Gehirnerschütterung?

Hallo zusammen.
Mein Freund ist vorhin vom Fußball spielen wieder gekommen und meinte, er ist mit einem anderen Spieler ziemlich unsanft zusammengestoßen. Danach hatte er Kopfschmerzen, konnte kurzzeitig nicht scharf sehen und hatte leichte Schwindelgefühle. als er sich aber hingesetzt hat, ging es ihm besser. Danach ist er auch mit dem Fahrrad nach Hause gefahren und liegt nun auf dem Sofa. Er sagt, er hat starke Kopfschmerzen, die aber besser sind, wenn er die Augen zu macht (lichtüberempfindlichkeit?), Tinitus im rechten Ohr, aber weder Schwindelgefühl noch Übelkeit.Seine Augen reagieren auf Bewegung meiner Meinung nach normal. Für mich klingt das nach einer leichten Gehirnerschütterung…liege ich damit richtig? Und müssen wir deswegen heute noch ins Krankenhaus (um die Uhr Zeit hat ja kein Arzt mehr auf) oder reicht es, wenn wir gucken, wie es ihm morgen geht und dann evt. zum Arzt gehen?
Danke schonmal
Laiza

Ich würde bis morgen abwarten - und wenn er noch irgendeine Beeinträchtigung hat, zum Arzt gehen.

So hatte ich das neulich mit meinem Sohn auch gemacht, der gefallen war.

Ansonsten musst du wohl in die Notaufnahme im Krankenkaus fahren und dort warten. Einen Rettungswagen würde ich deswegen nicht rufen.

Hi,

lass mich zusammenfassen:

  • Trauma am Kopf
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen (betroffener Hirnnerv?)
  • Tinnitus (betroffener Hirnnerv?)
  • Schwindel (betroffener Hirnnerv?)

Also mir würde das Sorgen machen…
Ich würde damit noch heute in der Notaufnahme vorstellig werden, da es zwar eher unwahrscheinlich, jedoch im Bereich des Möglichen liegt, dass da oben irgendwo eine Blutung vorherrscht; wäre natürlich schlau gewesen, das gleich zu tun, nachdem es passiert war und er merkte, dass etwas nicht stimmt.

Grüße
Liete

P.S.: Finger weg vom Aspirin.

Danke euch beiden. :smile:
Also das mit dem sehen, war ja nur kurz und als er sich hingesetzt hat, ging es ihm dann ja schon besser. Er hat vorhin was gegessen, war duschen und meint „bis auf Kopfschmerzen“ ist alles ok. kein Tinitus mehr,kein schwindel, keine Übelkeit. Wir warten mal ab, wie es ihm morgen geht, sollte es heut Nacht schlimmer werden, gehts halt ab in die Notaufnahme.

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Hi,

ein Schlag auf den Kopf ist immer eine Indikation für die Notaufnahme, wenn sich genannte Symptome zeigen. Damit sollte man nicht so leichtsinnig Umgehen, gerade dann, wenn man ein Kind hat.

Gerade am Abend/Nacht ist die Vigilanz des Betroffenen schwierig zu übersprüfen, zu dem zeigen sich Einblutungen erst später, eine Hirnschwellung aufgund des Traumas kann zu späteren Beeinträchtigungen führen, die ein paar Stunden vorher vielleicht garnicht waren.

GDA

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Die Liebe muss groß sein, wenn du das Risiko eingehst, ihn ein Leben lang pflegen zu müssen.

Weil ich so gern mit der Wand rede: s.z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnblutung#Epiduralblu… „symptomarmes Intervall“

sollte es heute Nacht schlimmer werden (…)

Macht ihr durch? Andernfalls ist es mir ein Rätsel, wie du mitkriegen willst, wenn er nachts eintrübt, wenn er eh schläft.

Jedenfalls: Viel Glück (warum auch immer ich mir die Mühe gemacht habe, einen vernünftigen Ratschlag zu geben).

