Genossenschaft

Hallo, irgendwo im Archiv hier gibts ja schon schöne Artikel mit Links zum Thema „Wie gründe ich einen Verein“.
Gibts auch Links zum Thema Genossenschaft, was bei einer solchen Gründung zu bedenken ist und so.
Ich mein das was ich bisher gefunden hab ist entweder im Bereich Existenzgründung so etwas unter ferner liefen (firmengründung ist möglich als AG…Erläuterung dazu, GmbH…erläuterung…OHG…kurze erläuterung…englische Ltd …erläuterung oder wems gefällt auch als Genossenschaft.)ohne weitere Erläuterung
Oder man findet ganz ausführliche Artikel mit viel Geschichtlichem, politischem und Sozialem Bremborium was zwar historisch-sozial interessant ist (so wegen Bürgerbeteiligung und so), aber für einen potentiellen Gründer ziemlich irrelevant.

Also es geht um was kulturelles/gemeinnütziges mit Angebot gegen Geld aber auch zT. kostenlos (finanziert durch das andere Geldwerte Angebot) aber auch mit eigenem Geldbedarf (Für Gebäude, Material, Gehälter) und die Frage nach der Gesellschaftsform bzw. deren Vor und Nachteile:

  • eV (ursprüngliche Idee, aber passt evtl nicht recht, wegen des möglichen Ausbaus des Bezahlangebots mit gewerblichen Anteilen, damit denn Geld reinkommt auch wenn nicht jeder Teinehmer/Nutzer gleich Mitglied wird)
  • gGmbH (passt wegen des zusätzlichen Gratis-Angebots nicht so recht und ist auch recht teuer)
  • Genossenschaft ??? Könnte das was sein?

Gruß Susanne

Fachanwalt für Gesellschaftsrecht
Hi !

Meines Erachtens sollte hier ein Fachanwalt für Gesellschaftsrecht, der zudem Ahnung vom Steuerrecht hat, befragt werden.

Dieser könnte für das angestrebte Geschäftsmodell wahrscheinlich die beste „äußere Form“ finden.

Mir fiele, vor allem aus steuerlichen Gründen auf Anhieb auch noch ein, dass man z.B. die unterschiedlichen Geschäftsbereiche in unterschiedliche Organisationen packt und alles unter einem Deckmantel (Verwaltungsgesellschaft) verwaltet wird. Hängt natürlich alles vom angestrebten Umfang ab.

BARUL76

PS:
Aussagen zur Vor- und Nachteilen einer eG finden sich in quasi sämtlichen Lehrbüchern (Ausbildung) in den kaufmännischen und juristischen Bereichen. Einfach mal bei der nächsten Berufsschule in die Bibliothek gehen. Als Basisinformationen sollte dies reichen.
Wenn es dann doch spezieller werden soll, helfen sicherlich auch gesellschaftsrechtliche Bücher in Uni-Bibliotheken (Kommentare zum Genossenschaftsgesetz dürften aber wohl zu weit führen).

konkreter zur Idee, aber lang

Hi !

Meines Erachtens sollte hier ein Fachanwalt für
Gesellschaftsrecht, der zudem Ahnung vom Steuerrecht hat,
befragt werden.
Dieser könnte für das angestrebte Geschäftsmodell
wahrscheinlich die beste „äußere Form“ finden.

Ok das mag für eine Größere Geschichte vielleicht Sinnvoll sein, aber für eine Handvoll Leute die etwas auf die Beine stellen wollen, um etwas Kultur in ein Dorf zu bekommen vielleicht ne Nummer zu teuer.
es geht hier um einen zunächst mal als eV gedachten Zusammenschluß von derzeit erst 6 Leuten (auch ein guter Grund was anderes als Verein zu suchen) und va. ein Schulungsangebot (grob gesprochen) aus dessen Erlösen zB. Beratungsangebote und Kurse für Jugendliche ermöglicht werden sollen oder andere Kostenlose Angebote organisiert werden sollen (zB Tauschring). Dazu ein bisschen Verkauf von T-Shirts/Kugelschreibern etc. mit Logo, ab und an mal ne Veranstaltung oder so. Ansonsten gehts einfach darum ein brachliegendes Haus mit Leben zu füllen ohne gleich drin zu wohnen.

PS:
Aussagen zur Vor- und Nachteilen einer eG finden sich in quasi
sämtlichen Lehrbüchern (Ausbildung) in den kaufmännischen und
juristischen Bereichen. Einfach mal bei der nächsten
Berufsschule in die Bibliothek gehen. Als Basisinformationen
sollte dies reichen.

