Grundsätzliches zum Autolicht
Hallo,
wer gerne cool und krass aussehen will und wem die Sicherheit durch sehen und gesehen werden egal ist, möge bitte nicht weiter lesen.
Grundsätzlich erzeugen Glühwendel ein Licht mit hohem Rot und Grün Anteil. Durch Erhöhung der Glühtemperatur wird etwas mehr Licht erzeugt, zu Ungunsten der Lebensdauer. Dies wird bei H7 gemacht, dort ist der Fülldruck der Lampe mit den Schutzgasen aber auch sehr hoch.
Wem die gelbliche Lichtfarbe nicht gefällt, der muss die Lichtanteile, die ihm nicht passen (einige sagen: Blau ist besser, andere finden Gelb besser - merkwürdig, nicht?) wegfiltern.
Das Ergebnis ist damit stets DUNKLER als ohne Filterung.
Dass hier gerade zwei Komplementärfarben als „besser“ wahrgenommen werden, zeigt m.E. nur, dass es im Grunde Unfug ist.
Qualitativ hochwertige Halogenlampen sind für Scheinwerfer mit Glühlicht das Beste.
Wer Gasentladunsglampen hat („Xenon“), der hat dank Ihh-Bäi mittlerweile auch die Qual der Wahl. Hier bestimmen die zugegeben Salze im Brennkolben, welches Licht entsteht. Die ersten Xenon waren fies blau (und wurden zum Vorbild der tiefer-breiter-dümmer Fraktion), mittlerweile ist die Lichtfarbe dem Halogenlicht angepasst worden. Meine ersten Philips 85122 waren sehr kalt. Als ich eine davon ersetzt habe, stellte ich die deutlich wärmere, angenehmere Lichtfarbe fest (und habe die andere auch ersetzt!). Dazu gab es auch einige Fundstellen im Netz, die meinen Eindruck belegten.
Philips baut extra eine 85122 „color match“ für Austauschzwecke, deren Lichtfarbe dem alten, kühlen Licht entspricht (wenn einer also nur eine einzelne Lampe wechselt, sollte er diese nehmen).
Bei ebay wird man aber hauptsächlich Lampen mit aberwitzig hohen „Kelvin“ Angaben finden. (Je höher, desto blauer).
Meist „nur für Showzwecke“.
Wieso sind die nicht erlaubt und auch nicht empfehlenswert?
Dazu ein Exkurs in die Physik.
Ich habe pro Lampe exakt 35W Leistung zur Verfügung.
Lichtquanten mit kurzer Wellenlänge (–> blau) haben eine höhere Energie als solche mit längerer Wellenlänge (–> rot), Dies hat der olle Planck mit seinem planck’schen Wirkungsquantum beschrieben.
Ich kann also aus 35W elektrischer Leistung wahlweise eine best. Menge blauer Quanten erzeugen, oder eine deutlich höhere Menge roter.
Die Spektralempfindlichkeit der Zäpfchen (für das farbige Sehen) ist bei grün-gelb am höchsten. Somit erreicht man mit bläulichem Licht weniger Helligkeit als mit grünem oder gelben, weil:
- Weniger blaue Lichtquanten erezugt werden
- Diese beim Auge weniger hell empfunden werden.
Der Erfolg der ultra-coolen Lampen ist also: Weniger Helligekit. Immer.
Und dann gibbet ja noch die Leutchen, die grundsätzlich Nebelscheinwerfer an haben („dann sieht die Karre noch tiefer und breiter aus“).
Was passiert denn nun dabei?
Tagsüber ist es einfach nur egal.
Nachts erhellen richtig eingestellte NSW nur die ersten paar Meter vor dem Fahrzeug. Diese sind dann wirklich sehr viel heller als mit Abblendlicht alleine. Dadurch stellt sich das Auge auf diesen Hellreiz ein, man sieht also die ersten Meter richtig gut, aber was so 30 und mehr Meter vor dem Fahrzeug geschieht, wird DUNKLER!!!
Wer also auf der Autobahn bei Tempo 130 sich mehr für die ersten 20m vor dem Fahrzeug interessiert (um auf Hindernisse in diesem Bereich zu ragieren, müsste man allerdings übermenschliche Reaktionszeiten haben!) als für die 70m, die das Abblendlicht ausleuchtet, der darf gerne mit NSW fahren. Für mich sind angeschaltete NSW nur ein Indikator für die Dummheit des Lenkers, mehr nicht.
Ceterum Censeo: Tönungsfolien sind erlaubt, Fahrzeuge ohne drittes Bremslicht nicht. Unfug. Was bringt die 3. Bremsleuchte beim Fahrzeug vor meinem Vordermann, wenn ich durch die Heckscheibe meines Vordermanns sie nicht erkennen kann?
Lasieren von Rückleuchten: Klarer kann man eigentlich nicht aussagen, dass einem die vermeintlich coole Optik weitaus wichtiger ist als die Sicherheit.