Generalisierte Angststörung - was tun?

Hallo liebe Experten*

Ich leide an einer Angstsörung, die schon so weit geht, dass ich kaum noch aus dem Haus gehe (nur noch Einkäufe). Das Telefon habe ich den ganzen Tag abgestellt, nur wenn ich etwas brauche und ich unbedingt telefonieren muß, schalte ich es ein. Alles, was von außen kommt, führt bei mir zu Panik, Herzklopfen, Angst, Zittern. Der Gang zum Briefkasten ist eine Qual, wenn es an der Tür klingelt, verkrieche ich mich. Am liebsten würde ich nur noch schlafen, aber selbst das kann ich nicht.

Ich war 7 Jahre in Therapie, das ist schon eine Zeit lang her. Die letzten 5 Jahre wurde ich mit Antidepressiva behandelt (cipralex 10). Anfang des Jahres habe ich das Medikament langsam abgesetzt, weil es mir zwar die Angst *etwas* nahm, aber auch das letzte stück Energie in mir, ich konnte mich zu nichts aufraffen und vegetierte vor mich her.

Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich nicht schon wieder Medikamente nehmen will, die Angst aber auch nicht mehr ertrage. Ich weiss jetzt auch nicht, ob es noch andere Wege gibt außer Antidepressiva? Ich will einfach nicht mehr so dachinsiechen und will aber auch nicht mein Leben lang von Tabletten abhängig sein und auch der *Entzug* ist mir in Erinnerung geblieben (mit Heulkrämpfen, Zittern, Erinnerungslücken was nicht so leicht wahr), so dass ich jetzt nicht nochmal in dieses Fahrwasser geraten will.

Gibt es Alternativen? Ich sehe für mich die Therapie und auch die Medikamente als ausgereitzt.

Hallo

Ich war 7 Jahre in Therapie

Welche Therapieform?

das ist schon eine Zeit lang her.

Wie lange?

Gibt es Alternativen? Ich sehe für mich die Therapie und auch
die Medikamente als ausgereitzt.

Viel fällt mir da nicht mehr ein - höchstens eine andere Art von Therapie. Letztendlich kann jede Therapie Dich nur dabei unterstützen, deine Probleme selbst zu lösen.

Vielleicht hat aber jemand anderes hier noch eine bessere Idee.

Gruß,
Max

Hallo denker*

das war damals zuerst eine Analyse, dann eine Verhaltenstherapie beide Male bei einem Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Therapie ist schon einige jahre her (ungefähr 6 oder 7 Jahre?). Danach war ich bei einem Artz für Neurologie und Psychiatrie, der mir die cipralex verschrieben hat.

Hallo!

das war damals zuerst eine Analyse, dann eine
Verhaltenstherapie beide Male bei einem Arzt für Psychiatrie
und Psychotherapie. Die Therapie ist schon einige jahre her
(ungefähr 6 oder 7 Jahre?). Danach war ich bei einem Artz für
Neurologie und Psychiatrie, der mir die cipralex verschrieben
hat.

Sorry, dann muss ich passen. Es gibt zwar noch eine Handvoll anderer Therapieformen, aber ich glaube nicht, daß da irgendeine den totalen Durchbruch bringt, wenn andere Thepaien bereits völlig nutzlos haben. Zu Medikamentationen aknn ich Dir nichts sagen.

Gruß,
Max

Hallo,

Antidepressiva wirken bei vielen Angststörungen nur sehr bedingt. Die medikamentöse Alternative sind oft Benzodiazepine, deren Gabe auf Grund der Tatsache, dass sie schnell körperlich abhängig machen, einer genauen Prüfung durch den behandelnden Arzt bedürfen. Ihre angstlösende Wirkung ist bei den meisten Menschen gut bis sehr gut, paradoxe Reaktionen gibt es allerdings ebenfalls.

Die Problematik beim Absetzen der Antidepressiva scheint mir eher auf ein zu schnelles Vorgehen dabei zurückzuführen zu sein. Behutsam ausgeschlichen macht das Absetzen in der Regel keine massiven Probleme.

Grundsätzlich sollten Medikamenteneinnahmen aber immer mit begleitenden Therapien gekoppelt werden. In jedem Fall solltest du anstreben, dein Meideverhalten einzustellen, da die Isolation ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit bald komplett sein wird.

Bei Angststörungen sind Verhaltenstherapien oft das Mittel der Wahl, nachdem du eine solche aber bereits hinter dir hast, könntest du vielleicht mal in Richtung tiefenspsychologisch ausgerichteter Therapie schauen. Vielleicht sagen unsere Therapeutenprofis (vanBranden?) dazu mehr?

Hier mal ein Link zu verschiedenen Therapieformen:
http://www.therapie.de/psyche/info/glossar/

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

ich glaube, daß Du ohne Medis mit begleitender Unterstützung einer Therapie nicht aus Deiner Angststörung rauskommen wirst.

Ich habe auch verschiedene Therapien hinter mir, bis ich auch so weit war, daß ich kaum mehr aus dem Haus gehen konnte. Ich habe einen Therapeuten gefunden der Hausbesuche machte und mit Medikamentenunterstützung bin ich kleine Schritte gegangen. Ich habe mir eine Liste gemacht mit Dingen die ich bald können möchte, Dinge die ich in ca. 1 Jahr können möchte und Dinge die ich irgendwann mal wieder schaffen wollte.

