Eine 54-jährige hat (Krebsbehandlung als Ursache?) Gedächtnisprobleme.
Sie vergisst nicht nur Namen und Dinge, sondern ihr fallen beim Reden nicht immer die passenden Wörter ein und stockt dann.
Welche Übungen eignen sich in diesem Fall?
Sie löst gerne Sudoku, was zwar die Konzentration fördert, aber meines Erachtens nicht das Merken trainiert. Zudem sollte der Wortschatz irgendwie mit einbezogen werden. Lesen tut sie zwar manchmal, aber halt nicht so viel.
Egal. Dass Namen nicht zur Hand sind, wenn sie gebraucht werden, muss keineswegs auf ein schlechtes Gedächtnis hinweisen. Wenn ich im Verein die Schützen, die nacheinander auftauchen, in eine Liste eintragen soll, fällt mir oft genug der Familienname nicht ein, obwohl ich vielleicht zwei Minuten vorher vom „Hafner Schorsch“ gesprochen habe. Und das, obwohl mein Gedächtnis sonst sehr gut arbeitet. Ich vermute da eine Blockade, hervorgerufen durch den „Stress“, weil ich als Schreiber am Tresen sitze.
Wenn passende Wörter fehlen, ist auch nicht das Gedächtnis schuld, sondern eine Hirnfunktion, die Dinge mit Begriffen verbindet. Das passiert nicht gerade mir, aber etlichen Bekannten immer wieder - ohne jemals von Erkrankungen betroffen gewesen zu sein. Mancher kann’s wohl besser, mancher nicht so gut.
Ich fürchte, dass in diesem Fall mit Gehirnjogging nicht viel getan ist. Hilfreich könnte ein Training sein, mit dem die Angst vor solchen Fehlern abgebaut wird.
Wortfindungsstörung?
Es erscheint mir, so wie Du das beschreibst, schon außerhalb des „normalen“ Problems mit dem Namensgedächtnis zu liegen.
Google mal nach
Aphasie
Wortfindungsstörung
Ursachen sind vielfältig:
Cerebrale Insulte (Schlaganfälle), Hirntumoren, Verletzungen oder Entzündungen des Gehirns, Sauerstoffmangel im Gehirn, hirnatrophische Prozesse (Erkrankungen, bei denen Hirnsubstanz geschädigt oder abgebaut wird), Schilddrüsenunterfunktion, Psyche…
kann durchaus ein Fall für den Logopäden / Neurologen sein.
Vielleicht nicht ganz uninteressant und wird gern mal übersehen: Borreliose kann u.a. auch Auslöser dafür sein. Gabs mal (vor geraumer Zeit, Spätfolge) einen Zeckenbiss?
Ich vermute da eine
Blockade, hervorgerufen durch den „Stress“, weil ich als
Schreiber am Tresen sitze.
Bei dir vielleicht. Wenn ich in der Prüfung sitze, suche ich auch manchmal Wörter. Das meine ich nicht. Bei ihr liegt in diesen Momenten kein Stress vor.
Bei ihr ist es in stressfreien Situationen. Sie kann in diesen Momenten das fehlende Wort auch nicht umschreiben oder ein anderes finden (statt Hochschule z.B. Uni, Schule, Dozent, Lehrer etc.), sondern sucht verzweifelt danach und kommt nicht drauf.
Ich versuche es dann zu ergänzen und finde das Wort meist.
Bei Namen ist es noch schwieriger, was ich aber nicht so dramatisch finde. Sie persönlich stört das und sucht - sofern es nicht vom Gesprächspartner erraten wurde - teilweise stundenlang den fehlenden Namen. Hierbei kann sie anscheinend auch nicht immer die Person umschreiben z.B. der Sänger mit Lockenkopf o.ä.
Das passiert nicht gerade mir, aber etlichen
Bekannten immer wieder - ohne jemals von Erkrankungen
betroffen gewesen zu sein. Mancher kann’s wohl besser, mancher
nicht so gut.
Vorher war sie nur normal vergesslich - wie wir alle es mal sind. Seit der Krankheit ist es verstärkt.
