Geht nicht - gibts nicht ?

Hallo alle zusammen !

Mal folgende hypothetische Frage:

Jemand hat sich in den Kopf gesetzt, eine Immobilie zu erwerben.
Dieser jemand hat derzeit folgende Stituation:

Er zahlt für Mietkosten seines Gewerbebetriebes und für private Mietkosten insgesamt über 2000 Euro / Monat ! Für einen rechnerischen Abtrag von 1500 Euro könnte er sich eine ordentliche Gewerbemischimmobilie hinstellen.

Das Problem:
Sicherheiten Null, bis auf ein paar kleine Lebensversicherungen.
Er hat noch ein Darlehen laufen, welches aber stetig und pünktlich
abgezahlt wird (Laufzeit noch ca. 5 Jahre). Die Geschäftslage ist gut, erfordert jedoch eine Einsparung an Kosten (die ja mit dem Vorhaben erreicht werden würde). Achja, der gute Mann ist zudem noch Unterhaltszahler, aber auch hier fließt das Geld pünktlich. Er hat also genügend Einkommen, um einen Abtrag zu sichern, zudem eine Lebenspartnerin, die mit in das Boot springen würde.

Lösung ?
Wie stellt man dieses Vorhaben nun einer Bank dar, so dass man eine Finanzierung erreichen könnte ? Eigenkapital könnte nur durch Eigenleistung erbracht werden, dieses jedoch in einem nicht unerheblichen Umfang, da der Mann im Bekanntenkreis viele Handwerker „griffbereit“ hätte.

Vielen Dank für eure Meinungen !

Gruss
Olli

Hallo,

Mal folgende hypothetische Frage:

lieber konkret werden. Wir sind hier nicht bei den Juristen.

Wie stellt man dieses Vorhaben nun einer Bank dar, so dass man
eine Finanzierung erreichen könnte ? Eigenkapital könnte nur
durch Eigenleistung erbracht werden, dieses jedoch in einem
nicht unerheblichen Umfang, da der Mann im Bekanntenkreis
viele Handwerker „griffbereit“ hätte.

Naja, ich würde der Bank das halt mal so erzählen. Allerdings sollte man bei der Kalkulation auch berücksichtigen, daß ein Eigentümer bei vielen Dingen, die schnell viel Geld kosten können, nicht auf einen Vermieter verweisen kann, der sich um vieles kümmern muß. Außerdem sollte ein Eigentümer daran denken, daß er durchaus nicht geringe Beträge für Instandhaltungen zurücklegen sollte, falls irgendwann mal das Dach undicht wird. Außerdem muß ein Eigentümer ganz andere Versicherungen abschließen, um sein Eigentum und das Dritter zu schützen, falls bspw. mal die Bude abbrennt oder ein Sturm Dachziegel auf den Autos der Nachbarn verteilt.

Insofern relativieren sich die 500 Euro Einsparungen recht schnell.

Im übrigen würde ich mich mal auf http://www.kfw.de informieren. Kreditinstitute kommen von sich aus nur selten auf den Gedanken, Förderkredite zu empfehlen, weil sie selber praktisch nichts daran verdienen aber viel Aufwand haben.

Gruß,
Christian

Hallo Olli!

Mal folgende hypothetische Frage:

Der hypothetische Fall kommt wie folgt bei mir an: Ein Geschäft läuft, es hält sich gerade so über Wasser. Der erwirtschaftete Überschuß ist so gering, daß schon 500 € monatlich eine ausschlaggebende Rolle spielen. Ein kaputter Reifen am Auto, eine Wartung, ein Reparaturfall im Geschäft bringen das Boot ins Schlingern. Der Geschäftsinhaber kann sich aufgrund von Verbindlichkeiten und Unterhaltsverpflichtungen kaum noch rühren. In dieser mäßigen wirtschaftlichen Lage soll eine größere Investition ohne jedes Eigenkapital getätigt werden. Als Eigenkapital soll eigener Muskeleinsatz und Schwarzarbeit von Bekannten dienen. Offen bleibt, wovon die Schwarzarbeiter bezahlt werden sollen und wie das Geschäft den Abzug eines Teils der Inhaber-Arbeitskraft verträgt. Jedenfalls soll eine Bank begeistert werden, das Kartenhaus zu finanzieren. Zur Motivation der Bank werden berufliche Existenz, das Dach über dem Kopf sowie Einkommen und Bürgschaft der Partnerin in einen Topf geworfen.

Es kann sehr vernünftig sein, ein Unternehmen in eigener Immobilie zu betreiben und nicht in allen Fällen ist es nötig und möglich, Geschäft und privates Dach über dem Kopf zu trennen. Du kleisterst aber zu viel untrennbar zusammen. Ein Ende der Partnerschaft würde das Ende Deiner wirtschaftlichen Existenz bedeuten, vom finanziellen Schicksal der Partnerin ganz zu schweigen, die mit einer Bürgschaft in eine Sache einsteigt, die sie vermutlich nicht übersieht. Bezieht Deine Partnerin ihr Einkommen aus Deinem Geschäft, wird ihre Bürgschaft nichts wert sein. Ist sie anderweitig Gehaltsempfängerin und hat keinen Einblick und keinen unmittelbaren Einfluß auf das Geschäft, kann ihre Bürgschaft sittenwidrig sein.

