Hallo Flea,
ich bin Azubi, vielmehr BA-Student, und spare monatlich ca.
200€ an. Davon gehen 100€ auf ein Tagesgeldkonto,
50€ in einen Fonds und 50€ auf einen
Baussparvertrag.
Erstmal Glückwunsch, dass Du so früh im Berufsleben schon so konsequent sparst. Grundsätzlich gute Strategie.
Wenn ich den Bestand des Fondsdepots online abfrage, ist der
Wert aber meistens weniger als das was ich eingezahlt habe.
Deshalb meine Frage: Lohnt sich dieser Fonds eigentlich? Auf
der Seite von Deka habe ich auch schon einen Fonds gesehen der
in einem jahr 40% Gewinn gemacht hat. Soll ich lieber in den
investieren oder gar das Depot auflösen und das Geld auf das
Tagesgeldkonto legen, da hab ich immerhin 3,25%?
Kann mir da vielleicht jemand einen Tipp geben? Zur Info:
zurzeit habe ich den Fonds „Deka Struktur: 4 Wachstum“
Der von Dir gewählte Fonds ist einerseits ein Mischfonds, andererseits ein Dachfonds. Was heißt das?
Mischfonds:
Ein Fonds der Aktien und Renten (festverzinsliche Wertpapiere) mischt.
Ziel: Die Schwankungen zu reduzieren und damit das Risiko rausnehmen. Dafür ist in Zeiten steigender Aktienmärkte die Rendite niedriger. In schlechten Zeiten sind aber auch die Verluste geringer.
Dachfonds:
Der Fonds investiert nicht selbst in Aktien und Renten, sondern widerum in Fonds, die dieses tun.
Damit soll in der Theorie sicher gestellt werden, dass für die einzelnen Segmente jeweils Spezialisten verantwortlich sind und dadruch unterm Strich mehr herauskommt.
Soviel zum grundsätzlichen. Nun zu Deinem Fall.
Ich würde folgendermaßen vorgehen:
-
Auf dem Tagesgeld solange mit vollgas ansparen, bis hinreichend Geld für Unvorhergesehenes, Urlaube usw. zur Verfügung steht.
-
Dann entweder den Sparbetrag größtenteils in attraktive Anlagen umleiten oder immer wieder den Überschuss vom Tagesgeld sinnvoll investieren.
Ob ein Mischfonds das richtige für Dich ist, hängt von der Spardauer ab, die Du vorhast. Wenn Du mindestens 5 Jahre anlegen willst, würde ich einen Aktienfonds bevorzugen. Gerade beim regelmäßigen Sparen sind die Schwankungen dann oft vorteilhaft.
Ob man das in einem Dachfonds machen muss, ist ein wenig eine Philosophie-Frage. Der Nachteil an diesen Fonds ist, dass zweimal Kosten entstehen. Im Dachfonds und im Zielfonds. Da gehen insgesamt schnell mal 3% weg, die schwer vom Management aufzuholen sind. Mir sind keine Ergebnisse bekannt die belegen, dass Dachfonds bisher einen systematischen Vorteil bei der Performance erbracht hätten.
Zum Deka-Fonds habe ich eine klare Meinung: Taugt nix.
Die Chance, bei der Deka einen wirklich guten Fonds zu finden, ist ungefähr genauso hoch, wie auf einem wirklich großen kommerziellen Weihnachtsmarkt einen richtig guten Glühwein zu finden… 
Die Deka investiert hier auch nicht in gute Fondsmanager, sondern in Konzerneigene oder -nahe Fonds. Damit verdient die Deka zwar doppelt, aber der Kunde…?
Vergleiche mal mit einem guten Dachfonds, z.B. dem Sauren Global Balanced (ISIN LU0106280836). Dies geht z.B. gut bei Fondsweb.de.
Der Sauren hat in den letzten 12 Monaten rund 5% erzielt, der Spasskassenfonds nur 1,5%. Wenn Du da einen Ausgabeaufschlag zahlst, bist Du leicht noch im Minus.
Den genannten „40%er“ würde ich mit Vorsicht genießen. So ein Fonds kann auch schnell mal 40% Minus machen (oder mehr). Nur um wieder auf Deinen Anlagebetrag zu kommen brauchst Du dann schon + 66,67%!
Könnte aber beim Sparplan vielleicht trotzdem passen. Such mal im Netz nach Cost-average-effect oder Durchschnittskostenmethode.
Aber nimm einen richtigen Fonds, nicht wieder einen von der Deka 
Grundsätzlich solltest Du bei Anlagen mit Aktienanteil viiieeel mehr Geduld haben. Es ist ein schiweriges Aktienjahr in vielen Märkten. Aber das ist normal.
Letzter Punkt:
Willst Du konkret bauen oder kaufen?
Oder hast Du den Bausparvertrag nur, weil „man mit bausparen nichts falsch machen kann“?
Viel Erfolg wünscht der Money-Schorsch