Genitiv bei auf -s endenden Eigennamen

Hallo Experten,

früher war ich mir ja sicher, alle Zweifelsfälle zu kennen, aber das heute Gelesene übersteigt doch meine Fähigkeiten.

Wenn ich jetzt erzähle, daß ich ein Buch lese, das ich von Bruce geliehen habe, lese ich dann

Bruce’ Buch
oder
Bruces Buch???
Oder gar:
Bruce’s Buch??? (NEINNEINNEIN)

Und wie spreche ich es aus? Doch wohl Bruß Buch, oder? Brußes Buch würde mir irgendwie sauer aufstoßen.

Danke für Eure Antworten!

ciao,
erik

gefühlsmäßig…
Hallo Erik,

da Bruce ja nun ein englischer Eigenname ist und der Genitiv desselben auch im Englischen als [Brusiz] gesprochen wird, würde ich das auch in einem deutschen Kontext so aussprechen. Und ich würde hier auch ausnahmsweise den Apostroph setzen: also Bruce’s Buch

Allerdings neige ich auch dazu, solche Genitive in der gesprochenen deutschen Sprache zu vermeiden, bei denen am Wortende bereits ein „s“ steht. Thomas’ Schwester etwa versteht man zwar in der geschriebenen Form, aber mündlich wird’s schon schwieriger.

Und die Genitivform, bei der aus dem Buch von Hans „Hansens Buch“ wurde, klingt doch etwas sehr veraltet in meinen Ohren…

Gruß
Uschi

Hallo Erik,

zunächst zur Erinnerung:

Im Deutschen ist das ganz klar:

Karins Buch Andreas’ Buch

Nicht: Karin’s Buch, obwohl die englische Schreibweise in letzter Zeit in der Werbung Mode wird, zuweilen sogar als falsch geschriebener Plural.

Im Englischen ist der Genitiv nun ganz klar: Bruce’s, wobei das sonst unausgesprochene e als i ausgesprochen wird. Das ist im Englischen nicht ungewöhnlich, z. B. wash, washes; blaze blazes)

Da die deutsche Rechtschreibung keine Regeln für die Schreibung ausländischer Wörter hat, hast du freie Hand.

Entweder du übernimmst den englischen Geniitv: Bruce’s. Oder du machst es nach der deutschen Regel: Bruces. Da das e aber nicht gesprochen wird würde ich die dritte Möglichkeit nehmen: Bruce’.

Liebe Grüße
Peggy

Smiling: Ossies Esse?
Hallo, liebe Erik, Peggy und Uschi!

Nur eine kleine und für die Fragestellung nicht wesentliche Ergänzung/„kosmetische Korrektur“ zur englischen Aussprache:

Die Lieder von „Gus Backus“, sind natürlich (habt ihr toll erklärt) Gus´ Lieder, oder auch, wenn mans vermeiden will:
Gusses Lieder, gespr. "Gasses (nicht „Gassis Lieder“, mit dem deutschen schwachen i (also, in Lautschrift isses das umgedrehte kleine e, glaubich).
In English „Gus´ songs“, ich hörte immer „Gusses songs“, mit dem ebenfalls stummen engl. i/e, ähnlich gespr. wie in dtsch: „Bitte“, aber da auch eher noch wie das e am Ende.
Das „Problem“ ist ein ähnliches bei der Pluralbildung:
1 bus, 2 busses (gespr.: „basses“ mit dem stummen e.
„Bassies“ wär schaman auchen beten komisch, wa?
Dann würd ja ein Deutscher bei „the buses door“ gleich einsteigen wollen, denn „de Bassis doer!“, „der Bus ist da!“

Und wenn Gus Backus mit seim Hund unnerwegs iss, dann wär ja
„Gas mit Gassies Hunde am gassigehen“.

Ich bitte euch, diese Schlußbemerkung humorvoll zu nehmen,
und ich troll mich ja auch schon wieder.

Mit freundlichen lang ausgeschriebenen Grüßen,
moin, manni

(denn soviel Zeit muß sein!)
Früher „mußte immer mann und alles sein“, auch die Zeit, hoide hat man keine mehr, denn man ist ja gerade Momo am lesen.

Du sollst nicht falsches Zeugnis…
…ablegen, Manni!

Deine Aussprache des Genitivs ist definitiv nicht die richtige!
Ich hab mir jetzt extra meine „University Grammar of English“ von Randolph Quirk raus geholt…

Und da steht ganz deutlich, dass etwa Bruce’s eindeutig mit [iz] , also i und stimmhaftes s, am Ende gesprochen wird, nix e und auch nix umgedrehtes e (das wäre der so genannte „Schwa-Laut“)…

Und genau so verhält es sich mit dem Plural von „bus“ —> [bassiez] (ich hab den Zeichensatz der internationalen Lautschrift nicht auf dem PC, daher diese „seltsame“ Schreibweise.

