Nachtrag zu Genanalyse
Hallo, erst mal vielen Dank für die schon Erläuterungen, die mir das Bild schon viel klarer gemacht haben. Wie aber so oft, kommen einem erst bei der Diskussion die Gedanken und Hinweise, die man gleich zu Anfang hätte geben sollen.
Daher jetzt zur Präzisierung: Ich habe vor wenigen Jahren in der heutigen Ukraine das Grab meines Vaters gefunden, der in Gefangenschaft gestorben ist und für über 5 Jahrzehnte als „verschollen“ gegolten hat. Sein Todestag jährt sich in Kürze zum 60. Mal. Dieses war der Friedhof eines nahen Gefangenenlagers, in dem, so zumindest die Aufzeichnungen, einzeln bestattet wurde in Gräbern mit einer Fläche von 2,50 x 2 Metern etwa (also kein Massengrab). Ich habe einen Plan mit den einzelnen Gräbern, und kann so, zumindest theoretisch, genau sagen, wo er liegt.
An sich ist gegen den Ort, an dem er liegt, nichts wesentliches einzuwenden, wenn es sich bei diesem Friedhof auch inzwischen um eine ungepflegte Wiese/Ödnis handelt, weil der Bürgermeister des nahen Dorfes um 1980 die Fläche hat planieren lassen (vorher sollen noch zumindest Grabhügel erkennbar gewesen sein), in der durchaus unrichtigen Annahme, daß sich an dieser ganzen „Geschichte“ nichts mehr rühren wird. Und dann kam Gorbatschow…
An sich also ist gegen den Ort, an dem er liegt, nichts einzuwenden. Er entspricht eher in seiner Ödnis und Kargheit dem Leben, das er in den letzten Jahren hat führen müssen. Nun haben aber die nahen Dörfler vor einiger Zeit oberhalb dieses etwas am Hang liegen Gefangenenfriedhofs begonnen, einen Dorffriedhof einzurichten, der sich immer mehr ausbreitet und inzwischen auch in diesen Gefangenenfriedhof hineinwächst (im Fachjargon, so hat man mir kürzlich gesagt, heißt das, der wird überbettet), damit dann die dort liegenden Gefangenen endgültig auslöscht.
Ich habe nun, da mir Karten und Zeichnungen vorliegen, mit Maßband und GPS und ähnlichen Meßhilfen das Grab meines Vaters auf 1 Meter, vielleicht auch 2 Meter genau bestimmen können. Bevor das nun aber auch überbettet wird (denn ob man den Bürgermeister überzeugen kann, von weiterer Überbettung abzusehen), lasse ich ihn lieber schnell vorher noch exhumieren und nach Deutschland überführen.
Bei der bisherigen „Meßunsicherheit“ ist es aber nicht sicher, daß ich nicht den Nachbarn „packe“. Man müßte halt vielleicht 3 oder vier Proben machen lassen.
Wenn ich in Euren Beiträgen lese, daß noch ein wenig Knochenmark oder Pulpa vorhanden sein sollte, so stellt sich schon die Frage, ist das denn nach 60 Jahren grundsätzlich überhaupt noch möglich?
Andererseits schreibt Juhe, man schabe lediglich „Knochenmaterial“ ab. Davon ist nun sicher noch genug da, wie man an einigen von Grabräubern geöffneten Gräbern leicht sehen kann.
Ich weiß gar nicht, wie ich fragen soll; vielleicht so: Wie würdet Ihr da rangehen?
Danke für Anregungen Antal