Guten Tag Money-Schorsch,
ich gebe es zu: Die von Ihnen gepflegte Sorte von Humor liegt mir durchaus. Und mehr noch: Ich fand Ihren Beitrag wirklich witzig.
Nur.
Reduziert man ihn auf seinen Gehalt, so fällt mir auf, dass da ein wenig Wehmut hereinspielt, der - bezogen auf die Sache - fehl am Platze ist.
Ich will es Ihnen so erklären:
Wissen Sie, wie lange eine Ausbildung zum KFZ- oder Elektromeister
dauert ? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, nach welcher Zeit
ein Bauingenieur fertig gebacken ist ? Haben Sie den Schimmer eines
Anflugs von Ahnung, wie lange es dauert, bis ein Mediziner nicht nur
Mediziner sondern Facharzt für Frauenheilkunde ist ?
Ich will mich mit Ihnen nicht in den einzelnen Fällen um ein Jahr hin oder her streiten. Das wäre nur müßig und führt in der Sache ebenso wenig weiter.
Was ich aber will, ist, dass Sie zur Kenntnis nehmen, wie wenig an
Qualifikation es bis heute bedarf, damit jemand im Auftrag einer
renommierten Bausparkasse oder Versicherung Kunden berät und Verträge vermittelt. Die Qualifikation liegt nahezu bei Null.
Daran hat auch die seit Jahren bestehende brancheninterne Ausbildung
nur wenig verändert. Denn derjenige, der diese leichten Hürden nicht nimmt und bei scheinselbständiger Tätigkeit das Handtuch nicht von selbst wirft, darf dennoch weitermachen. Die anderen, die die Hürde nehmen, sind dann „Fachmann“ oder „Fachfrau“.
Ein Titel ohne Mittel und zudem geeignet, das unkundige Publikum
vielleicht zu beeindrucken. Von einer gründlichen Ausbildung kann hier die Rede nicht sein. Die Teilnehmer werden in sogenannten Seminaren
über wenige Wochen hinweg geschult. Dass selbst die sogenannten Dozenten in diesen sogenannten Seminaren regelmäßig nie einen Vorlesungssaal von innen gesehen haben, sei nur am Rande bemerkt.
Die Prüfung, die auf Fahrschulniveau abläuft, wird - bezeichnenderweise - längst nicht von allen Probanden bestanden.
So, und jetzt sind wir wieder bei meiner Empfehlung an einen knapp
fertig gebackenen Akademiker, dem ich geraten habe, sich zwanglos selbst in diese Dinge einzulesen. Sie haben den Vorschlag durch Ihren Kommentar mit Spott bedacht. Offenbar trauen Sie dem jungen Mann
weniger zu als einem Gutteil der bundesdeutschen Vertreterschar, die
in Schnellbleicheschulungen ihr Fachwissen erwerben - oder eben auch nicht - und danach ungehemmt auf die unkundige Bevölkerung losgelassen werden.
Das ist ein starkes Stück. Und wirft - zumindest für mich - auch ein
bezeichnendes Licht auf Ihre Person.
Gruß
Günther
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