Nach Kennzahlen des Unternehmens frag ich lieber gar nicht, aber frage Dich selbst, weshalb Du selbständig bist. Die Aussicht auf Reichtum ist offenkundig nicht der Grund. Was dann noch bleibt, ist Unabhängigkeit. Aber genau die bist Du im Begriff, aufzugeben. Du machst Deine gesamte Existenz, das Geschäft, das Dach über dem Kopf, den gefüllten privaten Kühlschrank bis zu den Menschen, für die Du unterhaltspflichtig bist, vom Bestehen der aktuellen Partnerschaft abhängig. Du machst das alles von einer Bank abhängig. Aber Banken werden es sein, die Dich und Deine Partnerin vor all dem bewahren, denn Du wirst für das Vorhaben keine Bank finden. Sei froh!

Du mußt einen Weg finden, das Geschäft zu beleben und/oder die monatlichen Belastungen zu senken, um zu Eigenkapital in Form von frei verfügbarem Geld für weitere Vorhaben zu kommen. Immer ein Stückchen höher in den Schuldenturm zu krabbeln, ist nicht der dauerhaft tragfähige Weg, der Dich ruhig schlafen läßt.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Finanzierung bei Bank wird sehr schwer. Schließe mich grundsätzlich meinen Vorrednern an.
Alternative wäre beispielsweise http://www.genotec-eg.de/.
Wahrscheinlich gibts wieder einen Aufstand des Forums, aber einfach mal anschauen kostet ja nix. Es gibt Nachteile, aber auch Vorteile.

Viele Grüße

Laber

Genotec - die Lösung aller Finanzierungsprobleme?

Hallo,

Alternative wäre beispielsweise http://www.genotec-eg.de/.
Wahrscheinlich gibts wieder einen Aufstand des Forums, aber
einfach mal anschauen kostet ja nix. Es gibt Nachteile, aber
auch Vorteile.

Viele Grüße

Laber

Herr Hussing, vermitteln Sie zufällig provisionspflichtige Genotec-Verträge?

Der Genotec Mietkauf ist teurer als eine Bankfinanzierung, in jedem Fall bei den derzeitigen Darlehenszinsen. (Aber: Eine Berechnung mit den derzeit aktuellen Konditionen von 4% auf 10 Jahre, anschließend 8% bringt dasselbe Ergebnis).

Abschlusskosten für den Eintritt in eine Genossenschaft sind in dieser Höhe sehr ungewöhnlich (1,6% von der Investitionssumme). Sie sind wohl für den Vertrieb erforderlich.

Es ist nirgendwo ersichtlich, wie die Kosten für die Verwaltung der Immobilien, Zahlungen, Instandhaltung, Reparaturen etc., aufgebracht werden.

Die Immobilie gehört, rechtlich gesehen, Genotec (Aber: Wer ist in den 25 Jahren für Instandhaltung und Reparaturen zuständig?).

Der Kaufpreis der Immobilie ist von Anfang an festgelegt (Aber: Genotec erhält nach 25 Jahren nur den Nominalwert, nicht den realen, durch Inflation erhöhten Wert).

Der Genossenschaftsanteil ist niedriger als das Eigenkapital bei einer Bankfinanzierung
(!!!Aber: Es ist ungeklärt, woher aus den relativ niedrigen Genossenschaftsanteilen, ca. 10-15% der späteren Investitionssummen, die Immobilien finanziert werden sollen. Es ist davon auszugehen, dass ein stark progressives Mitgliederwachstum erforderlich ist!!! ).

Es gibt staatliche Förderungen für Genossenschaftsanteile (Aber: Damit wurden schon in den 90er Jahren im VL-Bereich unbedarfte Anleger zu zweifelhaften Anlagen überredet).

Da keine Finanzierung erfolgt, ist keine Schufa-Auskunft erforderlich (Aber: Wer schützt Genotec vor schlechten Zahlern?).

Personen, die Schwierigkeiten haben, eine Bankfinanzierung zu erhalten, können Immobilieneigentum erwerben (Aber: Können die sich dann den Genotec Mietkauf überhaupt leisten?)

Da dem Mietkäufer die Immobilie nicht gehört, ist eine Zwangsversteigerung ausgeschlossen (Aber: Was passiert, wenn Genotec insolvent wird?)

Schutz vor Vermögensverwertung nach Hartz IV. (Aber: Zahlt das Arbeitsamt auch die Ansparleistungen? Wohl eher nicht).

Lösung aller Finanzierungsprobleme? Leider nicht!
Hallo,

nein ich bin kein Mitarbeiter und habe es noch nie verkauft.
Aber es gibt definitiv Vorteile aber unbestritten auch Nachteile.
Mann mann mann, das war ja einfach nur mal ein Tipp zum nachlesen und „ein bisschen über den Tellerrand schauen“.
Bisher hat mir noch niemand ein Killerkriterium gegen Genotec geliefert, aber auch das ist wahrscheinlich (wie so vieles) Ansichtssache. Mir würde es viel besser gefallen, wenn man auf irgendeine Art und Weise (vielleicht sogar hier im Board) gemeinsam mal Vor- und Nachteile erarbeitet um eine generelle Empfehlung geben zu können falls das überhaupt möglich ist. Wie gesagt, Vieles (und das erstreckt sich auf die gesamte Finanzbranche) ist Ansichtssache.

Viele Grüße

Laber