hallo,
wir diskutieren z. zt. im theologie-unterricht die frage: „sollte eine geistig behinderte frau ein kind bekommen?“ unter dem gesichtspunkt, dass sexualität eine gute gabe gottes ist.
hierzu würden mich eure standpunkte interessieren.
ines
hallo,
wir diskutieren z. zt. im theologie-unterricht die frage: „sollte eine geistig behinderte frau ein kind bekommen?“ unter dem gesichtspunkt, dass sexualität eine gute gabe gottes ist.
hierzu würden mich eure standpunkte interessieren.
ines
unter dem gesichtspunkt, dass
sexualität eine gute gabe gottes ist.
Soweit ich die katholische Kirche verstanden habe ist die Sexualität keine gute Gabe Gottes sondern eher ein Werk des Teufels. Geschlechtsverkehr nur zur Kinderzeugung, deshalb keine Verhütungsmittel und so weiter.
wir diskutieren z. zt. im
theologie-unterricht die frage: „sollte
eine geistig behinderte frau ein kind
bekommen?“
Nun, wenn sie es will, warum denn nicht. Nur mit der Pflege könnte es unter Umständen problematisch werden. Eine geistig behinderte Frau ist womöglich nicht allein in der Lage, ein Kind zu erziehen.
mfg
Martin
Hallo Ines
Dass Sexualität eine feine Sache ist und dass jedem (!!!) Menschen auch das Ausüben seiner Sexualität gestattet sein sollte (sofern er nicht gegen bestehende Gesetze verstößt) steht für mich außer Frage. Ebenso sicher bin ich mir aber auch in meiner Ansicht, dass geistig behinderte Menschen KEINE Kinder in die Welt setzen sollten. Ich halte absolut nichts von Euthanasie, aber bewusst einem entstehenden Menschen aller Voraussicht nach ebenfalls eine Behinderung angedeihen zu lassen, würde ich persönlich ethisch noch weniger vertreten können, als geistig behinderte Leuten am Zeugen von Kindern zu hindern.
Und sollte das entstandene Kind ausnahmsweise einmal nicht behindert sein,durch wen soll dann die Mutterrolle besetzt werden? Ab ins Heim mit ihm, oder was?
Gruß, Frank
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Ines,
ich meine, man müßte schon ein paar Anhaltspunkte haben. Ist die geistige Behinderung genetisch bedingt oder durch andere Ümstände(z.B. Sauerstoffmangel bei Geburt o.ä.) entstanden? Wie umfangreich ist die Behinderung? Kann die Frau ihr Kind selbst versorgen? auch langfristig, oder ist damit zu rechnen, daß sich die Behinderung verschlimmert?
Es ist normal das bei einer Frau der Wunsch nach einem eigenem Kind aufkommt, aber ich persönlich denke, daß das nicht um jeden Preis in die Tat umgesetzt werden sollte.
Behinderte Menschen sollen und können oft auch ein relativ „normales“ Leben führen, aber ohne Antworten auf meine o.a. Fragen kann und will ich dazu kein pauschales Urteil abgeben.
Gruß Petra
Hallo Ines,
wir diskutieren z. zt. im
theologie-unterricht die frage: „sollte
eine geistig behinderte frau ein kind
bekommen?“ unter dem gesichtspunkt, dass
sexualität eine gute gabe gottes ist.hierzu würden mich eure standpunkte
interessieren.
Ich denke es gibt hierzu 3 Aspekte.
1.) Es ist Fakt, daß überall auf der Welt, insbesondere in weniger entwickelten Länder, Menschen Nachwuchs bekommen, die gemäß unseren Maßstäben geistig behindert behindert sind. Dies funktioniert deshalb problemarm, weil diese Menschen eng in einem Familienverband eingebunden sind.
2.) Wie will man die Grenzen festlegen, mit welchem Grad der Fähigkeiten man Kinder bekommen darf und mit welchem nicht.
Ich habe konkrete Beispiele in meiner eigenen Familie:
Ich habe eine geistig behinderte Stieftochter, die völlig selbstständig alleine lebt und berufstätig ist. Sie wäre durchaus in der Lage Kinder groß zu ziehen.
