Geisterhafte Fernwirkung

Hi,

eine Frage, die mich schon lange quält:

Die von Einstein, Podolsky und Rosen vorgeschlagenen Experimente
wurden ja durchgeführt und haben die Existenz einer instantanen Fernwirkung gezeigt, sprich einer Wirkung, welche sich nicht mit c sondern ohne jegliche Verzögerung manifestiert. Dass damit trotzdem keine Information übertragen werden kann, sei mal nebensächlich.
Mich interessiert in diesem Zusammenhang der Begriff ‚instantan‘.

Wenn es sinnlos ist, von der absoluten Gleichzeitigkeit von Ereignissen zu reden, welchen Sinn macht es dann von sogenannten instantanen Fernwirkungen zu reden? insbesondere, wenn ich die zwei verschränkten Teilchen in unterschiedliche Bezugssysteme versetze, bevor ich die Fernwirkung auslöse?

grüße

unimportant

Wenn es sinnlos ist, von der absoluten Gleichzeitigkeit von
Ereignissen zu reden, welchen Sinn macht es dann von
sogenannten instantanen Fernwirkungen zu reden?

Welchen Sinn macht es, einen Schmetterling als Zitronenfalter zu bezeichnen, obwohl er keine Zitronen faltet? Man darf Begriffe nicht so wörtlich nehmen. Entscheidend ist, was damit gemeint ist.

Wenn es sinnlos ist, von der absoluten
Gleichzeitigkeit von
Ereignissen zu reden, welchen Sinn macht es dann
von
sogenannten instantanen Fernwirkungen zu reden?

Der Zustandsvektor ist keine physikalische Realität. Erst durch den Messprozess manifestieren sich die objektiven Eigenschaften des Systems (nämlich das Messergebnis).
Deshalb hat die instantane Übertragung von Quantenzuständen auch nichts mit der Gleichzeitigkeit von Ereignissen zu tun. Und sowohl Einstein als auch Schrödinger können ruhig schlafen.

Gruß
Oliver

Hallo Unimportant,

Die von Einstein, Podolsky und Rosen vorgeschlagenen
Experimente
wurden ja durchgeführt und haben die Existenz einer
instantanen Fernwirkung gezeigt, sprich einer Wirkung, welche
sich nicht mit c sondern ohne jegliche Verzögerung
manifestiert.

Ja, aber, nein, nicht doch, weisst Du, … *stotter* …

Noch mal von vorn: Wenn Du Dich mit EPR-Paradoxon wirklich befasst hast, muesstest Du wissen, dass es eben keine instane Fernwirkung ist und auch natuerlich kein Paradoxon ist, auch wenn es sich so „schimpft“.

Dass damit trotzdem keine Information übertragen
werden kann, sei mal nebensächlich.

Nein und ja, es ist eben nicht nebensaechlich und weil gerade damit keine Information uebertragen werden kann, wird auch keinerlei „instantane“ Fernwirkung geleistet. Man kann noch nicht einmal von Fernwirkung sprechen, ausser vielleicht, man versteht die Information am anderen Ende, dass ein EPR-Quant ueberhaupt eintraf bereits als „Fernwirkung“. Und instantan, naja, EPR-Quanten fliegen auch nur mit c, …

Damit ist Deine Frage nach der Sinnhaftigkeit von instantan, Gleichzeitigkeit und Fernwirkung vom Tisch.

viele Gruesse, Peter

Also gut,…
ich hätte meine Frage wohl eher so formulieren sollen: ‚Was ist in diesem Kontext mit dem Begriff instantan gemeint?‘

Kann mir dies irgendjemand erklären oder irgendeinen Link posten, wo dieses scheinbare Paradoxon aufgelöst wird.

In diesem Kontext muss ja unter dem Begriff instantan etwas anderes verstanden werden als z.B. Newton meinte, als er behauptete, Gravitation würde sich instantan über die Ferne auswirken. Denn diese, Newtons Annahme setzte ja fälschlicherweise tatsächlich eine absolute Gleichzeitigkeit vorraus.

Was aber bedeutet instantan bei EPR-Experimenten?

lasst mich bitte nicht dumm sterben.

unimportant

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Wenn es sinnlos ist, von der absoluten
Gleichzeitigkeit von
Ereignissen zu reden, welchen Sinn macht es dann
von
sogenannten instantanen Fernwirkungen zu reden?

