Geldanlage im Rentenalter

Eine alleinstehende Person im Alter von 80 Jahren bekommt eine relativ geringe Rente. Sie hat 200.000 Euro zur Verfügung, die sie sinnvoll anlegen will. Einerseits zur Aufbesserung ihrer Rente andereseits als Kapital, das später für ein Pflegeheim benötigt wird. Aktien oder ähnliche spekulative Anlageformen kommen für sie (auch angesichts des hohen Alters) nicht in Frage. Zur Zeit zahlt sie keine Steuern, da das zu versteuerndes Einkommen bei ca. 6000 Euro/Jahr liegt (ohne die zu erwartenen Kapitaleinkünfte).

Welche Anlageform ist zu empfehlen? Lohnt sich eine Rentenversicherung? Sind niedrigverzinsliche Wertpapiere angesichts der Steuersituation auch eine Alternative?

Hallo,
zur Zeit liegt die ältere Dame mit ihrem Einkommen noch unterhalb des Grundfreibetrages, d.h. die Rente kann vernachlässigt werden.
Eine Rentenversicherung würde ich in diesem Fall nicht empfehlen, da diese nur gegen Einmalbeitrag abgschlossen werden kann, d.h. das eventuell für ein Pflegeheim benötigte Kapital wäre sofort weg.
Niedrig verzinste Wertpapiere, gemeint sind wohl Inhaberschuldverschreibungen oder Bundesschatzbriefe sind steuerlich unattraktiv und haben in der Regel eine feste Laufzeit.
Ich würde in diesem Fall auf eine relativ sichere und täglich verfügbare Anlage setzen, die auch steuerlich optimiert ist.

Z.B.: Anlage in einem offenen internationalen Immobilienfonds, hier sind Renditen von 3,5-4,5 % pro Jahr realistisch. Des weiteren kommt hinzu, dass die Erträge (jährliche Zinsausschüttung) bis zu 90 % steuerfrei sind. Denn ab 2007 sinkt der Freibetrag für Kapitalerträge auf 700 Euro.

Für solche Fonds nehmen die Banken und Fondsgesellschaften Ausgabeaufschläge - hier kann man allerdings handeln!

Danke für die Hinweise!

Inwiefern sind niedrigverzinsliche Pfandbriefe steuerlich uninteressant? Gerade durch die niedrige Verzinsung fällt ja wenig steuerpflichtiger Kapitalertrag an. Die Rendite berechnet sich zusätzlich aus dem (noch) steuerfreien Kursgewinn.

Hallo,

im Gegensatz zu Hauke, würde ich für den hier beschriebenen Zweck nur Anleihen empfehlen, Bundesschatzbriefe wären da nicht die schlechteste Wahl. Die Kapitalerträge sind zwar grundsätzlich steuerpflichtig, die Steuerlast erscheint mir erträglich zu sein. Im hier beschriebenen Fall bewerte ich die Liquidität (Pflegeheim) und Stabilität der Geldanlage wichtiger, als die Frage der Steuer.

Eine Fondanlage hat immer ein Wertentwicklungsrisiko und das würde ich einer 80-jährigen nicht zumuten.

Gruß

Nordlicht

Hallo,

Ich würde ein Investmentfondsdepot empfehlen. Es sollte so gestaltet sein das weniger Aktienfonds in ihrem Depot auftauchen und dafür mehr in Immobilienfonds und Rentenfonds investieren.
Aus diesem Depot kann man dann einen Auszahlplan ohne Kapitalverzehr anstreben, Die Höhe des Betrages kann so gewählt werden das dies nur unerhebliche steuerliche Nachteile für die Dame bringt. Das Kapital bleibt dennoch erhalten. Schon bei einer 3%igen Rendite wäre eine monatliche Auszahlung von ca. 500 Euro möglich. Die Anlageform sollte dann auch als Rentenzahlung betitelt werden.

Gruß

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Hallo,

im Gegensatz zu Hauke, würde ich für den hier beschriebenen
Zweck nur Anleihen empfehlen, Bundesschatzbriefe wären da
nicht die schlechteste Wahl. Die Kapitalerträge sind zwar
grundsätzlich steuerpflichtig, die Steuerlast erscheint mir
erträglich zu sein. Im hier beschriebenen Fall bewerte ich
die Liquidität (Pflegeheim) und Stabilität der Geldanlage
wichtiger, als die Frage der Steuer.