Ursachen sind vielfältig:
Cerebrale Insulte (Schlaganfälle), Hirntumoren, Verletzungen
oder Entzündungen des Gehirns, Sauerstoffmangel im Gehirn,
hirnatrophische Prozesse (Erkrankungen, bei denen Hirnsubstanz
geschädigt oder abgebaut wird), Schilddrüsenunterfunktion,
Psyche…
Diesbezüglich trifft eigentlich nichts zu. Der Tumor liegt nicht im Gehirn, sondern im Darm mit Metastasen in Leber und befallene Lymphknoten.
kann durchaus ein Fall für den Logopäden / Neurologen sein.
Ich denke, dass sie von den Ärzten genug hat. Auf die genauere Untersuchung und Behandlung solcher Lapalien würde sie verzichten. Daher suchte ich etwas für daheim. Da würde sie auch „trainieren“.
Vielleicht nicht ganz uninteressant und wird gern mal
übersehen: Borreliose kann u.a. auch Auslöser dafür sein. Gabs
mal (vor geraumer Zeit, Spätfolge) einen Zeckenbiss?
Sie hatte einen einzigen vor etwa 5 Jahren. Die Zecke war noch gaaanz klein und die Einstichstelle war nicht auffällig.
Sie klagt phasenweise über Schmerzen im Rücken, Übelkeit, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Müdigkheit und Fieber, für die noch keine Ursache gefunden wurde. Vielleicht ist dies eine Lösung?
Ich denke, dass sie von den Ärzten genug hat. Auf die genauere
Untersuchung und Behandlung solcher Lapalien würde sie
verzichten. Daher suchte ich etwas für daheim. Da würde sie
auch „trainieren“.
Tja wenn sie nicht will und das ganze nur ne Lapalie ist, kann man den Thread ja schliessen.
Die Entscheidung kann ich ihr nicht abnehmen. Und Du auch nicht.
Alles trainieren wird ins Leere laufen, wenn das Symptom Folge einer der oben beschriebenen Ursachen ist.
Und die Chancen dafür scheinen nicht ganz unerheblich zu sein.
Versteh mich richtig: ich weigere mich, hier eine platte Linkliste zu Brainjogging-Seiten zu geben nebst Buchempfehlungen, wenn im Hintergrund womöglich eine Borreliose im Endstadium tobt oder die Schilddrüse gerade zu kollabieren beginnt oder oder.
WENN das Symptom vorher so noch nie da war und jetzt plötzlich zumindest so auftritt, dass es auffällt, halte ich es für unverantwortlich, nur am Symptom rumdoktern zu wollen.
Ich verstehe deinen Unmut. Ich denke ähnlich. Nur stellte ich hier die Frage und nicht sie - auch, damit sie mich weiter bringt.
Ich investiere teilweise viel zu viel Energie für die Lösung mancher Problematiken, die nur selten angenommen werden (aus diversen Gründen). Leider bin ich zu engagiert Trotzdem bringt mich persönlich die Lösungssuche - auch wenn sie nicht angenommen wird - weiter.
Ich kann ihr nur Vorschläge liefern. Beispielsweise hast du mich angeregt, in Richtung Borreliose zu forschen.
Leider hat sie mitllerweile aufgegeben zu kämpfen. Dies ist wohl das Hauptproblem, welches zuerst angegangen werden müsste. Dem Problem fühle ich mich aber nicht gewachsen…
Sie ist fit, trotzdem kümmert sie sich nicht um alternative Heilungsmethoden und Verbesserungen ihrer Lebensqualität, sondern um Dinge wie Beerdigung etc. Dies ist schon ziemlich heftig, wenn man bedenkt, dass sie noch munter durch die Gegend läuft. Ihre Psychologin ist begeistert von ihrer Lebensfreude. Das ist alles etwas konfus…
Der Krebs ist unheilbar und es ist anscheinend ihre Art, mit dem Thema Tod umzugehen. Daher lehnt sie fast jede Idee bezüglich einer alternativen Behandlung ab. Sie wird nur schulmedizinisch betreut, alles andere (auch, andere Mediziner zu befragen) leht sie mit fadenscheinigen Ausreden ab.
sei so nett und verrate mir doch mal, wie Du zur
angesprochenen Person stehst… Deine Ma?
Ja, du hast Recht…
Wenn es jetzt darum geht, wie DU damit umgehst, verdient das
Thema imho einen eigenen Thread
Nein, es geht hier nicht darum, wie ich damit umgehe. Das geht soweit. Eigentlich war ich an Ideen interessiert, die ich recherchiere und weitergebe (egal, ob sie nun angenommen werden oder nicht). Alleine schon deshalb, weil ich mich für mögliche Ansätze interessiere.
