Geldanlage = kein Gewinn

Hallo,
also ich habe mir mal Gedanken über die Geldanlage gemacht.
Angenommen, der Einfachheit halber 1000 Euro angelegt zu 4% Zinsen p.a.,
macht 40 Euro Zinsen.
Davon ab nächstem Jahr 25% Steuer + Soli + Kirchensteuer, also ing. 30%
bleiben von den 40 Euro nur noch 28 Euro.
Also nach einem Jahr nur 1028 Euro.
Jetzt Inflation von 2,5% (von 1028 Euro macht 25,70 Euro Verlust),
bleiben
1002,30 Euro,
also nur 2,30 Euro „Gewinn“.
Stimmt diese Rechnung???
Wäre ja ätzend!!!
tommyboy

Hi,

deine Rechnung stimmt soweit. Nur ist die aktuelle Inflation leider 3,2%, sodass du in einem Jahr sogar weniger Geld hast.
1028€ * 0,968 = 995,10€
Das ist wirklich ätzend.
Es ist traurig, dass nahezu jeder erkennt, dass die Bundesregierung mit dem Abgeltungssteuersatz übertreiben hat, außer sie selbst.

Gruß Benny

Hi,

Davon ab nächstem Jahr 25% Steuer + Soli + Kirchensteuer

davon bereits jetzt persönlicher Einkommensteuersatz + Soli + Kirchensteuer (für die Steuerehrlichen unter uns). Und auch nächstes Jahr wegen des Veranlagungswahlrechts. Und auch weiterhin der Freibetrag.

bleiben von den 40 Euro nur noch 28 Euro.

Pi mal Daumen ja.

Jetzt Inflation von 2,5%…also nur 2,30 Euro „Gewinn“.

Ja.

Wäre ja ätzend!!!

Ja. Und? Was hat das mit der Abgeltungsteuer zu tun?
Ich verstehe die Aufregung nicht.

Gruß
Nils

Hallo Benny,

Deinen letzten Satz verstehe ich nicht. Wie meinst Du dass. "die Bundesregierung hat mit dem Abgeltungsteuersatz übertrieben?

Gruss Roland

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Abend!

Ja. Und? Was hat das mit der Abgeltungsteuer zu tun?
Ich verstehe die Aufregung nicht.

Naja, immerhin zahlen jetzt die Meisten weniger, da kann man doch mal meckern.

Das Geld verdienen mit Kapital nun offiziell niedriger besteuert
wird, wie Arbeit mit den Händen ist schon Grund genug zum Aufregen oder?

Gruß
Stefan

Servus,

der Fehler ist hier:

Davon ab nächstem Jahr 25% Steuer + Soli + Kirchensteuer, also
ing. 30%

  • Rechnerisch: Selbst wenn der persönliche Steuersatz nicht unter 25% läge - und das darf bei Sparstrumpf-Anlegern, die zu 4% vor Steuern arbeiten, bezweifelt werden - ginge es nciht um 30%, sondern um 28,6% Gesamtbelastung, wobei der Beitrag zur Kirche keine Verpflichtung ist.

  • Sachlich: Die viel beredete Abgeltungssteuer ist nichts anderes als eine Begrenzung des Steuersatzes nach oben, also ungefähr das Gegenteil von einem Mindeststeuersatz. Wenn man für seine Einkünfte ein bissel mehr tut als ein Privatier, landet man leicht bei höheren Grenzsteuersätzen.

Fazit:

Was ist aus der Sicht eines Privatiers an der neu geschaffenen Begrenzung des Steuersatzes für Einkünfte aus Kapitalvermögen so arg? Leute, die für ihre Einkünfte arbeiten, sollten sich da eigentlich viel mehr drüber aufregen, dass sie künftig höher belastet werden als jemand, der „sein Geld für sich arbeiten lässt“…

Schöne Grüße

MM

Servus,

Deinen letzten Satz verstehe ich nicht. Wie meinst Du dass.
"die Bundesregierung hat mit dem Abgeltungsteuersatz
übertrieben?

nu, er wird meinen, dass der neu kreierte Höchststeuersatz zu hoch ist und die Leistung, die Einkünften aus Kapitalvermögen zugrunde liegt, nicht angemessen berücksichtigt. Wenn man mal die Systematik des ESt-Rechts verlassen hat - was mit der Festlegung eines besonders ermäßigten Steuersatzes für Einkünfte aus Kapitalvermögen geschehen ist - könnte man ja zu folgendem Bierdeckel fortschreiten:

Steuersatz linear für Einkünfte aus

  • Kapitalvermögen: 2%
  • Vermietung und Verpachtung: 5%
  • Gewerbebetrieb: 7%
  • Land- und Forstwirtschaft: 10%
  • sonstige Einkünfte: 15%
  • Guidowählen: 18%
  • Selbständiger Arbeit: 20%
  • Nichtselbständiger Arbeit: 75%

Vielleicht hätte die liebe Seele dann Ruhe?

