Geld ansparen für einjähriges Kind

Für unseren einjährigen Sohn wollen meine Schwiegereltern Geld ansparen, damit er später ein Studium, Auslandsaufenthalt etc. finanzieren kann. Nach Beratung bei der Sparkasse haben sie eine fondsgebundene Rentenversicherung bei der neuen Leben mit einer Laufzeit von 66 Jahren und monatlichen Einzahlungen von 50,- Euro und 3% Beitragssteigerung pro Jahr abgeschlossen. Eingeschlossen ist ebenfalls eine Lebensversicherung, Teilauszahlungen sind nach 5 Jahren jederzeit möglich. Wir haben Zweifel, ob dies die richtige Ansparform ist, denn es soll ja möglichst viel Geld angespart werden und nicht für Todesfallabsicherung, Provision etc. verwendet werden. Das Ziel einer solchen Anlegeform ist ja Vorsorge im Alter, die Vorteile wie Steuerbegünstigung kommen bei einem Kind noch nicht zum Tragen. Außerdem erscheint es mir etwas verfrüht, jetzt schon einen Vertrag zur Altersabsicherung abzuschließen, wer weiß, welche Produkte in 20 Jahren mit vielleicht viel besserer staatlicher Förderung angeboten werden. Wir vermuten, dass bei der Beratung wohl eher die üppige Provision für solche Produkte ausschlaggebend gewesen ist und erwägen, meine Schwiegereltern um Kündigung zu bitten. Stattdessen soll das Geld auf einem Tagesgeld-Konto wie z.B. Cortal Consors angelegt werden. Meines Wissens ist dies auch nicht unsicherer, da das Geld hier auch den Regelungen über die Einlagensicherung unterliegt. Frage: Haben wir da etwas übersehen, oder ist eine fondsgebundene Rentenversicherung für ein einjähriges Kind unter dem Gesichtspunkt, möglichst viel Geld sicher anzusparen bis zur Volljährigkeit, wirklich nicht das geeignete Produkt?

Gruß,
Andrea

Eine Sparanlage für ein einjähriges Kind mit dem Hintergrund, dass das Geld bei Volljährigkeit oder in diesem ungefähren Zeitrahmen sowieso zur Auszahlung kommt, ist mit Sicherheit die falsche Grundlage für eine fondsgebundene Rentenversicherung.

Die Meinung, dass die Bank wohl nur Provisionen abstauben wollte, drängt sich auf.
Auf einem Tagesgeldkonto oder Sparkonto ist das Geld sicher angelegt und entspricht wohl mehr dem Sinn des angesparten Geldes.

Hallo Andrea,

das Ansinnen deiner Schwiegereltern, ihrem Enkel finanziell unter die Arme zu greifen, ist eigentlich als sehr honorig zu werten. Was sie aber daraus gemacht haben mit Hilfe eines „cleveren“ Sparkassen-Versicherungsvertreters ist vorsichtig ausgedrückt als bedenklich zu erachten.
So hätte der Schwiegervater nur auf seinem Taschenrechner 50 eingeben müssen und 66mal die Tasten plus 3%. dann hätte er sofort erkannt, dass er seinem Enkel bis zum letzten Jahr der dynamisierten Zahlung monatlich eine „Hypothek“ bis zu über 373 € aufbrummt. Ich setze voraus, dass die Schwiegereltern im Alter deines Sohne von 66 Jahren dann nicht mehr zahlen werden.
So kann man über den Sinn der Lebensversicherung, die dort eingebaut wurde, nur staunen.
Vielleicht ist Polen noch nicht verloren, wenn man einige Grundsätze der Vermögensbildung berücksichtigt:
Für die Lebensplanung lohnt sich die Investition eines Honorars für einen unabhängigen Berater, der seine Kunden frei von Interessen anderer betreut. Auch die Besitzer großer Vermögen holen professionellen Rat ein, obgleich sie sich selbst täglich mit ihren Finanzen beschäftigen.
Den richtigen Berater zu finden, erfordert Geduld. Auf keinen Fall gleich mit dem Erstbesten einen Vertrag abschließen. Auf diesem Feld tummeln sich viele schwarze Schafe. Vor dem Auftrag stehen mehrere Gespräche, in denen der Kunde sich ein Bild von den Fähigkeiten des Beraters machen kann. Schon anhand der Fragen, die der Profi seinem Kunden stellt, lässt sich etwas über seine Fähigkeiten aussagen:
Erkundigt er sich nach den Bedürfnissen des Kunden?
Wie hoch ist dessen Risikobereitschaft?
Sieht sich der Berater in der Lage, seinem neuen Klienten einen Anlagemix passend zu dessen Temperament (der Eltern oder Schwiegereltern hier) zusammenzustellen?
Die Arbeit dieses Beraters muss dann auch regelmäßig überprüft werden.

