Geldanlage - Wo?

Zeit ist begrenzt
Hallo Christian,
ist bedauerlich, aber Deinen Schreib kann ich eben nicht unkommentiert lassen.
Carsten hat hier eine Frage gestellt. Ich habe geantwortet. Anstatt selbst zu antworten stürzt Du Dich auf den Antworter. Du hast KEINE Antwort, aber daß andere falsch sind, Du das Risiko definieren kannst (wo bisher sich noch keiner dran getraut hat), daß beherrschst Du. Hut ab vor Dir. Schon ein Wort auf einer Homepage verrät Dir alles … Bist eben gut. Auch ohne Lösung.
Zu mir. 80% aller (Normal-)Beratungsfälle lassen sich mit ausgewählten ca. 15 Standartprodukten gut lösen. Zumindest bei all denen bin ich selbst Kunde. Ich bin kein Beamter, nicht angestellt und auch nicht gesetzlich rentenversichert. Hab eine richtige kleine Lebensversicherung, selbst zum Überleben zu wenig, und manage mein Kapital selbst. Für die täglichen Freuden des Alltags und für die Zukunftssicherung. Jetzt solltest Du daran erkennen, daß Sicherheit mir wirklich sehr am Herzen liegt. Auch bei meinen Kunden.
Wenn jemand heute Geld hat und außer Sammeln und Stapeln risikobewußt noch etwas verdienen will, dann geht an Alternativen Investments kein Weg vorbei. Festverzinsliche sichere Papiere gleichen grad mal die Inflation aus, mit dem Risiko des Wertverfalles bei Zinssteigerungen, die künftigen Immobilienrenditen stehen auf wackeligen Beinen, bei Aktien ist das permanente, derzeit nicht zu verachtende Kursrisiko gegeben. Daher alternativ. Wieder mal (letztmalig, verspreche ich Dir) am Beispiel. Phoenix.
In der Literator derer, die keinen Einblick haben (wollen), allerhöchstes Risiko. In den Urteilen der etablierten Investmentgesellschaften und Banken allerhöchstes Risiko (haben ja kein vergleichbar erfolgreiches Produkt). Wo ich Phoenix kennengelernt habe, hat mich die Performance begeistert. Habe mich dann wirklich kundig gemacht, wie diese zustandekommt. Habe dann testweise eine Zeichnung gemacht. Bin dann nach Ffm in die Zentrale und hab die Manager gelöchert. Hab mir darstellen lassen, welche Marktsituation eintreten muß, damit es zum Totalverlust kommt. Hab mir die Sicherungsmechanismen vorführen lassen. Nachdem ich für mich erkannt habe, daß so eine Marktsituation für meine Vorstellung absehbar nicht denkbar ist, habe ich mein Engagement ausgeweitet und empfehle es nun aktiv meiner Mandantschaft. Trotzdem baut kein Kunde ausschließlich auf Phoenix. IMMER ein Baustein nur.
Klar, Du bist besser. Du erkennst ganz fix, Derivat, Optionsschein,… - ALARM! Brauchst nur Minuten dazu. Und ich hab mir so eine Mühe gemacht.
Aber es kommt noch viel schlimmer. Da kommen 2003 die Damen und Herren von Standart & Poors auf den Gedanken, Phoenix einem Rating zu unterziehen. (Rating, nicht etwa Ranking. Zur Klarstellung!) Und haben sich zu AA entschieden. Junkbond wäre Dein Urteil. Geht ja schon bei 3% p.a. damit los… Sicher, die haben nicht bei Dir nachgefragt. Hätten sie besser tun sollen! Du hättest Dich genauer damit beschäftigt. Dann wäre das nicht passiert. Optionen sind nämlich gefährlich… Haben die das übersehen?
Oder hat das Rating nix zu tun mit Risiko ???
Und wenn Du nicht kapieren willst, was z.B. Phoenix mit seinem Handelsergebnis vom Jahresbericht eines Investmentfonds unterscheidet, dann ist das bitte Dein Problem. Ich bin nicht dafür zuständig, hier Stunden zu investieren und zu tippen. Dann enthalte Dich aber besser deiner Stimme bei dem Thema.
Und erspar mir bitte, die anderen Empfehlungen von mir ebenso darzustellen.
Ach so. Jetzt noch Dein letzter Beitrag. Sorry, hat eh keinen Sinn, den auseinanderzunehmen.