Wenn ich das Anliegen der alten Dame richtig verstanden habe, benötigt sie aus dem Kapital eine regelmäßige Zahlung, da die Rente nur 6.000 Euro im Jahr beträgt. Des weiteren soll das Kapital aber auch verfügbar bleiben.

Die von Ihnen favorisierten Anleihen, in diesem Fall Bundesschatzbriefe erfüllen diese Kriterien aber einfach nicht.
Denn: Bundesschatzbriefe haben eine festgeschriebene Haltezeit, z.B. bei einer gewünschten Rendite von ca. 3,1 % sind das 6-7 Jahre. Vorzeitige Rückgabe nur in 5.000 Euro Schritten nach mindestens einem Jahr - also Liquidität (Pflegeheim) ist gleich Null und am Wunsch vorbei.

Dies führt dann auch zu einem weiteren Problem. Wenn die Geldanlage zur Aufstockung der Rente gedacht ist. Denn die Zinsen werden einmalig am Ende der Laufzeit gezahlt. Also auch keine Ausschüttung.

Hinzu kommt, dass die Erträge dann am Ende komplett steuerpflichtig sind. Bei einer Laufzeit von 6 Jahren und einer Verzinsung von 3,1 % sind das dann ca. 12.700 Euro Steuern - klingt für mich nicht erträglich.

Eine Fondanlage hat immer ein Wertentwicklungsrisiko und das
würde ich einer 80-jährigen nicht zumuten.

Was das Kursrisiko von Fonds betrifft stimme ich aber generell zu. Allerdings kommt es hier auf die Art des Fonds an. Bei dem von mir angedachten internationalen Immobilienfonds ist das Kursrisiko gleich Null.

Gruß Hauke

Gruß

Nordlicht

Die Frage ist doch, ob niedrigverzinsliche Pfandbriefe überhaupt Sinn machen, da die ältere Dame ja anscheinend Ihre Rente aufbessern möchte.
Außerdem ist doch absurd zu sagen etwas sei steuerlich interessant, weil die Zinsen einfach so niedrig sind, dass ich kaum Steuern zahlen muß, oder?

Was die Rendite betrifft, stimmt Ihre Aussage nicht ganz. Die Rendite berechnet sich aus dem Kurs bei Kauf. Notiert die Anleihe unter 100 % ist die Gesamtrendite über die Laufzeit höher, da zum Ende 100% des Anleihewertes gezahlt werden.
Soll die Anleihe während der Laufzeit verkauft werden, dann in der Regel eher mit Kursverlusten.
Eine Spekulation auf Kursgewinne in diesem Segment ist sicherlich nichts für eine 80-jährige.

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Bei einem angenommenen Zinsatz von 1% beträgt der jährliche Zinsgewinn 2.000 Euro, das zu versteuernde Einkommen somit 8.000 Euro. Laut Steuertabelle beträgt die Steuer hier ca. 120 Euro. Die Rendite eines Papiers mit einem halben Jahr Restlaufzeit liegt bei ca. 2,7% bei einem Jahr Laufzeit ca. 2,9% bei 1,5 Jahren Laufzeit 3,1%. Wenn man nun den Betrag gestaffelt anlegt ist alle halbe Jahre Geld verfügbar.

Wenn ich das gesamte Geld für 3% anlege fallen im Jahr ca 900 Euro Steuern an, die Rendite sinkt also auf 2,55 %. Da sage noch einer die Steuer spiele keine Rolle. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Eine Fondanlage hat immer ein Wertentwicklungsrisiko und das
würde ich einer 80-jährigen nicht zumuten.

auch ein internationaler Immobilienfonds ist eine Fondsanlage.

Was das Kursrisiko von Fonds betrifft stimme ich aber generell
zu. Allerdings kommt es hier auf die Art des Fonds an. Bei dem
von mir angedachten internationalen Immobilienfonds ist das
Kursrisiko gleich Null.

Sicher haben internationale Immobilienfonds ein geringes Risikoprofil.
Das es aber einen internationalen Immobilienfonds gibt, dessen Kursrisiko gleich null ist halte ich für eine gewagte Aussage.

