Gender Mainstreaming?

Hallo,

seit ungefähr 40 Jahren vermeide ich die
geschlechtsspezifische Aussage und benutze die o. a.
Formulierung oder etwas Gleichwertiges.

Und was ist die geschlechtsneutrale Form für Schüler? Man kann halt nicht zu allem ein schönes Partizip bilden (und das ist ja die „gewöhnliche“ Art, dem Problem aus dem Weg zu gehen).

na klar! Was bitte ist daran so neu, dass es eines solchen
Wortungetümes bedarf?

Neu ist daran vielleicht nichts, aber dennoch sinnvoller, als die Regelung stets beide Formen nennen zu müssen.

Grüße,

Anwar

Hallo,

In diesem (mit Gender
…) ist das Titelthema schnarchen.

Sollte es doch zu spät sein, schicke ich gerne unsere Ausgabe zu.

Grüße,

Anwar

Hoy Barney!

Im österreichischen öffentlichen Dienst gibt es jedenfalls nur
ein geschlechtsloses Gehaltsschema und somit keine
Ungleichbehandlung.

Das ist bei uns auch so…
aber die Dezernenten, Amtsleiter und Abteilungsleiter sind hier meist männlich, während im Bereich der Sachbearbeitung deutlich mehr Frauen zu finden sind.

Gleiche Arbeit wird dort (hoffentlich) auch gleich bezahlt, aber wer bekommt die besserbezahlten Jobs???

In der freien Wirtschaft ist das nicht viel anders…
die „billigen“ Jobs werden von teils sehr wohl hochqualifizierten Frauen erledigt, während die Vorgesetzten doch recht häufig männlich sind.

Ulli, die sich bei den Fotos der Vorstände und Chefetagen immer wundert,…

Naja, aber es geht doch gerade darum eine NEUE verbindliche
gramatische Regelung zu finden. Die ist natürlich JETZT
falsch.

achso. ich bitte vielmals um entschuldigung :wink:
über sich selbst in einer geschlechtsform sprechen - hast du das aus dem arabischen? :wink:

gruß
dataf0x

Hoy Barney!

Das ist bei uns auch so…

Dachte ich mir doch …

Gleiche Arbeit wird dort (hoffentlich) auch gleich bezahlt,
aber wer bekommt die besserbezahlten Jobs???

Bei uns hast Du als Mann so gut wie keine Chance auf einen Leitungsposten, solange irgend eine Frau in der Nähe ist, und sei sie auch ein wenig schlechter qualifiziert.

In der freien Wirtschaft ist das nicht viel anders …
die „billigen“ Jobs werden von teils sehr wohl
hochqualifizierten Frauen erledigt, während die Vorgesetzten
doch recht häufig männlich sind.

Das mag schon sein. Ich frag mich halt immer wieder, ob die Politik hier Sachen betreibt, an denen die Frauen gar nicht interessiert sind.

Gruß
Barney
der derzeit eine Chefin hat, die fast zwanzig Jahre jünger ist, und der daran gar nichts auszusetzen hat

im gegensatz dazu gibt es WIRKLICH geschlechtsdiskriminierende
mißstände, vor allem in schulbüchern, wo es immer noch mutti
ist, die in der küche steht, und papi es ist, der ingenieur
und programmierer ist. wenn dem kind dieses von klein auf
eingetrichtert wird, dann wundert es mich nicht, daß das
mädchen dann später in jedem grammatischen ER einen feind
erkennt.

Wie fortschrittlich waren da doch die DDR-Lehrbücher, wo das Kind grundsätzlich den Tisch deckte und den Abwasch sowie den Einkauf erledigte, um den werktätigen Eltern das Leben zu erleichtern. Sonderlich realistisch war das aber auch nicht. ;o)

Bis denne
Schnoof

diese diskriminierung wurde hierzulande vom gesetzgeber
derartig anerkannt, daß frauen weniger einkommenssteuer zahlen
müssen.

Wird wohl auch irrelevant sein …
Gruß
Barney

Sollte es doch zu spät sein, schicke ich gerne unsere Ausgabe
zu.