Gruß
Boris

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Hallöchen,

da Dir Deine Zeit zu schade ist, meinen Artikel zu kommentieren, fasse auch ich mich kurz.

Anstatt selbst zu antworten stürzt Du Dich auf den Antworter.
Du hast KEINE Antwort,

Genau, und das liegt daran, daß ich mir nicht anmaße, über das Internet Empfehlungen auszusprechen, ohne daß ich den Menschen kenne, seine Lebenssituation und insbesondere sein tatsächliches Anlageprofil.

Aber es kommt noch viel schlimmer. Da kommen 2003 die Damen
und Herren von Standart & Poors auf den Gedanken, Phoenix
einem Rating zu unterziehen. (Rating, nicht etwa Ranking. Zur
Klarstellung!) Und haben sich zu AA entschieden. Junkbond wäre
Dein Urteil. Geht ja schon bei 3% p.a. damit los…

Das ist übrigens die Definition der Ratingagenturen, u.a. auch von Standar d & Poors. Die komplette Liste mit Ausfallwahrscheinlichkeiten und korrespondierenden Ratingstufen kann ich Dir gerne zukommen lassen bzw. ich werde sie am Mittwoch verlinken. Was die bei Phoenix geratet haben, entzieht sich nach Deinem Beitrag meiner Kenntnis. Ich werde allerdings - auch am Mittwoch - mal nachschauen.

Gruß,
Christian

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Da wird einer aber ärgerlich :smile:
Mein Lieber Boris,

letztendlich musst du dich nicht wundern, wenn dir mal so was mal an den Kopf geknallt wird.

Das mag in deinem Posting begründet liegen, wo du das Geld gleich detailiert auf irgendwelche Produkte verteilst, eine Renditeprognose abgibst, die Kosten aufschlüsselst und dann aber sagst, dass das ganze ja keine Anlageempfehlung sei.

Entschuldige - ja, was ist es denn dann?

Da du dabei völlig die Wünsche des Posters nach einer risikolosen Anlage ignoriert hast, geht es noch mehr in einen Bereich wo man das Empfehlung sehen könnte.
Da nützen auch lapidare Nachsätze die sich auch noch aufs falsche Gesetz beziehen nichts.

Und das von einer Person, die hier schon mal erklärt hat, dass das Kundenvertrauen das wichtigste ist und der Anleger noch nicht mal wirklich wissen muss wie ein Produkt funktioniert.

Wenn dann mal einer diskutiert - was du von Kunden nicht zu kennen scheinst - führst du Argumente an und hast anschließend keine Lust mehr selbst auf diese ein zu gehen.
Eine interessante Strategie…

Gruß Ivo

Aber Ivo,
Hallo Ivo,

Das hier keine verbindliche Beratung stattfinden kann, da sind wir uns einig. Ja?

Mein Lieber Boris,

letztendlich musst du dich nicht wundern, wenn dir mal so was
mal an den Kopf geknallt wird.

Das mag in deinem Posting begründet liegen, wo du das Geld
gleich detailiert auf irgendwelche Produkte verteilst, eine
Renditeprognose abgibst, die Kosten aufschlüsselst und dann

Carsten hat so ganz konkret gefragt und eine ganz konkrete Antwort bekommen.

aber sagst, dass das ganze ja keine Anlageempfehlung sei.

Entschuldige - ja, was ist es denn dann?

Die SICHERE Empfehlung war der Schatzbrief. Das weitere ein Tip oder eine Anregung zum Nachdenken, was es sonst noch gibt. Und gerade diese doch funktionierenden Bausteine stehen eben nicht immer in der Tageszeitung oder im Handelsblatt oder sind obenauf auf dem Beraterschreibtisch in der Bank.

Da du dabei völlig die Wünsche des Posters nach einer
risikolosen Anlage ignoriert hast, geht es noch mehr in einen
Bereich wo man das Empfehlung sehen könnte.
Da nützen auch lapidare Nachsätze die sich auch noch aufs
falsche Gesetz beziehen nichts.

Das war wirklich ein Denkfehler, das falsche Gesetz. Aber ich will damit ausdrücken, daß das hier wirklich nicht reichen soll, eine Anlageentscheidung zu treffen, wenn das für Carsten Neuland ist. Aber eine Idee, die Carsten aufgreifen kann oder eben nicht. Und wenn er es interessant findet, dann sollte die Beratung im rechtlichen Sinne erfolgen. Wenn er es wünscht.