Also ich hab hier den Wöhe: Einführung in die Allgemeine BWL, Dort finde ich aber noch nicht das was ich suche, eher mehr Verwirrung. Ein wirtschaftlicher Verein ist ja schön, aber der Rest hört sich sehr nach AG an (Gewinnbeteiligung wieder an die Mitglieder auszahlen), Dabei gibts nur Beispiele für Einkaufs (also um gemeinschaftlich günstige Preise zu erzielen)- und Verkaufsgenossenschaften (gerade mit Landwirtschaftelichen Betriebsbeispielen); dabei hab ich im Wikiartikel auch was von Fördergenossenschaften gelesen, also wo wirklich Geld gesammelt wird um dieses für einen guten Zweck einzusetzen, was ja Sinn des ganzen ist.
Eine Ähnliche Genossenschaft gibt es hier auch, die anstrebt eine derzeit noch städtische Badestelle in Eigenregie zu betreiben und derzeit nur für die Restaurierung der Stege sammelt, damit es nicht einfach nur geschlossen wird. Also Geldsammelgenossenschaften scheint es auch zu geben.

Wenn es dann doch spezieller werden soll, helfen sicherlich
auch gesellschaftsrechtliche Bücher in Uni-Bibliotheken
(Kommentare zum Genossenschaftsgesetz dürften aber wohl zu
weit führen).

Ich glaub ich brauch eher NAchhilfe bezüglich des Vergleiches der verschiedenen Möglichkeiten, wie gesagt es ist ne kleine Klitsche.

Also eine How to -Anleitung: Was braucht es um eine Genossenschaft zu gründen? Passt dies überhaupt zum Zweck?

Vermutlich ist der eV immer noch das beste, doch dann fehlt eben noch der/die 7. Mann/Frau. Um den/die zu werben muss dann erst mal eine Menge Vorarbeit geleistet werden (Satzung ausarbeiten etc. Programm ausarbeiten, Vereinsheim herrichten, Vorabsprachen zur Vorstandsbildung) und quasi als uneingetragener Verein gestartet werden, was halt irgendwie so unvollständig wirkt. und so ein Gründungsmitglied ausserhalb dieses ersten Kreises an Ideensprudlern, denen es eigentlich nur noch ums Umsetzen gibt, kann das ganze dann wieder ins straucheln bringen (zB. bei der Festlegung des Vereinszwecks in der Satzung).
Drum die Frage, lässt sich sowas auch anders umsetzen als wie bei einem Verein.
Auch ne Stiftung ist schon zu teuer, es sei denn man kann da statt Flüssigkapital auch sowas wie ein Haus einsetzen, aber das ist eigentlich nicht gewünscht.
Gruß Susanne

Servus,

zur Unterscheidung Verein vs. Genossenschaft folgende freilich sehr grob geschnitzten Anhaltspunkte:

Beide Organisationsformen bringen für die Beteiligten kein bedeutendes Risiko mit sich - der Verein haftet eh bloß mit seinem eigenen Vermögen, bei der Genossenschaft lassen sich Nachschusspflichten über den Geschäftsanteil hinaus in sehr engen Grenzen halten.

Der Verein ist nur dann rechtsfähig, wenn ihm Rechtsfähigkeit verliehen worden ist - das passiert sehr selten und nur, wenn es unzumutbar ist, daß der Verein eine für wirtschaftliche Tätigkeit besser geeignete Rechtsform wählt. Das, und die relativ beschränkte Handlungsfreiheit seiner Vertreter gegenüber Dritten macht ihn relativ schwerfällig, wenns um Geschäfte geht.

Die Genossenschaft kann hier viel ungebremster agieren. Sie ist sozusagen für wirtschaftliche Tätigkeiten gestrickt, gleichzeitig sind die Genossen mit ihrem Anteil ziemlich weit gehend geschützt, sie sollten sozusagen z.B. Winzer, Taxiunternehmer etc. sein können, ohne sich ständig um ihre Genossenschaft zu kümmern. Damit hängt es zusammen, daß die Abschlüsse von Genossenschaften, egal wie klein sie sind, geprüft werden müssen - und die Leute von den genossenschaftlichen Prüfungsverbänden sind gnadenlos, die Rechnungslegung für eine eG lässt sich nicht „nebenher“ machen.

Wenn der Kreis der Beteiligten überschaubar ist, und der administrative Aufwand in Grenzen gehalten werden soll, ist in der beschriebenen Situation der Verein die geeignete Organisationsform.

Schwierigkeiten können sich allenfalls ergeben, wenn das genannte Haus im Eigentum der Organisation sein soll. Das wird für einen Verein einigermaßen mühselig werden.

Schöne Grüße

MM

danke schön
für diese tolle Antwort
Gruß Susanne