Zwar würde mich auch interessieren, wie ich etwas an ihrer Einstellung ändern kann. Ich befürchte aber, dass ich es nicht kann. Dieses Thema ist so komplex, dass ich dies lieber der Psychologin überlasse, die die Situation aber anscheinend ganz anders sieht wie ich.
Aus diesem Grund vermute ich, dass ich das alles so hinnehmen muss und stelle die Frage nach meinen Änderungsmöglichkeiten gar nicht erst.
Zwar würde mich auch interessieren, wie ich etwas an ihrer
Einstellung ändern kann. Ich befürchte aber, dass ich es nicht
kann.
Nun: oft ist es so, dass in dem Moment, wo Du die Verantwortung für andere übernimmst, die anderen jegliche Verantwortung schnell und gerne abgeben… und dafür ein wenig rumjammern. Ist ja auch bequemer so.
Manchmal ist es schwierig, dann wieder die Verantwortung dort abzugeben, wo sie hingehört. Wird dann nicht gerne genommen. Lieber jammern.
Btw: ich habe einige Mühe mir vorzustellen, dass Du gut mit dem derzeitigen Zustand zurechtkommst. Und ich vermute, dass deine Ma eher am Jammern ist als Verantwortung für sich zu übernehmen.
Wenn ich mich täuschen sollte, brauchst Du nicht weiter zu lesen.
Jammernden Menschen weiter zu helfen ist nahezu unmöglich. Je näher sie einem stehen, desto schwieriger. An einem solchen Punkt hilft imho am ehesten, einfach mal den eigenen Zustand zu beschreiben, wie hilflos und bedrückt es einen selbst macht, den anderen beim bewussten Verschlechtern seines Zustandes zu erleben… und das einfach mal im Raum stehen lassen…
Nun: oft ist es so, dass in dem Moment, wo Du die
Verantwortung für andere übernimmst, die anderen jegliche
Verantwortung schnell und gerne abgeben… und dafür ein wenig
rumjammern. Ist ja auch bequemer so.
Sie jammert nicht. Sie wird selbst aktiv - jedoch nicht in Richtung gesundheitlicher Besserung und Wohlbefinden, sondern in Richtung „Später“. In dieser Hinsicht ist sie sehr Selbständig und nimmt mir die Verantwortung ab (sie bereitet alles vor, damit ich es später einfacher habe).
Ich biete Hilfe an, sie nimmt sie aber nicht an.
Btw: ich habe einige Mühe mir vorzustellen, dass Du gut mit
dem derzeitigen Zustand zurechtkommst.
Naja, ich komme klar. Gut? Hmm, es könnte besser sein.
Ich nehme es so hin, wenn sie alles für „später“ vorbereitet. Natürlich ist es verdammt hart. Zumal ich in Krisensituationen nicht verharre, sondern schnell aktiv werde, um viele Möglichkeiten zu erkunden. Gleichzeitig jemanden verharren zu sehen, der die auf dem Tablett servieren Möglichkeiten noch nicht einmal kosten möchte ist schwer. Ich ‚friere‘ die erkundeten Möglichkeiten dann ein - vielleicht kann ich später darauf zurückgreifen.
Eine 54-jährige hat (Krebsbehandlung als Ursache?)
Gedächtnisprobleme.
Sie vergisst nicht nur Namen und Dinge, sondern ihr fallen
beim Reden nicht immer die passenden Wörter ein und stockt
dann.
Welche Übungen eignen sich in diesem Fall?
spontan würde ich ihr empfehlen Gedichte zu schreiben. Wenn sich die letzten Wörter zweier Zeilen reimen sollen, dann muss man ganz schön in seinem Wortschatz kramen. Eventuell könnte sie sich ein Lexikon für Synonyme zulegen, um ihren Wortschatz erweitern.
Weihnachten steht an. Ein Zweizeiler als zusätzlichen Gruß könnte den einen erfreuen und ist für sie nicht nur wegen der eigenen Leistungsfähigkeit ein Anreiz sich mit dem Dichten zu beschäftigen.
Sie jammert nicht. Sie wird selbst aktiv - jedoch nicht in
Richtung gesundheitlicher Besserung und Wohlbefinden, sondern
in Richtung „Später“. In dieser Hinsicht ist sie sehr
Selbständig und nimmt mir die Verantwortung ab (sie bereitet
alles vor, damit ich es später einfacher habe).