Und das von einer Person, die hier schon mal erklärt hat, dass
das Kundenvertrauen das wichtigste ist und der Anleger noch
nicht mal wirklich wissen muss wie ein Produkt funktioniert.

Das war, glaube ich, schon mal ausdiskutiert.

Wenn dann mal einer diskutiert - was du von Kunden nicht zu
kennen scheinst - führst du Argumente an und hast anschließend
keine Lust mehr selbst auf diese ein zu gehen.

OK, ich werde weiter eingehen. Aber eine andere Meinung soll man doch nicht gleich verteufeln. Und Christian hält sich hier für den Apostel. „Du sollst keinen anderen haben neben mir!“ (lachen muß ich)
Ich dokumentiere seine Postings doch auch nicht, wenn ich das Thema nicht versteh. Oder stell ihn auch nicht als dumm und dämlich dar, wenn ich einen anderen Standpunkt habe.

Eine interessante Strategie…

Gruß Ivo

Ich empfinde das Forum hier wirklich nicht als Plattform zum Belehren. Ich freu mich, wenn ich auch für mich mal wieder was Neues, Unbekanntes mitnehmen kann. Und mag ja sein, daß Carsten das auch so sieht.

Einen schönen Sonntag noch.
Gruß
Boris

Machen wir weiter also
Hallo Christian,
ich habe gerade versprochen, daß ich weiter mitspiele. Also dann.

Hallöchen,

da Dir Deine Zeit zu schade ist, meinen Artikel zu
kommentieren, fasse auch ich mich kurz.

Anstatt selbst zu antworten stürzt Du Dich auf den Antworter.
Du hast KEINE Antwort,

Genau, und das liegt daran, daß ich mir nicht anmaße, über das
Internet Empfehlungen auszusprechen, ohne daß ich den Menschen
kenne, seine Lebenssituation und insbesondere sein
tatsächliches Anlageprofil.

Wenn hier Carsten eine Frage stellt, dann kann er eine Antwort erwarten. Er hat eine Empfehlung bekommen, den Schatzbrief. Und er hat einen Denkanstoß bekommen, den er aufnehmen kann oder nicht. Seine Frage war ganz konkret, mein Denkanstoß ebenso. (Siehe auch unter „Aber Ivo“.

Aber es kommt noch viel schlimmer. Da kommen 2003 die Damen
und Herren von Standart & Poors auf den Gedanken, Phoenix
einem Rating zu unterziehen. (Rating, nicht etwa Ranking. Zur
Klarstellung!) Und haben sich zu AA entschieden. Junkbond wäre
Dein Urteil. Geht ja schon bei 3% p.a. damit los…

Das ist übrigens die Definition der Ratingagenturen, u.a. auch
von Standar d & Poors. Die komplette Liste mit
Ausfallwahrscheinlichkeiten und korrespondierenden
Ratingstufen kann ich Dir gerne zukommen lassen bzw. ich werde
sie am Mittwoch verlinken. Was die bei Phoenix geratet haben,
entzieht sich nach Deinem Beitrag meiner Kenntnis. Ich werde
allerdings - auch am Mittwoch - mal nachschauen.

Ja tu das. Du mußt nur tief genug graben, da findest Du genz sicher den Punkt, wo Du Dich einhaken und hochziehen kannst. Aber was hat das alles noch mit der Frage von Carsten zu tun?