Sehr schade, dass anscheinend die Lehmann Brüder und Konsorten immer noch ihre Opfer finden.

Macht´s im Neuen Jahr besser.
Bernd

Also meine Großeltern haben mir genossenschaftsanteile einer Genossenschaftsbank gekauft.

Mit 18 hatte ich zu dem Geld was die Anteile wert sind 10.000€ Auszahlung an Zinsen und da ich die Anteile nie verkaufen werde habe ich jedes Jahr 400€ Zinsen.

Kosten habe ich keine, also ich muss keine Beiträge zahlen usw…

Das Geld hätte man viel besser anlegen können, zB in Aktien, dann hätte ich heute mehrere Millionen…
oder auch nichts mehr…

…Schwiegereltern …haben …eine fondsgebundene Rentenversicherung mit einer Laufzeit von 66 Jahren … abgeschlossen… lg Andrea

Hallo,
Du willst jetzt hier wissen, wie das zu aendern ist?
Uebrigens Lebensversicherung, wer bekommt das Geld, wenn wer stirbt?
Gruss Helmut

Die Meinung, dass die Bank wohl nur Provisionen abstauben
wollte, drängt sich auf.
Auf einem Tagesgeldkonto oder Sparkonto ist das Geld sicher
angelegt und entspricht wohl mehr dem Sinn des angesparten
Geldes.

Und angesichts fast sicher zu erwartender schwerer Inflation in den nächsten Jahren würde es bei so langee „Laufzeit“ noch mehr Sinn machen, jeden Monat eine solide Aktie zu kaufen, oder besser, wegen Gebühren, einmal im Jahr eine enstprechende Menge.Vorher ansparen das Geld, auf eben so einem Tagesgeldkonto.
Gruss,
Zahira

Guten Tag Andrea,
Ihre Schwiegereltern haben sicher die beste Absicht.
Über diesem Projekt schweben jedoch zwei bis drei große
Unsicherheiten. Denn es ist völlig unklar, ob Ihre Schwiegereltern,
Sie und Ihr Mann und später Ihr Kind diesen Vertrag aufrechterhalten
werden. Ohne Ansehen der beteiligten Personen liegt die statistische
Wahrscheinlichkeit heute bei vielleicht 20 bis 30 %.
Die Chance, dass der Vertrag in den ersten fünf bis acht Jahren
wieder beendet wird, ist besonders groß. Insbesondere deswegen,
weil die Schwiegereltern feststellen werden, dass die ersten
drei bis vier Jahresbeiträge komplett für die Abschlussprovision verbraucht wurden. Mindestens.
Besteht der Vertrag weiter, werden Sie feststellen, dass durch den
Einschluss der vorzeitigen Auszahlungsoption die Rendite unter
aller Kanone sein wird. Bis zum Ablauf von 20 Jahren kann ich mir nicht vorstellen, dass das Wort Rendite überhaupt zutreffen wird.
Jedes x-beliebige, mittelprächtig verzinste Tagesgeldkonto
ist mit Blick auf den genannten Sparzweck - die Ausbildung -
um Klassen besser. Das Thema Altersvorsorge soll Ihr Sohn dann
angehen, wenn er versteht, worum es geht. Das ist dann vielleicht in
20 Jahren der Fall. Was dann die Welt bewegen wird, wissen die Steine.
Gruß
Günther

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Vielen Dank für die vielen Antworten. Wir haben den Vertrag erst einmal stornieren lassen und haben um Vergleichsangebote gebeten.

Gruß,
Andrea