Ich bin neu hier und hab mal direkt an die Experten unter euch eine Frage zu den Erzähltheorien.
Also Stanzel und Genette haben Erzähltheorien entwickelt und meine Frage ist: Unterscheiden sich die jeweiligen Erzähltheorien ? Wenn dann wodurch oder durch Welche Merkmale kann man diese von einander unterscheiden (zwischen Genette und Stanzel)
Stanzel: Ich, auktorial, personal Erzählsituation
Genette: Interne-, Externe-, Nullfokalisierung
Vielleicht trägt meine Laienmeinung a kloans bisserl was bei.
Mit Genette und Stanzel ist es wohl so wie mit den vielen anderen Erzähltheoretikern: sie sind aus zwei Gründen noch gar nicht so weit, dass sie sich gründlich widersprechen können.
Erstens geht es ganz viel um Konzepte, Systematiken, Methoden, Typologien, Nomenklaturen. Es ist alles recht uneinheitlich und nicht gut zu vergleichen. Ohne, wie gesagt, viel darüber zu wissen, bezweifle ich, dass es zu so klaren Ergebnissen über das Denken der Autoren gekommen ist, dass sich entsprechend klare Widersprüche herauskristallisiert haben.
Zweitens ist die Menge der narratologischen Subjekte dermaßen gut greifbar und dermaßen riesig, dass es lange dauert, bis sich Vergleichbares zueinander ordnet. Für dein Beispiel heißt das: Wenn sich Genette eher an Proust orientiert und Stanzel eher am englischen Roman, und wenn die Vergleichbarkeit nach wissenschaftlichen Regeln von den Prämissen abhängt - dann können die beiden sich weder widersprechen noch bestätigen. Und das ist erst der allererste Anfang des Gewirrs. Wart mal, bis die Lyrik dabei ist, die Journalistik, das Theater, die Musik.
Der Fachmann, der ich ja nicht bin, hat wahrscheinlich ein Interesse daran, das nicht so extrem zu sehen.
Mitternächtliche Grüße
Bumi