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Servus Liete,

keep up the good work! Nicht den Kopf hängen lassen - das hier ist noch ein junges Wissensgebiet, wo auch die EBM noch nicht so richtig Einzug gehalten hat :wink:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1365-26…

Gruß

Kai Müller

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Hi,

Hi,

ein Schlag auf den Kopf ist immer eine Indikation für die
Notaufnahme, wenn sich genannte Symptome zeigen.

im Prinzip ja! Ich bitte aber zwei Dinge zu bedenken:
das Trauma war so stark, dass es nicht zu einer Platzwunde gekommen ist (beim Fußballspiel ist meistens der Kopf oder Fußballschuh des Gegners der An-/Aufprallpunkt, also relativ hart). Das sagt schon einmal etwas - als Indiz - über die Intensität aus. Eine Platzwunde oder ein anderes sichtbares, äußeres Trauma ist allerdings auch nicht Bedingung, um ein SHT verursachen zu können.

Zum Zweiten; der Verdacht einer Blutung ist immer gut und auch begründbar. Allerdings war die Verdachtssymptomatik dafür - und das wurde ganz explizit geäußert - nicht progredient, sondern sogar schon wieder - und das sehr schnnell - retrograd…was wiederum gegen eine Blutung spricht, die Symptomatik aber trotzdem zur Commotio/SHT1 passt.

Wer vlt. schon ganz andere, äußere Anprallverletzungen gesehen hat die keine zerebralen Blutungen verursacht haben, wird relativieren können, wie schwierig es eigentlich ist, diese zu bekommen. Blutungen ohne Trauma(z. B. Aneurysmen/ Gefäßfehlbildungen) wollen wir jetzt außen vor lassen.

Natürlich macht man keinen Fehler wenn man den V. a. Commotio sofort in den CT schiebt - und das soll jetzt auch kein Aufruf sein im Zweifel nicht zum Arzt zu fahren - aber eine Einblutung ist mit einer- auch späten - zunehmenden Eintrübung und nicht mit einer spontanen Beschwerdeminderung verbunden, bzw. geht sie dieser i. d. R. nicht voraus.

Gerade am Abend/Nacht ist die Vigilanz des Betroffenen
schwierig zu übersprüfen, zu dem zeigen sich Einblutungen erst
später, eine Hirnschwellung aufgund des Traumas kann zu
späteren Beeinträchtigungen führen,

Das sei unbestritten!

die ein paar Stunden vorher vielleicht garnicht waren.

Die gar nicht da waren ist der Punkt. Sie waren ja da…und schnell wieder weg!

GDA

Gruß
rolli

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Hi,

prinzipiell stimme ich dir zu.
Allerdings sollte man bedenken, das es sich hier um Laien handelt, die eine möglichen negativen Verlauf nicht abschätzen können.

Gerade wenn man wie von der Ursprungsposterin berichteten Sensationen (Lichtblitze, Kopfschmerzen, Tinnitus etc) leidet, sollte man das doch lieber einmal zuviel, als zuwenig abklären lassen. Es kann ja sonst was sein, was man ohne bildgebende Diagnostik nicht identifizieren kann.

Gruss
GDA

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Hi,

Hi,

prinzipiell stimme ich dir zu.

Danke!

Allerdings sollte man bedenken, das es sich hier um Laien
handelt, die eine möglichen negativen Verlauf nicht abschätzen
können.

das habe ich nicht nur mit keinem Wort bestritten, sondern auch berücksichtigt.

Gerade wenn man wie von der Ursprungsposterin berichteten
Sensationen (Lichtblitze, Kopfschmerzen, Tinnitus etc) leidet,

Die Lichtblitze hast du allerdings gerade erfunden. Es war von Sehstörungen die Rede! Vlt. meintest du ja die geschilderte Lichtüberempfindlichkeit…?

sollte man das doch lieber einmal zuviel, als zuwenig abklären
lassen. Es kann ja sonst was sein,

Ja, es kann immer etwas sein, darum geht es mir ja. Allerdins sollte man, gerade bei „Laien“ keine unnötigen Ängste produvozieren.

was man ohne bildgebende
Diagnostik nicht identifizieren kann.

Genau! Über diese verfügen wir hier nicht. Das heißt allerdings nicht im Umkehrschluss, dass man automatisch von den schlimmsten aller Möglichkeiten ausgehen muss => Notwendigkeit.
Ich habe versucht deine Aussage " ein Schlag auf den Kopf ist immer eine Indikation für die Notaufnahme" etwas zu relativieren und nicht in Frage zu stellen! Das " wenn sich genannte Symptome zeigen" habe ich für meine Argumentation bezüglich des UP berücksichtigt.

Gruss
GDA

Gruß
rolli

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Moin,

prinzipiell stimme ich dir zu.