Beste Grüsse aus dem Süden

Roland

Soll die Anleihe während der Laufzeit verkauft werden, dann in
der Regel eher mit Kursverlusten. Im Sinne von Murhpys law richtig!

Ob Kursgewinn oder Kursverlust hängt in erster Linie vom Zinsniveau zum Zeitpunkt des Verkaufs ab. Sind die Zinsen bei Verkauf höher als beim Kauf, macht der Verkäufer einen Verlust sind die Zinsen niedriger als bei Kauf, macht er einen Gewinn. Je kürzer die Restlaufzeit, um so
geringer die Kursschwankungen.
Selbstverständlich müsen die Verkaufspesen berücksichtigt werden.

Beste Grüsse aus dem Süden

Roland

Eine alleinstehende Person im Alter von 80 Jahren bekommt eine
relativ geringe Rente. Sie hat 200.000 Euro zur Verfügung, die
sie sinnvoll anlegen will.

Einerseits zur Aufbesserung ihrer

Rente andereseits als Kapital, das später für ein Pflegeheim
benötigt wird. Aktien oder ähnliche spekulative Anlageformen
kommen für sie (auch angesichts des hohen Alters) nicht in
Frage.

Hallo,
Deine Zeilen sind meiner Meinung nach recht eindeutig: Vorrangiges Ziel dieser Dame ist es, ihr Geld sicher anzulegen für Rente und Pflegeheim.
Bei diesem eindeutigen Kundenwunsch kann ich mich dem Vorschlag nach einem Immobilienfonds überhaupt nicht anschliessen. Auch die Rendite ist nur minimal besser als z.B. bei einem herkömmlichen Auszahlungsplan einer Bank. Das ist es der Dame wohl, so wie Du ihren Wunsch schilderst, wohl kaum wert.

Welche Anlageform ist zu empfehlen? Lohnt sich eine
Rentenversicherung?

Nein, keinesfalls.
Lasse Dich doch in einer Bank mal beraten. Vielleicht lassen sich die Beträge sinnvoll splitten: die Dame müsste allerdings ihren monatlichen Auszahlungswunsch benennen (also der Betrag, um den ihre Rente erhöht werden soll), dann wäre das durchzurechnen. Der Rest könnte mit einer nicht zu langen Kündigungsfrist oder einer jederzeitigen Verkaufsmöglichkeit angelegt werden, so dass sie zur Not darüber verfügen kann. Falls kein Splitting, dann lieber ein sicheres Bankprodukt oder Bundeswertpapier.
In solchem Fall sollte das Streben nach absoluter Sicherheit nach meiner Meinung den absoluten Vorrang haben. Ein bisschen mehr Ertrag ist für diese 80jährige Dame offenkundig nicht Ziel und Wunsch. Das gilt es doch - bei allem persönlichen Ehrgeiz - zu respektieren, oder?

Gruss, Eva

Hallo zurück,

ich habe zwar nicht viel Zeit, aber nachdem ich hier so manches gelsen hatte muss ich mal kurz was schreiben.
und wenn du schon so fragst, ja du amchst ein paar Denkfehler.

Aber mnal vorweg etwas:
Niedrigverzinsliche Wertpapiere können natürlich Sinn machen,
da du ja zu recht feststellest das die Steuer eien Rolle spielen kann.

Achja da war auch die Aussage
„Außerdem ist doch absurd zu sagen etwas sei steuerlich interessant, weil die Zinsen einfach so niedrig sind, dass ich kaum Steuern zahlen muß, oder?“

Dies ist einfach so nicht richtig, der Schreiber hat hier einfach den Ertrag aus den Kursgewinnen vergessen. Niedrigverzinsliche Wertpapiere haben durch den Zinsnanstieg innnerhalb des letzten Jahres Kurseinverluste erlitten. Kaufst du jetzt diese und hälst sie bis zum Ende ist der Kursgewinn steuerfrei. Und das kommt der alten Dame ganz zur gute.
Für eine Übersicht dazu, rate ich dir auf www.bondboard. zugehen.

Zudem sind kurze Laufzeiten bis zweit Jahre in diesem Segmemnt keine Spekulation, das ist weit überzogen.

Beispiel. DG Hy WKN A0DLVB 1,20% Kurs ca. 98,00 laufzeit 17.08.2007
Tilgung erfolgt zu 100% Die 2% Kursgewinn sind Steuerfrei.
Gibt noch Menge andere Titel guter/bzw sehrguter Bonität.

