Geistliche und Ehrenamt

Es klingt zu Beginn wie ein spezifisch katholisches Thema, es wird sich aber herausstellen, daß es keineswegs eines ist:
Das II. Vatikanische Konzil hatte die Rolle der Laien (Nicht-Geistlichen) in der Kirche neu bewertet. Statt bloße Adressaten der Botschaft der Kirche sollten sie künftig deren Mitverantwortliche sein. Eine Konsequenz war die Einführung von Kirchengemeinderäten und andere Aufwertungen des ehrenamtlichen Engagements. Es gibt heute keinen Bischof mehr, der nicht in seinen Ansprachen auf diese Entwicklung hinweist und sie weiter fördern will.
Nun hat aber ein Teil der Geistlichen diese Entwicklung nicht mitbekommen oder lehnt sie ab. Gemeinden mit solchen Pfarrern fühlen sich an, als seien ehrenamtliche Mitarbeiter dort überflüssig oder sonstwie unerwünscht. Meine Frage: Was tun in dem Fall Leute, die sich für ein Engagement interessieren? Das Interessengebiet wechseln (das Rote Kreuz freut sich auch über Ehrenamtliche!)? Die Gemeinde wechseln? Den Pfarrer attackieren? Den Dekan einschalten?
Nochmals: Bitte nicht antworten, daß und warum solche Pfarrer sich unbiblisch oder sonstwie falsch oder auch richtig verhalten. Oder warum kirchliches Engagement sowieso Blödsinn ist. Es geht nur um die Reaktion der (potentiellen) ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich unerwünscht vorkommen. O.k.? Danke.

Hi,

ich hab so ähnliche Erfahrungen im örtlichen Tierheim gemacht: Erst kommen die Angestellten, dann die Vereinsmitglieder und dann ganz unten die sonstigen freiwilligen.

Prinzipiell wird wohl das Einschalten übergeordneter Dienststellen wenig bringen, da die wohl die Einstellung des betreffenden Pfarrers auch nur begrenzt beeinflussen können.

Am ehensten wäre wohl sinnvoll, auf den Pfarrer zu zugehen und ihm zu sagen, dass Du gern XY tun würdest und wie man es am besten machen könnte.
Wenn er sich stur stellt --> geh zu einer benachbarten Gemeinde, die bestimmt auch Hilfe braucht. Besser dort was bewegen, als die Energie mit sinnlosen Kämpfen mit eurem Pfarrer vergeuden.

Oder falls vorhanden - einfach mit anderen Interessenten eine gruppe bilden und losarbeiten - direkt etwas dagegen tun, euch die Nutzung der Räumlichkeiten versagen o.ä. kann der Pfarrer je wohl kaum, wär zumindest seinem Ansehen wenig förderlich…

Gruss und lasst dirdie Lust nicht verderben…

Andreas

Danke für die Tipps.
Ich wollte eigentlich nicht so sehr eine Strategie geliefert bekommen (die habe ich schon, sie sieht so ähnlich aus wie hier) sondern eher Erfahrungen von Leuten in ähnlicher Lage.

Aus eigener Erfahrung -verlorenen Liebesmühe - leere Kilometer und am Ende bleibt nur die Resignation.
Wilma

Ich würde für mich die gleiche Konsequenz ziehen, wie ich es schon einmal im Leben getan habe.

Es gibt genügend Möglichkeiten sich zu engagieren, die Schwierigkeit dabei ist, man fühlt sich als Christenmensch irgendwie von diesen Leuten betrogen, um die persönliche Heimat gebracht oder diese einem vorenthaltend.

Darüber sollte man anlässlich solchen Verhaltens nachdenken und vielleicht ist es das deutliche Signal Gottes, sich aufzumachen sich die „wirkliche“ Heimat zu suchen, in der solche „Stellvertreter Gottes“ eben nichts zu melden haben, ausser Gott selbst.
Das war was mich am Ende zu dem Leben geführt hat, das ich heute lebe, in dem es niemanden mehr gibt, der sich „einmischt“ zwischen mir und meinem Gott.