Gemäss seiner Natur handeln

Hallo zusammen

Kann mir jemand ein Sprichwort (mit Quellangabe?) mit folgender Aussage nennen:
„Wider die Logik, der eigenen Natur folgen müssen“

Ich kenne eine kleine Geschichte von „Star Trek / Voyager“:
„Der Skorpion überredet einen Fuchs ihn übers Wasser zu tragen.
Der Fuchs traut dem Skorpion nicht. Der Skorpion beruhigt ihn mit den Worten „Wenn ich Dich steche, so ertrinken wir beide“. In der Mitte des Flusses sticht der Skorpion den Fuchs. Der Fuchs fragt den Skorpion erstaunt, warum er das tat, denn jetzt müssen beide sterben. Das ist halt meine Natur…“

Danke im Voraus - Grüsse Peter :wink:

Hallo,

ist schon faszinierend, womit sich manche Leute schon vor dem Frühstück beschäftigen…

Nun gut: ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob es eine angabefähige Zitatquelle für diesen Ausdruck gibt; dies nicht nur, weil er recht unspezifisch ist, sondern vor allem, weil die Frage, ob z.B. der Mensch wirklich freier Entscheidungsträger, bloßer Schicksalserfüller oder auch nur ein etwas intellektuell verschleierter Triebtäter ist, philosophische, theologische und anthropologische Diskussionen schon seit Jahrtausenden beherrscht. Auch die im Begriff „WIDER die Natur“ steckende Implikation, den Menschen als Gegensatz zur natürlichen Umgebung zu sehen, ist schon alt - allerdings in dieser Form wohl eher ein Kind des Okzidents.
Wenn überhaupt, dann findest Du die erste Erwähnung dieses Gedankens bei den antiken Philosophen, vermute ich mal.
So gibt es auch in zahlreichen außereuropäischen Märchen oder Fabeln (die in „Voyager“ vom 1. Offizier wiedergegebene kannte ich, habe aber noch nicht raus, woher) Verarbeitungen dieser Fragen.

Sei noch erwähnt, daß jede Kultur hierzu (z.B. in der Rechtssprechung) ihre eigene, meist höchst aufschlußreiche Entscheidung getroffen hat. Nicht umsonst wird bei uns immer zuerst nach dem Motiv gesucht. Nicht umsonst gerät bei uns alle Juristerei etwas ins Schwimmen, wenn es um die Definition von Affekten oder derlei geht. Übrigens galt es - ich weiß es jetzt z.B. von den Aran-Inseln im 19. Jahrhundert - auch in Europa an vielen Stellen auch in der Rechtsprechung als anerkannt, wenn jemand (z.B. ein aus Eifersucht zum Mörder gewordener Mensch) glaubhaft machen konnte, von seinen Leidenschaften überwältigt worden und damit nicht verantwortlich zu sein. Die Natur des Menschen wurde teilweise als außerindividuelle Naturgewalt gesehen.

Auch Grüße,

hendrik

Salü Hendrik

  1. Danke für die eloquente Psychologieanalyse… :wink:
  2. Frühstück kommt bei mir immer zuerst - abgewandelt mit Luther „…und wenn an diesem Tag auch die Welt unterginge“
  3. Da ich die Frage im Literaturforum stellte, war mir eher an einem Passus in der Weltliteratur (inkl. Sagen, etc.) gelegen. Mir ging es wie Dir, die Geschichte mit dem Skorpion kenne ich irgendwie, ich glaube aus dem arabischen / irakischen Raum…

Jedenfalls war es eine Wonne, wiedermal so wohlformulierte Sätze zu lesen (ganz ohne (geliebte) Ironie).

Grüsse Peter

*g