Geheime Wiederaufrüstungspläne der Reichswehr

Guten Tag,

in einem ZEIT-Artikel vor diversen Jahren habe ich gelesen, dass Reichswehr-Offiziere schon 1925 geheime Pläne für einen Revanchekrieg betrieben haben - angeblich ohne Wissen der Weimarer Regierung - und dafür die erforderlichen Ressourcen bestimmt haben. Die Pläne sind dann von Hitler ziemlich exakt umgesetzt worden.
Das ist aber auch die einzige Quelle darüber. Gibt es noch mehr dazu?

Danke, Stucki

Hallo !

Das sind doch alte Kamellen.

U-Boote wurden in Holland entwickelt.
Flugzeuge in der UdSSR.
In Schweden Panzer.

Deutsche Firmen gründeten in diesen Ländern Zweigstellen und zusammen mit den jeweiligen Gastländern wurde alles entwickelt.
Dabei waren Reichswehrmitglieder und Konstrukteure der deutschen Firmen.
MfgConrad

Hallo zurück!

Das sind doch alte Kamellen.

Dann wäre ich für Quellen und etwas klarere Angaben dankbar. Deine Antwort ist mir zu allgemein.

Stucki

Die Reichswehr z. Zt der Weimarer Republik war auch so gegliedert dass sie sehr schnell enorm vergrößert hat werden können. Die ganze Reichswehr war darauf ausgelegt, eine Armee größeren Stils zu werden. Auch wurde die Regulierung auf 100.000 Soldaten mit anderen Mitteln, Umbenennung und „Freikorps“ umgangen.
Auch die Ausbildung war zukunftsgerichtet.
Die Anfangserfolge der Wehrmacht sind nicht ohne Grund so spektakulär
gewesen denn zu Kriegsbeginn waren der deutsche Offizier und Unteroffizier durch Ausbildung ganz klar im Vorteil und den Allierten Pendants überlegen. Dieser Vorteil schrumpfte im Laufe des Krieges logischerweise.
Dass der Deutschland nach Ende des 1. Weltkriegs auferlegte Frieden die Gemüter mehr erhitzte als befriedete (z.B. Dolchstosslegende) hat den Faschisten nur geholfen.
Der 2. WK allerdings sollte ja laut Aufrüstungsplan Z erst um 1945 beginnen, zumindest wäre dann die Aufrüstung der Wehrmacht nach Plänen vollzogen gewesen.

Herbert

Moin, moin, Stucki,

ein überaus fakten-, kenntnis- und aufschlußreiches Buch ist:
John W. Wheeler-Bennett, Die Nemesis der Macht. Die deutsche Armee in der Politik 1918-1945. Droste-Verlag Düsseldorf 1954.
Originaltitel: The Nemesis of Power, The German Arma in Politics 1918-1945, MacMillan & Co Ltd., London

Good luck! - Rolf

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo !

Aha!

Na gut :

Über U-Bootsbau : „Schiff und Zeit“, verschiedene Nummern.
Flugzeugbau : Sehr viele Berichte in den letzten Jahren im Fernsehen.
Panzer : Fast jedes Buch über die deutsche Panzerentwicklung bringt auch den schwedischen Teil dieser Entwicklung.

Zufrieden?

Eines möchte ich mal dazu sagen : Zitiert man hier direkt aus einer Quelle, wird die Antwort als minderwertig abgetan, da nicht auf eigenem Mist gewachsen.
Zitiert man hier nach dem Gedächtnis, ist die Antwort wage und es fehlt eben die Quelle.

Was wollen die Fragesteller eigentlich? Eine Antwort auf ihre Frage oder den Fragebeantworter beurteilen, wie in der Klippschule?

mfgConrad

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… denn zu Kriegsbeginn waren der deutsche Offizier und
Unteroffizier durch Ausbildung ganz klar im Vorteil und den
Allierten Pendants überlegen.

Das sagt die 1925er-Studie auch ganz klar: Ausbildung neuer Soldaten ist einer der wichtigsten Aufgaben, da die 1. WK-Soldaten beim erneuten Einsatz zu alt sind.

Dass der Deutschland nach Ende des 1. Weltkriegs auferlegte
Frieden die Gemüter mehr erhitzte als befriedete …

Ohne Zweifel. Die Amerikaner konnten sich nicht gegen die Franzosen durchsetzen. Wobei man diese wohl auch verstehen muss: 1. Keiner hat das Bild vom „Erbfeind“ so kultiviert wie Preussen. 2. Die Verwüstungen in Nordfrankreich sind ungeheuerlich gewesen. 3. Bismarck hat penibel auf die Reparationszahlungen nach dem Krieg 1870/71 gepocht.
Dass dieser Friede so ausgefallen ist, liegt wohl auch an den Deutschen: Der Versailler Friede war im Vergleich zum Frieden von Brest-Litowsk, den sie den Russen aufgedrückt hatten, noch milde (Aussage in den „Politischen Informationen“ der Bundesregierung vor div. Jahren). Meines Wissens haben sogar die Amerikaner, als sie den Brest-Litowsk-Frieden sahen, gesagt: „Jetzt gibt es nur noch Kapitulation, keine Friedensverhandlungen!“

Der 2. WK allerdings sollte ja laut Aufrüstungsplan Z erst um
1945 beginnen, zumindest wäre dann die Aufrüstung der
Wehrmacht nach Plänen vollzogen gewesen.

Der von mit genannte ZEIT-Bericht (7.3.1997) sagt, dass die 1925er-Studie auf ca. 1939/40 als Revanchekrieg kommt.

Ein Punkt hat mich noch, sagen wir, erschüttert, obwohl bekannt ist, dass die Bundeswehr auf altgediente, erfahrene Offiziere zurückgreifen musste: Eine wesentliche Rolle hat damals ein junger Reichswehr-Hauptmann gespielt. Natürlich war er in der Nazi-Wehrmacht dabei und natürlich auch beim Aufbau der Bundeswehr. 1960 ist er aus dem Generalstab ausgeschieden. Man muss bedenken, dass die planenden Offiziere ganz genau wussten, dass sie etwas taten, was gegen die Weimarer Gesetze war. Na ja, in der Bundeswehr waren sie dann endgültig geläutert, konnten „Innere Führung“ und Demokratie voll gegenüber den jungen Soldaten vertreten.
DIE ZEIT weiter: Wenn die Nürnberger Ankläger diese Papiere gekannt hätten, wäre die deutsche Generalität nicht so glimpflich davon gekommen.

Genug davon.
Gruß, Stucki

Etwas OT: Krieg 1870/71
Hi,

ungeheuerlich gewesen. 3. Bismarck hat penibel auf die
Reparationszahlungen nach dem Krieg 1870/71 gepocht.

ich meine gelernt zu haben, dass Bismarck gegen hohe Reparationszahlungen war und lediglich erreichen wollte, dass sich Frankreich aus der „Deutschen Frage“ heraushält. Habe ich da was falsches im Kopf??

Grüße
Wolfgang

Hallo,

ich meine gelernt zu haben, dass Bismarck gegen hohe
Reparationszahlungen war und lediglich erreichen wollte, …

Die Quelle kann ich nicht mehr nennen. War’s im Fernsehen vor kurzem? Hab ich’s gelesen? Die Reparationszahlungen beliefen sich auf wohl 5 Mrd. Mark (damaliger Wert), Bismarck hätte „penibel auf pünktliche Einhaltung der Zahlungen geachtet.“

Grüße, stucki