Gruß,
Christian

Christian, Du siehst Dich hier im Brett als der Wächter über die Ordnung, über die Gesetzlichkeit, über die Einhaltung der Definitionen. Du bist unbestritten schlau, hast für Dich alles definiert, und suchst, wenn ein Punkt noch offen ist. So kannst Du alles eindeutig einordnen. Richtig oder falsch, sicher oder riskant, gut oder schlecht, … . Wie es auch in Deinem Job von Deinem Dienstherrn erwartet wird. Das kenne ich auch von einer großen deutschen Privatbank. Und dort ist das ja auch notwendig. Es ist genau festgelegt, mit welchem Risikoprofil darf ich als Berater welches Produkt wem anbieten. Wenn Du Dich nicht daran hälst, dann hast Du aber mächtig Ärger am Hals. Wenn nicht noch schlimmer.
Ich bin aber frei. Ohne einen Dienstherren verpflichtet zu sein, ohne eines anderen Meinung vertreten zu müssen. Und ebenso frei empfinde ich das Forum hier. Nicht als Ersatz für den Beraterschreibtisch, sondern als Plattform zum Austauschen von Ideen, Meinungen. Möglichst was Neues. Was nicht jeden Tag auf der Titelseite steht. Und akzeptiere auch andere Meinungen. Ich will mich hier nicht als der Schlaueste präsentieren, sondern möglichst neue, interessante Sachen ansprechen. Und freue mich noch mehr, wenn ich selbst was Neues mitnehmen kann. Für mich.
Du bist schlau, bist gebildet und bist hier im Brett der Apostel. Oder Du hälst Dich dafür. Bewußt oder unbewußt. Du teilst ein, was gut, was böse, richtig oder falsch. Hast die nötigen Definitionen zur Hand. Eine Definition mal anzweifeln, wenn sie irgendwo geschrieben ist, das kommt Dir nicht in den Sinn.
Wenn ich eine Meinung kundtu, dann sag doch Deine Meinung, wenn sie anders ist. Aber Meinung neben Meinung. Oder auch als Kritik. Aber nicht als Apostel. Der bist Du nicht.

Gruß
Boris

Beratung - online
Hallo nochmal,

Das ist übrigens die Definition der Ratingagenturen, u.a. auch
von Standar d & Poors. Die komplette Liste mit
Ausfallwahrscheinlichkeiten und korrespondierenden
Ratingstufen kann ich Dir gerne zukommen lassen bzw. ich werde
sie am Mittwoch verlinken. Was die bei Phoenix geratet haben,
entzieht sich nach Deinem Beitrag meiner Kenntnis. Ich werde
allerdings - auch am Mittwoch - mal nachschauen.

Ja tu das. Du mußt nur tief genug graben, da findest Du genz
sicher den Punkt, wo Du Dich einhaken und hochziehen kannst.
Aber was hat das alles noch mit der Frage von Carsten zu tun?

ein Thema ist also erledigt, wenn Boris seine - ganz unverbindliche - Antwort gegeben hat und die Hintergründe dürfen nicht weiter erörtert werden?

Ich sehe das ein bißchen anders. Die Angabe der Fondsgesellschaft bzgl. des Anlagerisikos liegt bei 3%, das erlaubte ich mir zu kommentieren, weil ich das Anlagerisiko - nebenbei bemerkt - bei einer Anfrage nach einer risikolosen Anlage für nicht so nebensächlich halte.

Christian, Du siehst Dich hier im Brett als der Wächter über
die Ordnung, über die Gesetzlichkeit, über die Einhaltung der
Definitionen. Du bist unbestritten schlau, hast für Dich alles
definiert, und suchst, wenn ein Punkt noch offen ist. So
kannst Du alles eindeutig einordnen. Richtig oder falsch,
sicher oder riskant, gut oder schlecht, … . Wie es auch in
Deinem Job von Deinem Dienstherrn erwartet wird. Das kenne ich
auch von einer großen deutschen Privatbank. Und dort ist das
ja auch notwendig. Es ist genau festgelegt, mit welchem
Risikoprofil darf ich als Berater welches Produkt wem
anbieten.

Begeben wir uns also auf die persönliche Ebene. Vor einigen Jahern hatte ich die Möglichkeit im Privatkundenbereich zu arbeiten. Hätte ich das Angebot angenommen, säße ich heute als Berater in einem Familiy Office auf zentimeterdicken Teppichen, zwischen Originalgemälden alter Meister und würde Vermögen im dreistelligen Millionenbereich betreuen. Aus Gründen, die nichts zur Sache tun, habe ich das Angebot nícht angenommen und habe heute weniger mit Anlageberatung zu tun als Du, weil ich mich nämlich um die Aktiv- und nicht um die Passivseite der Bank kümmere. Soviel zu mir und meiner Tätigkeit.

Die Reaktion, die Du zeigst, ist mir nicht neu. Freiberufliche Berater sind oft zu ihrem Beruf gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Oftmals (ich sage nicht, daß das bei Dir so ist, denn dafür gibt Deine Visitenkarte nicht genug her) beruht die Fachkunde auf learning by doing, dem Studium von Broschüren und dem Gespräch mit diversen Anbietern. Theoretisches Rüstzeug fehlt dann schon mal völlig und jede Diskussion auf abstrakter Ebene ist unerwünscht bzw. unmöglich, weil eben das Rüstzeug fehlt. Das ändert aber nichts daran, daß einige theoretische Grundlagen immer gelten. Einer davon: Der Rendite folgt das Risiko.

