Generation Golf

Huhu!

Hat das schon jemand von euhc gelgesen? Ist es gut? Lohnt sich der Aus-/Einblick?

Bye, Vanessa

Hi Vanessa,
ja, ich hab’s gelesen, und finde es durchaus lesenswert (vor allem, wenn man selbst der Generation Golf angehoert).
Allerdings wuerde ich es nicht in die Liste bester Buecher aufnehmen…aus verschiedenen Gruenden: (Achtung, wird ein wenig laenger)
Ich habe beim Lesen einige Phasen durchgemacht - am Anfang war ich hellauf begeistert und superneugierig („hey, da ist jemand, der schreibt ueber meine Kindheit! lohnt sich das? mal gucken!“), und musste auch nicht selten schallend lachen. Mit der Zeit gewoehnt man sich aber daran, dass die Themen die 80er/90er und alle Erfahrungen, die man *damals* (herrje, bin auch erst 26) gemacht hat, sind, und der Neuheitseffekt geht etwas verloren…
…und dann fallen einem kleine Stil- und Schoenheitsfehlerchen und Schnitzer auf. Vielleicht liegt es auch gar nicht wirklich daran, dass man sich an das Thema gewoehnt, sondern dass der Aufbau des Buches leicht chaotisch und unstrukturiert wird, vielleicht wirkt auch beides zusammen. Jedenfalls musste ich manchmal denken „na, die Pointe kam jetzt etwas gequaelt“ oder „Florian, als FAZ-Redakteur muesste dein Stil eigentlich ein anderer sein.“ Und aergerliche Tippfehler habe ich auch gefunden; das mag kleinlich sein, aber mich stoerts (vor allem, wenn der Autor gerade ueber die Penibilitaet der Generation spricht. :open_mouth:)).
Vor ein paar Wochen gab’s schon mal ein aehnliches Posting von einem Vertreter der Vorgangsgeneration (Zigarettenselbstdreher), der nicht glauben konnte, dass alle Urteile ueber die verschiedenen Generationen ironisch gemeint sein koennten. Mittlerweile verstehe ich seine Sorgen, manches mag arrogant rueberkommen (ist ja auch ein Generationsmerkmal, nicht -), ist aber groessenteils tatsaechlich Selbstironie. Denke ich. Vor allem das letzte Kapitel ist arg selbstkritisch…mit einer letzten Rundumueberarbeitung (passt das erste Kapitel zum letzten? was will ich eigentlich sagen? wird das auch deutlich?) waere es ein hervorragendes Stueck Generationsliteratur geworden!
All das heisst aber nicht, dass es kein gutes Buch ist - Florian Illies beobachtet ziemlich scharf und hat ein beeindruckendes Gedaechtnis.
(Ich habe gerade das Gefuehl, dass mein Artikel genauso unstrukturiert ist, wie ich es dem Buch vorwerfe… entschuldige)
Auf jeden Fall also: viel Spass beim Lesen, und erzaehl mal, was du davon haeltst!
Viele Gruesse,
barbara

Huhu!

Vielen Dank für deine ausführliche Kritik!
Ich denke, ich werde bei Gelgenheit mal wagen :wink: Vielleicht hat die Stadtbiblitothek das Buch ja, dann leihe ich es erstmal nur aus.

ja, ich hab’s gelesen, und finde es durchaus lesenswert (vor
allem, wenn man selbst der Generation Golf angehoert).

Naja, bin 25 - das haut noch so hin :wink:

Und aergerliche Tippfehler habe ich auch gefunden; das mag
kleinlich sein, aber mich stoerts (vor allem, wenn der Autor
gerade ueber die Penibilitaet der Generation spricht. :open_mouth:)).

*lach* Sowas stört mich in Büchern aber auch!

Auf jeden Fall also: viel Spass beim Lesen, und erzaehl mal,
was du davon haeltst!

Ja, mache ich dann später mal - kann aber noch etwas dauern! Ich habe hier noch einige andere Bücher liegen… :smile: *freu*

Bye, Vanessa

Ich habe das Buch auch gelesen.
Am Anfang war ich auch total begeistert, aber das verflog dann immer mehr (naja, hatte auch nie 'nen Golf). Irgendwann hatte ich nicht mehr dieses begeisternde Gefühl von „ach, ja, genau so war das“. Es fehlen leider so zentrale Sozialisations-Agenturen wie Colt Seavers, Captain Future, der Flutschfinger, der C64, der Unterschied zwischen „Hallo Spencer“ und der „Sesamstraße“ und dieses seltsame Phänomen, daß in den Musikvideos alle Frauen aussehen wie Nutten (was damals irgendwie niemand gemerkt hat).
Das Buch läßt in der Tat irgendwie nach beim Lesen. Aber trotzdem insgesamt ganz nett. Im Leben-Teil der „Zeit“ war auch mal eine Doppelseite über die 80er - mit ganz vielen Bildern.

Also insgesamt ist das doch recht lesenswert.