Hallo,
jeder kennt bestimmt das Phänomen. Vergangenes Weihnachten packt man die elektrischen Weihnachtskerzen ein und alle brennen noch.
Dann ruhen sie über den Sommer und das kommende Weihnachten ist die Lichterkette defekt, obwohl sie niemand über den Sommer angerührt hat.
Warum gehen die elektrischen Lichter dann plötzlich kaputt, wenn man sie nach dem Sommer in der Weihnachtszeit wieder einschaltet?
evtl. hat es mit Unachtsamkeit beim Einpacken für die Übersommerung zu tun. Es kann sein dass in den Fassungen noch Feutigkeit ist, diese lässt die Fassungen dann den Sommer über korrodieren und im nächsten Winter geht teilweise nichts mehr. Die Glühlämpchen/LEDs selber dürfte dies eigentlich nicht schaden.
Die Glühlämpchen/LEDs selber dürfte dies eigentlich nicht
schaden.
Also man sieht dann meistens nochmal die Kerzen kurz aufglimmen und dann ist eine kaputt. Kann es sein, dass irgendwie Luft oder Wasser über den Sommer in die Birnen kommt?
Wir haben nur die normalen Glühbirnen, also noch keine LED.
nein, das kann nicht sein. das ist ein geschlossener glaskörper. einzige möglichkeit wäre eine beschädigung beim einpacken (also glaskörper irgendwo angeschlagen).
Subjektiver Eindruck?
Also geht es nur mir so, dass man eine Lichterkette aufhängen will und auf einmal geht sie nicht mehr. Ich meine, man packt doch keine kaputte Lichterkette ein.
Der wahrscheinlichste Grund ist demnach Wasser, was die Fassungen korrodieren lässt?
Aber so einen Schaden würde man doch auch leicht feststellen können.
Aber so dermaßen zugerostete Fassungen hab ich auch noch nicht gesehen.
jeder kennt bestimmt das Phänomen. Vergangenes Weihnachten
packt man die elektrischen Weihnachtskerzen ein und alle brennen noch.
Dann ruhen sie über den Sommer und das kommende Weihnachten
ist die Lichterkette defekt, obwohl sie niemand über den Sommer angerührt hat.
Warum gehen die elektrischen Lichter dann plötzlich kaputt,
wenn man sie nach dem Sommer in der Weihnachtszeit wieder einschaltet?
alles geht irgend wann kaputt und das nicht nur im laufenden Betrieb,
sondern auch einfach durch Lagerung.
Bei manchen elektronischen Geräten ist es sogar so, dass lange Lagerung
viel eher zum Ausfall führt, als ständiger Betrieb. Die Ursache ist dann
meist Feuchte, die im Betriebswarmen Zustand sonst keine Wirkung hätte.
Ansonsten sind Korrosion, Mechanische Spannungen durch Temperatur-
schwankungen und bei Glühlampen auch Gasdiffusion an den Glasdurchführungen
der Anschlussdrähte ein guter Grund, weshalb nach langer Lagerung
vermehrt Ausfälle auftreten. Bei Halbleitern spielen auch noch andere
Effekte innerhalb des Materials eine Rolle, welche früher oder später zum
Versagen führen.
Wie stark diese Effekte sind, hängt auch von den Lagerbedingungen ab.
Hier muß auch festegestellt werden, dass Keller und Böden oft eher
nicht gut für die Lebendauer sind, weil deutlich größere und heftigere
Temperatur- und Feuchteschwankungen auftreten als innerhalb der Wohnung.
Gruß Uwi
Bei Halbleitern spielen auch noch andere
Effekte innerhalb des Materials eine Rolle, welche früher oder
später zum Versagen führen.
Welche Effekte meinst du da?
Das können bei EPROM, EEPROM und Flashspeichern Ladungsverluste in den
Speicherzellen sein. Irgendwann läuft das Programm nicht mehr.
Die mittlere Ausfallzeit liegt hier im Bereich von Jahren bis Jahrzehnten.
In Halbleitern gibt es durch thermische Effekte (Diffusion) auch
Verschlechterungen der Eigenschaften von Strukturen (Transistoren).
Irgendwann funktionieren diese dann nicht mehr korrekt.
Kann zwar hunderte Jahre dauern, aber nix hält ewig.
Durch Strahlung können auch Halbleiterstrukturen beschädigt werden.
Das ist stark von der Technologie und deren Strukturgröße abhängig.
Es kann auch Feuchte und aggressive Medien in Gehäuse eindringen
und dort Korrosion und Vergiftung von Halbleitern bewirken.