Ich habe einen normalintelligenten Stiefsohn, der nicht in der Lage ist ein unabhängiges Leben zu führen. Er wäre niemals in der Lage eine Familie zu unterhalten und sich um seine Kinder zu kümmern.
Dies zeigt, daß man neben den geistigen Fähigkeiten auch Charaktereigenschaften berücksichtigen müßte, wenn man eine Erlaubnis für’s Gebähren geben möchte.
3.) Die Bibel macht nur eine Einschränkung für’s Gebähren; Die Eltern müssen verheiratet sein (miteinander).
Außerdem sollen die Eltern ihren Glauben weitervermitteln.
Beides ist auch mit eingeschränkten Geist möglich.
4.) Mit welcher Autorität möchte man einem Menschen verbieten Kinder zu bekommen. Ein Staat der dies verbieten möchte, hat nur das Argument, daß die Mutter das Kind nicht versorgen kann. Dies gilt aber auch für viele normalintelligenten junge Frauen, die unfreiwillig ein Kind bekommen.
Oft genug werden diese Kinder von Verwandten (Großmutter) groß gezogen.
Wer will hier eine Zwangssterilisation oder Zwangsabtreibung durchführen.
Gruß
Carlos
hallo,
noch ein nachtrag zu meinem posting:
ich habe hier keinen konkreten fall vor augen, sondern wollte nur allgemein erstmal hören, welche resonanzen kommen.
petra, mir ist klar und ich bin mit dir völlig einer meinung, dass man ohne ein konkretes fallbeispiel sicherlich nicht ein pauschales urteil für alle behinderte frauen treffen kann.
auch möchte ich nochmal klarstellen, dass ich den euthanasie-gedanken erschreckend finde und er für mich deshalb nicht zur debatte steht.
ich habe aber auch verschiedene behinderte frauen vor augen, die mir in auf meinem beruflichen weg begegnet sind. sicherlich wären davon einige in der lage ein kind auf seinem lebensweg zu begleiten, aber nicht ohne hilfe. für mich stellt sich hier auch die frage, ob ich diese hilfe zum zeitpunkt der geburt für die nächsten 20 jahre sichern kann?
andererseits haben behinderte frauen ebensolche sehnsüchte und wünsche, die ich verstehe und akzeptiere und bei denen ich mir ein urteil nicht anmassen möchte.
ja, das ist schon ein schwieriges thema, aber ich danke euch schon mal für eure statements, vielleicht gibt es ja auch noch andere meinungen.
ines
Soweit ich die katholische Kirche
verstanden habe ist die Sexualität keine
gute Gabe Gottes sondern eher ein Werk
des Teufels. Geschlechtsverkehr nur zur
Kinderzeugung, deshalb keine
Verhütungsmittel und so weiter.
Klar doch, bieg’ doch mal jedes Thema so zurecht, dass du deine undifferenzierte Kritik an der katholischen Kirche loswrden kannst.
Außerdem irrst du: Für die katholische Kirche hat der Geschlechtsverkehr sogar sakramentalen Charakter und ist zum Vollzug einer gültigen, sakramentalen Eheschließung sogar notwendig! Eine solche Hochachtung vor der Sexualität findet man nur selten!
Als Behindertenseelsorger im Bistum Mainz kann ich zu diesem Thema nur sagen: Es kommt darauf an, wie in jeder ehelichen Gemeinschaft, eine verantwortbare Form von Sexualität und Familie zu finden. Wir legen grundsätzlich darauf Wert (un ddie meisten Angehörigen, Verbände und Einrichtungen auch), den behinderten Menschen nicht isoliert, sondern in der Gemeinschaft zu sehen.
Gerd
über die „realistische“ Einstellung der katholischen Kirche zum Thema Sexualität kann man sicherlich unterschiedliche Meinungen haben…
Da du aber schreibst daß du Seelsorge für behinderte Menschen praktizierst, würde mich aber mal ganz speziell deine Meinung zum eigentlichem Thema:soll und/oder darf eine geistig behinderte Frau ein eigenes Kind bekommen, interessieren.
Ist jetzt auch nicht ironisch oder sowas, sondern wirklich absolut ernst gemeint (mein Interesse).