Die Aufgaben die mir wichtig waren habe ich mir selbst gestellt (am Anfang waren das Miniaufgaben die mir schon Probleme machten, so mußte ich z.B. auf einer benachbarten Wiese Löwenzahn für meine Kaninchen holen und das zu Zeiten wo ich Leuten begegenen konnte). Ist kaum zu glauben, aber das machte mir Probleme. Ich habe diese kleinen Aufgaben Punkte verteilt, wie schwer mir es fiel, vieviel Angst ich dabei hatte. Und das immer wieder.

Für mich war es besser kleine Schritte zu gehen die ich auch bewältigen konnte, also große Dinge zu tun, bei denen die Gefahr bestand zu scheitern. Die klassische Konfrontationstherapie wäre für mich nichts gewesen.

Es ist nicht leicht, aber so nach und nach geht es. Es gibt nach 3 Jahren noch Dinge auf meiner Liste die ich noch nicht geschafft habe, aber das Leben ist inzwischen wieder lebenswert, wenns auch immer mal wieder Durchhänger gibt.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und nimm noch mal Anlauf, es lohnt sich auf jedenfall.

Liebe Grüße

Sabine

Mal ein anderer Weg …
Mit Cipralex wurde ich auch mal behandelt. Ging über Jahre, schien gut. Nach Wechsel des Hausharztes stieß ich auf Jemandem, der die Dinge anders sah: Er meinte, wenn die Angst aus dem Bauch kommt, wenn sie körperlich aufsteigt, dann sollte ich mal Citalopram nehmen. Und siehe da: Es hilft! Es dämpft jene Ängste, die aus körperlichen Reaktionen heraus abgebildet werden. Empfindungen, die wir als Reaktion auf Einflüsse abbilden, die uns zu irren Reaktionen verleiten - sie werden abgedämpft, geblendet. So wird der Körper in seinen Reaktionen beruhigt, der Geist kann sich seinen Reim auf das Ganze machen. Aber er wird nicht mehr durch körperliche Panik in Unruhe versetzt, kann sich selber seinen Reim auf die Dinge machen. Es ist verblüffend: Themen, die mir Angst machten, werden von mir wahrgenommen, aber eine Überreaktion bleibt aus …

Hallo!

Ich leide an einer Angstsörung, die schon so weit geht, dass
ich kaum noch aus dem Haus gehe (nur noch Einkäufe). Das
Telefon habe ich den ganzen Tag abgestellt, nur wenn ich etwas
brauche und ich unbedingt telefonieren muß, schalte ich es
ein. Alles, was von außen kommt, führt bei mir zu Panik,
Herzklopfen, Angst, Zittern. Der Gang zum Briefkasten ist eine
Qual, wenn es an der Tür klingelt, verkrieche ich mich. Am
liebsten würde ich nur noch schlafen, aber selbst das kann ich
nicht.

Das klingt für micht eher so, als ob die Angst nicht die Ursache ist, sondern eine Folge von Depressionen.

Ich war 7 Jahre in Therapie, das ist schon eine Zeit lang her.
Die letzten 5 Jahre wurde ich mit Antidepressiva behandelt
(cipralex 10). Anfang des Jahres habe ich das Medikament
langsam abgesetzt, weil es mir zwar die Angst *etwas* nahm,
aber auch das letzte stück Energie in mir, ich konnte mich zu
nichts aufraffen und vegetierte vor mich her.

Das würde meine obige Theorie sogar noch bestätigen, denn wenn Du nach Symptomen von Depressionen googelst, wirst Du sehen, dass Antriebslosigkeit irgendwie „dazugehört“. Man kann sich zu absolut nichts aufraffen, jeder Schritt aus dem Haus wird möglichst vermieden usw. Wenn man sich doch zu etwas aufraffen muss, denn wird das ganze nachher nur noch ärger, und beim nächsten Mal schafft man dieses Aufraffen noch weniger.

Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich nicht schon wieder
Medikamente nehmen will, die Angst aber auch nicht mehr
ertrage. Ich weiss jetzt auch nicht, ob es noch andere Wege
gibt außer Antidepressiva? Ich will einfach nicht mehr so
dachinsiechen und will aber auch nicht mein Leben lang von
Tabletten abhängig sein und auch der *Entzug* ist mir in
Erinnerung geblieben (mit Heulkrämpfen, Zittern,
Erinnerungslücken was nicht so leicht wahr), so dass ich jetzt
nicht nochmal in dieses Fahrwasser geraten will.

Das verstehe ich gut, dass Du Angst vor ständiger Medikamenteneinnahme hast, aber es gibt Diagnosen, wo das unbedingt erforderlich ist und oft genug lebenslang. Bei mir ist es z.B. so, dass mein Serotoniehaushalt total im Eimer ist. Ohne entsprechende Medikamente würde ich wahrscheinlich nicht mehr leben, weil die Depressionen so arg werden. Durch die Medikamente kann ich jedoch ein ziemlich normales Leben führen.

Es zahlt sich wirklich aus, da etwas zu unternehmen! Viel Glück dazu!

Beste Grüße

Waldi

Hallo,
ich habe auch eine generalisierte Angststörung, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie bei dir.
Ich mache im Moment eine Verhaltenstherapie in Kombination mit Hypnose.
Was mir medikamentös sehr geholfen hat ist Lorazepam. Es löst die Angst und kann einen zeitweise von diesem quälenden Gefühl befreien. Gerade um sich auf eine Therapie zu konzentrieren ideal.

Vielleicht wäre das auch etwas für dich