Der Zustandsvektor ist keine physikalische Realität. Erst
durch den Messprozess manifestieren sich die objektiven
Eigenschaften des Systems (nämlich das Messergebnis).
Deshalb hat die instantane Übertragung von Quantenzuständen
auch nichts mit der Gleichzeitigkeit von Ereignissen zu tun.
Und sowohl Einstein als auch Schrödinger können ruhig
schlafen.

also ich versuchs mal so zu verstehen:
Die Manifestation des konkreten Zustands durch die Messung (am einen Teilchen) geht zwar einher mit einer Festlegung des Zustands des anderen Teilchens, nur da hierbei absolut nichts passiert, was in irgendeiner Form als Ereignis gedeutet werden könnte (sonst könnte man ja damit quasi Informationen überlichtschnell Morsen), kann man diese Manifestation in keiner Weise als Auslöser benutzen, z.B. um eine Uhrzeit abzulesen. Diese Manifestation steht damit quasi außerhalb?? aller ereignisbasierten Zeitmessungen.
Mich irritiert nur, wieso man dann überhaupt diesen Begriff der Gleichzeitigkeit ins Spiel bringt und frage mich, was er überhaupt bedeuten soll. Wieso sagt man nicht statt einem nicht näher erklärbaren instantan ein undeutliches irgendwann?

Grüße

unimportant

Hi

also ich versuchs mal so zu verstehen:
Die Manifestation des konkreten Zustands durch die Messung (am
einen Teilchen) geht zwar einher mit einer Festlegung des
Zustands des anderen Teilchens, nur da hierbei absolut nichts
passiert, was in irgendeiner Form als Ereignis gedeutet werden
könnte (sonst könnte man ja damit quasi Informationen
überlichtschnell Morsen), kann man diese Manifestation in
keiner Weise als Auslöser benutzen, z.B. um eine Uhrzeit
abzulesen.

Ja, die Festlegung eines Zustands ist kein Ereignis.

Mich irritiert nur, wieso man dann überhaupt diesen Begriff
der Gleichzeitigkeit ins Spiel bringt und frage mich, was er
überhaupt bedeuten soll. Wieso sagt man nicht statt einem
nicht näher erklärbaren instantan ein undeutliches
irgendwann?

Naja, „instantan“ bedeutet hier eben, dass der Zustand beider Teilchen in dem Moment festgelegt wird, wo der Zustand eines Teilchens gemessen wird. Nur ist eben - wie schon gesagt - die bloße Festlegung eines Zustands kein Ergeignis.

Gruß
Oliver

Hi
Ein Teilchenpaar befindet sich 200 km auseinander in einem undefinierten (Superposition ?) Zustand. Eines davon wird gemessen und offenbart seinen Zustand. In diesem Fall muß das andere teilchen auch seine Larten auf den Tisch legen. Und jetzt kommt’s:
Passiert das gleichzeitig oder um 200 km/c Sekunden verzögert. Das müßte sich feststellen lassen, wenn man die Vorgänge bei 100 km zwischen den Teilchen beobachten würde. Wenn ich Prof. Zeilngers Buch „Einsteins Schleier“ richtig gelesen habe, geht er von einer Gleichzeitigkeit aus. Welche Information veranlaßt dann aber Teilchen Nr.2 sich zu offenbaren???
Ratlos, aber mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Die Quantenmechanik ist nicht lokal.
Hi

Passiert das gleichzeitig oder um 200 km/c
Sekunden verzögert.
Das müßte sich feststellen lassen, wenn man die
Vorgänge bei
100 km zwischen den Teilchen beobachten würde.

Ja, es passiert gleichzeitig.

Welche Information
veranlaßt dann aber Teilchen Nr.2 sich zu
offenbaren???

Das ist ja gerade der Witz an der Sache: es wird überhaupt keine Information übertragen. Das Teilchenpaar ist einfach nur verschränkt, das heißt lax fomuliert, es verhält sich wie ein einziges „Superteilchen“, das nur eben so weit ausgedehnt ist. Wenn man nun den Zustand am Ort des einen Teilchen festlegt (durch die Messung) hat man eigentlich den Zustand des gesamten „Superteilchens“ und damit auch den Zustand am anderen Ort festgelegt. Man sagt: "Die Quantenmechanik ist nicht lokal."

Insbesondere bedeutet das, dass zwischen den Teilchen keine Information übertragen wird. Man merke sich: Es gibt zwar eine instantane Korrelationen, aber keine instantanen Wechselwirkungen.