Schöne Grüße

MM

Ja, aber was wäre die Alternative?
Hallo,

Stimmt diese Rechnung???

An deiner Rechnung habe ich keine Fehler entdeckt. Im Prinzip stimmt das schon so.

Davon ab nächstem Jahr 25% Steuer + Soli + Kirchensteuer, also
ing. 30%

Hier hast du allerdings den Freibetrag von etwa EUR 800,- nicht berücksichtigt. Das heisst, bis zu EUR 800,- pro Jahr darfst du an Zinseinnahmen haben, ohne diese zu versteuern.

Du kannst dir entweder das Geld hinterher bei der Einkommenssteuererklärung vom Finanzamt zurückholen, oder der Bank vorher schon einen Freistellungsauftrag erteilen.

Wäre ja ätzend!!!

Tja. Da gebe ich dir Recht. Nur was machen wir jetzt dagegen?

Da kann man eigentlich nur versuchen, mehr Rendite als 4% zu erzielen. Ob’s klappt ist die andere Frage.

Immerhin wird das Geld, das man verzinst auf dem Konto anlegt, noch nicht weniger. (Wenn du es bar zu Hause hättest, würde es ja 2,5% p.a. an Wert verlieren.) Also besser als nichts.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Tommy,

deine Rechnung stimmt. Aber vielleicht tröstet dich das Lächeln im Gesicht von Herrn Steinbrück. Und jetzt stell dir noch vor, du legst nicht 1000 Euronen für ein Jahr an, sondern jeden Monat 200, über 30 Jahre, als Altersvorsorge. Und das Lächeln bei Peer wird zu einem breiten Grinsen.

Ralph

Hallo Tommyboy,

immerhin haben Dich Deine Gedanken ein ganzes Stück weiter gebracht. Denn die Betrachtung der „Nettorendite“ (Nach Steuern und Inflation) war auch schon vor der Vergeltunssteuer das Maß der Dinge.

Für den Zinsempfänger siehts -wie schon beschrieben- momentan noch schlechter aus, da sein persönlicher Steuersatz gilt. Mal angenommen, dieser ist über 25%. Hier bessert sich die Lage ab 1.1.09

Blöd wirds hierdurch:

Um also netto etwas raus zu bekommen, brauchts mehr Rendite.
Diese wird klassicherweise -wegen des höheren Risikos- langfristig mit Aktienanlagen erzielt. Und hier verschlechtert sich die steuerliche Behandlung drastisch, weil künftig Dividenden und Kursgewinne wie Zinsen behandelt werden.
Und außerdem sollen wir alle ordentlich fürs Alter vorsorgen, weil die Politik es nicht schafft, unsere Sozialsysteme an die demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft anzupassen… . ;-(
Politik ist, wenn man trotzdem lacht? Keine Ahnung!

Der Money-Schorsch wünscht trotzdem ein schönes Wochenende!

Hallo

Hallo Tommy,

deine Rechnung stimmt. Aber vielleicht tröstet dich das
Lächeln im Gesicht von Herrn Steinbrück. Und jetzt stell dir
noch vor, du legst nicht 1000 Euronen für ein Jahr an, sondern
jeden Monat 200, über 30 Jahre, als Altersvorsorge. Und das
Lächeln bei Peer wird zu einem breiten Grinsen.

dann noch in D macht ist ja wohl selber schuld:wink: Europa ist gross :smile:

Ralph

Der Kater

dann noch in D macht ist ja wohl selber schuld:wink: Europa ist
gross :smile:

… aber schon heute nicht sicher für solche Aktivitäten. Und künftig immer stärker vernetzt.

Also: Wer sowas in D macht muss wenigstens keine Angst vor den Schergen von Herrn Schäuble und seinen Länderkollegen haben.

Der Money-Schorsch

Vielen Dank für eure Beiträge.
Ich finde es wichtig, soetwas zu diskutieren, denn bisher bin ich immer sehr naiv davon ausgegangen: Boah, 4% ist ja super.
Natürlich besser als Verlust durch Inflation, aber ich dachte, dass mehr übrigbleibt - naiv eben.
Ich bin mir aber sicher, dass ich da nicht der einzige bin, der so denkt…

Angenommen,- der Gesetzgeber entschließt sich aber mal, die über viele,viele Jahre angesparten gesetzlichen Rentenanwartschaften derer, welche ohnehin schon genügend Bares auf den in unserer Republik gläsern gewordenen Konten angelegt haben, gegeneinander aufzurechnen, verliert Dein Geld aber auf einen Schlag ein Vielfaches!
( Viele, vor Jahren noch sicher geglaubte Anrechnungszeiten sind ja in
jüngster Zeit schon ersatzlos gestrichen worden…)
Bei dieser Betrachtung hätte natürlich eine Zunft unseres Landes nach wie vor gut lachen: Unsere Beamten,-jene hätten wenigstens nichts umsonst eingezahlt! - Was meine o.g. Befürchtungen allerdings keineswegs schmälert…?!