…vielleicht werde ich darauf zurückgreifen müssen, denn ich lese dies gerade um 21.45h, und dackel jetzt nicht zurück zur u bahn station, um festzustellen, dass es dann doch schon zehn ist und der laden gerade zugemacht hat…

(aber ich kann auch mal in der Bücherei vorbeischaun - vielleicht haben die das ja sogar?)

Gruss & danke an Euch beide postler,
Isabel

im gegensatz dazu gibt es WIRKLICH geschlechtsdiskriminierende
mißstände, vor allem in schulbüchern, wo es immer noch mutti
ist, die in der küche steht, und papi es ist, der ingenieur
und programmierer ist.

und GENAU darum geht es der websitebesitzerin!

Muss mir die site nochmal genauer angucken… es wundert mich, dass die so rüberkam, wie ihr beschrieben habt.

Gruss, Isabel

Im Gegensatz zum Deutschen unterscheidet das Englische
zwischen dem biologischen Geschlecht (sex - angeboren,
unveränderbar) und dem sozialen Geschlecht (gender - erworben,
veränderbar).

Meine Interpretation:

Unter dem ‚sozialen‘ Geschlecht - eben ‚erworben, veränderbar‘ verstehe ICH hier im Gegensatz zu meinem Sex (ich weiblich, du weiblich, jemand anders männlich) den ‚sozialen Status‘ meines Geschlechts. Daher (kulturell) erworben und (kulturell) veränderbar.
Wie in deinem Schulbuch-Beispiel von Mama in der Küche und Papa im Ingenieursbüro.

Mein (biologisches) Geschlecht ist, wie es ist.
Wie aber damit umgegangen wird, ist eine Frage der Kultur, der Gesellschaft, in der ich lebe. Ich bin mir sicher, dass das mit ‚sozialem Geschlecht‘ gemeint ist. Woher diese Differenzierung aber kommt (denn sie ist sicher keine Erfindung der Autorin der von mir verlinkten site), weiss ich nicht.

Gruss, Isabel

Und was ist die geschlechtsneutrale Form für Schüler?

nicht wahr, denn schüler IST (auch) geschlechtsneutral :smile:

Man kann
halt nicht zu allem ein schönes Partizip bilden (und das ist
ja die „gewöhnliche“ Art, dem Problem aus dem Weg zu gehen).

der lernende, die lernende, die lernenden… letzteres ist wieder generisches maskulin, nur hört man es nicht :wink: man stelle sich vor, es gibt sprachen, die dieses nicht erlauben, da auch das partizip im plural zwei formen für jedes geschlecht kennt. was machen dann die? :smile:

die frage die mich beschäftigt: warum gibt es keine nurmaskuline form? in einer gesellschaft, in der der mann das herrschende prinzip ist, müßte man das doch eigentlich erwarten, daß es für ein reines männerkollektiv eine eigene form gibt. gibt es aber nicht. nur für das reine frauenkollektiv gibt es eine. warum?

gruß
dataf0x

und GENAU darum geht es der websitebesitzerin!

Muss mir die site nochmal genauer angucken… es wundert mich,
dass die so rüberkam, wie ihr beschrieben habt.

teilweise hat die seite recht, nämlich was die inhalte angeht. aber bei der grammatik tappt sie ins fettnäpfchen.

gruß
dataf0x

ps. eine anekdote. der vater meines mannes ist leidenschaftlicher koch. er kaufte/erborgte (?) ein etwas ältliches kochbuch. die gesamten befehlsformen in den anleitungen waren in der weiblichen form geschrieben und nicht im generischen maskulin (die hebr. sprache unterscheidet hier). er hat sich beim autor beschwert wegen diskriminierung von männlichen köchen. oh, btw, es war ne autorin :wink:

gruß
dataf0x

die frage die mich beschäftigt: warum gibt es keine
nurmaskuline form? in einer gesellschaft, in der der mann das
herrschende prinzip ist, müßte man das doch eigentlich
erwarten, daß es für ein reines männerkollektiv eine eigene
form gibt. gibt es aber nicht. nur für das reine
frauenkollektiv gibt es eine. warum?

Das ist doch gar nicht verwunderlich. Es wird immer geschaut von sich selbst nach aussen. Was ‚anders‘ ist, wird als anders angenommen, und beschrieben, um es abzugrenzen.