Genausowenig kann man mit dieser Korrelation auch keine Signale mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen, die einzelnen Messungen am Ort eines Teilchens lässt keine Rückschlüsse auf das Geschehen am anderen Ort zu.

Gruß
Oliver

P.S.: Wer mehr wissen will, klicke hier:
http://www.educeth.ch/physik/leitprog/quanten/docs/a….

Noch nicht so wahnsinnig zufrieden
Hi

Passiert das gleichzeitig oder um 200 km/c
Sekunden verzögert.
Das müßte sich feststellen lassen, wenn man die
Vorgänge bei
100 km zwischen den Teilchen beobachten würde.

Ja, es passiert gleichzeitig.

so habe ich instantan immer verstanden.

Welche Information
veranlaßt dann aber Teilchen Nr.2 sich zu
offenbaren???

Das ist ja gerade der Witz an der Sache: es wird überhaupt
keine Information übertragen. Das Teilchenpaar ist einfach nur
verschränkt, das heißt lax fomuliert, es verhält sich wie ein
einziges „Superteilchen“, das nur eben so weit ausgedehnt ist.
Wenn man nun den Zustand am Ort des einen Teilchen festlegt
(durch die Messung) hat man eigentlich den Zustand des
gesamten „Superteilchens“ und damit auch den Zustand am
anderen Ort festgelegt. Man sagt: "Die Quantenmechanik ist
nicht lokal."

Genau, soweit reichen meine Kenntnisse auch noch.

Insbesondere bedeutet das, dass zwischen den Teilchen keine
Information übertragen wird. Man merke sich: Es gibt zwar
eine instantane Korrelationen, aber keine instantanen
Wechselwirkungen.

So, dann werd ich jetzt mal etwas provokativer fragen.
Gibt es etwa so etwas wie zwei unterschiedliche Zeitsysteme (was ja Frank unermüdlich im Astronomiebrett propagiert hat) Also ein Zeitsystem für - sagen wir - Ereignisse und ein anderes für Korrelationen? Oder befinden sich diese Korrelationen zusammen mit Ereignissen in ein und demselben Zeistsystem? Ich kann meine Frage auch anders formulieren. Angenommen ich habe drei jeweils miteinander verschränkte Teilchenpaare, die ich jeweils einzeln in irgendwelche Speicherringe stecke. Nun nehme ich vier Raumschiffe (sind nahe beisammen und haben keine Relativbewegung untereinander) und vier auf die Zeit t=0 synchronisierte Uhren. Jedes Raumschiff bekommt eine der Uhren. Eines der vier Raumschiffe bekommt jeweils den einen Teil von jedem der drei Teilchenpaare, die drei anderen Raumschiffe erhalten jeweils ein einzelnes Teilchen dieser Teilchenpaare. Und jetzt schicke ich alle vier Raumschiffe mit jeweils unterschiedlichen Richtungen und Geschwindigkeiten (relativistische Geschwindigkeiten) ins All.
So, jetzt wird das eine Raumschiff (Raumschiff A), welches je ein Teilchen von jedem Paar an Bord hat, zeitgleich durch Messung den Kollaps der Wellenfunktionen für alle drei Teilchen und deren Partner auslösen.
Die konkret angenommenen Werte des kollabierten Zustandsvektors sind dabei instantan miteinander korreliert.
Jetzt angenommen, ich kenne die Richtungen und die relativen Positionen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen der Raumschiffe relativ zueinander über die Zeit und im Raumschiff B findet der Kollaps der Wellenfunktion zum Zeitpunkt tB statt. (Klar wird man den Zeitpunkt an Bord von B nicht feststellen können) Aber irgendwann bricht die Wellenfunktion zusammen (schließlich gibt es keine hidden parameter). Und das passiert eben zu einem bestimmten Zeitpunkt, gemessen mit der Uhr, des Raumschiffs B. Dann frage ich,
welche Zeiten zeigen jeweils die Uhren der Raumschiffe A,C und D lokal an, wenn bei ihnen an Bord die Wellenfunktion kollabiert? Zeigen alle 4 Uhren jeweils lokal dieselbe Zeit an und wenn ja, wäre damit nicht eine Bezugssystemunabhängige Gleichzeitigkeit nachgewiesen?
Und wenn die Uhren unterschiedliche Zeiten anzeigen: Was heisst dann bitte Gleichzeitigkeit?
Als Antwort würde mir eine Formel dafür genügen, welche Uhr, während des Kollapses welche Uhrzeit anzeigt, wenn sämtliche Bewegungsparameter der vier Raumschiffe bekannt sind.
Dann wäre ich ein wenig beruhigt, denn dann wäre unmissverständlich klar bzw. mathematisch definiert, was die Begriffe bedeuten. So bin ich irritiert durch ein ‚gleichzeitg‘ welches aber doch nicht wirklich ein ‚gleichzeitig‘ ist.

