Geheime Separatwährung in der Bundesrepublik ?

Existiert in der Bundesrepublik eine geheime Separatwährung innerhalb der vermögenden Oberschicht (Netzwerk aus Finanzierungs- und Geschäftsgepflogenheiten unter Ausschaltung von Wettbewerb und Markt bei teilweiser Überschneidung mit der offiziellen Währung - zum Zweck der Besitzstandswahrung) ?

Ich hoffe, ich werde nach dieser Frage nicht abgeholt.

Torsten

eher nicht
Hi Torsten,

eine gewisse Paranoia ist ja immer angebracht, aber ich glaube, Du übertreibst. Daß es gewisse heimliche und unheimliche Beziehungsgeflechte in Wirtschaft und Politik gibt, ist unbestritten. Aber eine extra Währung: Nein.

Es soll angeblich eine Zeitlang eine zweite DM-Banknotenreihe in den Kellern der Bundesbank gegeben haben, um im Notfall evtl. Versuchen des Ostblocks, mit falschen DM-Noten die Wirtschaft zu stören, begegnen zu können. Aber das ist eben schon ein paar Jahre her.

Gruß
Christian

Wie leicht anhand von Äusserlichkeiten Irrtümer enstehen, kann man im Fall der Umstellung von DM auf EURO gut sehen.

Längst haben wir den EURO (zuständige Zentralbank, deren Steuerung, Verbreitungsgebiet der Währung), viele Leute glauben aber irrtümlich, der EURO käme erst mit der Einführung der EURO-Münzen und -Scheine und sie hätten jetzt noch die D-Mark.

Wesentlich für das Phänomen Währung und seine Steuerungsfunktion auf Abläufe und Besitzstandsverteilung ist doch weniger, welche Gegenstände (bestimmte Papier-Rechtecke und Metallscheiben) als gültige Währungszeichen ausgerufen sind, sondern vielmehr der kommunikative Background der Währung.

Im Zeitalter des elektronischen Geldes bewegt sich ja selbst die Physis des Geldes in den kommunikativen Bereich und wird vielleicht bald ganz mit ihm verschmelzen.

Wie leicht ist es da, Subsysteme zu etablieren, von denen nur die Teilnehmer wissen.

Das Nachsehen haben Aussenstehende. Das könnte zum Beispiel so aussehen, dass der Teilnehmer eines solchen Subsystems formal 1000 EURO besitzt und ein Nichtteilnehmer ebenfalls 1000 EURO. Aufgrund der Möglichkeiten des Geflechts kann sich der „Teilnehmer“ mit seinen 1000 EURO aber reale Werte verschaffen, für die der „Nichtteilnehmer“ mehr als 1000 EURO braucht (und sich vielleicht noch einmal den gleichen Betrag borgen muss - gegen Zins …).

Das sichtbare Geld kann also in seiner Bedeutung hinter „unsichtbares“ Geld zurücktreten, diesem „dienen“ und es sogar tarnen.

Genau darum geht es in meiner Frage.

Vielleicht ist diese Frage auch der philosophischen Fragestellung äquivalent, ob ein Betrug, den niemand bemerkt, ein Betrug ist. Ich meine ja, sofern sich die Handelnden bewusst mit konspirativen Mitteln einen Vorteil verschaffen.

Ich höre schon, dass Du sagst: Wenn es so wäre, kann man nicht viel dagegen machen. Ich meine: Man kann - im Zeitalter der Computerisierung zum Beispiel durch Eichung, Standardisierung, elektronische Versiegelung, Anonymisierung und Randomisierung von Auftragsvergaben.

Überwacht werden müssten diese Verfahren von Sachverständigen, bei denen ein wirtschaftliches Interesse ausgeschlossen ist und die sich mit einem besonderen Gelübde zur Unbestechlichkeit und zu einem überprüfbaren Lebenswandel verpflichtet haben.

Mit etwas Phantasie und wenn man nur will, lassen sich meiner Meinung nach Marktwirtschaft, Kommunismus und Gottes Reich gewaltfrei zusammenführen.

Schlage einmal so etwas wie eine Anonymiserung und Randomisierung von Auftragsvergaben in einem Wirtschaftsforum vor, höre Dir die Argumente dazu an, schaue Dir die Gesichter dazu an und ziehe Deine Schlussfolgerungen.

Ich würde mich freuen, etwas Positives darüber zu hören.

Torsten

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Fragen über Fragen.
Hallo Torsten,

ich habe Deinen Text jetzt dreimal gelesen, und ich muß gestehe: Ich lese zwar die Worte, aber deren Sinn bleibt mir verschlossen. Vielleicht bin ich ja doch etwas zu praktisch veranlagt, aber 2 Fragen (mindestens) muß ich doch stellen:
Wie soll das ganze aussehen d.h. praktisch funktionieren?
Warum soll das stattfinden?
Der Absatz mit den 1000 Euro war da wenig hilfreich.

Vielleicht kannst ja mal etwas Licht ins Dunkel bringen, auf das auch einfache Gemüter Erleuchtung finden mögen.

Gruß
Christian

so wie ich es verstanden habe…
ging es ihm darum, ob jemand aufgrund seiner gesellschaftlichen Stellung für 1000 € mehr bekommt, als der Otto-Normal-Verbraucher für 1000 €.

Moin Chris. :smile:

Also ich denke, er hat da recht. dies ist aber nicht aufgrund der Stellung oder nicht allein der Stellung anzusehen, sondern vielmehr aufgrund des Ansehens dieser Person.

Sagen wir mal Michael Jordon:

Er wird mit Sicherheit *was wir ja eh alle wissen* Geld dafür bekommen, dass er Nike - Schuhe trägt.
Wenn er jetzt aber einen Hyundai fahren würde wollen, so würde er für dieses Auto mit Sicherheit keinen Pfennig zahlen müssen, sondern er würde es kostenlos bekommen, denn die Werbung, die somit gemacht werden kann… die lässt sich in Geld nicht aufwiegen, denn Hyundai kann so nun mit Bestimmtheit sagen, selbst Air Jordon fährt dieses Auto, warum also nicht sie auch? Oder so ähnlich.

Hierbei spielen aber eher vertriebsfördernde Dinge eine Rolle, als eine 2. Währung. Es ist vielmehr so, dass es wahrscheinlich ist, sein Produkt zu verkaufen, wenn berühmte Sportler/Menschen dieses auch nutzen. Warum sonst trifft man in der Werbung soviele berühmte Menschen?

In diesem Sinne…

Marco