Das gilt eigentlich für alle ‚sub-groups‘ (oh, werd’ ich für mein fehlendes Detusch hier wieder Ärger kriegen…), denke ich, in einem Maße.

Eh, deutlicher kann ich’s um diese Uhrzeit nicht mehr erklären, falls das etwas wirr war.

Gruss, Isabel

Hallo Christopher,

ich wundere mich gerade, wie Dir dies Thema zu Herzen geht!

das ist eine Fehleinschätzung. Was mir stets am Herzen liegt,
ist, zu verhindern, dass offensichtliche Fehler verbreitet
werden. Genau das geschieht auf der Genderanalysen-Seite.

Chauvi? Von mir kam das nun sicherlich nicht.

Nee, das kam von unser Chef-Humoristin ein paar Zeilen weiter
oben.

Stimmt! Es ist nämlich für Dich und alle anderen Männer ganz leicht, die Thematik als „haarsträubenden Schwachsinn“ abzutun, weil Männer per se manche Situationen
eben nicht erleben werden.

Hast Du ein Papier in Deinen Unterlagen mit dem Satz " Sie hat den Lehrgang erfolgreich absolviert"?
Ganz bestimmt nicht.
Ich aber schon, nur steht auf meinem Papier " Er hat den Lehrgang …"!
Und dieses ER ist kein Pronomen für „der Teilnehmer“ oder ähnliches,
auch kein Vertipper, weil vorgedruckt.
War auch kein exotisches Männerthema, die Hälfte der Teilnehmer waren Teilnehmerinnen, auf dem Zertifikat oben ist „Herr/Frau __________“ vorgedruckt.
Meine höfliche Nachfrage beim männlichen Kursleiter ergab ein „ach!“ und ein Schulterzucken.

Ist das jetzt ein grammatisches Problem? Wohl eher nicht.

Das GRAMMATIKALISCHE Geschlecht ist nämlich für die gender Diskussion völlig irrelevant.

Offensichtlich nicht. Die Behauptung, dass Sätze wie „Der
Arbeitnehmer muss …“ sexistisch sind,

Der Satz an und für sich ist (noch) nicht sexistisch. Die Frage nach Sexismus, d.h. Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, stellt sich erst, wenn frau (sic!) den Inhalt überprüft.

ist ein exzellentes
Beispiel für Unterscheidungsschwierigkeiten, die manche Damen
und Herren in grammatischen Belangen haben.

Ich kann durchaus grammatisches und biologisches Geschlecht unterscheiden. :wink:

Von irgendwem stammt der Satz „Sprache bestimmt das Bewußtsein“, leider weiß ich nicht mehr, wer das gesagt hat.

Gruß Gudrun

2 „Gefällt mir“

Hallo Gudrun,

Ich aber schon, nur steht auf meinem Papier " Er hat den Lehrgang …"!

schöne Sauerei, aber nicht Thema des Threads. In deinem Fall geht es um eine konkrete Person, die stets entweder weiblich oder männlich ist, weshalb ein „sie“ zu fordern nicht mehr als recht ist. Bei dem von mir kritisierten Beispiel auf der Genderanalysen-Seite geht es um eine gemischte Gruppe.

wenn frau (sic!) den Inhalt überprüft.

Über Inhalte kann man gerne reden, aber die Genus-Sexus-Geschichte ist eine so klare Sache, dass es mich bass erstaunt, dass im Jahr 2005 noch jemand damit zu argumentieren versucht.

Von irgendwem stammt der Satz „Sprache bestimmt das
Bewußtsein“, leider weiß ich nicht mehr, wer das gesagt hat.

Der Gedanke scheint von dem Linguisten Edward Sapir und dessen Schüler Benjamin Whorf zu stammen, die zusammen die „Sapir-Whorf-Hypothese“ formuliert haben. Die griffige deutsche Variante stammt mit Sicherheit nicht von den beiden, ich konnte keinen Urheber ausmachen.

Mehr Informationen (mal nicht Wikipedia):
http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal…
http://www.spinfo.uni-koeln.de/mweidner/whorf.html

An deutschen Originalzitaten hätte ich nur Ludwig Wittgenstein anzubieten:

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“
(Quelle: http://www.die-grenze.com/worte_grenze/reise02.html)

Gruß
Christopher