Also, bitte Manni, glaub auch mal den Leuten was, die Englisch studiert und jahrelang unterrichtet haben…

Gruß
Uschi

Nix ablegen, va nix theor. + prakt. gelerntes
und zwar im UK und bei ner Freundin (Braut) in Canada.
Außersdem schreibt Langenscheidt:
„halboffenes, halblanges i mit nachklingendem (schwa) e. wie in here, dear, peer“
my dear! Es schien mir also noch nie offiziell das cheese-i gewesen zu sein, und auch nich dasselbe in to peek at thy cheek
There is even only a very slight difference in the pronunciation of here, to hear, and to tear. A slight one, well.

Deine Aussprache des Genitivs ist definitiv nicht die

richtige!:

Ich habe auch vor dem posting nochmal mehrere Quellen studiert hoide night, um keinen Irrtum „anzulegen“

Ich hab mir jetzt extra meine „University Grammar of English“
von Randolph Quirk raus geholt…:

Und wenn das so da drin steht, wie du sachst, then its better to quit this quirky quark, or gather with this randvoll sort of cool cheese.

Und da steht ganz deutlich, dass etwa Bruce’s eindeutig mit

[iz] , also i und stimmhaftes s, am Ende gesprochen wird, nix
e und auch nix umgedrehtes e (das wäre der so genannte
„Schwa-Laut“)…:

Nix there, nur
mit dem weichen s hast du aber ganz recht, mein Engelchen!

Und genau so verhält es sich mit dem Plural von „bus“ —>

[bassiez] (ich hab den Zeichensatz der internationalen
Lautschrift nicht auf dem PC, daher diese „seltsame“
Schreibweise.:

Wär schön wenn die PC sprechen könnte, wa?! Aber such dir die Leute aus, die es ihr beibringen sollen!

Es ist aber doch wohl doch nicht das i aus „cheeze“, oder spielt es eine Rolle, wenn ,man das i großschreibt?!

Also, bitte Manni, glaub auch mal den Leuten was, die Englisch

studiert und jahrelang unterrichtet haben…:

Aus Zerfahrung gaaaanz gaaaaaaanz wenig.

Gruß, manni (interpreter for English and French, too, by the [other] way)
And, nevertheless give my regards to all your patriots.com!

Yours faithfully, Manfred Jungjohann, Bremen, Oiropa.

Muß Uschi leider beipflichten…

und zwar im UK und bei ner Freundin (Braut) in Canada.

Auch ich habe eine Weile in UK gelebt, und da sagt man [i]. Gleiches höre ich ständig von meinen englischen Kollegen.

Außersdem schreibt Langenscheidt:
„halboffenes, halblanges i mit nachklingendem (schwa) e. wie
in here, dear, peer“

Eben! Das wäre also i plus schwa. Ob das schwa nun hörbar ist oder nicht, dürfte an der Region liegen, das i ist aber auf jeden Fall da.

my dear! Es schien mir also noch nie offiziell das cheese-i
gewesen zu sein, und auch nich dasselbe in to peek at thy
cheek

Doch, aber mit schwa dahinter.

There is even only a very slight difference in the
pronunciation of here, to hear, and to tear. A slight one,
well.

Ne, jedenfalls nicht bei „to tear“ - das spricht sich nämlich so ungefähr [tär] (man reiche mir ein IPA!!)

Gruß Kubi

hallo!

Thomas’ Schwester etwa
versteht man zwar in der geschriebenen Form, aber mündlich
wird’s schon schwieriger.

deswegen sagt man ja auch: „dem thomas seine schwester“ :wink:

gruesse
lehitraot.

schlechtes Gefühl

Thomas’ Schwester etwa
versteht man zwar in der geschriebenen Form, aber mündlich
wird’s schon schwieriger.

deswegen sagt man ja auch: „dem thomas seine schwester“ :wink:

*LOL* Der Lehitraot ihre Ausdruck’s-weise woll’n wir jetzt mal besser nich’t zum Standard erklär’n, gell’e? *gg*
Ich liebe ja auch vor alle’m diese immer öfter’s auftauchenden Apostroph’s überall’ wo’s nur eben’d geh’t…

PS: Bitte nicht ernst nehmen… :wink:
Nur dem Markus seine Gedanken.

Tschü’ss - *und duck’*

Dann mal danke
Hi Ihr,

vielen Dank für Eure Antworten!

Werde mich dann also mit mir selbst auf „Bruce sein Buch“ einigen - ich wußte schon immer, daß unser schöner Dialekt die bessere Sprache ist - und, falls ich mit Preiß’n kommunizieren muß, mich auf Bruce’ Buch festlegen.

ciao,
erik