Gekündigt ohne Abmahnung

Hallo.
Wir sind gerade in einer sehr blöden Lage. Wir sind gerade unser Haus am bauen und meiner Frau wurde gestern erstmal mündlich zum 28. Februar gekündigt. Sie arbeitet in einem Steuerbüro als Steuerfachangestellte. Sie hat dort ausgelernt und arbeitet seitdem dort(ca.3 Jahre).Ihr wurde vorgeworfen, dass sich ein Mandant beschwert hätte. Ausserdem hätte sie einige Fehler bei Ihrer Arbeit allgemein gemacht. Welche Fehler das waren, wurde aber nicht gesagt. Es wurde auch vorher nie etwas gesagt, oder bemängelt. Aufeinmal sollte sie ins Büro zum Chef kommen und bekam dort die mündliche Kündigung. Ist das denn ok so? Sollte nicht zuerst eine Abmahnung kommen, bevor gekündigt wird? Wenn jemand Fehler bei der Arbeit macht, kann man doch darauf hinweisen und danach erst kündigen, wenn weiterhin vorsätzlich so gearbeitet wird. Sie wusste ja nichtmal, das sie Fehler gemacht hat, da es ihr niemand gesagt hatte.
Wer weiss da genaues? Und wenn es rechtens ist, wie kann es mit einer Abfindung aussehen?
Gruß, Timo

Hallo Timo,

ich würde der Sache zunächst gelassen gegenüber stehen. Eine mündliche Kündigung ist wertlos. Und wenn eine schriftliche kommt, dann würde ich einen Anwalt für Arbeitsrecht mit der Sache betrauen.

Viele Grüße
Anja

Hallo Timo.

Grundsätzlich kann man aus diesen Gründen Kündigen: verhaltensbedingt, personenbedingt, betriebsbedingt.

In Eurem Fall hört es sich nach verhaltensbedingter Kündigung an.
Es muss ein Kündigungsgrund vorliegen, um fristgerecht kündigen zu können. Einfache Beschwerden reichen dazu nicht aus. Ein mündliche Kündigung ist ohnehin nicht wirksam.

Es müssen zwei bis drei schriftliche Abmahnungen zu dem gleichen Thema vorliegen, dann erst ist die Kündigung gerechtfertigt.

Sobald die Kündigung in schriftlicher Form vorliegt solltet Ihr auf jeden Fall zum Anwalt gehen und klagen. Man klagt dann auf Widereinstellung. Tendenziell wird dann ein Vergleich gezogen, nicht wieder eingestellt, sondern eine Abfindung von einem Monatsgehalt gezahlt. Beim Arbeitsgericht gewinnen meist der Arbeitnehmer.

Achtung, die Kosten für die Verhandlungen muss jeder für sich selbst bezahlen, nicht der Verlierer.

Auf jeden Fall sollten jetzt alle Regeln penibel eingehalten werden. Kein Blatt Papier mitnehmen, keine privaten Telefonate, keine Pause überziehen usw.

MFG
Yonkyu