Ich biete Hilfe an, sie nimmt sie aber nicht an.
Respekt vor dieser Dame. So wie Du es beschreibst, scheint sie für sich eine Entscheidung getroffen zu haben und hinter dieser auch bis in letzter Konsequenz zu stehen.
Ich denke, diese Entscheidung gilt es erstmal zu respektieren.
Das sollte Dich aber dennoch nicht hindern, mal offen anzusprechen, wie DIR es dabei geht. Könnte interessant werden. Es könnte sein, dass deine Ma damit besser umzugehen weiss als mit Hilfeangeboten, die sie (jetzt noch) gar nicht will.
Zurecht. Sie hat / hatte eine harte Zeit. Ich natürlich auch, da ich für sie - aus Mangel an Kontakten - etwa ein Jahr lang alle Funktionen (Psychologe, Ehetherapeut, Partner, Freundin, Tochter etc.) übernommen habe.
Inzwischen hat sie sich gefangen und anscheinend ihren Weg gefunden, damit umzugehen.
Ich komme mit ihr zwar gut, mit dem gewählten Weg jedoch weniger gut klar.
Ich werde das Thema auf jeden Fall ansprechen, nur fällt mir das zusehen sehr schwer.
Respekt auch Dir, Tato.
Es ist nachvollziehbar, welche Zeiten Du da durchlebst. Und ich vermute, dass Du bereits selbst bemerkt hast, dass ein Ausweichen vor dem Thema nicht wirklich was bringt. Ich wünsche Dir alles Gute dabei - und vielleicht wirst Du ja schon nach den ersten Worten bemerken, wie sich der Knoten ein wenig löst…
Sie jammert nicht. Sie wird selbst aktiv - jedoch nicht in
Richtung gesundheitlicher Besserung und Wohlbefinden, sondern
in Richtung „Später“.
Im Gegensatz zu anderen sehe ich dieses Verhalten als durch und durch positiv. Deine Mutter ist realistisch. Sie tut alles dafür, um für sich ein gutes Gefühl zu haben, nämlich alles zu regeln, zu einem Abschluss zu finden, der - für sie - keine Lücke, keine unerledigten Aufgaben hinterlässt.
Ein Verdrängen der Tatsache, dass Krebs nunmal in den meisten Fällen eine tödliche Krankheit ist, empfände ich als destruktiv. Also so tun als ob nix wäre. Ich kenne aus meinem näheren und auch weiterem Umfeld beide Fälle und habe für mich den Eindruck gewonnen, dass diejenigen, die sich der Endlichkeit bewusst waren, letztlich eine bessere letzte Zeit hatten, weil sie sich nichts vormachten und sich damit auf das für sie Wesentliche konzentriert haben.
Nimm Deine Mutter mit Ihren Plänen ernst. Mit einer Freundin habe ich lange über ihre Wünsche für ihre Beerdigung gesprochen - und wir haben dabei viel gelacht. Das wird Dich vielleicht wundern. Aber wir haben einfach rumgeblödelt, was der Pfarrer sagen würde wenn sie das oder das für die Trauerfeier wollte (Champagner während dem VaterUnser verteilen und weiteren Blödsinn). Es erleichtert den Kranken ungemein.
Vielleicht ist es Deine (verständliche) Furcht vor dem Verlust, der Dir diese Aktivitäten Deiner Mutter so befremdlich erscheinen lässt (ein Gedanke…).
Ich finde diese Handlungen schon realistisch und ich habe schon mit ihr über die Beerdigung gesprochen. Dieses Gespräch war auch recht locker und nicht weinerlich oder ähnliches.
Trotzdem finde ich es schade, dass sie jegliche andere Möglichkeiten auf Besserung ablehnt. Ich habe erhofft, dass sie wenigstens eine Vitaminkur, Hypnose, Mistel oder ähnliches ausprobiert, da man nie wissen kann, ob es nicht vielleicht doch hilft oder das Wohlbefinden fördert. Ich bin Realist und weiß, wie die Prognosen sind. Ich erwarte auch von den alternativen Verfahren keine Heilung. Trotzdem denke ich, dass sich Kämpfen und um die Zukunft kümmern, miteinander vereinbar sind.