Dennoch sonnige Grüße

Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

dann noch in D macht ist ja wohl selber schuld:wink: Europa ist
gross :smile:

… aber schon heute nicht sicher für solche Aktivitäten. Und
künftig immer stärker vernetzt.

wenn aber gewisse Länder jeder deutschen Anfrage wegen irgendwas Auskunft geben würden, dann wäre das Kapital dort ganz schnell wech und die hätten dann ein BIP wie im Kosovo, deshalb ist dies nur Propaganda. Die Schweiz gibt nur Auskunft, bei Morden, Drogenhandel und Waffenhandel,das Wort Steuerhinterziehung kennen die gar nicht …
Bei der letzetn EU Sitzung wollte der Steinbrück sogar die Steueroasen Singapur,Honkong und Macao mit in die Pflicht nehmen, die werden sich krumm gelacht haben…
Soll er einfach einen Steuersatz von 15% machen und schon erledigt sich das Problem von selber. Neue EU Mitglieder haben es vorgemacht…

Also: Wer sowas in D macht muss wenigstens keine Angst vor den
Schergen von Herrn Schäuble und seinen Länderkollegen haben.

Der Money-Schorsch

LG
Der Kater

Hallo,

wenn aber gewisse Länder jeder deutschen Anfrage wegen
irgendwas Auskunft geben würden, dann wäre das Kapital dort
ganz schnell wech und die hätten dann ein BIP wie im Kosovo,
deshalb ist dies nur Propaganda. Die Schweiz gibt nur
Auskunft, bei Morden, Drogenhandel und Waffenhandel,das Wort
Steuerhinterziehung kennen die gar nicht …

Dann war das in Liechtenstein wohl ein Mitarbeiter des „Propagandaministeriums“, der die Daten geklaut und verkauft hat :wink:?
Ich glaube, dass es grundsätzlich nicht klug ist, aus weißem Geld schwarzes zu machen. So ein regelmäßiger Sparplan in eine Steueroase ist schon sehr gefährdet irgendwann aufzufallen. Und falls es gut geht muss ich meinen ganzen Ruhestand über Angst haben, erklären zu müssen, wo denn mein Wohlstand überhaupt herkommt.
Außerdem sind diese Anlageangebote in solchen Ländern oft wenig rentabel. Die Schweizer Vermögensverwalter z.B. gelten jetzt nicht wirklich als die Renditekönige…

Bei der letzetn EU Sitzung wollte der Steinbrück sogar die
Steueroasen Singapur,Honkong und Macao mit in die Pflicht
nehmen, die werden sich krumm gelacht haben…

Oh! Habe den Beitritt von Singapur, Hong Kong und Macao gar nicht mitbekommen. Denen wird das Lachen noch vergehen, bei der Eurokratie.

Soll er einfach einen Steuersatz von 15% machen und schon
erledigt sich das Problem von selber. Neue EU Mitglieder haben
es vorgemacht…

Gute Idee. Aber für sowas wählen die Deutschen leider falsch.

Gruß vom Money-Schorsch

Hallo,

also ich habe mir mal Gedanken über die Geldanlage gemacht.

Gut so.

Angenommen, der Einfachheit halber 1000 Euro angelegt zu 4%
Zinsen p.a., macht 40 Euro Zinsen.
Davon ab nächstem Jahr 25% Steuer + Soli + Kirchensteuer, also
ing. 30%

Das gilt erst ab dem Sparerfreibetrag von ungefährt €800. Da müsstest du schon €20,000 anlegen, bevor dich die Steuern treffen.

Und dann, wie schon gesagt, sind die 25% bloß eine Abschlagssteuer. Wenn dein persönlicher Steuersatz niedriger liegt, kannst du dir mit einer Einkommensteuereklärung den Rest zurück holen. Wenn der Steuersatz höher liegt - weil du so viel verdienst - musst du keine weiteren Steuern auf das Kapitaleinkommen zahlen, hast also gegenüber der früheren Regel einen Vorteil.

Aber natürlich: Wenn die Inflation 3% beträgt, sind 4% Zinsen nichts großartiges - Steuern hin oder her. Verändern kannst du das mit staatlichen Zuschüssen, zum Beispiel mit der Riesterrente für sozialversicherungspflichtige Angestellte.

Cheers, Felix

Bei der letzetn EU Sitzung wollte der Steinbrück sogar die
Steueroasen Singapur,Honkong und Macao mit in die Pflicht
nehmen, die werden sich krumm gelacht haben…

Was natürlich Sinn mach bei z.B. Zinsprodukten, auf denen die Schweiz zumindes die EU-Zinsbesteuerung vornehmen würde.