Weißt Du, Boris…
ein Glück, daß Du dann doch noch konkret geworden bist (im PS).
Dein allgemeiner Absatz vorher, der hörte sich nämlich richtig gut und vielversprechend an.
wenn Deinem vertrauten Bankberater schon nichts besseres
einfällt, dann verallgemeinere das doch nicht so extrem.
Ich brauch keinen Bankberater.
Ich gehe sogar soweit zu sagen, daß ich jeden der Bankberater in meiner Filiale „in die Tasche“ stecke, wenn wir uns über Aktien, Renten und andere Investments unterhalten.
Aegis-Fund. Nach Deiner Meinung ein hochriskanter Hedgefonds.
Er investiert in Aktien, Anleihen, Währungen, Gold, Rohöl,
Weizen, Kakaobutter, Kupfer, … . Wenn steigende Aktienkurse
erwartet werden, dann wird der Aktienanteil erhöht. Wenn die
Kurse fallen sollten, dann gehen sie short. Wenn bei Weizen
was verdient werden kann, dann sind sie dabei. …
Das ist Ausdruck von HOCHRISKANT ??? Risikoklasse 6.
Es gibt so ganz simple Wahrheiten, die immer wieder ignoriert werden - besonders von den sogenannten Profis.
Wenn es neben Glauben, Gefühl, Kristallkugel oder was weiß ich auch NUR EINEN nachvollziehbaren Grund geben würde für die Annahme, daß die (Aktien-)Kurse steigen (oder auch fallen) - dann würde erstens nicht nur Aegis aktiv werden, und zweitens wären die Kurse fast im selben Moment (sprich: nur Sekunden später) auf dem Erwartungswert.
Warum sollen die Leute bei Aegis einen Heiligenschein haben?
Warum sollen sie mehr (über die Zukunft) wissen als „der Markt“?
Ist der Aegis-Manager schlauer als die Dutzenden anderen Hedgefonds-Manager oder tausenden Normalo-Aktienfonds-Manager?
Btw, Investitionen in Währungen, Gold, Kupfer und andere Rohstoffe (als Finanzmarktinstrument - d.h. die Spekulation auf Fallen/Steigen des jeweiligen Preises) sind insgesamt ein Null-Summen-Spiel. Was der eine Anleger1/Spekulant1/Hedge-A hier gewinnt, nimmt er Anleger2/Hedge-B weg.
Im Gegensatz zu Aktien/Immo’s/Renten.
Hier steckt nämlich eine Gesamt-Gewinn-Schöpfung dahinter.
(Aktien = Gewinne der Unternehmen; Renten = bezahlte Zinsen der Schuldner, etc.)
Warum sind Hedgefonds zu Recht als hochriskant eingestuft?
Weil sie keinen Anlage-Grundsätzen bzw. eher -beschränkungen unterliegen. Jeder Aktienfonds hat eine Unter- und Obergrenze für seinen Aktien/Cash-Anteil (oft 70…100%/0…30%), plus eine Untergrenze für die Anzahl der gehaltenen Aktien (zur Risikostreuung).
Ein Hedgefonds hat das nicht.
Er hat mehr Anlageklassen zur Auswahl, richtig. (Aktien, Rohstoffe, Cash, etc. - und alle möglichen Finazderivate darauf)
Er kann, wenn er möchte, heute sein Geld in die Microsoft-Aktie parken, nächste Woche auf Kupfer spekulieren, und übernächste sein komplettes Geld in einer Wette, daß der DAX fällt, verdoppeln (oder verballern).
Eine solche Anlage-Möglichkeit nenne ich in unserem Anlage-Universum durchaus schon riskant.
Noch mal ein Nebensatz zum Thema Risiko und Rendite:
Wenn man sich ein Risiko-Rendite-Diagramm vorstellt (Risiko - x, Rendite - y) - dann gibt es eine „Risiko-Rendite-Kurve“, auf der die Anlage-Instrumente und -Klassen verzeichnet sind, die sich der informierte Anleger mal ansehen sollte.
Beginnend mit Cash/Tagesgeld im low-Risiko/low-Rendite Bereich, über Festgeld, Anleihen, Aktien - jeweils Risiko und erwartete Rendite ansteigend.
Anlage-Instrumente UNTERHALB dieser (Optimum-)Kurve läßt der informierte Anleger einfach liegen (das 0,5% Sparbuch bleibt also draußen; stattdessen greift man für diese Risiko-Klasse zum Tagesgeldkonto).
Auf dieser Optimum-Kurve „reitend“, läßt sich höherer Ertrag hier nur noch mit höherem Risiko „erkaufen“ - leider.
Es ist nun leider auch noch nicht abschließend festgestellt (von Fianzmathematikern und anderen Wissnschaftlern), ob Hedgefonds wirklich eine höhere erwartete Rendite gegenüber normalen Aktienfonds haben - bei selbstverständlich höherem Risiko.
Einige Untersuchungen zeigen nämlich diesen Mehr-Ertrag nicht (wichtig: survivorship bias + Mehrkosten der Hedgefonds-Familie einrechnen!) - dann wären Hedge wegen des höheren Risikos gg. Aktienfonds einfach ein ‚schlechtes‘ Anlageinstrument, sprich unterhalb der skizzierten Kurve.
(Boris, meine persönliche Meinung: Hedge haben eine höhere erwartete Brutto-Rendite; geben aber einen Großteil dieses Vorteils durch höheres Risiko UND exorbitant höhere Kosten wieder ab.)
Wie gesagt, Hedgefonds als BEIMISCHUNG für das Depot durchaus interessant. Im Moment wohl noch nicht für den Privat-Anleger, weil zu teuer (AA, laufende Gebühren, Mindestanlagen, etc.)
Gruesse,
Ralf