Genausowenig kann man mit dieser Korrelation auch keine
Signale mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen, die einzelnen
Messungen am Ort eines Teilchens lässt keine Rückschlüsse auf
das Geschehen am anderen Ort zu.

Das wiederum ist klar. Ich schicke nur auf jedes der 4 Raumschiffe jeweils jemanden, der es zwar nicht wissen kann, aber dennoch rein zufällig absolut treffsicher erraten kann, wann bei einem Teilchen eine Wellenfunktion zusammenbricht und sich genau in diesem Moment die Uhrzeit notiert. Was für Uhrzeiten notieren diese 4 Ratekönige?

grüße

unimportant

Hallo,

ich weiß jetzt endlich auf was du hinaus willst (glaub ich zumindest)

Gibt es etwa so etwas wie zwei unterschiedliche
Zeitsysteme
(was ja Frank unermüdlich im Astronomiebrett
propagiert hat)

Das hast du tatsächlich aus Franks Posting rausgelesen?? Witzig, irgenwie scheint da jeder was anderes zu verstehen… das kommt halt davon, wenn jemand mit Fachbegriffen wild um sich schmeißt, da kann halt jeder verstehen, was er will.

Aber zurück zum Thema:

welche Zeiten zeigen jeweils die Uhren der
Raumschiffe A,C und
D lokal an, wenn bei ihnen an Bord die
Wellenfunktion
kollabiert?

Die Uhren „zeigen“ jeweils die Zeit an, bei der in ihrem Bezugssystem die Messung im Raumschiff A durchgeführt wird. Da sich die Raumschiffe unterschiedlich schnell bewegen werden diese Zeiten natürlich unterschiedlich sein.

Und wenn die Uhren unterschiedliche Zeiten
anzeigen: Was
heisst dann bitte Gleichzeitigkeit?

Gleichzeitigkeit bedeutet, dass in JEDEM Bezugssystem der Zustand der beiden Teilchen GLEICHZEITIG festgelegt wird.

Das dies in jeden Bezugssystem gleichzeitig geschieht, ist jedoch kein Widerspruch zu Einstein. Denn da ist von der Gleichzeitigkeit von Ereignissen die Rede. Und das Kollabieren der Wellenfunktion ist kein Ereignis. Es gibt schließlich keine Möglichkeit festzustellen, wann dies geschieht (wie du ja selbst sagst). Ein Ereignis ist nicht die Wellenfunktion sondern der Messprozess und da es in deinem Gedankenexperiment nur ein einziges Ereignis gibt (nämlich die eine Messung bei A) ,gibt es auch keine Probleme mit irgendwelchen „Einsteinschen“ Gleichzeitigkeiten.

Als Antwort würde mir eine Formel dafür genügen,
welche Uhr,
während des Kollapses welche Uhrzeit anzeigt,
wenn sämtliche
Bewegungsparameter der vier Raumschiffe bekannt
sind.

Tja, wie gesagt, du musst einfach nur ausrechnen welche Koordinaten das Ereignis „A führt Messung durch“ in den verschiedenen Raumschiffen hat.

Jetzt klar?

Gruß
Oliver

fast klar
Hallo Oliver,

welche Zeiten zeigen jeweils die Uhren der
Raumschiffe A,C und
D lokal an, wenn bei ihnen an Bord die
Wellenfunktion
kollabiert?

Die Uhren „zeigen“ jeweils die Zeit an, bei der in ihrem
Bezugssystem die Messung im Raumschiff A durchgeführt wird. Da
sich die Raumschiffe unterschiedlich schnell bewegen werden
diese Zeiten natürlich unterschiedlich sein.

ok, das akzeptier ich.

Und wenn die Uhren unterschiedliche Zeiten
anzeigen: Was
heisst dann bitte Gleichzeitigkeit?

Gleichzeitigkeit bedeutet, dass in JEDEM Bezugssystem der
Zustand der beiden Teilchen GLEICHZEITIG festgelegt wird.

