Genaue Impedanz einer Box? Tatsächliche Leistung?

Hallo,
ich habe an meinen Boxen als Impedanz angegeben:
„4…8“ Ohm
Als Sinusleistung 50, als Musikleistung 70 Watt
Was für eine Leistung haben die Boxen dann tatsächlich ? Und wie berechnet man das (wenn das überhaupt geht)?

Die Impedanz ist abhängig von der Frequenz. Lautsprecher sind Induktivitäten und haben damit eine größere Impedanz bei höheren Frequenzen, die Kondensatoren in der Frequenzweiche haben eine geringere Impedanz bei höheren Frequenzen. Weil das ganze aber auch noch bei verschobener Phasenlage passiert, ergibt sich ein völlig krummer Verlauf mit Beulen nach oben und unten.

Das ist die Belastbarkeit, also das, was der Verstärker liefern darf, damit die Box nicht kaputt geht.

Mit einer Leistung, die aus der Box rauskommt hat das nur annähernd was zu tun - da spielt nämlich der Wirkungsgrad eine wichtige Rolle. Es gibt Boxe, die hauen dir bereits bei einem Watt die Ohren raus, andere fangen erst bei 10Watt an, was hörbares zu produzieren.

Das ist alles gar nicht soooo wichtig - Boxen muss man vor allem anhören. Im Vergleich mit anderen Kandidaten. Mit der Musik, die man am liebsten hört. Am besten sogar in dem Raum, an der Stelle, an der sie stehen sollen - aber das ist natürlich nur selten möglich.
Eins ist sicher: auf die Bewertung von anderen kann man wenig bis nichts geben. Jeder hat andere Ohren und einen anderen Geschmack. Und die Bewertungen von irgendwo können auch noch gekauft sein und sagen schon zweimal nichts.

Also: der Verstärker sollte die Impedanz auch vertragen (minimale Impedanz muss passen), sonst könnte der Verstärker kaputt gehen (wegen zu großem Ausgangsstrom). Die maximal Ausgangsleistung des Verstärkers wiederum sollte der Lautsprecher vertragen, sonst brennen dem die Drähte durch.

Aber: was da auf dem Lautsprecher angegeben ist gilt nicht für den Fall, dass da jemand Bässe und Höhen bis zum Anschlag aufdreht. Dann bekommen nämlich Bass bzw. Hochtöner mehr Leistung vom Gesamtgeräusch ab als sie vertragen. ("+10db" bedeutet verzehnfachung der Leistung, „+20dB“ bedeutet eine VERHUNDERTFACHUNG!!!) Und spätestens beim Verzerren des Verstärkers macht der Hochtöner regelmäßig dicke Backen, weil er dann (Stichwort „Fourier-analyse“) noch mehr zu tun bekommt als ohnehin schon. Kein Lautsprecher ist dafür ausgelegt.

Äh … nein, das würde ich nicht so stehen lassen.

Es gibt ja die These, dass die meisten Boxen nicht durch zu starke sondern eher durch zu schwache Verstärker kaputt gehen. Ist vielleicht auch ein wenig (zu) plakativ, aber das Argument geht etwa so:

Eine 70 W 3-Wege-Box hat einen 70 W Tieftöner, einen 20 W Mitteltöner und einen 10 W Hochtöner.

Der Besitzer hat einen 30W-Verstärker. Denk sich: kann ich voll aufdrehen, der kann ja nur halb so viel wie dir Boxen.

Die Party ist voll im Gang, alles Gäste und der Gastgeber sind hackeblau, Helene Fischer kann nicht laut genug ihr Nachtasthma besingen, der Verstärker steht auf Anschlag. Klingt grausig, aber nach so vielen Getränken fühlt sich keiner mehr als audiophiler Purist berufen.

Was macht der Verstärker? Er übersteuert gnadenlos und damit steigt der Anteil der hochfrequenten Leistung deutlich. So deutlich, das zumindest Hoch- und vielleicht auch Mitteltöner gegrillt werden.

Klar, die 1000 W-Endstufe hätte die Boxen auch irgendwann zerstört, aber davor wäre die Musik deutlich lauter gewesen. Und vielleicht hätten die freundlichen Streifenpolizisten mit einem Machtwort das Ableben der Boxen verhinder …

Sebastian

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Davor hatte ich bereits gewarnt:

Angesichts dessen, dass 1000 Watt nur doppelt so laut sind wie 100 Watt und auch nur viermal so laut wie 10Watt bezweifle ich, dass man tatsächlich hört, wenn die 70Watt-Boxen durch den 100Watt-Verstärker gerade zum Rauchen gebracht werden. Und im Rahmen einer Party unterscheidet auch niemand, ob der Verstärker oder die Membran der Boxen in der Begrenzung sind. Und drittens werden grad bei Partys erfahrungsgemäß die Höhen- und Tiefenregler bis zum Anschlag aufgedreht - und dann war es das mit der zu kleinen Box, ganz ohne Verzerrung.

Deshalb: ich glaub nicht dran.