Ja, weil Rentner noch „besondere Freibeträge haben“.
Ich möchte hier der einfachheithalber zitieren:

Da sich der zu versteuernde Teil der Rente in vielen Fällen in der Nähe des Grundfreibetrages von 7.664 Euro/15.328 Euro (ledig/verheiratet) bewegt, helfen zwei weitere Freibeträge, der Sparerfreibetrag (1.370 Euro/2.740 Euro) und der Altersentlastungsfreibetrag (40 Prozent der Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung oder aus selbständigen Einkünften - maximal 1.900 Euro) steuerfrei zu bleiben.

Bitte beachte dabei das sich die „Zahlenangaben“ ändern werden.
(Spararefreibetrag 750 Euro ab 01.01.2007)

Allerdings dürfte der Sparerfreibetrag und besonders Altersentlastungsfreibetrag alleine deine Rechnung schon sehr viel besser aussehen lassen

Und in Kombination mit Niedrigverzisnlichen Anleihen erst recht, falls dies überhaubt dann noch nötig ist.

Ich hoffe ich konnte dir helfen

ansonsten kannst du mir auch per mail schrieben.

Börsenfan1968

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Wenn ich das gesamte Geld für 3% anlege fallen im Jahr ca 900
Euro Steuern an, die Rendite sinkt also auf 2,55 %. Da sage
noch einer die Steuer spiele keine Rolle. Oder habe ich da
einen Denkfehler?

Hallo,

ich kann mich Börsenfan nur anschließen. Wichtig ist, wie die Rendite zu Stande kommt
Das von Ihnen vorgeschlagende Modell mit den „rollierenden“ Laufzeiten ist sehr arbeitsintensiv. Das sollte klar sein.

Ich würde -auch unter dem Steueraspekt- die offenen Immofonds nicht komplett weglassen. Selbst wenn sie nur die gleiche Rendite wie ein Bundespapier bringen sollten, ist doch der steuerfreie Anteil interessant.
Wählt man einen jungen und zumindest europaweit anlegenden Fonds beschränkt sich das Risiko darauf, mehr oder weniger Rendite zu erzielen. Das ist bei Rentenpapieren nicht anders.
Aus meiner Sicht gilt: Nicht alle Eier in ein Nest. Beide Anlagformen mischen ist sicher eine sinnvolle Idee. Eine klitzkleine Aktienbeimischung senkt rein theoretisch das Risiko. Ich würde es aber für meine Oma nicht machen…

Viel Erfolg.

Gruß Schorsch

Wenn ich das richtig verstehe, geht es hier vorranging darum, das Geld zu sichern und eine dauerhafte Auszahlungsquelle zu bekommen. Fü rein Pflegeheim braucht man ja nicht unbedingt Kapital, sondern eine Rentenzahlung in Höhe der Differenz, die aus den Kosten für die Pflege und der (gerade bei Pflegestufe III) niedrigen Zahlungen aus der Pflegeversicherung entsteht.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich virtuell gesteinigt werde, mache ich mal einen frechen Vorschlag:
Aus Nachsteuerrendite-Sicht wäre es doch durchaus sinnvoll, eine Basis-/Rürup-Rente mit Einmalzahlung zu bestücken. Da die Dame selber keine Beiträge mehr in die Rente zahlt, sind die Zahlungen voll absetzbar.
Beispiel: Die Dame zahlt in diesem Jahr 20.000€ in eine Rürup-Rente. 62% davon sind steuerlich absetzbar, also 12.400€. Da die Rentenzahlung sofort beginnt, sind nur 52% davon steuerpflichtig. Allein hier hat man bereits eine Nachsteuerrendite von 10% - das muss eine andere Anlage erstmal nachmachen.
In den nächsten 10 Jahren dasselbe Spiel: Neue Rüruprente: 64% absetzbar, 54% steuerpflichtig - 10% Nachsteuerrendite. Irgendwann sackt die differenz in sich zusammen, aber okay - dann wäre die Gute langsam 100.
So hätte man im Todesfall durch 20.000€ järliche Einzahlungen eine nette Aufbesserung der Rente erreicht, bzw. einen Zuschuss zur Pflege.

Und jetzt: Steinigt mich :wink:
Frank

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