Generisches Feminin

Hallo,

ich musste in einer Anleitung zum richtigen Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder lesen:

die Autorin, die Autorinnen.

Aber es war nie vom Autor die Rede.

Heißt das nun, dass das nur für weibliche Verfasser gilt? Meines Wissens gibt es nur das generische Maskulin zum Zusammenfassen einer Gruppe von Menschen.

Ist das noch korrekt oder nur feministisch übertriebener Unfug?

Beste Grüße

Stefan

Aber es war nie vom Autor die Rede.

Vielleicht aber ja vom „Autoren“?? Das wäre dann wenigstens korrekt!

Die korrekte Deklination des Autoren steht hier allerdings nicht zur Debatte.

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Hallo,

ich musste in einer Anleitung zum richtigen Zitieren in
wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder lesen:

die Autorin, die Autorinnen.

Und da stand nicht AutorIn oder AutorInnen ?

Aber es war nie vom Autor die Rede.

Das sollte mich wundern.

Unbeschadet der Anmerkung Uwes ist „vom Autor“ übrigens korrekt.
LG

Die korrekte Deklination des Autoren steht hier allerdings
nicht zur Debatte.

Du meinst „die korrekte Deklination des Nomens ‚Autor‘“. :wink:
Schließlich soll ja nicht der Autor selbst gebeugt werden, nicht??

Im übrigen gibt es kein Nomen namens „Feminin“. „Feminin“ ist ein Adjektiv. Das Nomen heißt „Femininum“ bzw. „generisches Femininum“.

Gruß
Uwe

Unbeschadet der Anmerkung Uwes ist „vom Autor“ übrigens
korrekt.

Mitnichten! Auch für den Fall, daß der Duden was anderes behauptete! Es heißt ja zum Beispiel auch korrekt „am offenen Herzen“ und nicht „am offenen Herz“, wie man es in letzer Zeit immer häufiger liest und hört! Grottenhaft!

Ich glaub’ ich wandere aus! Derartige Verunstaltungen der deutschen Sprache ertrage ich einfach nicht!!!

Unbeschadet der Anmerkung Uwes ist „vom Autor“ übrigens
korrekt.

Mitnichten! Auch für den Fall, daß der Duden was anderes
behauptete!

Achja, das hatte ich vergessen. Auf WELCHEM Stand der Entwicklung wolltest du die deutsche Sprache eigentlich zementieren, wenn du die Weltmacht hättest ?

Es heißt ja zum Beispiel auch korrekt „am offenen
Herzen“ und nicht „am offenen Herz“,

HIER geht einfach beides. Deins ist schöner.

wie man es in letzer Zeit
immer häufiger liest und hört! Grottenhaft!

…analog zur Sippenhaft?

Ich glaub’ ich wandere aus! Derartige Verunstaltungen der
deutschen Sprache ertrage ich einfach nicht!!!

Nur zu. Wenn du meinst, anderen Sprachen erginge es besser…

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Nur zu. Wenn du meinst, anderen Sprachen erginge es
besser…

Nein, ich weiß. Nur: da merke ich es nicht. :wink:

Grottenhaft!

…analog zur Sippenhaft?

Womit bewiesen wäre, daß es zwar sehr wohl vermeidliche aber eben auch UNvermeidliche potentielle Mißverständlichkeiten gibt.

Nein, das hätte hier nun wirklich KEINER auch nur geahnt!! :wink:

Auch für den Fall, daß der Duden was anderes
behauptete! Es heißt ja zum Beispiel auch korrekt „am offenen
Herzen“ und nicht „am offenen Herz“, wie man es in letzer Zeit
immer häufiger liest und hört! Grottenhaft!

Soweit Deine Sichtweise.

Und nun - der Ausgewogenheit halber - dazu, was der Duden und andere einschlägige Werke dazu sagen:

Beugung von „Autor”
Wie unbeugsam bzw. unbeugbar ist ein Autor denn nun? Bei Fremdwörtern mit der auf das Lateinische zurückgehenden Endung -or wie Autor ist man gelegentlich unsicher, nach welcher Deklinationsart man beugen soll.
Die Regel lautet: Im Singular werden sie stets stark gebeugt, d. h. ohne die Endung -en: der Autor, des Autors, dem Autor, den Autor oder auch der Doktor, des Doktors usw.
Nur im Plural gesellt sich die Endung -en dazu, da bei Betonung auf der vorletzten Silbe (wie bei Autor) die so genannte gemischte Deklination vorliegt, d. h., im Plural wird im Gegensatz zum Singular gemeinerweise schwach gebeugt: die Autoren, der Autoren, den Autoren, die Autoren.
Schlau gemacht werden Sie hier also vom Autor dieser Zeilen und keinesfalls vom Autoren.
http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/…

http://books.google.de/books?id=wjxTIqjkdnIC&lpg=PA9…

http://books.google.de/books?id=sZGwuIt2FEMC&lpg=PA3… (318.2 → „Die schwache Deklination gilt hier jedoch nicht als standardsprachlich.“)

http://books.google.de/books?id=5cXOCXEF2vEC&pg=PA12…

Gruß
Kreszenz

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Danke,
aber das lässt er ja nun bekanntlich alles nicht gillen. :wink:
IRGENDWAS lässt er aber nicht nur gillen, sondern hält es für unabänderlich schön und richtig. Ich versuche gerade herauszufinden, was, d.h. welchen Stand der deutschen Grammatik wir für immer hätten beibehalten sollen.Damit er nicht auswandern hätte müssen…
LG