Hallo,
also ich habe die Erfahrung gemacht, daß das meist mechanische Schäden an den Glühwendeln sind. Wenn man sie sorgfältig, bei nicht zu extremen Wetter abnimmt und einpackt, überstehen sie auch den Sommer. Die sind nunmal nicht dafür gebaut irgendwo anzuecken. Einmal konnte ich das wirklich wunderbar beobachten - Kette war nur in einen Sack „gestopft“ - Stecker kurz rein und alles ging - „rausgezerrt“ (leider auf dem Pflaster auf der Terrasse), entwirrt und nichts ging mehr
Bei den Billigketten steht das wohl inzwischen in der Anleitung (die kein Mensch liest) - damit kann man so gut wie alle Gewährleistungsansprüche abschmettern.
In Halbleitern gibt es durch thermische Effekte (Diffusion)
auch
Verschlechterungen der Eigenschaften von Strukturen
(Transistoren).
Was diffundiert da? Sind das die ins Siliziumgitter eingebrachten Atome, mit denen dotiert wird? Wie sollten die sich denn aus dem Gitter lösen? Da müssten doch Atombindungen aufgebrochen werden?
Was diffundiert da? Sind das die ins Siliziumgitter
eingebrachten Atome, mit denen dotiert wird?
Möglich, es können auch Fremdstoffe von außen eindringen.
So genau weiß ich es auch nicht. Halbleiterphysik ist nicht mein
Fachgebiet. Ich behaupte auch nicht, dass es schnell passiert.
Kann womöglich Jahrhunderte dauern, eh mal ein Transistor defekt ist.
Wie sollten die
sich denn aus dem Gitter lösen? Da müssten doch Atombindungen
aufgebrochen werden?
Wenn es nach einfachen Gesetzen geht, dürfte die Sonne auch nicht leuchten.
Die mittlere Energie der Teilchen reicht für eine Fusion überhaupt nicht
aus, da fehlen Größenordnungen
Gruß Uwi
Wie sollten die
sich denn aus dem Gitter lösen? Da müssten doch Atombindungen
aufgebrochen werden?
Genau das passiert.
Halbleiter diffundieren im Zeitraum von Jahren bis Jahrzehnten aus.
Je wärmer desto schneller (Arrheniusmodell, Stichwort Aktivierungsenergie).
Da braucht es keine Verunreinigung.
Bei LEDs sind es eher Jahre als Jahrzehnte.
Ich hab vor wenigen Monaten einen LED Dauerteststand gesehen (zivile Luftfahrt): Nach 5 Jahren sieht man schon einen sehr deutlichen Degradierungseffekt.
Was diffundiert da? Sind das die ins Siliziumgitter
eingebrachten Atome, mit denen dotiert wird? Wie sollten die
sich denn aus dem Gitter lösen? Da müssten doch Atombindungen
aufgebrochen werden?
Überlege dir mal die die Fremdatome ins Material eingebracht wurden
Die Aktivierungsenergie wird nicht nur durch Die Temperatur erzeugt, sondern auch durch die Feldstärke und die Stromdichte.
Die begrenzte Anzahl Programmierzyklen bei EPROM, EEPROM, FLASH usw. kommt nur durch Materialwanderung zu Stande. Um die Bitzellen zu Programmieren erzeugt man „Heisse Elektronen“ welche dann durch die Isolationsschicht tunneln (ohne Quantenmechanik keine EPROMS), dazu benötigt man entsprechende Feldstärken. Dabei dringen aber auch Atome in die Isolationsschicht mit ein, wodurch diese dann ihre Eigenschaft verliert und die Bitzelle defekt ist.
Wir hatte damals eine der ersten Chargen des 6502 verbaut. Unter 20°C führten diese den Reset nicht richtig durch. Zudem hatte man bei dieser Anwendung, aus Kostengründen, den RC-Oszillator verwendet, an Stelle eines Quarzes.
Das Problem konnte wir durch „Backen“ der ICs bei 130°C für 12h lösen. Die 130°C liegen noch weit unterhalb der zulässigen Lagertemperatur. Von 100 Stück war dann eine CPU defekt und bei allen anderen waren die Probleme behoben. Komischerweise standen dann auch alle Trimmer für den Frequenzabgleich in genau der selben Stellung.
Bei kritischen Geräten „backe“ ich heute noch Halbleiter. Die Parameterstreuung zwischen den Halbleitern wird etwas kleiner und die alterungsbedingten Driftwerte werden wesentlich kleiner.