im nachrichten-forum ist eine diskussion über genetische codes von potentiellen verbrechern am laufen.
ein poster behauptet, dass die deutschen behörden täglich über 2700 genetische „fingerabdrücke“ registrieren.
ich habe versucht, mich ein bisschen schlau zu machen, und habe herausgefunden, dass z.b. ein vaterschaftstest um die 1000 dm kostet. wie sieht es nun mit dem zeitaufwand aus, resp. wie lange braucht ein gen-techniker um einen solchen fingerabdruck zu erstellen?
bei 2700 codes täglich à 1000 mark, würde das kosten von ca. 1 mia mark mitsich ziehen - von mir aus können diese zahlen nicht realistisch sein?!
also, genau kann ich Dir auch nicht sagen, wie lange der Genetiker jetzt braucht, bis er das Ergebnis sowie sämtlichen damit verbundenen Schreibkram hinter sich hat.
Die Ermittlung des genetischen Fingerabdrucks wird ja vornehmlich mit Hilfe der sog. PCR-Technik durchgeführt. Ich habe während meiner ersten Doktorarbeit mit dieser Technik gearbeitet und weiß von damals, daß sie in der Tat ziemlich zeitaufwendig ist. Je nach Versuchsanordnung waren es zwischen 2 und 8 Stunden, bis der Versuch inkl. aller weiteren und vorhergehenden Versuchsschritte durchlaufen war. Da man nicht einfach die Maschine anstellt und wartet, bis alles fertig ist (obwohl es mittlerweile solche tollen Geräte geben soll, ich aber nicht damit gearbeitet habe), muß man auch dabei bleiben und sich um die Koordination der Zwischenschritte kümmern.
Natürlich ist Zeiteinsparung hier möglich. Man kann selbstverständlich mehrere Proben gleichzeitig bearbeiten. Aber ich denke, gerade bei Vaterschaftstests kommt a) noch hinzu, daß sich ja durchaus Schreibkram an den eigentlichen Versuch anschließt, während bei der Erarbeitung einer kriminologisch orientierten Datenbank lediglich Daten von Computer zu Computer geschleust werden, b) sind die Tests ja auch bei den Vaterschaftsgutachten dazu da, richtig Geld zu machen. Ich glaube, daß bei groß angelegten Studien die einzelne PCR deutlich weniger kostet, als wenn es darum geht, ein Gutachten zu erstellen, das jemand vor Gericht zum „Durchdrücken“ seiner familienrechtlichen Probleme braucht.
Aber Fakt ist, daß die Untersuchung aufwendig und teuer ist.