Hallo liebe Experten,
ich muss mich in den Bereich „Marketing für Gemüse“ einarbeiten. Es geht im Prinzip um die Betreuung eines speziellen, frischen Gemüses vom Produzenten bis ins Supermarktgemüsefach.
Habt Ihr einen Tipp für spezielle Literatur? Marketing für „Obst und Gemüse“ oder so?
Mit den Marketing-Standardwerken bin ich eingedeckt …
Danke + Gruss
Ilka
Hallo Ilka,
Standardliteratur nicht, aber zwei Zeitschriften zum Archivstöbern: „Agrarwirtschaft“ ist hoch spezialisiert und ziemlich BWL- und VWL-lastig, hat aber ab und zu auch praxisorientierte Beiträge. Gibts in allen Universitätsbibliotheken, wo Agrarfakultäten sind. „Top Agrar“ ist eine Monatsschrift für Praktiker, dort sind öfter mal Berichte über Marketingkonzepte von Erzeugerringen und Genossenschaften zu finden. In ähnlicher Kante: „Obst und Garten“ vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg, dort der Schwerpunkt allerdings auf Direktvermarktung einzelner Erzeuger.
Die Vertriebs- und Erzeugergenossenschaften Reichenau-Gemüse eG und Pfalzmarkt Mutterstadt eG dürfen als weiterführende Stichworte genannt werden. Wo die sind, ist oben. Mutterstadt z.B. bringt es fertig, Lidl zu beliefern, ohne dabei Verluste zu schreiben…
Bei beiden ist es übrigens auch nicht ausgeschlossen, dass Du ordentliche Antworten bekommst, wenn Du Dich nicht gerade mit den Worten „Guten Tag, ich bin Ihr Mitbewerber“ vorstellst.
Schöne Grüße
MM
Danke …
… Martin,
für die Tipps. Die „Agrarwirtschaft“ kenne ich noch nicht, werde ich mir einmal beschaffen. Die anderen Zeitschriften sind mir bekannt. Mein Favorit ist „Groenten & Fruit“ (NL).
Der Bereich, wo mir am meisten Informationen fehlen, ist der Weg zum Einkauf des Supermarktes, z.B. arbeiten Supermärkte generell nur mit großen Großhändlern oder könnte man einzelne Produkte auch direkt platzieren etc.
Viele Grüße aus dem Münsterland
Ilka
Hallo nochmal,
Der Bereich, wo mir am meisten Informationen fehlen, ist der
Weg zum Einkauf des Supermarktes, z.B. arbeiten Supermärkte
generell nur mit großen Großhändlern oder könnte man einzelne
Produkte auch direkt platzieren etc.
Hier habe ich (aus Kundensicht) den Eindruck, dass wegen der Besonderheiten bei frischen Produkten die Fronten ein wenig aufweichen und hie und da lokale Abweichungen vom Standard der jeweiligen Region zu finden sind: Anscheinend geht es den Discountern mit der Entwicklung in Richtung Frischware darum, die letzten Edeka- und Spar- Buden und die erstaunlich erfolgreichen groß gewordenen Türken sturmreif zu schießen. Diese Entwicklung scheint mir eine regelrechte Kampagne während der zurückliegenden zwei Jahre zu sein - die bekannten Drosophila-Kulturen und den im eigenen Saft schwimmenden Iceberg-lettuce findet man plötzlich kaum mehr. Insofern ist jetzt wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt.
Ganz grob, gefühlsmäßig, scheint mir hier Geld wichtiger zu sein als ein wie auch immer gearteter Türöffner. Als ich das letzte Mal (vor etwa zehn Jahren) mit der Materie zu tun hatte, kostete die Listung im Getränkebereich für eine einzelne Filiale (allerdings im hart umkämpften Rhein/Main-Raum) eine glatte Million (DEM) für ein Sortiment von einem Regalmeter, ohne Garantie für eine Laufzeit - nur das Reinkommen.
Wenn ein Einkaufsleiter auf Regionalebene bei MXXXX ein Häuslein bauen will, muss er nur den Rohbau erstellen. Alles andere, Innenausbau, Küche, Sauna etc., bekommt er von „seinen“ Lebensmittellieferanten geschenkt. Da ist die Buchhalterey gefragt, wenn man das irgendwo im Aufwand verstecken will…
Schöne Grüße
MM
1 „Gefällt mir“