Das dies in jeden Bezugssystem gleichzeitig geschieht, ist
jedoch kein Widerspruch zu Einstein. Denn da ist von der
Gleichzeitigkeit von Ereignissen die Rede. Und das
Kollabieren der Wellenfunktion ist kein Ereignis. Es gibt
schließlich keine Möglichkeit festzustellen, wann dies
geschieht (wie du ja selbst sagst). Ein Ereignis ist nicht die
Wellenfunktion sondern der Messprozess und da es in deinem
Gedankenexperiment nur ein einziges Ereignis gibt (nämlich die
eine Messung bei A) ,gibt es auch keine Probleme mit
irgendwelchen „Einsteinschen“ Gleichzeitigkeiten.

Jepp, aber weil ich genau dieses Argument bereits kannte, hab ich ja den Trick mit den Ratefritzen vorgeschlagen.
Zunächst ist wohl klar, bei der Messung kollabiert die Wellenfunktion. Aber wie Du sagst und ich auch akzeptiere, ist das weder ein Ereignis, noch gibts irgendeine Möglichkeit, dies physikalisch festzustellen. Aber nichtsdestotrotz gibts auf jedem Raumschiff einen bestimmten Zeitpunkt, zu dem der Kollaps geschieht und der überlagerte Zustand auf einen bestimmten Zustand projiziert wird. Nur weil dies keine Ereignisse sind und dies auch nicht physikalisch erkennbar ist, setze ich in jedes Raumschiff B,C,D jeweils einen Ratechampion. Der habe zwar keinerlei physikalische Möglichkeiten, den Zustand der Teilchen zu erkennen. Aber sagen wir,
rein zufällig würde er speziell in diesem Experiment den Zeitpunkt des Kollapses (in lokaler Zeit) erraten und rein zufällig richtig erraten und im selben Augenblick ein Radiosignal aussenden. Alle drei Ratechampions tun dies. Es ist zwar nichts als purer Zufall, dass sie alle den richtigen Zeitpunkt erraten, aber so sei es nunmal.
Dann finden diese Ereignisse (Radiosignale aussenden) eben rein zufällig gleichzeitig statt, wie die Wellenfunktionkollapse. Ich klebe also an jeden Kollaps sozusagen ein zeitgleiches Ereignis dran, welches eben zufällig zeitgleich ist.
Wenn Du jetzt schreibst, die Kollapse finden in JEDEM Bezugssystem gleichzeitig statt und ich quasi an jeden dieser Kollapse ein zeitgleiches Ereignis anhefte, finden dann nicht auch diese Ereignisse in Jedem Bezugssystem gleichzeitig statt?

Ich vermute ja nun fast, dass dem nicht so ist, und dass das daran liegt, dass die Radiosignale sich in der Raumzeit ausbreiten, was aber der Kollaps der Wellenfunktion nicht tut.

ich werd mal am Besten ein paar Szenarien durchrechnen.

Danke dann erstmal

unimportant

falsch geraten
Hallo unimportant,

du kannst wohl auch nicht schlafen? :wink:

Wenn Du jetzt schreibst, die Kollapse finden in JEDEM
Bezugssystem gleichzeitig statt und ich quasi an jeden dieser
Kollapse ein zeitgleiches Ereignis anhefte, finden dann nicht
auch diese Ereignisse in Jedem Bezugssystem gleichzeitig
statt?

Ganz schöne Kopfnüsse, die du dir da ausdenkst.

Ich würde sagen, dass diese Ratefüchse gar nicht so gut sind wie ihr Ruf: Sie raten nur in ihrem Bezugssystem richtig. Aus der Sicht von Raumschiff B z.B. rät der bordeigene Raterchamp richtig und der Ratetyp in Raumschiff C falsch. Aus der Sicht von Raumschiff C ist es gerade umgekehrt. Wer hat nun recht? Die Antwort: das lässt sich nicht feststellen, schließlich hat das Raten (bzw. der Kollaps der Wellenfunktion) ja überhaupt keinen Bezug zur Realität, dieser wird erst durch den Messprozess hergestellt.

Gruß
Oliver

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Hallo Oliver,

du kannst wohl auch nicht schlafen? :wink:

das hol ich Alles am WE nach.

Wenn Du jetzt schreibst, die Kollapse finden in JEDEM
Bezugssystem gleichzeitig statt und ich quasi an jeden dieser
Kollapse ein zeitgleiches Ereignis anhefte, finden dann nicht
auch diese Ereignisse in Jedem Bezugssystem gleichzeitig
statt?

Ganz schöne Kopfnüsse, die du dir da ausdenkst.

