Geldanlage allgemein

Hallo,
ich bin gerade dabei, meine Geldanlagen zu überprüfen. Ganz generelle Frage: Es gibt doch „über den Daumen“ Richtwerte, wie man seine „Vermögen“ (und das, was es mal werden soll) aufteilt, wie z.B. x% Cash (Tagesgeld), y%Fonds, z% XYZ. Das ganze nach Alter und Lebenssituation (Eltern, Immobilie erworben).
Habt ihr das Infos, Links, Tipps für Literatur?
Danke und Grüsse,
b.

Das ist eine Sache, die man nicht pauschal beantworten kann.
Das hängt ganz wesendlich von deiner persölichen Lebensplanung, deiner Risikobereitschaft und steuerlichen Situation ab.

Die Banken haben zu diesem Thema oft kostenlose bis sehr preiswerte Literatur.

Die Daumenregel, die ich kenne:
3-4 Monate Nettoverdienst so anlegen, dass man rasch dran kommt.
Den Rest (wenn viel vorhanden ist) zu je 1/3 in Immobilien, Aktien und festverzinsliches.

Nichts aufschwätzen lassen, alles erst mal überschlafen.
Wer hohe Zinsen verspricht oder Druck macht ist fast immer unseriös.

Gruß JoKu

Das ist eine Sache, die man nicht pauschal beantworten kann.
Das hängt ganz wesendlich von deiner persölichen
Lebensplanung, deiner Risikobereitschaft und steuerlichen
Situation ab.

Hallo, danke, ja, das ist klar. Ich suche ja Richtwerte. Die nächsten ca. 18 Jahre ist ein wichtiger Teil meines Lebens geplant:wink: Ich habe einen 1 jährigen Sohn. Dazu eine Immobilie, die zum Teil über einen Bausparvertrag läuft (und damit klar ist, was ich die nächsten 15a zu zahlen habe) und zu einem anderen Teil als „normales“ Hypothekendarlehn. Da ist wohl das Ziel, neben allem Willen jetzt viel Geld mittel und langfristig anzulegen, in ca. 5 Jahren ca. 50k€ zu tilgen (weit über Plan, aber dann wäre die Zinslast mal weg). Viel bleibt dann eh nicht mehr… Das wäre dann schonmal ein Ziel: 40 bis 40k€ in ca. 5 Jahren. Wie komme ich da am besten hin. Steuerlich sind wir im Moment noch weit weg von irgendwelchen Zins-Steuergrenzen. Das wird wohl erst in 2-3 Jahren relevant werden (wenn ein Teil der 50k da sind und der Bausparvertrag voller wird).
Das zur Lebenssituation, Steuerlast und auch in gewisser Weise zur Risikobereitschaft (der Rest kann dann gerne recht Risikoreich angelegt werden. Ich frage mich aber schon, ob das unbedingt „global investierender Aktienfonds“ heissen muss, denn die Korrektur (z.B. im DAX wird ja mittelfristig kommen und damit kommen dann wieder 2-3 magere Jahre). Und: wieviel Geld sollte man sich als Bar-Rücklage halten? Macht eine Rentenversicherung neben Riester Sinn, und und und…
Ja, es gibt da sicher keine Standardantwort aber es gibt sicher sehr viele Menschen, die in einer sehr ähnlichen Situation (Kind, Haus) stecken. Und damit habe ich die Hoffnung doch ein wenig eine pauschale Antwort zu finden .

Danke und Grüsse,
b.

Hallo bosmiq,

Deine erste Frage hatte ich so verstanden, als ginge es um einen vorhandenen Anlagebetrag, der aufzuteilen ist.

Jetzt schient es mehr um Kapitalaufbau durch regelmäßiges sparen zu gehen?

Die von Dir angesprochenen Aufteilungsprinzipiel gelten aber eher für den 1. Fall.
Beim Sparplan ist das ganz Allokationsthema, also die Aufteilung z.B. über Immobilien, Aktien, Renten, nicht so dramatisch.

Unterschied:
Angenommen, einen Monat nachdem Du Dein Geld angelegt hast, beginnen die Börsen kontinuierlich zu fallen und verlieren innerhalb von drei Jahren 50 %.
Dann hast Du mit Deiner Einmalanlage tierisch gelitten, weil Du jetzt erstmal 100% Gewinn brauchst, um wieder auf Null zu sein. Das sind dann wohl rund 10 Jahre ohne Ertrag unter dem Strich.
Beim Sparplan sieht es ganz anders aus. Da Du ja immer billiger eingekauft hast, bist Du schon viel früher wieder im positiven Bereich.

Grundsätzlich würde ich persönlich beim regelmäßigen sparen offensiver, also mit mehr Aktienanteil, an die Sache rangehen und nach einigen (guten Börsen-) Jahren dann das angesparte Kapital defensiver strukturieren.

ACHTUNG Haken!
Allerdings ist die von Dir beschriebene Laufzeit von fünf Jahren hierfür schon eher grenzwertig. Da vielleicht doch einen Rentenfonds beimischen, der dürfte zumindest das Kapital über die Zeit erhalten.
Auf die skizzierten 18 Jahre würde ich persönlich mal die ersten 10 Jahre voll auf Aktien setzen und dann in guten Börsenphasen (wie z.B. aktuell) Gewinne mitnehmen und das angesammelte Kapital in eine sinnvolle Struktur bringen.

Ob eine Rentenversicherung Sinn macht, hängt aus meiner Sicht von drei Faktoren ab:

  1. Dein subjektives Sicherheitsbedürfnis.
    Vielen Deutschen sind die wenigen sicheren Prozente einer Versicherung lieber als die Chance auf höhere Erträge ohne Garantie. Die Frage ist, womit Du besser schlafen kannst. Mehr rauskommen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Fondssparen, es ist halt aber nicht garantiert und man muss sich ein bisserl drum kümmern.

  2. Biometrische Risiken
    Wenn Du z.B. eine Berufsunfähigkeitsabsicherung brauchst, dann könnte man mal prüfen, ob die fondsgebundene Rente + BU-Zusatz nicht günstiger kommt, als die alleinstehende BU-Versicherung + Fondssparplan. Das ist sicher sehr stark Situations- und Tarifabhängig.

  3. Deine Selbstdisziplin
    Wenn Du Deinen Sparplan nicht durchhälst, nützt die schönste Rendite nichts. Da kann die Versicherung ein Vorteil sein, weil der „psychische Spardruck“ i.d.R. hier höher ist.

Auf jeden Fall kannst Du Dein angespartes Kapital auch mit 65 noch in eine Rente umwandeln.

Viel Erfolg.

Gruß Schorsch