jahre als Kryptologe
gearbeitet hat und in den 50er-Jahren mit den Leuten
zusammengearbeitet hat, die maßgeblich an der Entwicklung der
Enigma beteiligt waren.
Das Grundlegende Prinzip der Maschine wurde bereits 1915 von dem
Amerikaner Edward Hebern erfunden,der dafür eine „elektrische“
Schreibmaschine benuzte.Diese wurde von ihm dann später mit
Walzen ähnlich der Enigma ausgerüstet (U.S.Patent Nummer 1 683 072).
Die „deutsche“ Enigma wurde 1923 von dem Berliner Ingenieur
Arthur Scherbius in Berlin nach einem Patent von Jugo Koch aus
Delft von 1919 gebaut,das Scherbius gekauft hatte.
Scherbius nannte seine Maschine dann „Enigma“ (wohl aus verkaufs^1
Taktischen Gründen,denn diese war zunächst für den Privaten Markt
gedacht).
Der bekannteste unter den polnischen Kryptologen war Marian
Rejewski (1905-1980).
Dieser trat aber erst 1932 in den Polnischen Geheimdienst ein…
Das Schöne und Geheimnisvolle dieses Geräts war sein Name
„Enigma“. Hätte man es, wie das Gerät der Engländer „M209“
genannt, würde sich niemand dafür interessieren.
„ENIGMA“ war eigentlich der allgemeine Deckname für das deutsche
Chiffrierwesen bei den Allierten und wurde nur später fast nur
für das Gerät gebraucht…
Die Briten gebrauchten für ihr Chiffrierwesen den Decknamen „ULTRA“.
Die Briten gebrauchten für ihr Chiffrierwesen den Decknamen
„ULTRA“.
ULTRA war die Bezeichnung für das Projekt Dechiffrierung Enigma.
In späteren Zeiten konnten die Briten durch einen Nachbau alle möglichen Verschlüsselungsvarianten von Enigma durchgehen und brauchten teilweise nur 2 Std um eine Enigma-Meldung zu entschlüsseln
Weil in den Kryptographischen Abteilungen der Alliierten vor
allem doch Germanisten und deutsch sprechende Leute saßen, die
sehr schnell bemerkt hätten, was da läuft. Platt sprechende
Leute gab es in den USA wohl mehr, als in Deutschland selbst.
auch Friesen, wen man den Heimatmuseen auf Wyk/Föhr bzw. auf den Halligen glauben mag.
Friesisch gibt es m.W. auch in den Niederlanden.
Sorben waren für die Nazis zu unsichere Kantonisten, da
Slawen.
ULTRA war die allgemeine Bezeichnung für das (Mit)Abhören von
feindlichen Funk-und Fernsprechverkehr.
(im englischen steht Ultra nämlich auch für über(setzen) )
Es hat sich nur durch den „Rummel“ um die ENIGMA (als das am meisten
bei den deutschen verbreitete Verschlüsselungsgerät) so "eingeprägt.
Für das Arbeiten an der Dechiffrierung Enigma war auch der Codename
„Boniface“ im Einsatz in GB.
Die Offizielle Dienststellenbezeichnung der Abhörspezialisten war:
„Government Code and Cipher School (GC&CS)“ Bletchley Park und unterstand dem Britischen Secret Sevice.
Simon Singh „Geheime Botschaften“ Die Kunst der
Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeiten des Internet
Erklärt auch den Vorgang der Verschlüsselung sehr anschaulich
(Walzen)
ja Singh hat die Geschichte der Verschlüsselung sehr anschaulich und
einfach erklärt…
Putzig so die ersten Versuche mit „maschinellen“ Geräten…
bei einer „Häufigkeits-Analyse“ sind diese Sprachen sehr
schnell
„geknackt“…
Kannst du das näher erläutern?
Soweit ich weiß, wird das doch nach Buchstabenhäufigkeit
gemacht und Textverschlüsselungen damit aufgedeckt. Aber wie
soll man das bei einer anderen Sprache anwenden?
Nicht nur nach Buchstabenhäufigkeit…
Nehmen wir wieder das Beispiel 2.WK…
Egal in welcher Sprache du Meldungen verfasst…es wird immer
sich wiederholende Wörter geben wie z.B.
Führer,Hauptquartier,Divison usw.
die findest du dann anhand ihrer Häufigkeit auch…
das ist halt der Nachteil eines „geregelten Militärlebens“…
der Feind hat es „leichter“…-)
Das Verhältnis Sorbisch/Tschechisch ist
vergleichbar mit Plattdeutsch zu Bayrisch.
Das stimmt nicht so ganz.
Sorbisch wird in nieder- und obersorbische Dialekte eingeteilt. Dieser steht dem Polnischen und jener dem Tschechischen sehr nahe. Die sorbischen Dialekte bilden das sprachliche Bindeglied zwischen den beiden Sprachen, die man vielleicht in das selbe Verhältnis wie Platt und Bayerisch setzen könnte.