Gelt?! und Gelle?!

Es ist naheliegend, für Norddeutsche, in dieser meist nur im Süden zu hörenden Bemerkung das „gültig?“, „gilt es?“, „ist es nicht so?!“ herauszuhören; und auch Kluge bestätigt diese Bedeutung/Enleitung („Deutsche Etymologie“). Aber Pfeifer und Wasserzieher schreiben nix dazu.
Hier scheint also die deutsche Form des frz. „n´est-ce pas?“ und des doppelzüngigen engl.: „isn´t it“ bzw „is it?“.
Beispiel: „I havn´t got any headache, have I?“ vorzuliegen.

Aber an das zu recht kritische Verhältnis zu „ursprünglichen Gefühlen“ gegenüber Rosinen etc. gewöhnt und die Ohren geschärft, bin ich da nicht mehr so sicher. Kann es nicht (ernsthaft!) zumindest noch weitere Wortgründe der Bemerkung: „Gelle“ geben? Na, aber das nddeutsche (?) Wort „gülle“ wirds mit Sicherheit nicht sein!

moin und tschüß, manni

Als Stimme aus (Ober)österreich kann ich nur sagen: Unsere lokale Variante (gesprochen ungefähr wie „goi“) wird Bestätigungs-Erheischend verwendet. Also ähnlich wie von Dir angesprochen im Englischen.
Beispiel aus der ländlichen Praxis:
„Bist a schena Depp, goi?“ :smile:

Pfiati,
Mike

alles oder möglichst viel gegen den Strich zu bürsten, ist unaustilgbar, gell?

Ich wollte auf dieses gar nicht eingehen, da es kaum nötig sein dürfte, das Rad neu zu erfinden; und es dann siebeneckig zu machen.

Aber da ich gerade in einem Sagenbuch, das alten Texten nachgeschrieben ist, von der Hochzeit Herzog Ulrichs von Wirtemberg lese, und darin den Satz:

" Ei, grüß´dich Gott, kommet er au no Stuegert? Geltet, der Brotawend von dô hot ui ens Remstal neigweht, do wentdr reacht gschnufflet hau!"

Für dialektal nicht so Belesene:

„Ei, guten Tag, kommt ihr auch nach Stuttgart? Nicht wahr, der Bratenduft hat zu euch ins Remstal hineingeweht; da werdet ich gewaltig geschnuppert haben!“

vorkommt, wollte ich die diese Trouvaille nicht vorenthalten.

Gell, dô glotsch!

Gruß Fritz