Die empfohlenen Produkte waren gut, sind gut und werden es vor allem auch gefälligst zukünftig sein. Derartige Aussagen würde ein Anbieter natürlich nie treffen, weil er dafür u.U. sogar in den Bau wandern würde.

Wie auch immer: Berufskrankheit des Beraters ist Überzeugung. Er muß von seinen Produkten überzeugt sein, denn sonst könnte er sie nicht verkaufen, d.h. den Kunden überzeugen. Der Berater ist nicht zwangsläufig ein schlechter Mensch. Er will im Zweifel seinen Kunden tatsächlich was gutes, weil sie schließlich bei einer falschen Beratung auch nicht wiederkommen.

Vorgenanntes gilt für Freuberufler (natürlich nicht für alle), zu den Bankangestellten ließe sich noch so einiges sagen, was mit Sicherheit auch nicht netter ausfiele. Ich war neulich so frei, ein paar unserer Berater zu fragen, wie eigentlich Aktienanliehen intern abgebildet bzw. die sich daraus ergebenden offenen Positionen geschlossen werden. Schweigen im Walde und schließlich habe ich die Produktfritzen in der Zentrale anrufen müssen. Aber das Produkt Aktienanleihe ist gut, ehrlich. Meinten jedenfalls die Berater. Hätte man sich auch mal angeschaut, wie die Dinger auf der Gegenseite aussehen, hätte das gewisse Erkenntnisse für die Beratungsseite aufwerfen können. Aber Hauptsache, man „kennt“ das Produkt.

Soviel zum allgemeinen Teil, wobei ich bewußt pauschaliert habe. Ob Du Dich angesprochen fühlst, kann ich nicht beurteilen.

Nun etwas konkreter zum Thema Internetforum. Bitte vergiß mal eben den Ärger, den Du anscheinend gegenüber mir empfindest und lies einfach mal entspannt die nächsten Zeilen.

Wenn Dir ein Kunde gegenüber sitzt, hast Du die Lage unter Kontrolle. Du siehst seine Reaktionen, kannst auch winzigste Zwischenfragen sofort beantworten und spürst, ob der Kunde sich bei der ganzen Sache wohlfühlt, unsicher ist oder die Anlagestrategie voll versteht und von ihr überzeugt ist.

Hier jedoch steht an jeder Ecke Experten-Forum, Experten-Chat, Experten-Suche und Experten-FAQ. Es wimmelt geradezu von Experten. Auf den ersten Blick wirken die Antworten für ein Neumitglied immer sehr selbstbewußt und wer würde schon in einem Experten-Forum vermuten, daß sich hier zu 99% Laien tummeln, die zu einem bestimmten Thema gerade zufällig eine Meinung haben. Die Quote der falschen Antworten liegt aber dennoch über das ganze Forum hinweg bei 30-40%.

Du hast hier keine Chance, ein Beratungsumfeld wie in Deinem Büro oder in der Wohnung des Kunden herzustellen. Zwischenfragen werden aufgrund des Mediums praktisch nicht gestellt, nur bei größeren Problemen wird nachgefragt. Du kannst Unsicherheiten nicht erkennen und gezielt nachhelfen. Du kannst den tatsächlichen Bedarf des Kunden nicht ermitteln. Es liegt in der Natur der Sache, daß Du hier schlicht und ergreifend im Trüben fischst. Was in der Realität in zwei Minuten geklärt ist, dauert hier u.U. Tage und nicht zuletzt aus Zeitmangel werden viele Fragen nicht gestellt und viele Antworten nicht gegeben.

Es besteht das ganz erhebliche Risiko, daß hier jemand reinstolpert, eine Frage stellt, einen Experten vermutet und die Antwort umsetzt. Menschen sind so, man soll es kaum glauben. Menschen fahren für 2 Wochen all inclusive in die Türkei und wundern sich, daß sie für 199 Euro keinen Luxusaufenthalt bekommen, obwohl doch 4 Sterne angegeben wurden. Menschen kaufen auch bei Fernsehsendungen Kameras, bei denen eine USB-Schnittstelle als technische Höchstleistung verkauft werden.

