Geistig anspruchsvoller Beruf, dement im Alter

Gibt es Statistiken darüber, ob Menschen die einen intellektuell anspruchsvollen Beruf ausüben, im Alter früher geistig nachlassen? Noch bessere Umschreibung: Berufe ausüben, bei denen es quasi ständig darum geht (etwas Neues-) zu LERNEN?
Als Beispiel sehe ich dass an meinem Vater: Er ist jetzt 53 Jahre alt und (war) sein Leben lang Softwareentwickler. Inzwischen merkt man ihm stark an, dass er geistig sehr nachlässt. Natürlich ist sein Wissenstand immernoch da (Kreuzworträtsel, Allgemeinbildung… usw.) aber seine sonstigen kognitiven Fähigkeiten, wenn es um das Mitdenken bei bestimmten Themen geht, sind unterdurchschnittlich für sein Alter. Ebenso bei der Vergesslichkeit. In diesem Punkt ist ihm sein 86 jähriger Vater, der den Beruf des Käsers erlent hat, sogar noch überlegen.

Dafür, dass es bei solchen Berufen, eher zu dieser Art von „Gehirnschädigung“ kommt, würde eigentlich auch sprechen, das körperliche Anstrengung die Bildung neuer Gehirnzellen anregt. Im Umkehrschluss, sind diese Art von Berufen natürlich auch immer an wenig Bewegung gekoppelt. Also wäre für mich eine Differenzierung zwischen den Schäden den ständiges neu-lernen und dem Schaden den fehlende Bewegung am Gehirn anrichtet, interessant.

Allgemein würden mich alle medizinischen Untersuchungen diesbezüglich interessieren, falls sich da jemand auskennt.

Mit freundlichen Grüßen

Ein bisschen Antworten kann ich:

Durch mangelnde Aktvivierung kann das Gehirn seine Plastizität einbüßen. D.h. ein geistig ansprechender Beruf sollte eigentlich präventiv auf eine mögliche Demenz einwirken.
Allerdings ist die Korrelaton zwischen Beruf und Demenz wohl eher gering ausgeprägt.

Das Immunsystem, die genetische Grundlage, Vergitungen mit Metallen, Entzündungsprozesse…all das sind auch noch mögliche Ursachen für Demenz.

Gibt es Statistiken darüber, ob Menschen die einen
intellektuell anspruchsvollen Beruf ausüben, im Alter früher
geistig nachlassen? Noch bessere Umschreibung: Berufe ausüben,
bei denen es quasi ständig darum geht (etwas Neues-) zu
LERNEN?

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Ob es speziell Statistiken mit dieser Frage gibt, weiß ich nicht. Aber generell geht man davon aus, daß die geistige Leistungsfähigkeit um so besser erhalten bleibt, um so mehr man geistig gefordert wird. Es ist also eher das Gegenteil Ihrer Vermutung anzunehmen.

Einen geistigen Abbau mit 53 Jahren gibt es eigentlich nicht, es sei denn, die betroffene Person erkrankt an Alzheimer (Vorsicht, Ferndiagnose!) Ich würde da einmal einen Neurologen zu Rate ziehen.

Tach,

Er ist jetzt 53

Jahre
Inzwischen merkt man ihm stark an, dass er geistig sehr
nachlässt.

wenn er wirklich so sehr abgebaut hat, sollte man ihn unbedingt testen.
Es gibt Frühformen von Demenz, die manchmal sehr rapide verlaufen.

Allgemein würden mich alle medizinischen Untersuchungen
diesbezüglich interessieren, falls sich da jemand auskennt.

Dazu solltest Du Dich mal mit einem spezialisierten Neurologen unterhalten. Einige Verbraucherzentralen haben auch eine Demenzberatung, dort kann man DIr ev. Kontakte geben.

Allgemein halte ich Deine Schlussfolgerungen für nicht schlüssig.
Nach meinem Wissen ist es eher umgekehrt, daß geistig rege Menschen eher seltener oder später an einer Demenz erkranken.
Aber leider ist das nur eine Statistik, die über Einzelfälle ncihts aussagt.

Gandalf

Hi,

ich würde mit ihm einmal beim Neurologen vorsprechen.

Zur Frage im Allgemeinen: Ich glaube, es handelt sich um subjektive Wahrnehmung. Wenn schlaue Menschen, deren Intellekt man schätzt, im Alter kognitiv nachlassen, wird das oft als tragisch empfunden, geht nicht selten sogar mit einem Identitätsverlust einher. Bei dummen Menschen… naja… ich sage nicht, es sei nicht schlimm, wenn sie noch blöder werden, aber der Sprung nach unten ist oft nicht so groß und fällt daher auch nicht so sehr auf.

Gruß
Liete

hi

Als Beispiel sehe ich dass an meinem Vater: Er ist jetzt 53
Jahre alt und (war) sein Leben lang Softwareentwickler.
Inzwischen merkt man ihm stark an, dass er geistig sehr
nachlässt.

du schreibst (war) … hat er aufgehört zu arbeiten? Warum?

ich muss im Job auch immer 100%ig da sein - bin ich auch - aber wenn ich Urlaub habe, hänge ich ab - dann WILL ich nicht viel und schnell und mitdenken, entscheiden und immer voll da sein, sondern meine Ruhe haben - sprich da hänge ich absichtlich komplett ab

ich könnte mir vorstellen, dass wenn dein vater nicht ganz freiwillig aufgehört hat zu arbeiten, er deswegen unter Stress steht und evtl. sogar mit Deperessionen zu kämpfen hat - und da könnten Gedächtnisverlust bzw. verminderte Aufnahmefähigkeit ein Symtpom sein

sonstigen kognitiven Fähigkeiten, wenn es um das Mitdenken bei
bestimmten Themen geht, sind unterdurchschnittlich für sein
Alter.

oder für sein Interesse an dem Thema …

Ebenso bei der Vergesslichkeit. In diesem Punkt ist ihm
sein 86 jähriger Vater, der den Beruf des Käsers erlent hat,

hmmm der Opa hat aktuell keinen Stress - dein Vater evtl. schon …

aber egal wie - ich würde auf jeden Fall einen Neurologen zu Rate ziehen - am besten einen mit psychologischer Zusatzausbildung

Gruß H.

Da gab es mal eine Studie in Amerika zum Thema.

http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/3548682.stm