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Hi,
nieder mit der Binnenmajuskel! Zu Poden mit ihr!
Blah

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IRGENDWAS lässt er aber nicht nur gillen, sondern hält es für
unabänderlich schön und richtig. Ich versuche gerade
herauszufinden, was

Ja, zum Beispiel daß der unbestimmte Artikel eines maskulinen Nomens im Akkusativ nun mal „einen“ lautet - und eben NICHT „ein“, wie man in letzter Zeit immer häufiger liest und hört (wodurch maskuline Nomen implizit kastriert werden).

Bei mir erzeugt sowas latente Kastrationsängste und weniger latente Tobsuchtsanfälle!! :wink:

Na gut. Ich nehme das zur Kenntnis, was das Nomen „Autor“ betrifft.

Das Nomen „Herz“ betreffend bleibe ich aber unbeugsam. Genitiv und Dativ Singular lauten hier wie gesagt „Herzen“ und nicht Herz".

Beispiel: „Es ging mir zu Herzen“.

nieder mit der Binnenmajuskel! Zu Poden mit ihr!

Du meinst „Poten“! :wink:

Das Nomen „Herz“ betreffend bleibe ich aber unbeugsam.
Genitiv und Dativ Singular lauten hier wie gesagt „Herzen“ und
nicht Herz".

Wie - auch der Genitiv Singular (des Herzen?)? Hast Du dafür valide Quellen/Belege?

Was den Dativ angeht, besteht ja sogar mal weitgehend Einigkeit zwischen Dir und dem Duden. :wink:

„Das Substantiv Herz wird unregelmäßig gebeugt, schwach flektierte Formen stehen neben stark flektierten. Im Genitiv und Dativ Singular werden die Formen des Herzens und dem Herzen, im Akkusativ das Herz verwendet: Man sieht nur mit dem Herzen gut (Antoine de Saint-Exupery).
[…]
In der Umgangssprache, aber auch im Medizinerjargon überwiegt allerdings die Tendenz, im Dativ Singular anstelle der schwach gebeugten Form dem Herzen die Form dem Herz zu bevorzugen, im Genitiv Singular bedient sich die Medizin gern der stark deklinierten Form des Herzes: Mit Ihrem Herz werden Sie hundert. Meine Schwiegermutter hat es schon seit Jahren am Herz. Wir sollten einen Ultraschall des Herzes/Herzens machen.
http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/…

Gruß
Kreszenz

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Wie - auch der Genitiv Singular (des Herzen?)? : Hast Du dafür valide Quellen/Belege?

Uuups, das war ein Fauxpas. der Genitiv lautet natürlich (des) „Herzens“!! Beispiel: „die Frau meines Herzens“.

Danke für den Hinweis!

Gruß
Uwe

Uwe,

ich finde es nur faszinierend wie Du es geschafft hast mit vollkommen unnötigen Bemerkungen eine Diskussion vollkommen aus dem Ruder zu reißen. Deine Bemerkungen sind unglaublich überhelblich und zeigen, dass Du überall dort, wo Dein Wissen vollkommen überflüssig ist, dasselbe einfließen lassen musst, um anderen Deine Überlegenheit zu demonstrieren. Danke, dass Du Dich hier eingemischt hast, um die Diskussion zu untergraben.

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Hallo,
Puh… habe grad Uwes peinliche und halb- bis garnichtwahre Ergüsse durch und bin nun fertig mit Fremdschämen. Lass dich von ihm nicht provozieren. Er will nur „helfen“.

Zum Thema (endlich):
Traditionell und standardsprachlich ist nur das generische Maskulinum korrekt, also „der Autor, die Autoren“ (im Sinne von weibliche und männliche Autoren). Wie es um das Binnen-I offiziell steht, weiß ich nicht, in meinen Augen ist das Quatsch und gehört aus der Sprache getilgt (ich bin ja sonst nicht so, aber da…).
Ich kenne ebenfalls Leute (Professoren), die auf Folien, PPPs und in gesprochener Sprache die ganz normale feminine Form, also wirklich als generisches Femininum, verwenden. Da ist die Rede von der Sprecherin und der Hörerin, der Adressatin. Wenn er von uns spricht, sind wir aber immer „die Studentinnen und Studenten“ (spr.: „die Stedendennenenstedenden“). :wink:
Ich stimme dir zu, dass das kein Gleichberechtigungsstreben, sondern eher fehlgeleiteter Feminismus ist. Ich empfehle die Form nicht. Ich bevorzuge selbst das generische Maskulinum oder allenfalls externe Anmerkungen wie „(m/w)“ (z.B. in Jobangeboten) oder eine Fußnote bei der ersten Verwendung (macht sich in längeren Aufsätzen gut).

Wie’s im Duden steht, müsste dir aber Kreszenz sagen.

Nächtlicher Gruß aus Fernost,

  • André

also wirklich als generisches Femininum

Genau. FemininUM. Sag ich doch. :smile:

*winkewinke*