Gruß
Petra
Als Christ (ganz unabhängig von der Konfession) sehe ich einen Menschen eh nicht isoliert, sondern auch immer in seiner (Glaubens)gemeinschaft. Das gilt ja auch für jede nichtbehinderte Frau, die schwanger werden möchte: das Umfeld ist immer mit einbezogen, denn es lebt ja niemand für sich allein. Und normalerweise möchte ein Frau ja auch nicht ein Kind, um sich selbst zu verwirklichen (außer man heißt Madonna), oder weil sie gerade mal Lust auf Baby hat, sondern so eine Schwangerschaft ist im günstigen Fall (der leider nicht immer zutrifft) in eine liebevolle, verantwortungsbewußte Bezieheung gebunden.
Will sagen: Die Fragestellung ist zu eng, denn es geht nicht nur um die (behinderte) Frau und ihre Schwangerschaft, sondern um weitaus mehr. Wie jede junge Familie, jede schwangere Frau und jede Mutter, so wird auch hier die Unterstützung der Familie und der Freunde gefordert. Jeder, der Kinder hat, kann das nachempfinden - alleine schafft man das kaum (gerade Alleinerziehende können davon ein trauriges Lied singen). Bei behinderten Eltern muß die Unterstützung eben noch früher und vielfältiger einsetzen.
Und damit schließt sich der Kreis zu anderen Postings: Wenn das alles rundherum stimmt, warum dann nicht? Wenn die Eltern (beide!) und die Familie, die Freunde usw. bereit sind, sich auf eine solche Aufgabe einzulassen, dann ist das doch eine sehr positive Startsituation für ein Kind.
Die meisten Verbände nehmen diesen Kinderwunsch inzwischen durchaus ernst. Als ich noch bei der Lebenshilfe arbeitete, habe ich den Wandel in der Diskussion um dieses Thema mitbekommen: behinderte Menschen haben auch ein Recht auf Sexualität - aber sie muß wie bei jedem anderen Menschen auch, verantwortbar sein.
Gerd
katholische sexualität
Hallo Gerd,
.
Außerdem irrst du: Für die katholische
Kirche hat der Geschlechtsverkehr sogar
sakramentalen Charakter und ist zum
Vollzug einer gültigen, sakramentalen
Eheschließung sogar notwendig! Eine
solche Hochachtung vor der Sexualität
findet man nur selten!
also so schön, wie du es da erzählst, ist es auch wieder nicht. (Georg Denzler, „2000 Jahre christliche sexualmoral“) Der Geschlechtsverkehr dient allein der Fortpflanzung - dass die sache was mit Liebe, Zuneigung und Wäörme zu tun hat, hat die Kirche erst ganz zuletzt (II. Vatikanum) widerwillig zugegeben. Ich erinnere dich an „castis connubiis“. Geschlechtsverkehr allein aus gegenseitiger Zuneigung, ohne den ausdrücklichen Wunsch ein Kind zu zeugen ist Sünde, auch heute noch. Früher durften Jungverheiratete nach der Hochzeitsnacht vierzig Tage nicht in die Kirche gehen, bis sie wieder vom schmutz der Sexualität gereinigt waren. Umgekehrt ist es keine sünde, wenn ein Mann seine schwer kranke Ehefrau zum sex zwingt, auch wenn er damit ihren Tod in Kauf nimmt (Peter de Rosa, „Der Vatikan, von Gott verlassen“)
Und: Wenn die Kirche die Geschlechtlichkeit als sakrament schätzt, warum wird dann ein Priester, der heiratet, wie ein Todsünder verstoßen? Der Papst hat sich immer konsequent geweigert, verheiratete Priester auch nur zu empfangen. Säufer, diebe, Betrüger, Knabenschänder, alle können Priester sein, aber ein Mann, der in katholischer Ehe mit einer Frau verbunden sein will, ist etwas so ekelhaftes, dass man nicht einmal mit ihm redet!
gruß,
bb
P.S. Georg Denzler und Peter de Rosa sind beide hochrangige Kirchenmänner, die aufgrund der abscheulichen Sünde, eine Frau geheiratet zu haben, gnadenlos aus der Kirche verstoßen wurden.