Danke!

nichts zu danken :smile:

[…]

Gerade wenn man wie von der Ursprungsposterin berichteten
Sensationen (Lichtblitze, Kopfschmerzen, Tinnitus etc) leidet,

Die Lichtblitze hast du allerdings gerade erfunden. Es war von
Sehstörungen die Rede! Vlt. meintest du ja die geschilderte
Lichtüberempfindlichkeit…?

ja, da hast du natürlich Recht. Es war von keinen Lichtblitzen die Rede. Das habe ich wohl missgelesen.

sollte man das doch lieber einmal zuviel, als zuwenig abklären
lassen. Es kann ja sonst was sein,

Ja, es kann immer etwas sein, darum geht es mir ja. Allerdins
sollte man, gerade bei „Laien“ keine unnötigen Ängste produvozieren.

Hm… ich weiss nicht genau, ob ich da zustimmen kann. Ich finde ein Laie sollte die Möglichkeit haben sich über das gesammte Krankheitsbild eine Übersicht zu verschaffen und nicht nur die Rosinenstückchen vorgelegt kriegen.
Ein Schädel-Hirn-Trauma ist nun mal leider eine ernstzunehmende Angelegenheit mit all seinen Folgekomplikationen, die sich bekanntlich erst später manifestieren. Sie gehören dazu und man kann natürlich froh sein, wenn die bekannten "Angst"symptome nicht auftreten.

Aber grundsätzlich ist es natürlich so, das man keine Angst schüren soll, das ist schon korrekt. Ich finde die Tragweite des SHT sollte dennoch zur Geltung kommen, weil es nun mal sein kann und wir hier über ein geschriebenes Medium keinerlei Einblick auf die Schwere des Unfalls haben.

Nur wenn mir jemand sagt, das er Sehstörungen nach dem Unfall hat, so lässt mich das aufhorchen…

was man ohne bildgebende
Diagnostik nicht identifizieren kann.

Genau! Über diese verfügen wir hier nicht. Das heißt
allerdings nicht im Umkehrschluss, dass man automatisch von
den schlimmsten aller Möglichkeiten ausgehen muss =>
Notwendigkeit.

Nein, das ist wohl richtig und nur im Sinne des Patienten gedacht. Aber was ist in den nächsten 48 - 72 Stunden? Eintrübung des Bewusstsein nach einer SAB? Wenn man häufig mit sowas zu tun gehabt hat ist man als direkt Beteiligter (=der jenige der diese Leute versorgt) sensibilisiert und muss in alle Richtungen denken. Ich denke einfach, das dann auch das Expertentum und das Fachwissen dahinter es ausmacht, ob man professionell den Schaden betrachtet oder ein „Hausmittelchen“ sucht.

Ich habe versucht deine Aussage „ein Schlag auf den Kopf ist
immer eine Indikation für die Notaufnahme
“ etwas zu
relativieren und nicht in Frage zu stellen! Das „wenn sich
genannte Symptome zeigen
“ habe ich für meine Argumentation
bezüglich des UP berücksichtigt.

An dieser Aussage muss ich mich leider dennoch festhalten. Man weiss einfach nicht was im Schädel später los ist und sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn ich vom Fahrrad auf den Arm falle und der schmerzt mir hinterher, weil ich mich böse geprellt habe, ist eine Sache. Selbst wenn er gebrochen ist, man kann das wieder herrichten. Aber wenn du einen Schaden am Gehirn hast, sind die Probleme größer. Und deswegen sollte man da eher sensibilisiert sein und das war ansich meine Absicht - das man etwas hinter den Horizont schaut.

Gruss und danke für den Gedankenaustausch.
GDA

Ansonsten musst du wohl in die Notaufnahme im Krankenkaus
fahren und dort warten. Einen Rettungswagen würde ich deswegen
nicht rufen.

Ich weiss nicht warum sich die Leute scheuen einen Rettungswagen zu rufen. Eben darum müssen sie im KH warten, weil sie selber dort einchecken . Denn eines ist klar, die die mit dem Rettungswagen kommen, gelten als Notfälle und werden immer zuerst behandelt :wink:

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Moin,

Moin,

[…] ich glaube wir sind uns in der Sache einig, und es gab nur in der Bewertung der zeitlichen Notwendigkeit der Diagnostik, ein Dissens.