Tja, hab leider keine Zeit, mich intensiver mit der Thematik zu befassen.
Ich hab aber noch andere Fragen und Gedankenexperimente.
Z.B. zur ART. Ich bin jetzt einfach mal frech und behaupte, dass Licht auf gebogenen Bahnen fliegen kann ist vielleicht kein ganz zweifelsfreier Beweis für die Richtigkeit der ART. Ein Auto kann schließlich auch auf einer geraden Fahrbahn eine Kurve fahren, wenn die Fahrbahn breit genug ist. Deshalb hab ich einen alternativen Beweisvorschlag. Man nehme eine wirklich sehr große Hohlkugel aus dünnem Glas, die in einem starken Schwerefeld komplett mit Flüssigkeit gefüllt wird. Dann transportiere man diese Kugel weit weg, irgendwohin wo das Schwerefeld gering ist. Die Kugel sollte meiner Meinung nach dann platzen. Ist das ein Trugschluß? Oder würde dies funktionieren, wenn die ART richtig ist?

Ich würde sagen, dass diese Ratefüchse gar nicht so gut sind
wie ihr Ruf: Sie raten nur in ihrem Bezugssystem
richtig.
Aus der Sicht von Raumschiff B z.B. rät der
bordeigene Raterchamp richtig und der Ratetyp in Raumschiff C
falsch. Aus der Sicht von Raumschiff C ist es gerade
umgekehrt. Wer hat nun recht? Die Antwort: das lässt sich
nicht feststellen, schließlich hat das Raten (bzw. der Kollaps
der Wellenfunktion) ja überhaupt keinen Bezug zur Realität,
dieser wird erst durch den Messprozess hergestellt.

Gut, die Ratefüchse werden von mir jetzt entlassen.

gruß

unimportant

Hallo unimportant,

1: du scheinst meine Aussagen zur Zeit mißverstanden zu haben. Ich versuchs nochmal kurz:
Grundlage: der Raum besteht aus Struktur und Bewegung (siehe dialektischer Determinismus bei mir, link?)
Uhrzeit: rein kausale, damit nur lokale, Abfolge von Ereignissen.
historische Entwicklung: sich bewegende Struktur, welche sich unasbhängig vom Ort überrall gleichzeitig weiterentwickelt/bewegt
„Zeit“ (wie es allgemein verstanden wird): Durcheinanderwürfelung beider Begriffe. Damit wird aber für die Bewegung Uhrzeit und Gleichzeitigkeit (hist. Entw.) gleichgesetzt, was Unsinn sein muß. Man kommt als Rückschluß dessen auf einen Anfang in der Zeit (Kant).

2: dein Beispiel belegt bestens meine Aussagen zu Zeit und dial. Det., nur unsere Physiker hier widersprechen sich selbst ständig, weil sie nicht differenzieren können.
wenn ein zweites Teilchen 300km weit weg ist, ist sein Quantenzustand nach 1ns gleich mit dem vor Ort gemessenem. Logisch - so synchronisiere ich doch Uhren nach SRT!!
gleichzeitig = instantan = von einem Ort aus mit c sich ausbreitend = universelle Gleichzeitigkeit.

Ob die das je begreifen?

Gruß
Frank

Jippieeee! Es geht wieder los! :smile: o.w.T
.

Hallo unimp,

Ich bin jetzt einfach mal frech und behaupte,
dass Licht auf gebogenen Bahnen fliegen kann ist vielleicht
kein ganz zweifelsfreier Beweis für die Richtigkeit der ART.

Aber, aber, lieber unimportant, du solltest doch wissen, dass
man nie die Richtigkeit einer Theorie beweisen kann.
Nicht die Krümmung von Lichtstrahlen ist ein „Beweis“ für die
Richtigkeit der ART, sondern umgekehrt erklärt die ART die
Lichtkrümmung und ist deshalb als Theorie schon mal nicht
schlecht…

Die Kugel sollte meiner Meinung
nach dann platzen. Ist das ein Trugschluß? Oder würde dies
funktionieren, wenn die ART richtig ist?

Ich würde vorschlagen, du stellst die Frage als neuen Frätt
ins Brett. Ich glaube ein gewisser jemand, wartet schon
darauf… :wink:

Gruß
Oliver

und hier steige ich aus der Diskussion aus! (owT)
und „Koryphäe“ schreibt man mit einem „r“!

und „Koryphäe“ schreibt man mit einem „r“!

Na wenigstens da haste aufgepasst :smile:
Lies meine Schreibweise wie in „Fähler“