Menschen machen unvernünftige Dinge. Du mußt damit rechnen, daß jemand Deine Anregung kritiklos übernimmt. Daß er losrennt und sich bei nächster Gelegeheit das Expertenportfolio ins Depot legt.

Ein Forum hat aber einen weiteren Aspekt: Die Möglichkeit des Eingreifens dritter. Diese korrigieren die Antworten, relativieren und ergänzen sie. Darin sehe ich bei diesem Thema meinen Part. Ich will ganz einfach nicht, daß bestimmte Antworten unkommentiert stehen bleiben und der „Kunde“ im Glauben, die ultimativ richtige Antwort erhalten zu haben, zum Hörer greift und Wertpapiere ordert.

Was glaubst Du, warum ich mir im Politikbereich die Diskussionsschlachten mit Fremdwort-Frank liefere? Weil ich Spaß daran habe, mir jeden zweiten Tag Links zu Marx & Co. um die Ohren hauen zu lassen? Weil ich Lust habe, mir ständig erzählen zu lassen, daß die Welt ohne Geld oder Zinsen aber dafür mit Planwirtschaft besser wäre?

Der Grund liegt schlicht und ergreifend darin, daß es Menschen gibt, die auf das Forum vertrauen. Menschen, die hier Fragen zum BWL-Studium, zur Geldanlage oder was auch immer stellen, und glauben, hier vernünftige und zweckdienliche Antworten zu erhalten. Die darauf vertrauen, daß hier Experten am laufenden Band korrekte und umsetzbare Ratschläge liefern. Sind diese Menschen naiv? Vielleicht. Aber dennoch habe ich keine Veranlassung, sie das selbst herausfinden zu lassen. Sei es durch eine schwachsinnige Antwort ink. schlechetr Note in einer Prüfung oder einem Totalverlust bei der Geldanlage.

Auch der explizite Hinweis darauf, daß es sich hier nicht um eine Beratung handelt, entbindet Dich nicht von der moralischen Pflicht, die Folgen Deiner Antwort zu bedenken. Wenn Du verantworten kannst, daß jemand Deinen Artikel ausdruckt und damit zur nächsten Bank rennt, ist das Deine Sache. Ich hingegen sehe es als vernünftig an, derartige Antworten zu kommentieren, zu relativieren bzw. zu ergänzen und damit stehe ich anscheinend nicht allein da.

Gruß,
Christian

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Hallo Christian,
ich freu mich, daß wir nun die gleiche Augenhöhe gefunden haben. Jedenfalls schlußfolgere ich das aus Deinen Zeilen.

Die Reaktion, die Du zeigst, ist mir nicht neu. Freiberufliche
Berater sind oft zu ihrem Beruf gekommen wie die Jungfrau zum
Kinde. Oftmals (ich sage nicht, daß das bei Dir so ist, denn
dafür gibt Deine Visitenkarte nicht genug her)

Dann laß ich Dich weiterrätseln. Aber ganz bestimmt meinst Du nicht die „freien“ Berater, denn diese werden wohl ausreichend reguliert hierzulande, sondern Strukkies oder von einem Produktgeber angestellte „Berater“.

theoretische Grundlagen immer gelten. Einer davon: Der Rendite
folgt das Risiko.

Fast immer. Tut mir leid, aber so generell kann ich das nicht akzeptieren. Wichtig ist hierbei, wie die Rendite (Ertrag) zustande kommt. Gutverdienende Unternehmen mag ich.

Ein Forum hat aber einen weiteren Aspekt: Die Möglichkeit des
Eingreifens dritter. Diese korrigieren die Antworten,
relativieren und ergänzen sie. Darin sehe ich bei diesem Thema
meinen Part. Ich will ganz einfach nicht, daß bestimmte
Antworten unkommentiert stehen bleiben und der „Kunde“ im
Glauben, die ultimativ richtige Antwort erhalten zu haben, zum
Hörer greift und Wertpapiere ordert.

Keine andere Meinung. Wenn es so passiert, wie Du hier schreibst (und meinst).

Sache. Ich hingegen sehe es als vernünftig an, derartige
Antworten zu kommentieren, zu relativieren bzw. zu ergänzen
und damit stehe ich anscheinend nicht allein da.

Nein, das ist wohl Sinn eines Forums. Wenn die Augenhöhe stimmt. Ich mag es nicht, grundlos ehrfürchtig aufschauen zu müssen. Bekomme auch keinen O. wenn ich herabschauen darf.

Gruß
Boris