Gruss und danke für den Gedankenaustausch.

Grüße retour und mit dir, immer wieder gerne! :smile:

GDA

rolli

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Nicht dein Ernst?!

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Hi Liete,

ich befürchte doch…

In letzter Zeit höre ich auch immer öfters, dass wegen Lapalien (in diesem letzten Fall eine simple Platzwunde am Kopf der Rettungswagen gerufen wurde.

Begründung: Mein Mann hatte grad keine Zeit zu fahren, und die 10 Euro Selbstbeteilung sind ja noch billiger als wenn ich mir ein Taxi gerufen hätte. Außerdem komm ich da schneller dran.

Traurig aber wahr :frowning:

Gruß MoMi

In letzter Zeit höre ich auch immer öfters, dass wegen
Lapalien (in diesem letzten Fall eine simple Platzwunde am
Kopf der Rettungswagen gerufen wurde.

Mein Kind z. B. hatte auch mal eine „Platzwunde“ am Kopf, die aber sehr stark blutete. Da ich als Laie aber nicht wusste wie ich diese Verletzung einordnen kann, rufe ich eben doch lieber einmal mehr den Rettungsdienst. Da kenn ich nix.

Da verdrehst du aber gerade ganz schön die Tatsachen!

Mein Kind z. B. hatte auch mal eine „Platzwunde“ am Kopf, die
aber sehr stark blutete. Da ich als Laie aber nicht wusste wie
ich diese Verletzung einordnen kann, rufe ich eben doch lieber
einmal mehr den Rettungsdienst. Da kenn ich nix.

Bei so etwas, wenn man - insbesondere als Laie - Angst hat, sich nicht anders zu helfen weiß oder es irgendeinen sonstigen Grund zur Annahme gibt, dass es sich um einen Notfall handeln könnte oder unbedingt ein Krankenwagen/Rettungswagen/sonstwas in der Art erfoderlich ist: Kein Problem! Dafür ist der Rettungsdienst da.

Du schriebst allerdings (und ich zitiere wörtlich)

Denn eines ist klar, die die mit dem Rettungswagen kommen, gelten als :Notfälle und werden immer zuerst behandelt :wink:

Das ist totaler Schwachsinn und zeigt, dass du nicht die geringste Ahnung vom System hast, es dir dennoch erlaubst, hier deine Meinung ohne jegliche Reflektion oder Andeutung, dass es eben bloß deine Einschätzung ist, kund zu tun.

Ich arbeite in einem sozial schwachen Bereich, d.h. die Leute rufen STÄNDIG wegen nix an (Nasenbluten bei Zustand nach Nasenpopeln, das Blutdruckgerät hat nicht funktioniert, ganz leicht in den Finger geschnitten usw.), weil sie sich nicht anders zu helfen wissen (vom ärztlichen Notdienst haben die meist noch nie was gehört) und, glaub mir, die warten in der Notaufnahme mindestens genauso lange wie Leute, die mit dem Taxi oder zu Fuß gekommen sind.
Darüberhinaus merkt die Leitstelle auch, ob es dringend ist oder nicht. Wenn es nicht dringend ist, kommt ein KTW. Der hat in vielen Bundesländern die Vorgabe, dass er in unter 40 min da sein sollte. Diese Zeit darf man dann also zusätzlich zur normalen Wartezeit in der Notfaufnahme dazurechnen, wenn man Pech hat.
Und auch die Rettungsdienstler werden bei der Übergabe an das Personal der Notaufnahme mitteilen, ob es nun dringlich ist oder ob da jemand versucht hat, sich auf teure Art und Weise „vorzudrängeln“.

Wenn du hier einen Generalaufruf startest, dass die Leute bei jedem Rotz den Rettungswagen rufen, nur um vermeindlich nicht in der Notaufnahme warten zu müssen, bringst du Menschen dazu, dass - insbesondere in ländlichen Gegenden, in denen nur ein Rettungswagen ein großes Gebiet abdeckt - eben dieser Rettungswagen blockiert ist und der nächste Rettungswagen gute 20 min (wenn es gut läuft) braucht, bis er bei einem „echten“ Notfall landet: zum Beispiel bei einem Kind mit schweren Kopfverletzungen.

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Manchmal wünschte ich mir, die 112 wäre eine kostenpflichtige Hotline…

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